Warum vergleiche ich immer wieder?

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von -marina- 18.05.11 - 14:46 Uhr

Hallo zusammen #winke

In letzter Zeit ertappe ich mich immer häufiger, dass ich Etienne wieder mit anderen Kleinkindern vergleiche. Eine Zeit lang hab ich das so gar nicht gemacht, aber seit er den nächsten Fortschritt gemacht hat ( Hochziehen), passiert es nun immer öfter.

Erst heute morgen ist das jüngste Krippenkind uns entgegen getappst gekommen und mein erster Gedanke war: Na toll, jetzt ist Etienne mal wieder der Einzige in der Krippe, der noch nicht laufen kann.

Ich ärgere mich in solchen Situationen über mich selbst, wenn ich so denke, kann es aber auch nicht abschalten.

In unserem engsten Freundeskreis ist ein Paar mit einem 11 Monate altem Mädchen; da ist es für mich z.Zt. besonders schlimm, wenn wir uns am WE treffen und die Kleine in allen Bereich viel weiter ist als Etienne.

Er hat eine globale Entwicklungsverzögerung und ich bin stolz auf ihn wie Oskar, wenn er wieder was Neues dazu gelernt hat, keine Frage!

Habt ihr auch manchmal solche Phasen?

LG
Marina & Söhnchen Etienne (18Mon & 14Tage) #herzlich

Beitrag von etrapl54- 18.05.11 - 14:57 Uhr

Hey Marnia,

klar, das kann ich gut verstehen. Aber Du weisst ja, das der Kleine eine Entwicklungsverzögerung hat - dann versuch doch einfach es als gegeben hin zu nehmen.

Ich weiss wie schwer das ist; meine Erstgeborene fällt auch aus dem "Rahmen" und es ist nicht immer leicht das Gegebene anzunehmen.

Sicher wird es Dir mit der Zeit "leichter" fallen. Und sieh es mal so. Fast alle Muttis vergleichen - auch wenn die Kinder "ohen besondere Auffälligkeiten" sind. Ich geh immer ganz offen mit den Gegebenheiten um - das erspart mir viele Fragen und das Gefühl "beäugt" zu werden mit meinem Kind.

LG

Beitrag von ninna68 18.05.11 - 19:39 Uhr

Hallo Marina, lass dich mal drücken.
Ich kann deine Gefühle voll nachvollziehen. Meine Tochter hat erst mit 2 3/4 jahren mit Laufen begonnen und ist heute ein fröhliches kleines Mädel, was nur noch etwas zurück ist. Und Hochziehen ist doch schon toll... das hat Lena mit 2 1/4 Jahren gemacht!!!

Meine Tochter hat, bevor sie laufen konnte im Kindergarten alle Touren mit ihrem Puky Wutsch mitgemacht... erstaunlicherweise konnte sie da rauf und runter. Sie ist zum Händewaschen gefahren, hat sich ihren Teller so geholt und so weiter... alle Kinder haben ihr Puky Wutsch verteidigt und es war klar: Das ist Lenas!

Führe dir immer vor Augen, dass dein Sohn Fortschritte macht... esgibt so viele üble Krankheiten und Behinderungen.

Wenn du magst bist du auch herzlich eingeladen in unseren Thread "Muskelschwäche ohne Diagnose" bei www.rehakids.de im Usercafe. Wir haben alle Kinder, die spät laufen etc. ...

LG Ninna

Beitrag von krokolady 18.05.11 - 20:59 Uhr

diese Phasen hab ich täglich teilweise......immer wenn ich Kimy in den KiGa bringe, oder wieder abhole.
Sie geht zwar in eine heilpädagogische Einrichtung, ist da mittlerweile eine der Ältesten, aber dennoch sind die 3 - 4jährigen größtenteils weiter entwickelt wie sie.
Das tut immer aufs Neue weh.....

