Es sind immer nur die gleichen

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von handy12345 20.05.11 - 09:57 Uhr

Guten morgen,

eigentlich geht es mich als Mutter nichts an, aber es ärgert mich doch irgendwie.

Bei meiner Tochter in der KLasse sind es immer die gleichen, die das Beste abbekommen.

Jetzt zum Beispiel zum wiederholten male die Hauptrolle in einem Theaterstück.
Es ist immer das eine Mädchen, das die Hauptrollen bekommt, obwohl meine Tochter und auch noch andere sie gern bekommen hätten.

Ich muss auch sagen, dass das Mädchen schon eine große Klappe hat. Mag vielleicht auch daran liegen, aber ich finde es schade, dass andere nicht auch mal eine Chance bekommen.

Natürlich haben sich die Mädchen bei der Lehrerin beschwert, dass das ja ungerecht sei usw., aber ohne Erfolg.

Ich finde es halt nur trurig für meine Tochter, sie war schon sehr enttäuscht :-(

Beitrag von tomama 20.05.11 - 10:15 Uhr

Hallo,

ich würde die Lehrerin bei Gelegenheit mal nach dem Grund fragen und auch von der Enttäuschung des eigenen Kindes berichten.

lg tomama

Beitrag von lisab 20.05.11 - 10:22 Uhr

Ich kann Dich verstehen. Unser Nachbarjunge hat auch ne große Klappe und drängt sich immer in den Vordergrund. Und wenn irgendwo was verteilt wird, ist er der erste, der was bekommt. So ist das wohl "Frech kommt weiter" Mein Sohn hingegen ist das genaue Gegenteil und steht immer als letzter in der Schlange. Dafür ist mein Sohn beliebter und hat mehr Freunde als dieser vorlaute Junge der sich ja sooooo toll findet. Und die Mutter kann auch keiner leiden, weil sie sich auch gerne in den Vordergrund stellt.
Da muß man halt wissen, was einem lieber ist....

LG

Beitrag von manavgat 20.05.11 - 11:15 Uhr

Das kann man ganz gut über den Elternbeirat machen und vorschlagen, dass die Hauptrolle verlost wird :-)


Alternativ können sich die anderen Kinder weigern, das Stück aufzuführen. Ohne Nebendarsteller ist die Hauptrolle auch uninteressant.

Gruß

Manavgat

Beitrag von sunny42 20.05.11 - 11:32 Uhr

Hallo Du!

In meinen Augen hat das mit Durchsetzungskraft und Selbstbewusstsein zu tun.
Wer immer nur jammert das er nicht das Beste abbekommt, dem wird das Beste auch weiterhin immer vor der Nase weggeschnappt werden.
Wer hingegen davon überzeugt ist nur das Beste verdient zu haben, wird auch genau das Ausstrahlen und ohne weiteres das erreichen was er sich vornimmt.

Ich würde also zusehen das Selbstbewusstsein meines Kindes zu stärken und ihm mehr denn je zu vermiteln das es genau so toll ist wie es ist und wir würden uns auf eine Entdeckungsreise nach all den noch verschütteten Talenten und Stärken des Kindes machen.
Bei einem selbst am Besten gleich mit, denn woher soll das Kind so eine innere Haltung erlernen wenn es die Eltern nicht vorleben und diese schon Trauer ausstrahlen wenn ein anderes Kind die Hauptrolle bekommt?

Liebe Grüße
Sunny
- mit großer Klappe -

Beitrag von schokostreusel 20.05.11 - 14:40 Uhr

Hallo!

Klar ist man traurig, wenn das eigene Kind traurig ist. Das vestehe ich gut und wir haben auch einen ähnlichen Fall, eine Freundin meiner Tochter - sie macht ihre Sache aber auch wirklich gut! Verständlich, laut, nicht verschämt, guten Ausdruck und Mimik. Klipp und klar gesgat: sie kann es einfach besser als andere...die es nicht zwangsläufig grottenschlecht machen.

Finde es nicht ganz fair und etwas geässig, die Vergabe bei Euch nur an der "großen Klappe" und der Art "sich in den Vordergrund zu stellen "festzumachen.

Bei der Wahl der Lehrerin steckt wahrscheinlich schon etwas mehr dahinter - und zwar ein großes Selbstbewusstein und die o.g. Dinge. Nicht vielen Kindern liegt es immer, so offen und frei vor Publikum zu sprechen, zu singen und zu schauspielern.. auch wenn sie das selber von sich denken.

Deswegen finde ich es auch ehrlich gesagt blödsinnig, eine Hauptrolle zu verlosen. Wenn demnächst irgendwann eine andere Hauptrolle vergeben wird, kann es sein, dass Deine Tochter wieder nicht genommen wird ( die Wahrscheinlichkeit ist ja eher gering bei 20-25 Kindern und 90% davon möchten die besondere Rolle)

Ich würde also eher versuchen, meine Tochter nicht in ihrer Traurigkeit und ihrem Neidgefühl zu bestärken. Sie sollte anerkennen, dass das Mädchen im Schauspiel gut ist, wenn sie das ist, wovon ich jetzt ausgehe.

