Nachhilfe und Spielkonsolenverbot!

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von wasserlilie 20.05.11 - 08:58 Uhr

Hallo,

momentan bekommt mein Sohn, 14 Jahre alt, intensive Nachhilfe, da sein Vorrücken sehr stark gefährdet ist. Er hat sehr viele Fehltage, aufgrund seiner Laktose- und Fruktoseintoleranz. Durch eine Magenspiegelung wurde nun auch noch der Helicobacter festgestellt. Mein Sohn war auf dem Gymnasium und hat die 6. Klasse wiederholt. Danach ist er auf die Realschule runter und macht nun die 7. Klasse. Nun haben wir wieder das Problem, daß er in Mathe und BWR hängt. In den anderen Fächern steht er zwischen 1 und 3! Um diese Klasse zu schaffen bekommt er nun durch ein Nachhilfeinstitut in diesen beiden Fächern Nachhilfe. Nun meint der Nachhilfelehrer, wir sollen ihm seine Spielekonsolen bis zu den Sommerferien wegsperren! Dies würde zu sehr ablenken und der Erfolg wird mehr auf die Spiele gewertet als für die Schule usw..... Im Prinzip gebe ich ihm da völlig Recht, aber ich denke er spielt jetzt nicht soooo viel, daß das "Schaden" könnte!? Wir haben seit Weihnachten eine Regelung und zwar, unter der Woche wird gar nicht gespielt. Am Freitag und einen Tag am Wochenende spielt er jeweils 1 1/5 Stunden. Unter der Woche geht er jeden 2. Tag an den PC für jeweils 1 Stunde. Da hat er ein paar mail- Freunde und ab und zu schaut er You tube. Ich finde es halt zum Vergleich zu seinen Freunden, die er leider seit der spielfreien Woche nicht mehr hat, relativ wenig oder sagen wir mal "normal"?! Für diese Regelung war mein Sohn auch einverstanden, um auch die schulischen Leistungen anzukurbeln. Da hält er sich auch gut daran. Aber jetzt, wo die Diskusion im Raum steht alles komplett runterzufahren, da macht er nicht mehr mit!!!! Bin hier hin und hergerissen, das Richtige zu tun#schmoll
Wie würdet ihr das handhaben? Wie seht ihr das?
Ich denke, bei einem 8-12 jährigem kann man das vielleicht noch machen, aber bei einem fast 15 jährigen? Schwierig!

Danke schon mal im Voraus

Herzlichst

Eni

Beitrag von diebina 20.05.11 - 11:18 Uhr

die Idee das Nachhilfelehrer finde ich doch mehr als drastisch.

Womöglich wird das deinen SOhn so sehr demotivieren, dass er gar nicht mehr lernen wird.

wenn er gut lernt, dann würde ich die bisherige Regelung (PC und Spielekonsole) auf jeden Fall beibehalten.

gruß
die bina

Beitrag von wasserlilie 20.05.11 - 13:27 Uhr

Danke für die nette Antwort.

Ja, genau dies droht mir mein Sohn nun an. Wenn ich ihm jetzt alles wegnehmen würde, hat er auch keinen Bock mehr zu Lernen! Vor allem finde ich es auch toll von ihm, daß er mit mir diese Regelung ausgemacht hat und so lange er gewillt ist zu lernen, sieht es doch für ihn wie eine Bestrafung aus. Mein Gefühl sagt mir auch, so ist es momentan ok!
Danke nochmals für deine Meinung#winke

Herzlichst
Eni

Beitrag von jazzbassist 20.05.11 - 12:31 Uhr

Ich würde das nicht mal bei meinem 12-Jährigen machen; da mir da jetzt auch - gerade mit Ihren Auführungen - irgendwie gänzlich der Zusammenhang fehlt. Er hat(te) krankheitsbedingt sehr viele Fehltage in der Schule; stockt deshalb in 1-2 Fächern (was ich ziemlich verständlich finde; schließlich schicken wir die kids ja gerade in die Schule, damit die das dort lernen; und - wenn die dort nicht hingehen, lernen die auch nicht), und, die Spielekonsole ist jetzt woran genau Schuld? #kratz

Für mich ist es etwas ziemlich normales, dass bei Kindern und Jugendlichen Schule nicht an oberster Stelle steht. Mein Sohn bewertet Fechten, Skateboardfahren, Freunde, Freizeit und Facebook auch höher, als Schule. Das muss ein Kind aber ja nun nicht daran hindern, trotzdem vernümpftig durch die Schule zu kommen. Dafür haben die ja schließlich noch Eltern; weil wir die Dinge halt mit etwas mehr Reife und auch weitblickender betrachten. Ich denke nicht, dass Schule an Stellenwert gewinnt, wenn man jetzt die Spielekonsole wegnimmt; dass hilft m.E. nur, dass ein Teenie noch mehr frustriert ist, wenn dieser schulische Bereich einfach nicht klappt.

