Einmischung ?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von fbl772 19.05.11 - 11:02 Uhr

Hallo,

ich hab mal eine Frage zu einer Situation und wie ihr das handhabt.

Mein Kleiner ist fast 3 Jahre alt. Folgende Situation:

Wir spielen zu dritt (Mama, Papa und unser Kleiner). Aus welchem Grund auch immer (z.B. Trotz) fängt der Kleine an den Papa irgendwie wehzutun (also z.B. im Spiel an der Nase ziehen und das dann immer mehr übertreiben, so dass es Papa wehtut). Ich sage da bislang ziemlich schnell was zu Theo, dass das nicht geht etc..
Mein Mann ist nun aber der Meinung, dass das von mir eine Einmischung wäre und er das mit dem Kleinen selbst alleine klären müsse und ich mich da komplett raushalten solle.

Seht ihr das auch so? Mir ist das nämlich gar nicht so bewußt. Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass unser Kleiner sehr auf mich fixiert ist (wenn ich anwesend bin :-) im Kiga überhaupt nicht)

VG
B

Beitrag von schwangeremama 19.05.11 - 11:08 Uhr

Hi,

ich kann dir mal berichten wie das bei mir läuft.

Also, wenn meine Kinder untereinander spielen und einer übermütig wird unf dem anderen weh tut, dann geh ich natürlich in die Situation und tröste denj einen und erkläre dem anderen dann,das er es ein wenig übertrieben hat. Derjenige der dann weh getan hat, sollte sich dann in einem ganzen Satz entschuldigen und dann können sie weiter spielen.


Wenn mein Freund und ich mit den Kindern spielen und übermütig werden und einem von uns weh tut, dann klärt das derjenige dem weh getan wurde. Sonst finde ich verlieren die Kinder den Respekt vor dem, dem weh getan wurde, frei nach dem Motto:

"Der kann sich ja gar nicht alleine wehren."


Liebe Grüße

Nadine

Beitrag von seepferdchen555 19.05.11 - 11:09 Uhr

Hallo, also ich spreche aus Erfahrung wenn ich sage, dass wir Frauen ( und besonders wir Mütter) dazu neigen, uns einzumischen und Dinge für andere zu klären. Das ist nicht böse gemeint. Aber ich kann verstehen dass das der Papa seinem Kleinen selbst sagen will. Versuch dich doch mal in seine Lage reinzuversetzen. Wie würdest du denn reagieren, wenn er das bei dir auch so machen würde. Sicher würdest du irgendwann auch mal sagen, dass du auch selbst nicht Mund hast. vielleicht möchte er das einfach auch nur anders handhaben wie du? Es ist seine Nase und er kann bestimmen ob er euren Kleinen was sagt oder nicht.
Und ich denke gerade in dem Alter hat man einfach noch kein Gefühl für Schmerzen die man jemand bereitet. Da sind die meisten Kinder grobmotorisch und grob. Klar kann man das sagen, aber viele Kinder steigern sich beim Spielen da so rein, is vergleichbar mit Welpen, die wissen auch noch nicht das Beissen wehtut.
LG

Beitrag von sillysilly 19.05.11 - 11:23 Uhr

Hallo

also das kommt doch auf euch an - wie ihr das wollt

wenn meine Kinder mit dem Papa aneinander geraten, mische ich mich in der Regel nicht ein - außer es ist z.B. eine besondere Situation wie totaler Wutanfall

Mein Mann kann das hervorragend alleine regeln, und ich bin eigentlich ganz froh, wenn ich mich das raus halten kann

Hier klärt jeder seine Situationen selbst
außer wir stecken zusammen in einer Situation, dann reden wir auch mal Beide auf das Kind ein

Grüße Silly

Beitrag von lisasimpson 19.05.11 - 11:24 Uhr

"Seht ihr das auch so? "

ja definitiv.
Und meine erfahrung zeigt, daß Kinder deshalb auf ihre mütter fixiert sind, weil diese auf ihre Kinder fixiert sind und dem Vater wenig möglichkeiten und spielraum lassen mit ihren kindern zu spielen. (was väter dann azu bringt kaum noch mit den kidner nzu spielen, da sie eben gezwugen werden "frauenspiele" zu spielen)

