Konsequenzen

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von gini1 18.05.11 - 18:54 Uhr

Hi,

mein Kleiner wird anfang Juni 3 Jahre alt.

Er hört im Moment gar nicht! Es ist wirklich zum verrückt werden.

Ich weiß auch gar nicht mehr, was ich noch machen soll.

Z.B. beim Zähnputzen, abends, wenn er sich weigert, streich ich ihm die Gute Nacht Geschichte. Was sagt er: Ich will keine hören. Und es stört ihn nicht.

Wenn er im Garten ins Blumenbeet spielt, sag ich ihm das ich ihm das Spielzeug wegnehmen, dann lässt er es liegen und sagt: Ich will damit nicht spielen. Und sucht sich was anderes.

Egal was ich als Konsequenz "androhe" es ist ihm egal!

Habt ihr ne Idee wie ich die Sache angehen könnte?

Vielen Dank.

Liebe Grüße

Carola

Beitrag von stefmex 18.05.11 - 19:13 Uhr

Hi Carola!

Ist nur ne Phase :-D

Scherz beiseite. Versuch die sogenannten 'ich-Aussagen'.

"ich möchte nicht, dass Du in meinen Blumenbeeten spielst und meine ganze Arbeit kaputt machst"

Beim Zähneputzen gibt's keine Diskussion oder Alternativen. Das MUSS sein. Lass ihn doch einfach allein 'vorputzen' und putz dann nach. Versuch andere Zahnpastas (z.B. Weleda Kinderzahngel, sehr lecker und ohne 'Schmarrn' drin) oder andere Zahnbürsten (z.B. ne elektrische).

Überleg Dir einfach die Dinge, die Dir wirklich wichtig sind und NICHT zur Diskussion stehen und die Situationen, wo Du nachgiebiger sein kannst. Und dann schön konsequent bleiben :-)

LG, Stefanie

Beitrag von sunflower.1976 18.05.11 - 21:27 Uhr

Hallo!

Du hast ja schon tolle Tipps bekommen!

Dieses Überdenken, welche Regeln in der eigenen Familie wirklich wichtig sind, ist aus meiner Sicht sehr relevant. Dann spart man eine Menge Energie, weil man nicht wegen jeder Kleinigkeit in Diskussionen, Streit und Machtkämpfe mit dem Kind gerät. Ist einem z.B. wichtig, dass das Kind abends das Zimmer (mit Hilfe) aufräumt, sollte man das durchziehen. aber man kann dann tagsüber auch mal im Vorbeigehen das ein oder andere Spielzeug selber wegräumen, ohne das Kind dafür herzurufen.

Zu unseren Regeln gehört z.B. auch, nichts von anderen absichtlich kaputt zu machen, sei es der Legoturm vom Bruder oder - wie in Deinem Beispiel - das Blumenbeet. Insgesamt versuche ich, meine Kinder ein Mal zu ermahnen (incl. kurzer Erklärung wenn nötig), beim zweiten Mal eine logische Konsequenz anzukündigen, die beim dritten Mal ohne viel Schimpferei ausgeführt wird. Würden meine Kinder also im Blumenbeet herumlaufen, würde ich sei erst ermahnen, beim zweiten Mal ankündigen, dass mein Kind dann erstmal ein paar Minuten bei mir bleiben muss um das Zertrampelte wieder mit einer kleinen Harke zu "reparieren". Rennt mein Kind wieder ins Beet, würde ich das durchziehen. Dabei würde ich ihm nochmal erklären, warum es das nicht darf und ankündigen, dass wir ins Haus gehen, wenn es nochmal drin rumrennt (unser Garten ist riesig, da muss niemand im Beet herumlaufen).

Zum Thema Zähne putzen... Das ist eins der wenigen Dinge, wo ich keinerlei Diskussionen zulasse. Ich putze meinen Kindern abends die Zähne gründlich, sie selber machen es morgens und mittags alleine (bei meinem kleinen Sohn putze ich kurz nach). Aber Theater beim Zähne putzen am Abend lasse ich nicht durchgehen und fange auch nicht an zu handeln. Klappt es auch spielerisch nicht (Liedchen dabei singen, Kind putzt vor, ich gründlich nach o.ä.), werden eben auch mal die Zähne mit Gebrüll seitens des Kindes geputzt. Solche Phasen waren bei beiden Kinder waren zum Glück bisher nur kurz und auch eher im Alter von knapp 2 Jahren.

Insgesamt versuche ich auch, meine Kinder im Haushalt einzubinden und mithelfen zu lassen. Je nach Alter und Interesse sieht diese "Hilfe" natürlich unterschiedlich aus und die Hausarbeit kann dadurch schon mal länger dauern. Aber wenn ich meinem kleinen Sohn z.B. bitte, mit die Kartoffeln zum schälen (einzeln) zu geben und sie anschließend in den Topf zu legen, macht ihm das Spaß. Zudem kommt er nicht aus Langeweile auf die Idee, irgendwelchen "Blödsinn" anzustellen. Das vermeidet auch Streit und meine Kinder fühlen sich "groß", weil sie schon helfen dürfen und irgendwann dadurch auch viel können.

Ach so...noch was, auch wenn der Text schon lang ist. Verbote versuche ich positiv zu formulieren, also "Bleib auf der Wiese!" oder "Ich möchte, dass Du auf der Wiese bleibst!" anstatt "Nein, du darfst nicht ins Beet laufen!". Zum einen klinkt das Gehirn (auch bei Erwachsenen) Wörter wie "nein" und "nicht" schnell aus und außerdem ist es für Kinder weniger frustrierend, wenn sie nicht dauernd "nein" hören. Sie bekommen eine klare Handlunsganweisung die sie vielleicht eher annehmen können, als ein offensichtliches Verbot.

LG Silvia

Beitrag von nelly85 19.05.11 - 14:15 Uhr

Wow, toller Beitrag ;-)

Beitrag von gini1 19.05.11 - 20:24 Uhr

Hi,

danke für eure Ideen.

Das mit den Ich-Botschaften werd ich mal ausprobieren.

Ich finde wir haben nicht viele Regeln, allerdings meint mein"Freundeskreis mit Kindern" das wir ganz schön streng sind.

Das Zähneputzen wird durchgezogen. Und unsere Konsequenzen auch. Aber ihn scheinen Sie nicht wirklich zu stören.

Ich versuch mal eure Ideen. Vielleicht bringt es mich ja etwas weiter.

Dankeschön!#danke

Liebe Grüße

Carola