Jugendlicher und Einwilligung zu einer OP

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von stormkite 19.05.11 - 16:41 Uhr

Liebe Urbianer,

mein Sohn, 15, hat eine kleine OP vor sich. Medizinisch ist sie notwendig - es handelt sich um das Beseitigen einer starken Phimose.

Für diese OP gibt es verschiedene Techniken. Mein Sohn hat sich im Internet schlau gemacht, und sich für eine Methode erwärmt, bei der die Vorhaut nicht beschnitten wird. Nun waren wir im Krankenhaus zur Vorbesprechenung, der Arzt meint, es könnte sein, das sich diese Technik (da die Phimose sehr ausgeprägt ist) nicht anwenden lässt. Er müsste dann alternativ eine Teilbeschneidung vornehmen. Genau sagen kann man es aber erst während der OP.

Mein Sohn weigert sich, seine Zustimmung zu einer Teilbeschneidung zu geben. Der Arzt sagt: Ich versetze niemanden in eine Vollnarkose, um ihn dann evtl. wieder aufzuwecken, wenn sich rausstellt, das die geplante Methode nicht durchführbar ist. Entweder es besteht die Einwilligung, das notfalls auch mit der anderen Methode operiert werden darf, oder die OP kann nicht stattfinden.

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So - und jetzt? Wir versuchen natürlich erst mal, unseren Sohn zu überzeugen, das er auch in die andere Methode einwilligt.

Aber was wenn nicht? Wer entscheidet in so einem Fall? Das Kind? Die Eltern? Kann man einen 15-jährigen zu einer OP zwingen (eher nicht, oder?).

Wir könnten uns natürlich einfach aus der Verantwortung stehlen, und sagen: Wir warten, bis er 18 ist, dann ist er selber verantwortlich.

Nur: Bis dahin wird er sicher schon mal ein Mädel kennengelernt haben - und so, wie es jetzt aussieht, ist GV nicht möglich. Ich würde gerne vermeiden, das er die OP dann macht, wenn er "Druck" hat, sexuell aktiv zu werden. Ist zwar nur eine kleine OP, aber die Wundheilung macht natürlich etliche Monate Beschwerden. Nicht grad ideal für einen Teenager in Love ...

Irgendwelche Ideen?

Kite




Beitrag von harveypet 19.05.11 - 17:02 Uhr

wer von Euch ist der Erziehungsberechtigte??? Aus der Narkose aufwecken ...auf so ein eIdee kann ja nur ein Hormonbeutel von 15 kommen. Keine Ahung aber große Fresse1

Beitrag von nachwuchs2011 19.05.11 - 17:11 Uhr

Was bist Du denn fürn Depp? Lies doch erstmal den Text richtig, bevor Du so einen Stuss schreibst! #augen

Beitrag von harveypet 19.05.11 - 17:18 Uhr

der Arzt meint, es könnte sein, das sich diese Technik (da die Phimose sehr ausgeprägt ist) nicht anwenden lässt. Er müsste dann alternativ eine Teilbeschneidung vornehmen. Genau sagen kann man es aber erst während der OP.

Mein Sohn weigert sich, seine Zustimmung zu einer Teilbeschneidung zu geben.

er weigert sich seine Zustimmung zu geben??? Wer ist hier der Depp?? Das Jungchen braucht gar keine Zustimmung zu geben denn dafür sind die Eltern da.

Beitrag von nachwuchs2011 19.05.11 - 17:28 Uhr

Hallo? Der Junge ist FÜNFZEHN! Was glaubst Du was passiert, wenn die Eltern dem Jungen gegen seinen Willen die Vorhaut wegschnibbeln lassen? Was ist, wenn er sich vielleicht ein Leben lang schämt? Du hast ja keine Ahnung, was das für die Psyche eines Teenagers bedeuten kann!

Du musst ja ein ganz toller Vater sein...#augen

Beitrag von alltagsphilosoph 19.05.11 - 21:34 Uhr

Ich würde mir doch ehr um die Beziehung zu seinen Eltern Sorgen machen, anstatt um seine Psyche.
Aber auch das ist ein Argument. ;-)

Beitrag von enni12 19.05.11 - 20:48 Uhr

Bei dir kommen selten mal konstruktive Ratschläge, oder?

