was tun wenn Sohn haut???

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von elcheveri 18.05.11 - 19:42 Uhr

Hallo zusammen,
man ich werd jeden Tag ratloser.....unser Sohn (3j) geht seit Febr in den Kiga und ich bin mir auch bewußt das er sich dort das ein oder andere abschaut was man als Eltern nicht soo gern hat..

Seit ein zwei Wochen ist es so das er wenn Ihm etwas nicht passt,zB er etwas nicht sofort bekommt was er möchte oder man etwas sagt was er nicht hören mag auf mich zurennt,laut schreit und mich haut....
Ich schätze ich/wir haben alle Reaktionen durch,ignorieren,Ihm erklären das hauen nicht ok ist,das wir Ihn auch nicht hauen,Konsequenzen setzen....Ich hab Ihn auch schon einfach in den Arm genommen bis er sich wieder beruhigt hatte usw....

Heute saß er auf meinem Schoß und fing an, da hab ich Ihn runter genommen und gesagt das ich Ihn nicht auf meinem Schoß haben möchte wenn er mich haut....da hat er dann auf sein Puzzle eingehauen..welches ich Ihm dann weggenommen hab...
Man ich bin irgendwie verzweifelt,traurig,ratlos........ich seh ja das er in solchen momenten auch irgendwie verzweifelt ist und vielleicht gar nicht weiß was los ist aber ich stoße manchmal echt an meine Grenzen......muß man da einfach durch??? Wie geht Ihr damit um???
Lg

Beitrag von lisasimpson 18.05.11 - 20:10 Uhr

was darf er denn tun, wen ner wütend ist?

Er will dich hauen- du setzt ihn runter- er sucht eine alternative verhaltensmöglichkeit um seinen frust loszuwerden (das puzzel), du nimmst es weg..

mir fehlt bei der Geschichte das "statt dessen"- was tust du, was tut der papa, was ist bei euch in der Familie o.k.- wie darf ma nbei euch mit wut und frust umgehen?
sprich mit ihm, übe ein, was ihr tun könnt, wenn "frau wut" zu besuch ist und wie ihr sie wieder rauschmeißen könnt, übt verhaltensweisen ein, die er statt dessen machen kann (in ein kissen hauen, laut schreiben, mit dem füßen trampeln...)


Und diese "wir haben alles durch" verwirrt ein kind.
Wenn mich jemand haut, würde ich das niemals ignorieren- welche Bild vermittelst du deinem sohn damit? ganz abgesehen davon, daß ich damit doch überhaupt nicht mehr authentisch bin

lisasimpson

Beitrag von elcheveri 18.05.11 - 20:28 Uhr

lisasimpson.....
Deine Antworten sind immer nachvollziehbar trotzallem nicht einfach umzusetzen.....
Du hast recht,er braucht alternativen..die hab ich Ihm genommen.....mit ignorieren meinte ich das ich nicht sofort verbal reagiert habe....
Ich werde "üben" und mir immer wieder sagen müssen das seine Wut irgendwie raus muß und er ruhig schreien darf wenn Ihm danach ist..mache ich ja auch.......
Danke und lg

Beitrag von lisasimpson 18.05.11 - 20:56 Uhr

hi,hi- einfach ist ja auch langweilig.

Er muß ja nicht zwingend schreien, wenn dich das nervt.

Mich hat die "motzkuh" zwar nicht übezeugt, ist aber ein ganz nettes Buch, das man mit Kindern anschauen kann und welches eben dieses Gefühl "wut/ frust" externalisiert.
vielen Kindern hilft das, wenn sie so etwas greifbares haben, denn "wut" ist schon etwas sehr abstraktes.