Mein man nspielt völlig anders als ich- ich würde mir nie an der nase ziehen lassen oder ähnliches- wenn meine jungs mit papa spielen geht es allerdigns wild her. mir grauts da jedes mal davor und ich verlasse meist den raum, weil ich jeden irgendwo gegen knallen sehen (vor meinem inneren auge:)
Aber: mein mann is ein erwachsener, verantwortungsbewußter papa, der merh ahnung davon hat, wie Jungs gerne spielen als ich jemals haben könnte- warum um alles in der welt ,sollte ich mich da einmischen?

lisasimpson

Beitrag von fbl772 19.05.11 - 11:37 Uhr

Liebe Antworterinnen,

ihr habt mir die Antwort gegeben, die ich als "intelligente" Frau mir eigentlich hätte selbst geben müssen - als Mama steht man beim eigenen Kind aber scheinbar doch manchmal auf dem berühmten Schlauch :-)

Deshalb lese ich hier auch so gern :-)

Ich wünsche allen einen tollen Tag (sei es nun als Vollzeitberufstätige wie ich oder als Vollzeit- oder Teilzeitmama zuhause :-))

VG
Bettina

Beitrag von lisasimpson 19.05.11 - 13:10 Uhr

hi,hi-
ja das Muttersein ist schon was eigenes:)
da sieht man oft den wald vor lauter bäumen nicht

laß die Jungs ihre kämpfe ausfechten und denk dir deine nteil dabei:)

lisasimpson

Beitrag von juniorette 19.05.11 - 12:02 Uhr

Hallo,

ich sehe das etwas anders.

Natürlich ist mein Mann in der Lage, sich ohne meine Hilfe durchzusetzen.

Aber wenn ich mit meinem Mann zusammensitze und sehe, dass unser Sohn meinem Mann weh tut, dann nervt es mich zum einen, zum anderen habe ich die Befürchtung, dass Sohnemann meint, dass meine Schmerzgrenze ähnlich hoch ist wie bei meinem Mann.

Außerdem beeindruckt es unseren Sohn deutlich mehr, wenn wir beide (also mein Mann und ich) was sagen.

Umgekehrt bin ich dankbar, wenn mein Mann mich dabei unterstützt, wenn mein Sohn mir weh tut o.ä.

Wenn mein Mann ohne mich mit unserem Sohn spielt, mische ich mich natürlich nicht ein, auch wenn ich irgendwas mitkriege.

Unser Sohn ist zur Zeit übrigens sehr auf meinen Mann fixiert.

LG,
J.

Beitrag von bambolina 19.05.11 - 13:21 Uhr

Finde ich auch, es ist deinem Mann seine Sache, sich gegen sein Kind zur Wehr zu setzen wenn es ihm weh tut.

Sollte er es allerdings nicht machen würde ich unter 4 Augen mit meinem Mann reden

lg bambolina

Beitrag von sarahg0709 19.05.11 - 13:24 Uhr

Hallo,

ich bin der Meinung, dann muss Dein Mann etwas sagen. Wenn es ihn nicht stört, ist das seine Sache.


LG

Beitrag von zahnweh 19.05.11 - 21:50 Uhr

Hallo,

wenn es dem Papa weh tut, sollte ER auch etwas dazu sagen (können).

1. ER ist derjenige der Schmerzen hat
2. Euer Kind sollte auch lernen, dass Papa auch was zu sagen hat (kann er aber nur, wenn Papa die Möglichkeit hat, sich dazu SELBST zu äußern)
3. wenn Papa nicht grade vor Schmerzen aufbrüllt, sieht es für Außenstehende manchmal wirklich so aus, als täte es weh, dabei tut es gar nicht weh
4. grade wenn es von außen nicht eindeutig zu unterscheiden ist, ob es NOCH Spiel ist oder SCHON Verletzung, ist es wichtig, dass die betroffene Person sich klar dazu äußert. Die Grenze steckt und diese dann auch eingehalten wird.