#augen

Was sind wir alle stolz, dass Leute wie du perfekt, fehlerfrei und mit stets ungetrübtem Urteilsvermögen zur Welt kamen...

Beitrag von king.with.deckchair 19.05.11 - 21:33 Uhr

Trifft wohl auch auf dich zu, was?

Bei mir stand auch eine OP zur Debatte, bei der eine Ärztin versuchte, mich dazu zu erwärmen, einer Hysterektomie vorsorglich zuzustimmen, sollte der Operateur während der Laparoskopie zu der Ansicht gelangen, das wäre eine gute Idee.

Als ich nicht einwilligte, hieß es "OK, dann würden wir sie aufwachen lassen, falls wir etwas feststellen, damit sie anhand der Ergebnisse entscheiden können."

Beitrag von smart2012 18.01.12 - 12:57 Uhr

Ich könnt kotzen...

Beitrag von nachwuchs2011 19.05.11 - 17:17 Uhr

Also rein rechtlich betrachtet ist es natürlich schon Sache der Erziehungsberechtigten sowas zu entscheiden.

Ich kann aber gut verstehen, dass ihr das mit Eurem 15-jährigen Sohn gemeinsam klären wollt. Schließlich ist er ja auch kein Kind mehr und es geht ja um SEIN bestes Stück. Einem Jugendlichen sowas einfach aufzudrücken könnte auch psychische Schäden hinterlassen.

Ich frag jetzt auch nicht, warum ihr das nicht schon vor Jahren machen lassen habt, als er noch ein Kind war.

Erklärt ihm einfach, warum ihr es für sinnvoll erachtet, dass es gemacht wird - auch wenn es auf eine Teilbeschneidung hinaus läuft. Es gibt im Übrigen auch Vorteile einer (Teil-)Beschneidung. Vielleicht könnt ihr ihm auf diese Weise helfen eine Entscheidung zu treffen.

Beitrag von stormkite 19.05.11 - 19:36 Uhr

Na klar wäre es besser gewesen, wenn das schon vor 10 Jahren gemacht worden wäre. Nur - so blöd das klingt - ich wusste es nicht, mein Sohn ist vor einigen Wochen selber drauf gekommen, das was nicht stimmt. Jetzt haben wir den Salat.

Und ich bin mir nicht mal sicher, ob wir als Eltern überhaupt das das uneingeschränkte RECHT haben, so eine OP einfach anzuordnen - in seinem Alter? Der umgekehrte Fall wäre klar: Wenn er ein Piercing oder Tattoo will, kann ich das untersagen. Oder wenn es um eine Entscheidung nach einem Unfall oder so gehen würde ... da wäre ich auf jeden Fall zuständig.

Einerseits ist er eben durchaus schon fähig, sich selber zu informieren und eine eigene Willensbildung zu haben - andererseits ist seine Urteilsfähigleit eben auch immer noch nicht das eines Erwachsenen. Und es handelt sich nun auch so ziemlich um den intimsten Teil.

Aber ich habe - zu mindestens gefühlt - die Pflicht dafür zu sorgen, dass dieses Problem erledigt wird, bevor er sexuell aktiv werden will.

Nur - es ist kaum möglich, einen Teenager, der partout nicht will, zu zwingen, ein Krankenhaus zu besuchen, und sich unters Messer zu legen - da müsste man schon Gewalt anwenden ... was das für das Vertrauensverhältnis und das zukünftige Zusammenleben bedeuten würde ... AAAARGH! Von möglichen seelischen Folgen für den zwangsweise verstümmelten jungen Mann will ich gar nicht erst reden ...

Kite

Beitrag von harveypet 19.05.11 - 19:45 Uhr

mach ihm klar das der einzige Unterschied zwischen beschnitten oder nicht darin liegt das er nach der Beschneidung nicht mehr Mütze-Glatze spielen kann.