Nach der Theorie des Nachhilfelehrers müsste man ja konsequenterweise alle Freizeitaktivitäten eines Kindes verbieten. Ich wüsste zumindest nicht, wie 2x in der Woche Fussballtraining weniger ablenken können, als, 2x die Woche die selbe Zeit vor dem Computer zu hängen. Es gehört ja beides zum komplex Freizeitgestaltung. Und, Freizeit sollte auch einem Kind, dass in 1-2 Schulfächern auf der Kippe steht, trotzdem noch zustehen. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass ein Kind mit Schule, Hausaufgaben, lernen, intensiver Nachhilfe gerade wenig für die Schule tut; zumindest ist m.E. irgendwann der Zeitpunkt erreicht, da sollte dann einfach schluss sein, weil ein Kind nicht mehr mehr leisten kann - die Batterien einfach leer sind.

Also, solange mein Sohn schulisch gut mitkommt, liegt seine Freizeitgestaltung gänzlich in seiner Hand. Sollte ich irgendwann mal das Gefühl haben, dass er diesen schulischen Komplex vernachlässigt (sprich, seine Noten absacken), würde ich mir dort täglich die Zeit suchen, mit ihm gemeinsam zu lernen; z.b. irgendwann am Abend eine halbe bis eine ganze Stunde. In dieser Zeit darf er dann weder Fechten, noch mit seinen Freunden rumhängen, noch X-Box spielen oder auf Facebook surfen, sondern, in dieser Zeit stehen dann Mathe und BWR (was ist das, btw.?) an oberster Stelle. Aber - was mein Sohn davor oder danach mit seiner Freizeit macht, liegt weiterhin in seiner Hand. Ich denke, hier brauchen Kinder einfach Eltern, die die Kids an die Hand nehmen. Denn, die Maßnahme, die X-Box wegzunehmen, wird einen Teenie sicherlich nicht dazu motivieren, sich dann im Kinderzimmer hinzusetzen und Mathe zu lernen.

Beitrag von wasserlilie 20.05.11 - 14:07 Uhr

Danke für die nette Antwort.

Ich denke auch, das wäre nicht gerade förderlich.
Der Nachhilfelehrer meint, es gäbe Vorträge und inzwischen Studien, daß Konsolespielen die Kids zu sehr ablenken und die Konzentration zum Lernen läßt sehr nach, gelerntes wird wieder vergessen, weil sie in dieser Spielewelt sind. Den Kick und den Erfolg holen sie sich durch die Spiele und der Erfolg der Schule wäre dann nicht mehr wichtig genug?! Vielleicht, wenn einer stundenlang und täglich vor dem Ding sitzt!!!
Ich muß meinen Sohn eh bewundern, wie er trotz Fehltage wieder alles so einigermaßen auf die Reihe bekommt! Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, daß fast die ganze Klasse in BWR (Betriebswirtschaftliches Rechnen) und Mathe sehr schlecht ist! Die Lehrerin in BWR geht nach diesem Schuljahr in Rente und die hat anscheinend nicht mehr die große Lust oder sonst was.....und die Mathelehrerin schreit nur rum und versteht nicht, warum alle so schlecht sind. Man muß sich mal vorstellen, daß von 30 Kindern 18!!! stark gefährdet sind!!!
Mein Sohn spielt auch Tischtennis, geht oft Trampolin springen, macht mit uns Radtouren und ist zwischendurch mit seinem Waveboard unterwegs. Ich glaube auch, mehr kann ich von meinem Sohn nicht verlangen und das Leben soll auch noch Spass machen!
Der Nachhilfelehrer meinte letztens, ich wäre viel zu weich und an meiner Stelle würde er die Konsole verkaufen! Andererseits macht mein Sohn in BWR deutliche Fortschritte, nur in Mathe haperts gewaltig. Wir hätten vielleicht schon früher Hilfe in Anspruch nehmen sollen.
Mein Sohn kommt übrigens sehr gut mit dem Nachhilfelehrer zurecht und alles andere bespricht er mit mir unter 4 Augen.
Eine gute Zeit und #danke nochmals.

LG Eni

Beitrag von nachwuchs2011 20.05.11 - 13:35 Uhr

Weiß der Nachhilfelehrer eigentlich wie viel (bzw. wenig) Dein Sohn zockt?
Hast Du ihn mal gefragt wie er darauf kommt, dass Dein Sohn seine Erfolge einizig auf die Konsole bezieht? Redet Dein Sohn viel/ständig von der Konsole? Irgendwo muss der Nachhilfelehrer das ja her haben...

