"Guten Tag sagen" 5jähriger

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von babymum 19.05.11 - 11:01 Uhr

Hallo,
ich hätte gerne mal eure Meinung zu unserem Höflichkeitsproblem bei Leon, 5 1/2 Jahre.
Leon ist etwas schüchtern und zurückhaltend,Fremden gegenüber sowieso, aber auch bei Oma,Opa und Co ist er anfangs zurückhaltend. Er kann aber auch ganz anders :-))
Nun bekomme ich es ihm einfach nicht angewöhnt,dass er anderen Hallo sagt,das tut er nur,wenn ihm gerade der Kopf danach ist. Ich habe natürlich schon von Kleinauf versucht,ihm dieses beizubringen,nicht erst jetzt.
Mein Freund und ich sind beide herzliche Menschen,wir leben es ihm also nicht vor,dass man seine Mitmenschen nicht begrüßt.

Leon ist auch sonst sehr dickköpfig,gehorcht oft nicht usw. so dass wir auch oft streng sein müssen,er erlebt Konsequenzen,Regeln,Verbote usw.

Aber ich kann ihn doch nicht dafür bestrafen,wenn er mal wieder nicht "Hallo" gesagt hat!?

Es gibt aber immer wieder viele Menschen,die sein Verhalten beleidigt/kränkt.

Wer hat hier einen Rat für mich?

LG Babymum

Beitrag von lisasimpson 19.05.11 - 11:11 Uhr

"Leon ist auch sonst sehr dickköpfig,gehorcht oft nicht usw. so dass wir auch oft streng sein müssen,er erlebt Konsequenzen,Regeln,Verbote usw.

Aber ich kann ihn doch nicht dafür bestrafen,wenn er mal wieder nicht "Hallo" gesagt hat!?"

na dann hat er wohl ein ventil gefunden, um seine individualtität und abgrenzung zu den eltern zu verdeutlichen ohne große sanktionen erwarten zu müssen

viel spaß damit ,wen ner in der pubertät noch mehr davon entdeckt, was ihr ihm nicht "austreiben" könnt

lisasimpson

p.s. konstruktives zum Beitrag:
Höflichkeitsformen/ normen einer Gesellschaft werden durch abschauen erlernt, sie werden immer wieder im laufe des lebens hinterfragt und verändern sich mit der zeit.
Dein Sohn wird sich diese ganz von alleine aneignen, wenn ihr aufhört druck auszuüben und er es als angenehmes miteinander erlebt, was es ja auch sein sollte...

Beitrag von ayshe 19.05.11 - 13:07 Uhr

#pro

Beitrag von babymum 19.05.11 - 14:40 Uhr

Naja,mit Abgrenzung gegenüber der Eltern hat das in unserem Falle aber nichts zu tun,denn Leon ist eigentlich sehr anhänglich,wenn er nicht gerade wütend oder bockig ist.
Und ein angenehmes und liebevolles Miteinander gibt es in unserer Familie schon.

Beitrag von lisasimpson 19.05.11 - 14:42 Uhr

das hier hört sich aber anders an

"Leon ist auch sonst sehr dickköpfig,gehorcht oft nicht usw. so dass wir auch oft streng sein müssen,er erlebt Konsequenzen,Regeln,Verbote usw. "

lisasimpson

Beitrag von heiho 20.05.11 - 13:30 Uhr

Egal, wie ihr mit eurem Kind umgeht, es wird euch alles verzeihen, denn ihr seid die Eltern. Die Vorstellung, dass Kinder ihre Eltern nur dann lieben (oder um ihre Zuneigung kämpfen), wnen diese nett zu ihnen sind, ist nicht haltbar.

Beitrag von sillysilly 19.05.11 - 11:13 Uhr

Hallo

ab Vorschulalter lege ich viel Wert auf ein "Hallo" und eine Verabschiedung.
Bestehe da auch drauf - aber nur auf sprachliches Hallo - zum Hand geben überrede ich niemanden

Meine erste Tochter grenzt sich auch eher ab und sagt nur ungern Hallo - bzw. zu manchen Personen -
mir ist es aber wichtig, daß sie auch lernt über den Schatten zu springen
und eben geraden Menschen die eine Rolle in unserem Leben zu begrüßen und zu verabschieden

wenn sie es nicht macht - passiert nichts im Sinne von Strafe ...... aber ich zeige ihr immer wieder, daß ich darauf Wert lege


für mich hört sich das bei Dir eher nach einem Machtkampf an - er will nicht ........ dann muß er auch nicht .......



