Ich steh ihm im Weg- aber ich kann gerade nicht anders...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von fluegel 18.05.11 - 18:06 Uhr

Hallo,
Mein Partner und ich sind 9 Jahre zusammen, er hat 2 Kinder (18, 14) und ist beruflich wie auch hobbytechnisch sehr engagiert. Durch den Job ist er an durchschnittlich zwei Abenden im Monat nicht da. Kein Ding soweit. Frau kann sich ja beschäftigen;-)
Durch die Kinder war er in den ersten Jahren viel weg (lange Geschichte in Kurzform:sie durften mich erst nicht treffen und wir waren viel räumlich getrennt deshalb, alle zwei Wochen am WE plus je zwei Tage die Woche plus 2/3 der Ferien und Brückentage etc plus alles was halt so anstand). Jetzt Ost ernur noch einen WEtag alle zwei Wochen plus einen halben Tag die Woche unterwegs mit ihnen. Endlich mehr Zeit, dachte ich...so vor gut drei Jahren.
Aber da kam dann das neue Hobby im Verein dazu.
Ok, kein Ding, Frau ist ja beschäftigt - musste ich ja sein, sonst war erjag in der Zeit auch oft weg.
Nun hat er sich in kurzer Zeit zum Vorsitzenden gearbeitet, da läuft es prima, er macht das toll und hat viel Spaß und ich bin auch sehr stolz, wie gut er das macht.
Abere es kostet viel Arbeit und Zeit. Er ist nun halt recht oft unterwegs und wenn er hier ist,dann muss er noch viel schreiben und telefonieren, planen...

Alles noch im Rahmen, wenn ich auch ab und an schon gejammert hab, wir machen gar nichts mehr zusammen und unsere Paarzeit ist noch knapper als die von Elterrn:-(

Ich hatte eigentlich gehofft, wir hätten mehr Zeit wenn seine Kids größer sind - das Gegenteil ist der Fall, er nutzt die endlich freie Zeit und mehr fürs Hobby.

Und nun hat er die Möglichkeit, Landesvorsitzender zu werden. Erst hab ich mich noch gefreut für ihn, was für eine tolle Chance. Aber dann hab ich erfahren, was da dran hängt.
Mindestens 3, meist 4 Tage die Woche nachmittags und abends unterwegs, an 8 von 10 WE'n unterwegs im ganzen Bundesland.

Und nun hab ich gesagt, das kann ich nicht mittragen hier. Was sind wir denn dann noch. Eine WG mit ab und an Sex?

Ich finde mich selber unfair, weil ich ihm im Weg stehe, aber wo bleiben denn WIR?

Dazu kommt, wir wollten eigentlich nach der FG doch noch mal an das Projekt Kind.... Aber so?

Ich bin nicht sicher, ob ich ihm zuliebe nicht über meinen Schatten springen sollte, aber im Moment ist mein Selbstmitleid größer....

Beitrag von wartemama 18.05.11 - 18:16 Uhr

3/4 Tage die Woche nachmittags und abends? An 8 von 10 Wochenenden im ganzen Bundesland unterwegs?

Ich finde nicht, daß Du unfair reagierst - ich würde das auch nicht mitmachen wollen. Selbst, wenn Du Deinem Partner gegenüber über Deinen Schatten springst, kann ich mir nicht vorstellen, daß das Eurer Beziehung auf Dauer gut tun wird.

Ich würde genau so reagieren wir Du. Das hat mit Selbstmitleid in meinen Augen gar nichts zu tun.

LG wartemama

Beitrag von Ähnlich 18.05.11 - 18:18 Uhr

Hallo,
kann ich nachvollziehen (ich bin ein Mann) - habe ähnliches durchlebt bzw. durchlebe tw. noch.
Mein Vorschlag: Macht Euch einen Plan - mittelfristig, d.h. über einen Zeitraum, in dem ER gut Erfahrung als Landesvorsizender sammeln kann und dann (relativ) problemlos das Amt "aus persönlichen" Gründen und nachvollziehbar für alle anderen niederlegt und in dem DU auch sinnvolles Tun kannst - und Dir das nicht als "verlorene Lebenszeit" vorkommen muss. In dem Plan schreibt ihr fest, was IHR während dieser Zeit/Phase nicht missen wollt - als Orientierungshilfe.
So wird man (hoffentlich) nicht Sklave des Vereins/Ehrenamtes, sondern findet immer wieder zum Wichtigsten zurück: der Familie.
Und wie gesagt: ein Enddatum für das Vereinsamt sollte durchaus bereitsvon vornherein feststehen.
Ansonsten: Bloß keinen Druck (erzeugt Gegendruck) und nicht alles bis ins Detail fixieren - ein bisschen kreativ bleiben. Und, ja wie gesagt: Familie hat im Zweifel Priorität und sollte immer im Auge (des Landesvereinsvors.) bleiben.;-)

Alles Gute!

Beitrag von gruene-hexe 18.05.11 - 18:37 Uhr

Ich finde dich nicht unfair #liebdrueck Um ehrlich zu sein, ziehe ich meinen Hut vor dir, dass du so viel Verständnis für seine Freizeitaktivitäten aufbringst.

Du wirst sicherlich schon mit ihm geredet haben. Wie waren denn seine Reaktionen auf die Gespräche? Sieht er ein, dass du viel zurück steckst? Wie Wichtig ist ihm das alles? Manchmal gerät man in so Bahnen wo sich irgendwie alles verselbstständigt.... Möchte er das alles? Und ist es ihm Wert, dass du darunter leidest?

Ich denke, du bist eine sehr Vernünftige und wirst mit guten Gesprächen und Argumenten auffahren ;-)

Beitrag von umsche 18.05.11 - 20:08 Uhr

Ich finde nicht, dass du ihm im Wege stehst. Er stand eigentlich immer dir im Wege. Erst waren es seine Kinder (er akzeptierte, dass sie dich nicht sehen sollten?), dann seine Hobbys. Du hast immer zurück gestanden...und auf bessere Zeiten gewartet. Wie lange willst du noch warten?

LG

Beitrag von nicht so! 19.05.11 - 12:44 Uhr


Hallo!

So könnte und wollte ich nicht leben. Sicher jeder kann und sollte ein Hobby haben, aber übertreiben muss man es nicht. Und das macht dein Mann. Du bist nur zweite Wahl und das würde ich nicht sein wollen.

Mein Vater hat auch ein tolles Hobby, seinen Sport. Er ist Prüfer, Trainer im Verein und Trainer an einer Schule. Lehrgänge müssen auch gemacht werden. Kämpfe finden sehr oft statt, Sonntags und Samstags.

Jetzt darfst du drei mal raten, für wehn er ganz wenig Zeit hatte.
Für seine Familie.

Gruß

Beitrag von gh1954 19.05.11 - 14:12 Uhr

>>>Mindestens 3, meist 4 Tage die Woche nachmittags und abends unterwegs, an 8 von 10 WE'n unterwegs im ganzen Bundesland.<<<

Wie würde dein Mann reagieren, wenn du ihm mit dem Plan kämest, dich so intensiv deinem Hobby zu widmen"

Mal gut, dass dein Mann immer saubere Wäsche vorfindet, sowie eine saubere Wohnung und leckeres Essen, wenn er Sonntagabends müde nach Hause kommt.

Auf so einen Mist würde ich mich nicht einlassen.