Einmischen würde ich mich allerdings dann, wenn die betroffene Person gar keine Grenzen setzt oder nur #bla und gar nix macht. Kind macht weiter.

Ich mache es meist so:
- bei engen Bezugspersonen, die in der Lage sind "nein" zu sagen oder direkt zu reagieren, wenn sie etwas nicht möchten, dann lass ich sie auch mal machen

ich greife nur ein, wenn
- die Reaktion der anderen Person zu heftig ist oder ich mein Kind in Gefahr sehe
- die andere Person nur #bla und nichts macht. Sich aber beschwert, dass die Grenze überschritten wird. Allerdings nicht beim ersten Mal, sondern wenn es immer so ist. ... allerdings hat meine schon längst raus, dass diese Person NIE etwas macht und nutzt ihre Narrenfreiheit voll aus. Wenn es also zu ihrem eigenen Schutz oder dem Schutz dieser Person dient, greife ich ein. So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Lasse die beiden auch nicht mal kurz alleine, weil ich weiß, dass mein Kind das sofort ausnutzt und die Person hoffnungslos überfordert ist.
Lernchancen und einfach mal die beiden machen lassen und nur beobachten gab es genug.


Da der Papa schon von selbst gesagt und wahrgenommen hat, dass ER SELBST reagieren möchte, scheint er auch dazu bereit zu sein. Lass die beiden einfach mal machen. Gehe in der Zeit kurz zur Toilette oder ein Glas Wasser trinken. Das entspannt DICH, euer Sohn kann sich auf Papas Reaktion konzentrieren.

So mache ich es, wenn ich jemandem vertraue, mein Kind denjenigen gut kennt. Dann wenn ICH die Situation anders machen würde, viel früher die Grenze gesteckt hätte oder anders, aber auch merke, die beiden kommen gut miteinander und der Situation klar. Meistens höre sie noch während des Wasser trinkens schon wieder lachen. Nachdem der/die Erwachsene, das "Spiel" gelenkt, beendet oder unterbrochen hat.

Beitrag von fbl772 20.05.11 - 09:53 Uhr

Hallo Zahnweh,

ja, ich glaube bei uns ist gerade Punkt 2) sehr wichtig ... da unser Kleiner grundsätzlich immer ganz empört zu mir kommt, wenn Papa was verboten hat mit der Aufforderung an mich, Papa die "Meinung zu geigen" #nanana - umgekehrt nie.

Also noch mal lieben Dank an alle Antworterinnen!

VG
Bettina

Beitrag von binecz 20.05.11 - 13:52 Uhr

Ich finde dein Mann hat da absolut Recht. Er ist der Vater und ein erwachsener Mensch.
1. dein Sohn kann ruhig auch merke das jeder Mensch anders ist. Was deinen Mann vielleicht noch nicht stört oder weh tut, darf er bei dir nicht machen. Das ist ja einer der Vorteile daran nicht allein erziehend zu sein. Das Kind lernt in sekundenschnelle sich auf andere Menschen einzustellen. Lass das ruhig zu :-)

2. dein Sohn muss merken das dein Mann sich durchsetzen KANN und es auch TUT. Dann hat dein Mann es viel leichter wenn die Zwei mal alleine losziehen.

3. ist es nicht schön das du dich einfach mal entspannen kannst und völlig aus der Verantwortung nehmen wenn du zu deinem Mann sagst "bitte kümmer du dich um Theo". Wir Vollblutmütter neigen dazu in der Zeit immer ein Auge auf die Situation zu haben. Ich gewöhne mir das gerade ab und wenn mein Mann auf die Lütte aufpaßt verziehe ich mich mit #hund, #pc oder Buch ;-)

Beitrag von fbl772 20.05.11 - 15:25 Uhr

Ja, ich habe es erkannt und werde mich jetzt zurückhalten.