Beitrag von locke1910 19.05.11 - 17:46 Uhr

redet noch mal in Ruhe mit ihm, unter Umständen auch noch mal mit einem zweiten Arzt...
Ich kann den Jungen verstehen; auch wenn man als Eltern WEIß, daß die vom Arzt vorgeschlagene Methode bestimmt die richtige ist - als junger Mensch ist man aber andererseits auch zu Selbstständigkeit und Selbstbestimmung erzogen worden und auf einmal erzählt einem da ein Weißkittel, wie er an mir rumschnippeln will...#klatsch
Würde wahrscheinlich auch erst mal Contra gehen...#sorry
Ich kann Euch nur raten, offen und ehrlich mit ihm zureden - und zwar unter Berücksichtigung, daß er sich letzten Endes weigern würde, diese OP machen zu lassen, wenn er das Gefühl hat, daß man seine Bedenken aussen vor läßt - Teenager können sehr stur sein, wenn sie sich übergangen fühlen...
Und es ist ein Eingriff am intimsten Teil seines Körpers; bei Mandel- oder Blinddarm-Op würde er wahrscheinlich nix sagen!
Nein, nehmt ihn ernst und zieht vielleicht noch einen zweiten Arzt hinzu, der IHM ganz klar die Optionen aufzeigt - unter Umständen ist er dann eher bereit, wenn er sich ernst genommen fühlt, diese Op nach den Maßgaben der Ärzte zu machen#liebdrueck

Beitrag von jazzbassist 19.05.11 - 20:24 Uhr

Da ich Ihnen mal unterstelle, dass Sie das Personensorgerecht für Ihn Sohn haben, haben Sie bei dieser Entscheidung auch das letzte Wort. Eigentlich das einzige Wort.

Die Frage, ob man da auch gegen den Willen des Kindes entscheiden sollte, finde ich ziemlich interessant. Mein Sohn ist erst 12, aber, gegen seine Willen würde ich nur entscheiden, wenn etwas »jetzt akut« medizinisch notwendig ist und eben nicht mehr warten kann, oder, z.b. mit der Zeit einfach ein Risiko steigen würde oder die Dinge nur unnötig verkomplizieren würde. Auch würde ich gegen seinen Willen handeln, wenn es um etwas geht, was er von seinem Alter und seiner Reife her einfach noch nicht hinreichend verstehen kann, um dort eine eigene Entscheidung treffen zu können.

Ich denke nicht, dass das bei Ihrem Sohn der Fall ist. Ich halte es zumindest für einen sehr reife Verhaltensweise, sich hier vor einem medizinischen Eingriff zu informieren und auch mal kritisch zu hinterfragen, was es dort eventuell für weniger radikale Möglichkeiten gäbe. Auch ist in ihrem Falle der Eingriff zwar medizinisch notwendig; aber - der ist auch nächstes Jahr nicht mehr oder weniger medizinisch notwendig. Ich würde ihm einfach erklären, dass ich das jetzt für die beste Entscheidung halte, einfach, weil so ein Eingriff auch erst verheilen muss. Das ist also jetzt weniger unpraktisch, als, wenn er dann später wirklich mal ein Mädchen kennenlernen sollte und die Geschlechtsverkehr haben wollen. M.E. wäre das auch nicht nicht gerade Ideal, dass erst dann machen zu lassen, wenn dafür »bedarf« da ist; aber - soviel Reife, dass selbst entscheiden zu können, würde ich einem Teenager in diesem Alter schon zuschreiben. Von daher würde ich ihn diese Entscheidung alleine treffen lassen und nur noch beratend zur Seite stehen.

Zumal ich - klappt zumindest bei meinem 12-Jährigen noch ziemlich gut; wie es dann in drei Jahren aussieht, weiß ich nicht - auch die Hoffnung habe, dass ich es mit viel Einfühlvermögen und Geschick schon hinkriegen würde, dass mein Sohn so eine Entscheidung schon "alleine" trifft, aber, er sich trotzdem für das Entscheidet, was ich für das Richtige halte :-p

Beitrag von alltagsphilosoph 19.05.11 - 21:32 Uhr

Liebe Kite,

auch wenn Ihr theoretisch bestimmen könnt, wie das mit der OP abläuft, sieht die praktische Seite doch ganz anders aus.
Fakt ist: Wenn er nicht will, wird er sich nicht unters Messer legen. Punkt.

