Beim laufen darf man helfen oder?

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Beitrag von espirino 19.05.11 - 14:10 Uhr

Hallo,

also das interessiert mich jetzt echt. Bzw. frag ich mich das schon seit geraumer Zeit, wenn ich das immer mit dem Hinsetzen lese.

Man soll die Minis nicht hinsetzen solange sie es selbst nicht können, um die Wirbelsäule nicht zu sehr zu belasten, richtig?
Jetzt übt mein Sohn seit ca. 2 Wochen das Laufen, allein ihm fehlt das Gleichgewicht noch und - ja, logisch, da nehm ich ihn an den Händen und wir laufen zusammen auch wenn das auf Kosten meiner Bandscheiben geht. Und obwohl sein Gleichgewichtssinn in diesem Sinne ja noch nicht richtig funktioniert...

Das darf man aber oder? Ich meine ohne irgendwas zu schädigen? Würde ich ihn laufen lassen, läge er aller zwei Schritte auf der Nase und wäre ganz schnell ganz dolle frustriert, bzw. hätte schlimm Aua. Wie ein kleiner Lemming #schock

LG Jana

Beitrag von jumarie1982 19.05.11 - 14:16 Uhr

Huhu!

Nein, man sollte nicht an den Händen laufen lassen.
Wenn du meinst, er braucht es, wäre ein Lauflernwagen eine Alternative. Also so ein Teil, was er vor sich herschieben kann.
Es tut aber auch ne leere Wasserkiste oder ein Windelkarton ;-)

LG
Jumarie

Beitrag von espirino 19.05.11 - 14:20 Uhr

Echt? Wieso?

Beitrag von jumarie1982 19.05.11 - 14:25 Uhr

Weil die Kinder wie bei allem anderen auch dabei etwas machen, was sie ohne aktive Hilfe nicht schaffen würden.
Die Arme werden nach oben gehalten beim Laufen, etwas Gewicht weg genommen, das Kind muss nicht alleine ausgleichen, wenn es kippelt, es setzt vielleicht die Füsse falsch auf, etc etc.

Wie gesagt, jeder hat doch so viele Sachen im Haushalt, die als Laufhilfe dienen können...da hat er es ganz schnell raus! #pro

Beitrag von espirino 19.05.11 - 14:30 Uhr

Na da versuch ich das mal mit der Wasserkiste, weil wir keinen Lauflernwagen haben. Wobei er sich ja daran dann auch stützt und hält #kratz

Beitrag von jumarie1982 19.05.11 - 14:45 Uhr

Ja genau, aber auf einer ganz anderen Höhe und AUS EIGENER KRAFT!

Beitrag von hustinetten 19.05.11 - 14:36 Uhr

Weil es ein ganz anderes "laufen" ist. Vergleich mal die Körperhaltung der Kinder. Die Kinder lernen so NICHT sich selbst auszubalancieren, guck dir mal die Kinder auf dem Spielplatz an, wenn du ein bisschen beobachtest, siehst du genau, welche Kinder an den Händen laufen gelernt haben, sobald sie unsicher werden, reißen sie die Arme nach oben, weil sie glauben, sie würden so aufgefangen, Kinder, die selbst laufen lernen durften, strecken die Hände nach vorne und landen auf den Händen und nicht auf der Nase.

Viele Eltern bücken sich auch kaum dabei, sodass die Kinder immer nur auf den Zehenspitzen tippeln und die kleinen Ärmchen und Gelenke auch sehr viel vom Körpergewicht tragen müssen, wozu sie gar nicht ausgelegt sind.
Kennst du diese Klettergerüste mit den Sprossen, an denen man hangeln kann? Häng dich da mal ne halbe Stunde dran und überleg mal, wie unangenehm das ist.

lg

Beitrag von dominiksmami 19.05.11 - 15:28 Uhr

Huhu,

Laura übt auch fleissig laufen...am Sofa entlang, am Tisch entlang, an allem was erreichbar ist entlang und ab und zu auch mit ihrem Lauflernwagen.

Sind wir draussen dann helfe ich hier auch mal, aber ich bücke mich sowas das sie die Hand nach VORNE halten muß und definitiv nicht nach oben und vor allem bekommt sie von mir nur eine Hand damit sie selber noch ein wenig ausbalancieren muß.

Ich denke für uns stimmt die Mischung so.

lg

Andrea

Beitrag von elistra 19.05.11 - 18:39 Uhr

ich mache es nicht, entweder das kind lernt es selbst oder es lernt es eben erst später. ist mein motto, ich kletter aber auch auf dem spielplatz nicht hinter dem kind her durchs klettergerüst.

beim laufen an der hand, hat man halt die problematik, das das kind mit erhobenen händen laufen muss. es lernt also nicht das gleichgewicht zu halten, normalweise hängen die arme ja runter beim gehen und zeigen nicht nach oben wie bei nem ertappten bandit.

also ich würde es lassen und das kind es selbst tun lassen. wobei ich mir gut vorstellen kann, das es das kind nun frustriert, wenn man auf einmal die hilfestellung nicht mehr gibt. das wäre aber ja nicht so, würde man gar nicht erst helfen. ich glaube nicht das kinder frustriert sind und aufgeben, wenn sie etwas nicht auf anhieb können. es gehört doch zur natürlichen entwicklung alles immer und immer wieder zu wiederholen. nur muss man dem kind eben auch die gelegenheit lassen dies zu tun.

Beitrag von taewaka 19.05.11 - 21:39 Uhr

Meiner Meinung sind Kinder nicht aus Porzellan, zumindest nicht ihre Körper. Es wird also dem Körper garantiert nicht schaden, wenn du ihn mal an den Händen laufen lässt, andere Kulturen machen ganz andere körperliche Stimulationen mit ihren Babys, ...

Ich persönlich habe es jedoch nicht gemacht, da es mir enorm wichtig war, dass meine Kinder eigene, selbstbestimmte, eigenverantwortliche körperliche Erfahrungen sammeln. D.h. ich habe die Umgebung eher so gestaltet, dass sie sich frei entfalten konnten, einen Hocker durch die Gegend schieben konnten und sich daran fest halten konnten, den Hochstuhl alleine erklimmen durften, etc. pp. Anstatt sie eine körperliche Position zu bringen, die sie selbst nicht erreicht hätten und folglich auch nicht eigenständig händeln können.
Ein Baby lernt entsprechend seiner motorischen Entwicklung, verschiedene Dinge, Gleichgewicht, Tiefenverhältnisse, Abrolltechniken, etc. pp.

Nein, ich habe meine Kinder NIE ... o.k. das Großkind 1x ... an den Händen laufen lassen und ich finde es total richtig und wichtig und war unglaublich stolz, auf meine motorisch sehr eigenständigen und bodennahen Kinder ... das eine Kind lief mit 12 Monaten frei und ständig ... das andere Kind mit 11 Monaten ... mit 9 Monaten wären beide Kinder gerne an den Händen gelaufen ... bestimmt, so mussten sie sich damit begnügen zu krabbeln, zu hangeln, zu klettern, etc. und das war gut so.

Ein Kind braucht keine Förderung, es braucht ein angemessenes Umfeld und Raum zur Entfaltung, dann passieren diese anlagebedingten Entwicklungsschritte wie von selbst, im individuellen Tempo.

LG