Ich habe hier von eltern gelesen, die mit ihren kindern das spielchen hatten, die wut (die eben auch irgend eine Gestalt hatte) im klo runter zu spülen- find ich auch ganz witzig und meist lachen kinder schon beim gedanken daran (ist dann also manchmal gar nicht so schlimm, wenn grad kein klo vorhanden ist)
Ich erinnere mich an einen ca 10 jährigen Jungen, den ich betreut habe- war der schlecht drauf, konnte er sich da sehr schnel lreinsteigern und dann war "polen offen". Abe man sah ihm das schon ganz gut an, wenn es ihn "überkam". Ich habe mit ihm besprochen, daß ich denke, daß ihm in diesem moment ein bißchen was lustiges fehlen würde und ich ihn jedes mal auffordern würde zu hüpfen und sich drei mal im kreis zu drehen ,wenn ich merke, daß er "schlecht drauf" sei.
er war damit einverstanden und es lief super. viele wutanfälle haben wir so schon im vorfeld abgeblockt, denn bei "hüfpen und dreimal im kreise drehen" mußten wir beide schon lachen, ehe ich es ganz ausgesprochen hatte- das hat viele Situationen entspannt und entschärft- über das, was ihn wütend macht kann man ja dennoch sprechen



lisasimpson

Beitrag von zahnweh 18.05.11 - 23:28 Uhr

Hallo,

meine versucht das auch ab und zu wieder. Vor allem dann, wenn ihr die Worte ausgehen (wird immer seltener, weil ihr Sprachschatz wächst).


Was hilft?

1. selbst #cool bleiben
2. Hände/Beine festhalten.
3. so abwarten.
4.Blickkontakt halten oder versuchen aufzunehmen
5. Dabei #cool bleiben. Nicht nervös werden, nicht viel reden bis gar nichts sagen. ... wenn, dann nur "das tut mir weh! Hör auf mich zu Hauen, dann lasse ich los (einhalten, aber bei wiederhauen wieder festhalten)
6. warten und #cool bleiben (überträgt sich :-). Innere Unruhe überträgt sich noch mehr #schwitz)
7. sie beruhigt sich laaaaaaaangsam
8. wenn sie Blickkontakt herstellt und hält, ruhig ansprechen
9. langsam loslassen
10. ernst nehmen und trösten, dass es bei dem Verbot bleibt, aber beim Verbot bleiben
- ich weiß, du bist jetzt wütend. ... je nach Beruhigszustand noch mal erklären
11. betonen dass Hauen/Treten gar nicht geht und weh tut.
12. das inzwischen ruhige evtl. noch schniefende Kind knuddeln und sich freuen, dass die Welt wieder in Ordnung ist (selbst tief durchatmen)

Je nachdem WO das ganze ist, auch mal aus dem Raum rausgehen, aber präsent bleiben. An gefährlichen Orten dabei bleiben oder an einen ungefährlichen Ort tragen (mitten auf der Straße, Treppen usw.) #schwitz


Wichtig: sich selbst überlegen, was geht und was ist verboten!
Alternativen zum Wutausdruck geben.

Bei uns ist fest verboten:
- Hauen, treten, beißen, kratzen, schubsen, zwicken, Sachen schmeißen

nur bei mir erlaubt, bei sonst niemandem
- fest in die Oberarme krallen/packen

erlaubt
- schreien, brüllen, weinen, mit dem Fuß aufstampfen, knurren, Gesichtsmimik ausprobieren

Beitrag von locke1910 19.05.11 - 06:22 Uhr

**gg**eine Ergänzung: Wir haben ein sehr großes, festes Kissen - wenn die Wut einfach nicht wegwill, dann dürfen sie das "verhauen", also darauf herumtrommeln...
Alles andere mache ich auch ähnlich wie Du, und meistens hilft es, schon bevor sie sich in die Wut reinsteigern, die Notbremse zu ziehen und sie zb zu trennen#pro
Aber sie lernen in dem Alter ja erst, mit ihrer Wut umzugehen; oft genug erschreckt es sie selber, WIE sehr es sie packt...

Beitrag von dodo0405 19.05.11 - 08:45 Uhr

Hauen ist immer ein Ausweg, wenn man sich selbst nicht mehr zu helfen weiß.
Kinder lernen erst, mit ihren Gefühlen umzugehen, ich denke, nicht mal im Erwachsenenalter beherrschen wir das zu 100 %.

Er haut, weil er keine Alternative sieht.
Das wird meist besser, wenn die sprachliche Entwicklung besser wird. Na gut, meine Tochter sagt seit einigen Tagen "Scheißdreck", wenn sie sich ganz furchtbar ärgert und wütend ist. #schwitz

Ich würde für ihn einfach eine Alternative suchen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen.

lg