Nach 13 Monaten endlich unser Geburtsbericht!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von dynastria 19.05.11 - 21:13 Uhr

Hallo!

Nach über einem Jahr gibts jetzt auch endlich mal nen Geburtsbericht von uns!


Es fing am 20.04.2010 an, errechneter ET war der 4.5.10. Ich bin nachts aufgewacht und hatte nen feuchten Slip. Hab erst überlegt, ob ich jetzt auch noch inkontinent werde, aber hab daran nicht so wirklich geglaubt. Auch ein pH-Test hat keine Klarheit gebracht.

Hab dann am 21.04. morgens gleich meinen FA angerufen und die meinten, ich solle direkt vorbei kommen. Hab mich dann fertig gemacht und bin hingefahren. Der meinte, es wäre ganz klar Fruchtwasser, wohl ein Blasenriss. Ich sollte direkt ins KH fahren.

Schatz angerufen, der Arme hatte noch 1,5 Stunden Fahrzeit vor sich . Ich wieder nach Hause und Tasche fertig gepackt und auf Schatzi gewartet. Hab mir dann erst mal nen Kaffee gemacht und meine Schwiegereltern und Eltern angerufen.
Als mein Schatz da war, sind wir ab ins Kh (20 Minuten Fahrzeit). Ich wollte selber fahren, aber mein Mann war da absolut dagegen. #aerger

Ich hatte keine Wehen, es wurde erst mal ein 30 minütiges CTG geschrieben, aber auch dort waren keine Wehen zu sehen.
Wir bekamen dann unser gewünschtes Familienzimmer und konnten uns erst mal "häuslich einrichten".

An dem Tag lief nix mehr und wir hatten noch einen entspannten und gemütlichen Tag für uns. Am nächsten Morgen sollte ich mit Tabletten eingeleitet werden.

Nach einem gemütlichen Frühstück waren wir für 8.30 Uhr in den Kreißsaal bestellt. Auch erst wieder Untersuchung und CTG. Aber immer noch keine Wehen. Musste dann die ersten beiden Tabletten nehmen. Nach ca. 2 Stunden nochmal zum CTG und siehe da: Leichte Wehen zu sehen und auch zu spüren. Mein Schatz fand die Wehenkurven extrem witzig und machte immer wieder Witze über die Intensität. Zu dem Zeitpunkt konnte ich da auch noch mitlachen! Noch!

Um 16.00 Uhr bekam ich die nächsten beiden Tabletten in doppelter Dosierung. Ab ca. 17.00 Uhr wars dann echt nicht mehr witzig. Wir waren zwar spazieren, aber die Wehen taten schon ganz schön weh! Aber das sollte erst der Anfang sein...

Bekamen dann Abendbrot auf Station und sollten uns vorm nächsten CTG noch etwas ausruhen.
Ab dem Zeitpunkt kann ich leider keine genauen Angaben mehr zu den Uhrzeiten machen. Es lief einfach nur noch und ich war mittendrin.

Wieder im Kreißsaal wurde ich erneut untersucht und die Hebi, die mich zu dem Zeitpunkt betreute, eröffnete die Fruchtblase, weil mein Mumu einfach nicht weiter aufgehen wollte (zu der Zeit ca. 1 cm geöffnet). Es lief und lief und lief. Echt, das ist ein Gefühl, wie wenn man sich in die Hose macht und einfach nichts dagegen tun kann. Echt fies! Ich bekam die beliebten "Surfbretter" als Einlagen und kam mir vor, wie wenn ich Windeln an hätte.

Die Hebi bot mir dann die Wanne zur Entspannung an und ich dachte Naja, kanns ja mal ausprobieren. Mein Schatz ließ Wasser ein und ich krabbelte rein. Aber ich hatte einen solchen Bewegungsdrang, dass ich es nicht länger als 15 Minuten in der Wanne aushielt. Also wieder raus, anziehen und spazieren gehen.
Ich glaub, das nächste CTG war gegen 22.00 Uhr.