Wenn du mit den Menschen gut auskommst, würde ich mal ausprobieren, was passiert wenn sie deinen Sohn auch nicht Begrüßen oder Ansprechen ... sondern erstmal gar nicht "Sehen" ........... das wird er auch komisch finden, und dann kann man eben darauf einsteigen und sagen, daß es für die anderen Menschen auch komisch ist .........



grüße Silly

Beitrag von marion2 19.05.11 - 11:30 Uhr

Hallo,

du schreibst über deinen Sohn wie über ein zwei- bis dreijähriges Kind in der Trotzphase. Er ist groß, behandel ihn auch so.

Versuchs mit weniger Verboten und mehr Freiraum. Dann klappts auch mit dem "Hallo".

"Es gibt aber immer wieder viele Menschen,die sein Verhalten beleidigt/kränkt."

Die haben dann Pech. Erwachsene sollten gelernt haben, damit umzugehen, dass andere Menschen ihren Erwartungen nicht immer entsprechen.

Gruß Marion

Beitrag von juniorette 19.05.11 - 12:14 Uhr

Hallo,

mein Sohn ist ähnlich, was Schüchternheit und Dickkopf betrifft.

Meine Meinung dazu?
Eltern, die vehement auf ihr Kind einreden "nun sag doch endlich mal 'Hallo'" sind für Außenstehende doch unangenehmer als ein Kind, das einfach nicht "Hallo" sagt.

Natürlich wirke ich auch auf meinen Sohn ein, dass er andere grüßt, aber ich habe es mir abgewöhnt, ihn vor anderen dazu aufzufordern. Mein Sohn gerät dann nur unter Druck und der, den er grüßen soll, steht auch doof da, weil er eben explizit nicht gegrüßt wird.

Ein nicht grüßen-wollendes Kind ignoriert man am besten. Gerade schüchterne Kinder (bzw. Kinder, die aus Schüchternheit nicht grüßen) sind ohnehin froh, wenn sie ignoriert werden.
Wenn mein Sohn nicht ignoriert werden will, ist er übrigens zu einem "Hallo" in der Lage, egal ob er die Person sehr gut oder nur flüchtig kennt.

"Es gibt aber immer wieder viele Menschen,die sein Verhalten beleidigt/kränkt. "

Das ist aber das Problem dieser Menschen und nicht das Problem deines Sohnes.
Menschen mit halbwegs Verstand sollten erkennen, dass Schüchternheit der Grund für das Nicht-Grüßen deines Sohnes ist und es erstmal hinnehmen.

LG,
J.

Beitrag von ayshe 19.05.11 - 13:12 Uhr

##
Eltern, die vehement auf ihr Kind einreden "nun sag doch endlich mal 'Hallo'" sind für Außenstehende doch unangenehmer als ein Kind, das einfach nicht "Hallo" sagt.
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#rofl Ja, das empfinde ich auch so.


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Ein nicht grüßen-wollendes Kind ignoriert man am besten. Gerade schüchterne Kinder (bzw. Kinder, die aus Schüchternheit nicht grüßen) sind ohnehin froh, wenn sie ignoriert werden.
Wenn mein Sohn nicht ignoriert werden will, ist er übrigens zu einem "Hallo" in der Lage, egal ob er die Person sehr gut oder nur flüchtig kennt.
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#pro Unterschreibe ich voll!
Meine Tochter hat dann einfach nur gelächelt, dann auch mal genickt und "Hallo" kam dann auch.