Da bleibt wohl nur der Weg, der zwischen gleichwertigen Familienmitgliedern immer bleibt: Durch Überzeugung.
Und es gibt ja auch Argumente für eine Teilbeschneidung.

Die Haltung des Arztes ist zwar typisch für Mediziner, jedoch auch ganz schön anmaßend. Bei einem Eingriff das OK für alle Varianten zu verlangen, auch wenn keine akute Notwendigkeit besteht, ist natürlich sehr praktisch. Ich bin mir sicher, dass das Risiko einer Teilbeschneidung schon im Vorfeld recht genau abgeklärt werden kann, wenn man sich nur etwas bemüht. Das ist sicher keine Garantie, aber schon mal ne Hausnummer.

Ansonsten bleibt Euch noch, die Sache zu vertagen und den ungeliebtesten Satz von Euch zu geben, sollte er es zu lang verschieben. "Ich hab´s Dir ja gesagt."

Alles Liebe,
Christian

Beitrag von sneakypie 20.05.11 - 12:51 Uhr

>>Die Haltung des Arztes ist zwar typisch für Mediziner, jedoch auch ganz schön anmaßend.<<

Wieso anmaßend? Die OP wird früher oder später sowieso gemacht werden müssen, und jede Vollnarkose birgt Risiken. Aus medizinischer Sicht ist es für den Patienten schonender und sicherer, das mit einer OP zu erledigen statt auf zwei zu verteilen. Ich kann den Arzt absolut verstehen, der keine Vollnarkose auf gut Glück verabreichen will. Das mag dem Jugendlichen jetzt nicht schmecken, aber da kann der Arzt ja nichts für, der ist nur für die medizinischen Empfehlungen da.

Gruß
Sneak

Beitrag von alltagsphilosoph 20.05.11 - 13:30 Uhr

Liebe Sneak,

die Vorhaut ist etwas medizinisch nicht wirklich Notwendiges. Viele lassen sie schon seit Jahrtausenden entfernen und daher ist der liebe Mediziner wenig geneigt, davon seine OP-Planung abhängig zu machen.

Natürlich ist das auch wenig sinnvoll. Ob jedoch der werte Herr Chirurg nicht etwas genauer hätte sagen können (und sei es durch entsprechende Diagnostik gestützt), wie die Chancen für welchen Ausgang stehen ... keinen Plan. Solche Informationen wurden scheinbar nicht gegeben.

Für mich wäre ehr folgendes wichtig: Hat der Chirurg deutlich zum Ausdruck gebracht, dass mein Wunsch mit dem nötigen Ernst aufgenommen und auch im Zweifelsfall vorzuziehen ist?
Studien legen nahe, dass eine Erhaltung der Vorhaut wegen der geringeren Komplikationsrate auch aus medizinischer Sicht vorzuziehen ist.
Aber natürlich geht es hier ja um nichts wesentliches, nur um einenPenis. ;-)

Naja, "anmaßend" ist doch vielleicht ein etwas starkes Wort. Aber der Arzt hat ja leicht reden, es ist ja nicht sein Penis.

Alles Liebe,
Christian

Beitrag von anarchie 20.05.11 - 09:33 Uhr

Hallo!


Hm...dein Sohn ist 15 und keine Torfnase, er hat sich informiert und scheint zu wissen, was er will/nicht will.
Einen 15 Jährigen zu einer Op zu zeigen, noch dazu im Intimbereich
, wäre für mich keine Option, wenn keine Lebensbedrohung vorliegt.

ICH würde da auf mein Kind bauen, ihm nochmal aufzeigen, welche Probleme er bekommen wird, wenn nichts gemacht wird..und es dann ihm selber überlassen.
Er ist ja nicht doof und versteht ganz sicher, was das bedeutet.