Beitrag von moehrli 18.05.11 - 21:01 Uhr

Hallo,

ja so gehts mir leider immer wieder. In dem einen Moment bin ich stolz wie verrückt auf Jan, dass was er in einem Jahr alles geschafft hat ist enorm, andererseits bin ich auch wieder traurig und frustriert, dass es wieder stagniert. Und das obwohl er in anderen Bereichen gerade viele Fortschritte macht. Er konzentriert sich zur Zeit scheinbar mehr auf seine Sprachentwicklung als auf seine motorische Entwicklung. Er kann schon so gut sprechen, teilweise besser als andere Gleichaltrige, aber mit dem Laufen geht es einfach nicht weiter. Seit er die Knöchelfußorthesen hat stagniert es wieder sehr. Aber unsere Physiotherapeutin hat gesagt, das sei normal. Dadurch dass seine Füße jetzt in eine andere Stellung "gedrängt" werden, werden Muskeln beansprucht, die vorher gar nicht benutzt wurden. Sobald die sich aufgebaut haben gehts wieder weiter.
Nur leider haben wir die Zeit im Nacken. Er hat einen I-Platz in einem Kiga, aber die können ihn nur bis zum 3. Geburtstag fördern, danach haben sie keine Betriebserlaubnis mehr für Kinder, die so extrem gehandicapt sind. Das heißt er müsste dann den Kiga wechseln. Und das will ich auf keinen Fall, zumal sein Bruder in den selben Kiga geht.

Seit er ca. 20 Monate alt ist kann er Sitzen, Krabbeln und sich hochziehen, hat das bis jetzt auch alles perfektioniert, aber das mit dem Laufen will nicht klappen. Er läuft an einer Hand, er steht auch mit großer Anstrengung für einige Sekunden frei und läuft zwischen zwei Personen 2 Schritte hin und her (aber seeehr wackelig), aber es geht einfach nicht weiter...

LG Moehrli mit Jan (Krampfanfälle nach Sauerstoffmangel bei/nach Geburt, dadurch Hirnschaden)

Beitrag von enni12 19.05.11 - 11:34 Uhr

Hallo Marina,

leider kenne ich das auch #schein

Ich habe den Vergleich nämlich jeden Tag von früh bis abend...

Mein Zwillingsjunge ist Asperger-Autist, das Mädel "normal"
Er hat vor allem im sozialen und motorischen Bereich ganz schöne Defizite und sie ist halt völlig altersgerecht entwickelt.

Klar will man nicht immer vergleichen aber manchmal tut man es halt doch....

Wir sind halt auch nur Menschen #schein

Dani

Beitrag von msfilan78 19.05.11 - 18:11 Uhr

Hallo

Ich kann dich gut verstehen. Früher habe ich auch immer verglichen. Meine Tochter, knapp 5, ist ca 9monate in ihrer Entwicklung zurück. Ebenfalls globalentwicklungsverzögert. Sie ist mit 21 monaten gelaufen, sprechen fing sie mit 24monaten an.
Sie wird seit ihren 1lj. gefördert. Erst Krankengymnastik, mit 27Monaten dann Ergotherapie und seit 1 Jahr Frühförderung.
Ich vergleiche mittlerweile nicht mehr, weil sie so ist wie sie ist und ich stolz auf sie bin, egal wie sie sich entwickelt. Und das wichtigste ist ja, das sie sich weiter entwickelt. Momentan macht sie wieder enorme Fortschritte.

Was ich mir die letzten Jahre zugelegt habe, das ich versuche immer das positive zusehen und mir auch jeden fortschritt aufzuschreiben. Gerade wenn man zu den U untersuchungen geht, ist es meist so, das sie dann eben nicht mitmacht. Da kann ich die Liste abgeben und gut ist.

Beitrag von jasminundmarc 21.05.11 - 20:49 Uhr

Hallo zusammen;-)

Ich habe auch ein Kind zu Hause was in seiner Entwicklung zurück ist und ich kann es auch irgendwie nicht lassen ihn mit anderen Kindern in seinem Alter zu vergleichen aber so eine Entwicklungsverzögerung geht doch bestimmt irgendwann wieder weg bzw man merkt nicht mehr viel davon.

Mein Sohn 3 Jahre und 7 Monate ist in der Sprachlichen entwicklung mehr weiter zurück als in der anderen Entwicklung. Er ist mit der Sprache mindestens 1 1/2 bis 2 Jahre zurück und mich macht es glücklich wenn man von Tag zu Tag immer mehr Fortschritte bei ihm sieht.
Er ist mit seinen 3 Jahren und 7 Monate auch noch nicht trocken.
Manchmal weiss ich nicht wie es mit ihm weiter geht im späteren Leben aber ich versuche ihm so gut wie es geht zu helfen.

Lass dich drücken.