Also ich find das Konsole-Verbot auch übertrieben. Er spielt in meinen Augen nicht viel. Und wenn Du ihm jetzt wegen schlechter schulischer Leistungen auch noch das bißchen Spaß nimmst, dann schmeißt er vielleicht komplett hin. Menschen brauchen auch einen Ausgleich zu ihren Pflichten - unabhängig davon, ob sie die Pflichten gut oder schlecht erfüllen.

Vielleicht könntest Du die Konsole und den PC aber zu Motivationszwecken einsetzen, indem Du ihm ein paar Extraminuten versprichst, wenn er in der Schule und/oder bei der Nachhilfe gute Leistungen zeigt.

Beitrag von wasserlilie 20.05.11 - 14:15 Uhr

Danke für die nette Anwort.

Ja, er weiß, daß mein Sohn nur diese Zeit spielt und er meint TROTZDEM. Habe deiner Vorschreiberin gerade geantwortet und da kannst du lesen, welches Argument er dabei hat......
Das Institut informiert sich durch Vorträge und der Chef des Institut's kennt angeblich einen Psychologen in München und der würde alle Konsolen in die Tonne treten!
Danke nochmals für deine Meinung. Ich habe jetzt schon langsam an mir selbst gezweifelt #hicks

Alles Gute

Eni

Beitrag von sarahg0709 20.05.11 - 14:34 Uhr

Hallo Eni,

wenn er viele Fehltage hat, ist es natürlich schwierig für ihn, mitzukommen. Dann würde ich ihn nicht unbedingt dafür bestrafen, dass er jetzt Nachhilfe bekommen muss.

Wenn er gut mitmacht und sich die Noten dadurch auch verbessern, sehe ich keinen Grund, ihn im normalem Rahmen auch spielen zu lassen.


LG

Beitrag von manavgat 20.05.11 - 17:42 Uhr

Tja, was soll ich Dir sagen?

Ich sehe es genauso. Wenn der Abschluss der Klasse gefährdet ist, dann sollte man diese Ablenkungen komplett weglassen.

Die Eltern sind da oft ziemlich beratungsresistent, die Schüler bestätigen uns - im Nachhinein - dass wir Recht hatten und erzählen uns auch, wo und wie oft sie wirklich unterwegs sind in der Cyberwelt. Ich bin selbst bei Facebook angemeldet und viele meiner Schüler haben mich geadded, so dass ich sehen kann, dass selbst während der Schulstunden via Handy die Post abgeht.

Es spricht in meinen Augen - unabhängig davon, was Du entscheidest - für den Nachhilfelehrer, dass er sich Gedanken macht und mit Euch spricht. Der einfachere Weg ist: Geld kassieren, unterrichten und sich denken, mir doch egal, selbst schuld, wenn es daran scheitert. Was soll ich mich mit den Eltern plagen?

Ich habe meiner Tochter in dem Alter auch mal alles abgenommen. Heute ist sie 18 und sagt selbst: das hat mir damals gut getan und ich sehe ja bei meiner Freundin, was dabei herauskommt, wenn Eltern nie durchgreifen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von alpenbaby711 20.05.11 - 19:57 Uhr

Wenn das lernen von der Konsole nicht wirklich beeinträchtigt wird wieso hat der Nachhilfelehrer so in euer Leben einzugreifen das er euch sowas sagt.???
ela

Beitrag von morjachka 20.05.11 - 20:30 Uhr

Hallo!

Dein Sohn hat ungefähr das Alter meiner Nachhilfe-Klientel.
Natürlich beinträchtigen Spielkonsolen das Lernen massiv, da hat der Lehrer schon Recht. Allerdings käme ich nie auf die Idee den Eltern so etwas zu raten.
Ich suche mit den Schülern ein persönliches Gespräch, man kann (und muss) einem 3jährigen ein scharfes Messer wegnehmen, aber einem 14jährigen etwas wegzusperren halte ich für Unsinn.
Ein Teil der Nachhilfe ist eben auch Beratung, man sollte sich schon etwas Zeit nehmen, um dem Schüler den Begriff "ranklotzen" zu erklären. Man muss versuchen ihn dazu zu bringen, aus freien Stücken auf seine Spielkonsole zu verzichten.
Manche verstehen so etwas, andere leider nicht...

Beitrag von die.kleine.hexe 02.06.11 - 12:00 Uhr

hallo,

aber der junge muß sich doch auch mal entspannen und abschalten und das geht nunmal am PC/spielkonsole sehr gut ! ganz weg sperren finde ich ein "no-go"

lg,hexe