Entweder denkt er nochmal nach und stimmt zu, oder nicht - in lezterem Falle wird er spätestens beim ersten Verliebtsein(dem ja nicht zwingend Sex folgen muss) sehr viel einsichtiger werden...

natürlich hast du rechtlich das letzte Wort, keine Frage:
aber eine erzwungene Op ohne dringenden Grund ist für mich fast schon eine Vergewaltigung, eine Missachtung und käme für mich nie in Frage.
Sein Körper - seine Entscheidung.

lg

melanie mit 3 Jungs und nem mädel

Beitrag von stormkite 20.05.11 - 13:22 Uhr

Nun, es bleibt uns nichts übrig, als auf die Kraft der Überzeugung zu bauen.

Der Arzt hat bereits deutlich gemacht, das mit hoher Wahrscheinlichkeit die Teilbeschneidung durchgeführt werden muss - von daher finde ich, das der Arzt hier sehr klar und verantwortungsvoll handelt. Es ist auch nicht der erste und auch nicht der erstbeste Mediziner, den wir konsultiert haben, sondern er ist der Oberarzt für die Urologie hier am Krankenhaus. Ich halte nichts davon, so lange einen anderen Arzt zu suchen, bis man einen findet, der einem nach dem Mund redet.

Wir werden die Sache jetzt für ein-zwei Wochen ruhen lassen, dann wird der Vater (mein Exmann) das Thema noch mal aufgreifen, damit die Mänenr das mal unter sich bereden können. Evtl. kommt auch noch ein Gespräch mit einem Freund der Familie dazu - der ist OP-Pfleger, und kann vielleicht ein bisschen die Angst vor so einem Schritt wegnehmen. Ich könnte mir vorstellen, das mein Sohn bei dem Thema männlichem Rat offener gegenübersteht - was versteht so ne Frau schon davon ...

Drück uns mal die Dauen, dass das was fruchtet.

Kite

Beitrag von nachwuchs2011 20.05.11 - 13:28 Uhr

Ja, das mach ich! :-)
Kannst ja später noch mal schreiben wie die Entscheidung ausgefallen ist. ;-)

Beitrag von sarahg0709 20.05.11 - 13:38 Uhr

Hallo,

der Arzt wird natürlich nur eine OP durchführen, wenn eine umfassende Zustimmung vorliegt.

Wer erteilt die Zustimmung? Bei Kindern unter 18 Jahren die Sorgeberechtigten. Ein Mitspracherecht kann man älteren Kindern zwar einräumen, aber wenn die OP medizinisch notwendig ist und der Eingriff nicht anders durchgeführt werden kann, muss eine Entscheidung für das Kind getroffen werden.

Also lieber jetzt machen lassen.

Alles Gute.


LG

Beitrag von susanne85 20.05.11 - 14:19 Uhr

hallo

ich verstehe eure situation und ich wüsste auch nicht genau was ich machen würde

ich glaube ich würde meinen sohn versuchen zu bestechen.

ala op gegen mofaführerschein oder was weiss ich sonst noch..

einfach weil ich wüsste das die op wichtig ist, aber ich ihn nicht zwingen wollen würde
hört sich absurd an ich weiss

Beitrag von etwas 20.05.11 - 16:36 Uhr

sorry, aber mir erschließt sich der Sinn nicht so ganz, warum ein Junge von FÜNFZEHN Jahren unbedingt zur OP gezwungen werden soll, wegen einer Phimose...

Gut, die Phimose ist ausgeprägt (wobei das ein dehnbarer Begriff ist, WIE ausgeprägt ist sie denn?). Aber hat den armen Jungen eigentlich schonmal jemand aufgeklärt, dass

a) die Behauptung, die Triple-Inzision (so der med. Fachausdruck für die von ihm gewünschte OP) sei bei ausgeprägter Phimose nicht möglich, gelogen ist und

b) eine Phimose in 90% der Fälle OHNE OP durch Aufdehnen beseitigt werden kann?

und c) Sex auch mit Phimose problemlos möglich ist, eine Phimose keinesfalls ein Urteil zur Abstinenz ist...

????