Von Nr. 3 träume ich zur Zeit eher noch, da Theo eigentlich am liebsten den restlichen Tag (wenn er nach der Krippe zuhause ist) und das Wochenende mit Mama zusammen ist. Es wird ständig gefragt, was Mama gerade macht ....
Er liebt übrigens die Krippe und eben MAAAAAMAAAAA :-)

Ich bin auch eigentlich extremst entspannt - ich wäre aber noch entspannter, wenn ich herausfinden würde, wo mein Sohn an meinem Bein das Klettband angebracht hat :-)

LG
B

Beitrag von binecz 20.05.11 - 20:59 Uhr

#rofl#rofl#rofl
Da bin ich dir voraus, meine ist erst 9Monate und ich übe schon :-p
Und wer weiß, wenn du dich bald komplett aus den Spielen von Vater und Sohn raushälst, dann findet Theo es bald ganz toll auch mal was mit Papa alleine zu machen. Und dann heißt es
Kindergarten
Mama
(Pause *gg*)
Papaaaaaa ;-)

P.S. schön das du geantwrotet hast, ist ja hier nicht immer selbstverständlich das man Antwort bekommt #blume

Beitrag von ficus 23.05.11 - 01:28 Uhr

Hallo,
wir hatten auch mal eine Situation, in der unsere Tochter meinen Mann etwas hart anging, mein Mann dies allerdings eher als Spiel und Balgerei ansah. Allerdings lernt ein Kind in solchen Situationen auch Dinge, die es vielleicht mit anderen gleichaltrigen Kindern in der Kita nachspielen möchte und dann ist das Geschrei groß.
Ich finde, ein Papa muss auch die Einsicht haben, was darf das Kind generell machen und was sollte das Kind erst gar nicht bei mir lernen.
In der Kita beispielsweise gab es eine Phase, in der die Kinder sich untereinander sehr wehgetan haben - zwicken, zwacken, beißen etc.
Das ging einige Wochen so und dann wurden auch alle Eltern dazu aufgerufen, z.B. auch ein liebevolles Zwacken oder beißen zuhause sein zu lassen. Kinder können nicht unbedingt zwischen einem liebevollen Zwacken und das Zwacken eines anderen Kindes unterscheiden und das sollten auch die Eltern zuhause beachten und beherzigen.
Wenn euer Sohn den Papa ersichtlich stark in die Nase kneift und beide Beteiligten dies lustig finden, dann bin ich nicht der Meinung, dass du dich nicht einmischen solltest. Du solltest deinem Mann klar machen, dass euer Sohn lernen muss, anderen eben nicht weh zu tun und das fängt insbesondere auch zuhause an.
vG

Beitrag von fbl772 23.05.11 - 11:48 Uhr

Ja, da hast du natürlich auch Recht. So weit soll es dann auch nicht gehen.

Aus diesem Grund haben wir uns für zuhause auch drauf verständigt, dass auch wir die Grenzen unseres Kleinen beachten (das ist auch ziemlich wichtig), wenn er im Spiel "nein, aufhören" ruft. Das macht er in der Krippe selbst auch ziemlich gut, ist nur gefrustet, wenn die anderen das nicht "verstehen" wollen - insbesondere die Kleineren natürlich, die noch nicht so gut sprechen ... :-)

Bei uns war es so, dass ich meinem Mann quasi gar nicht so richtig die Möglichkeit zur Reaktion gegeben habe sondern ich habe sofort reagiert und das ist auch nicht gut.
VG
B

Beitrag von ficus 23.05.11 - 13:19 Uhr

hm, da fühlen sich die Männer dann gleich abgestempelt (das Kind gehört mir [Mama] und du [Papa] hast nichts zu melden) und das kann ich dann auch wieder nachvollziehen. Anderseits kann ich aber auch verstehen, dass du nicht wolltest, dass euer Kind deinem Mann wehtut, du ihn also auch in Schutz nehmen wolltest (obwohl er schon erwachsen ist). Hat er darüber schonmal nachgedacht?

Uns hat das Beißen in der Kita auch zum Nachdenken gebracht und Dinge, die wir vorher bei einer Balgerei durchgehen lassen haben - insbesondere mit dem Papa - lassen wir nun nicht mehr durchgehen, weil Kinder eben sowas sehr schnell abschauen und dann in der Kita bei anderen Kindern umsetzen wollen.