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"Es gibt aber immer wieder viele Menschen,die sein Verhalten beleidigt/kränkt. "

Das ist aber das Problem dieser Menschen und nicht das Problem deines Sohnes.
Menschen mit halbwegs Verstand sollten erkennen, dass Schüchternheit der Grund für das Nicht-Grüßen deines Sohnes ist und es erstmal hinnehmen.
##
#pro
Und hier sollte man auch zu seinem Kind stehen, ihm den Rücken stärken und sich nicht von ihm abwenden und zu den "Fremden" stehen.

Beitrag von juniorette 19.05.11 - 13:35 Uhr

Ach Ayshe, manchmal ist es mir schon peinlich, wenn ein Nachbar, der sich um meinen Sohn bemüht, von ihm angeschwiegen wird bzw. sogar mit Verstecken hinter mir reagiert wird #schmoll

Denselben Nachbar labert er bei der nächsten Gelegenheit ohne Scheu in Grund und Boden - schon schwer dann für Außenstehende auf die Idee zu kommen, dass mein Sohn schüchtern ist.

Aber erzwingen kann man es halt nicht, das macht die Situation nur noch peinlicher für alle Beteiligten. Da hilft nur, dass mein Sohn merkt, was er von seinem Verhalten hat (die einen lächeln verständnisvoll, die anderen ignorieren ihn dann).

Beitrag von ayshe 19.05.11 - 13:55 Uhr

Also mir war das nie peinlich.

Verstecken kenne ich auch.
Und als meine Tochter noch jünger war, brauchte sie sogar um meine Eltern zu begrüßen bzw. versteckte sie sich erst in ihrem Zimmer, wnn sie zu Besuch kamen.
Meine Eltern haben das voll akzeptiert und kannten es schon von mir #cool

Vllt habe ich das so übernommen, meine Mutter sagt immer, man sol sie in Ruhe lassen, irgendwann kommt sie schon selber und so war es ja auch.

Aber die eigenen Großeltern nichtmal begrüßen, ist schon hart ;-)



Versteht der Nachbar das denn?
Ich finde, es kommt auch so sehr auf die Verfassung eines Kindes an.
Ist es ein bißchen müde oder hungrig, geht doch schon nichts mehr.


##Da hilft nur, dass mein Sohn merkt, was er von seinem Verhalten hat (die einen lächeln verständnisvoll, die anderen ignorieren ihn dann).
##
Meine Tochter wollte auch gar nicht beachtet werden ;-)

Beitrag von juniorette 19.05.11 - 14:25 Uhr

"Versteht der Nachbar das denn? "

Ich sage dann meistens recht verlegen, dass er halt gerade schüchtern ist - klingt besser als "der hat gerade keinen Bock auf dich" #schwitz
(mein Sohn ist generell schon schüchtern, aber oft ist es halt auch Dickkopf)

"Ich finde, es kommt auch so sehr auf die Verfassung eines Kindes an.
Ist es ein bißchen müde oder hungrig, geht doch schon nichts mehr. "

Klar, das stimmt natürlich.

"Meine Tochter wollte auch gar nicht beachtet werden "

Ja sicher, mein Sohn will dann ja auch nicht beachtet werden. Aber irgendwann könnte es ihm ja mal passieren, dass er jemanden fröhlich "Hallo" sagt und derjenige sehr distanziert reagiert, und mein Sohn darüber enttäuscht ist. Das meine ich "er wird schon merken, was er davon hat". Manche Sachen kann man nicht mit Worten erklären, die Kinder müssen selber merken, dass ihr Verhalten in der Öffentlichkeit entsprechende Reaktionen hervorruft.

Noch mache ich mir aber keine Sorgen, dass mein Sohn das Grüßen aus Höflichkeit nicht lernt ;-)

Beitrag von ayshe 19.05.11 - 18:36 Uhr

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a sicher, mein Sohn will dann ja auch nicht beachtet werden. Aber irgendwann könnte es ihm ja mal passieren, dass er jemanden fröhlich "Hallo" sagt und derjenige sehr distanziert reagiert, und mein Sohn darüber enttäuscht ist. Das meine ich "er wird schon merken, was er davon hat". Manche Sachen kann man nicht mit Worten erklären, die Kinder müssen selber merken, dass ihr Verhalten in der Öffentlichkeit entsprechende Reaktionen hervorruft.
##
Ach so meinst du das.