Die Wehen wurden echt immer fieser und ich wollte nur laufen, laufen, laufen. Liegen ging gar nicht und an ruhig sitzen war erst recht nicht zu denken.
Also auf dem Krankenhausgelände rumgetigert und Wehen veratmet.
Irgendwann morgens gegen 4 Uhr (ich hatte die ganze Nacht Wehen veratmet und keine Minute geschlafen oder war auch nur im entferntesten zur Ruhe gekommen), ließ ich mir ein Schmerzmittel spritzen. Ich kam mir vor, wie wenn ich besoffen wäre und bin wohl auch mal kurzzeitig im sitzen eingenickt, denn liegen konnte ich ja nicht. Aber dann holte mich die Härte der Wehen zurück.
Leider war mir von dem Schmerzmittel auch noch kotzübel. Ich ließ mir von der Hebamme ein Medikament gegen die Übelkeit spritzen, aber das half ja mal absolut überhaupt nicht. So hatte ich bis zur Entbindung nicht nur mit den wahnsinnigen Wehen zu kämpfen, sondern auch mit extremer Übelkeit.

Die Hebi brachte mich in den Kreißsaal und ich saß auf dem Bett. Hab dann nach ner PDA verlangt, ich konnte einfach nicht mehr. Der Anästhesist war schnell da, die PDA gelegt und ich konnte endlich mal verschnaufen, auch wenn sie mehr einseitig wirkte. Das war mir zu dem Zeitpunkt aber sowas von dermaßen egal!
Und was tut die dämliche Hebi ca. 30 Minuten später? Stellt den Wehentropf an! #schock Das Kind braucht doch die Wehen, sagte die zu mir! Und ich hätte vor Schmerzen direkt wieder die glatte Wand hochgehen können! #aerger

Ich glaub, ich hab den gesamten Kreißsaalbereich zusammengebrüllt. Ne nette Schülerin kam irgendwann rein und hat den Tropf ausgestellt. Ich hätte sie knutschen können! Aber die extremen Wehen blieben.

Irgendwann kam der Oberarzt, da war ich aber schon am Ende meiner Kräfte. Der meinte, die Kleine müsse raus, hätte sich aber mit dem Köpfchen so gedreht, dass sie einfach nicht tief genug kam. Das erklärte natürlich auch die furchtbar extremen Wehenschmerzen.

Also sollte ich mitschieben (hatte keine Presswehen), damit die Kleine vielleicht doch noch tiefer rutscht. Wenn doch nur die elende Übelkeit nicht gewesen wäre! Es tat sich aber nix und ich hatte auch keine wirkliche Kraft mehr. Ich wäre am liebsten aufgestanden und gegangen. Glaubt mir, das hätte trotz der Schmerzen funktioniert!
Ich sollte liegen und die Wehen waren so fies, dass ich nur aufstehen wollte. Das war aber nicht mehr drin.

Irgendwann kam eine 2. Ärztin hinzu und beriet sich mit dem Oberarzt, der ja schon anwesend war.
Und ehe ich mich umsehen konnte, hatte ich ein OP-Hemd und supertolle Antithrombosestrümpfe an und wurde in den Leisten rasiert.
Die beiden meinten, dass wir es jetzt nochmal mit pressen versuchen, die Kleine aber innerhalb der nächsten 3-4 Wehen auf der Welt sein müsste, sonst würde es ein Not-KS werden! Na toll! Und ich war echt am Ende!

Dann hatte er die Saugglocke in der Hand und ich presste, was das Zeug hielt. Die Ärztin drückte von oben wie irre auf meinen Bauch (mir war doch soooo schlecht) und ich dachte, es zerreisst mich.
Wurde dann auch noch ca. 1 cm geschnitten und dann war sie plötzlich da. Unsere kleine Maus, auf die wir so lange gewartet haben.

Mein Schatz hatte Tränen in den Augen und ich war ebenfalls nur am heulen.
Ich hatte sie ca. 5 Minuten auf der Brust liegen, dann wurde sie zum Kinderarzt gebracht. Alles in Ordnung, sagte der! Ein kerngesundes Mädchen!

ELEA HELEN
3110 g
50 cm
33 cm Kopfumfang

Ich wurde dann noch genäht, hatte die Kleine währenddessen auf der Brust liegen. Dann gings in den Überwachungsraum, wo wir noch 2 Stunden waren, bevor wir auf die Station gefahren wurden.
Ich bin schon 30 Minuten nach der Geburt durch die Gänge des Kreißsaalbereichs gelaufen.

Im Nachhinein betrachtet, war es eine sehr heftige Geburt, aber dennoch ein sehr sehr schönes Erlebnis, wenn auch sehr schmerzhaft.

Aber das war es auf jeden Fall wert!