Ich berate jetzt seit 10 Jahren an verschiedensten Stellen zu diesem Thema, habe umfangreiche Recherchearbeit hinter mir und kann aus heutiger Sicht sagen, dass bei diesem Thema so viel MÜLL kursiert (auch und insbesondere von Ärzten), dass es einem eiskalt den Rücken runterlaufen kann.
Und der Junge hat ganz Recht, dass er sich nicht einfach irgendwas aufschwatzen lässt.

Und ganz ehrlich:
Ihm mit 15 Jahren gegen seinen Willen eine Beschneidung (auch nur eine teilweise) zu verpassen wenn er diese nicht wünscht, wäre ein Akt seelischer Grausamkeit und gröblichste Verletzung des Sorgerechts! Denn wir reden hier nicht von einer lebensrettenden OP der er sich verweigert, sondern von einer in Mode gekommenen chirurgischen "Korrektur" am intimsten Teil seines Körpers, die mit 90%iger Wahrscheinlichkeit auch noch überflüssig ist!

Und Äußerungen wie "es wäre besser, das vor 10 Jahren schon gemacht zu haben" kann ich nur mit einem Kopfschütteln begegnen.
Warum sollte das besser gewesen sein? Weil er sich da noch nicht hätte wehren können? HOLLA, so hat man in den USA auch lange Jahre gedacht und deshalb die Jungs gleich nach der Geburt beschnitten - und heute klagen die betroffenen Männer offen ihre Eltern und die Ärzteschaft an!
Ein solches Verhalten ist KÖRPERVERLETZUNG. Denn eine Phimose an einem 5-/6-/7-/8-/9-/10-Jährigen ist KEIN Krankheitszustand, sondern eine ganz normal entwickelte KINDLICHE (nicht MÄNNLICHE) Vorhaut!


Wie gesagt, der Junge kann die Vorhautverengung schlichtweg und einfach aufdehnen.
Ausführliche Infos hierzu unter

http://www.phimose-info.de/infos-fur-jungs/

bzw. unter

http://sexwoerterbuch.info/engevorhaut_dehnen.html



Ich hab gern noch mehr Links zur Aufklärung falls gewünscht.

Ich kann nur DRINGEND davon abraten, die OP machen zu lassen, wenn der Doc schon abwinkt und der Junge nichts anderes will.
Und ich halte es auch für sehr daneben, dass jetzt alle Welt auf ihn einquatscht, womöglich noch, welche Vorteile er doch alles davon/damit hat.

Er kann mit seinem Mädel auch so wie es jetzt ist ganz problemlos "aktiv" werden! Das ist kein Thema! Also, er soll sich nicht verrückt machen lassen - und IHR solltet ihn nicht verrückt MACHEN.



Bitte nicht persönlich nehmen, ist wirklich nicht böse gemeint. Bei dem Thema wird einfach nur eine ganze Menge Mist umher geworfen, gerade wenn's darum geht, jemanden in so eine OP "reinzuquatschen". Und das darf bei einem ratsuchenden betroffenen Jungen nicht sein, deshalb die deutlichen Worte. Wie gesagt, hab gern noch mehr "Aufklärungs"material da was Vermeidung einer solchen OP angeht.

Gern kann er sich auch selber mal bei mir per PN oder auch ICQ/MSN/Skype etc. melden. Oder auch im Forum von http://www.phimose-info.de - dort hats sogar einen Bereich extra nur für Jungs.



Viele Grüße

Beitrag von stormkite 20.05.11 - 20:21 Uhr

ich schreib dir nachher eine PN ...

Danke für das Angebot.

Kite

Beitrag von kati543 22.05.11 - 12:32 Uhr

Ich kenne einen Erwachsenen mit ausgeprägter Phimose, der sich auch weigert, sich operieren zu lassen. Das Ergebnis:
* permanentes Einreißen der Vorhaut beim Geschlechtsverkehr und natürlich eine entsprechende Vernarbung mittlerweile
* eine ganze Reihe an Entzündungen, Verklebungen,...

So pauschal kann man das sicherlich nicht dagen. In Deutschland wird ein Kind nicht mehr so ohne weiteres mit 1 Jahr wegen einer Phimose operiert. Aber hier geht es um einen 15 Jahre alten Jugendlichen, den es offensichtlich selbst stört.

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