Ja, klar, sie werden auch mal selber eo ein Gegenüber haben.
Meine Tochter hat mich dann gefragt, was denn mit xy sei.
Ihr ist das schon so passiert, allerdings erst später.
und ich habe auch nur gesagt, vllt schüchtern oder einfach gar keine Lust auf ein gespräch.
schlimm fand sie es nicht.


##
Noch mache ich mir aber keine Sorgen, dass mein Sohn das Grüßen aus Höflichkeit nicht lernt
##
Habe ich auch nie, und e sist ja auch heute alles völlig anders.
Sie hat ganz einfach vom Gefühl her verstanden, daß es netter ist, feundlicher und deshalb macht sie es auch.

Beitrag von marysa1705 19.05.11 - 14:35 Uhr

Sehe ich auch so!

Beitrag von ayshe 19.05.11 - 13:12 Uhr

Ich würde ihn in Ruhe lassen.


Meine Tochter (7) hat früher auch nicht jeden gegrüßt.
Das kommt alles noch.

Beitrag von espirino 19.05.11 - 13:20 Uhr

Hallo,

tja, leider, leider erwartet vor allem die ältere Generation, daß ein Kind höfflich "Guten Tag" sagt und die Hand gibt.
Ich persönlich mochte es auch noch nie ständig irgendwem die Hand geben zu müssen, vor allem in der Familie finde ich es völlig unpassend. Ein stinknormales "Hallo" reicht vom Prinzip her völlig aus.

Da wir ja aber auch höflich erzogen worden sind mache ich das bei denen, dies erwarten. Ich verlange es aber von meinen Kindern nicht unbedingt. Wenn sie mit "Hallo" grüßen reicht mir das vollkommen. Wer die Hand von ihnen will muß sich selbst regen. Dieses ständige Ermahnen bringt überhaupt nichts. Ein Kind dauernd vorzuführen führt nur dazu, daß sie sich noch mehr sträuben.

Vielleicht redest du erstmal in deinem Familienkreis ein Wort dazu, daß sie bitte versuchen sollen nicht darauf zu bestehen. Es gibt sich von ganz allein, daß er weiß wen er zu grüßen hat und wie.

LG Jana

Beitrag von dominiksmami 19.05.11 - 14:46 Uhr

Huhu,

mein Rat?

Lasst ihn!

Grüßen, verabschieden etc. das lernt man durchs abschauen, das kommt irgendwann von ganz alleine!

Erwachsene Menschen die sich dadurch beleidigen bzw. kränken lassen das ein 5 jähriger nicht grüßt, sollten ihre Einstellung überdenken.

liebe Grüße

Andrea

Beitrag von bine3002 19.05.11 - 23:58 Uhr

Ich würde es auch statt Strafen mit Lob probieren.

Du schreibst: "das tut er nur,wenn ihm gerade der Kopf danach ist."
Genau dann solltest Du das lobend erwähnen. Vielleicht nicht unbedingt, wenn es gerade "passiert" ist, sondern in einer ruhigen Minute abends, wenn Ihr über den Tag sprecht. Oder im Auto (das ist der Ort, wo wir oft reden). Dann sagst Du sowas wie "Du Leon, weißt Du, was ich vorhin ganz ganz toll von dir fand? Dass Du XY 'Hallo' gesagt hast. Das vergisst Du ja manchmal, aber sowas finde ich ganz wichtig, weil wir ja immer versuchen, höflich miteinander umzugehen. Also das war wirklich super und ich würde mich freuen, wenn Du das immer machen würdest."

Außerdem würde ich mal so im normalen Leben darauf achten, wenn jemand nicht "Hallo" sagt und dann zu dem Kind sagen: "Als das war ja eine unhöfliche Person, die hat ja nicht mal 'Hallo' gesagt."

Versuch es mal. Meine Tochter ist dadurch ein richtiger kleiner "Höflichkeitsklugscheißer" geworden ;-) Nicht, dass sie Oma und Opa manchmal nicht auch bewusst "angrantet", aber das müssen die selbst mir ihr klären.