Das bedeutet ja nicht, dass Deine Tochter schlecht ist oder eine schlechtere Rolle hat. Auf die soll sie sich besonders konzentrieren und helfen das Stück zu bereichern. Oder sich irgendwie anderes einbringen ( Kulissengestaltung, Kostüme etc.) Wenn sie ihre Energie darauf lenkt und gut ist, steigt die Wahrscheinlichkeit doch, auch mal eine Hauptrolle zu bekommen anstatt verbittert zu sein und anderen das nicht 2 x zu gönnen.

Beitrag von kawatina 20.05.11 - 16:42 Uhr

Hallo,

ehrlich gesagt finde ich das immer wieder herzig, wenn hier manche direkt auf die Neid-Schiene kommen.

Ich kannte sogar eine Lehrerin, die gern Eltitetische bildet und selbstredend dreht sich alles nur um diese Kinder!

Das hat nichts mit Neid zu tun, sondern um Chancengleichheit.
Eltern, deren Kinder am Elitetisch saßen hatten kaum Grund zur Beschwerde und alle anderen waren automatisch neidisch #rofl

So kann man jegliche Diskussion natürlich direkt kalt stellen.

Wie soll ein Kind sich denn entwickeln und Leistung zeigen, wenn es ständig übergangen wird. Schön das Eine ihre Leistung überzeugend gebracht hat.
Wenn das gleichbedeutend sein sollte, das ein Kind grunsdsätzlich seinen
Platz sicher hat und sich der Rest um die Brocken schlagen darf ist das mehr als arm und unpädagogisch.

Jemand schrieb es schon ganz treffend - die anderen Kinder sollten auf die Nebenrollen verzichten, dann kann die Begünstigte ganz alleine glänzen.

LG

Beitrag von kati543 20.05.11 - 21:29 Uhr

Das ist zwar traurig für deine Tochter und die anderen Mädels, aber haben diejenigen sich mal überlegt, dass es direkt etwas damit zu tun hat, wie sie sich in der Schule geben?
Mädels mit großer Klappe, permanenten Stören des Unterrichts kann man mit einer Hauptrolle "bestechen". Die "Mauerblümchen", die immer schön mitschreiben, ordentlich mitarbeiten, nie gegen den Lehrer reden,.. bekommen nie eine interessante Rolle.
Erfolg muß man sich erkämpfen.

Beitrag von luka22 21.05.11 - 12:04 Uhr

Tja das siehst du mal, welche WErte unseren Kindern in der Schule vermittelt werden: WEr die größte Klappe und die spitzesten Ellenbögen hat, kommt weiter! Von mir aus kann ja das Mädchen ihre Sache auch gut machen. Aber kommt es darauf bei einer Schulaufführung an? Das nur derjenige, der etwas spitzenmmäßig vortragen kann, zum Zuge kommt? Wo bleiben die Chancen der anderen? Und was lernen sie dabei? Sie werden sich das nächste Mal schon vorher überlegen, wie sie den anderen ausbooten können und wie sich selber Vorteile verschaffen können. Funktioniert so eine gesunde Gesellschaft? Wir würden nicht einmal einem Schwächeren eine Chance geben, wenn es um gar nichts geht - in diesem Fall eine Schulaufführung. Wie sollen wir dann mit Schwächeren umgehen, wenn es wirklich um etwas geht?
Eine Schulaufführung sollte doch vor allem Spaß machen. Es geht doch nicht um Perfektion! Und die Lehrerin IST ungerecht. Schließlich ist so eine Aufführung für die Kinder etwas ganz Besonderes. Auch andere wollen mal in den Genuss kommen im Mittelpunkt zu stehen und der REst wird lernen das demjenigen zu gönnen - gesetz dem Fall eben, dass man selber auch zum Zug kommt, was hier nicht der Fall ist. Schade!
Übrigens geht es auch anders. Unsere Lehrerin ist absolut gerecht. Bei der Einschulungsfeier, die unsere Klasse gestaltet hat, kamen die guten Leserinnen zum Zug und einige Buben. Bei der Weihnachtsfeier waren dann andere Kinder dran. Die super Leserinnen hatten eine STatistenrolle. Die Hauptrolle hatte ein Junge, der sogar ein etwas undeutliche Aussprache hat, der aber von Typ her die richtige Besetzung war und ich fand das einfach nur SUPER!

Grüße
Luka

Beitrag von schokostreusel 22.05.11 - 23:35 Uhr

Hallo!
Ich fühle mich leider irgendwie missverstanden :-(.
Ich halte weder was von"Elitetischen" ( <- da geht es doch auch gar nicht drum , sondern um ein Theaterstück), noch von einer rücksichtslosen "Ellebogengesellschaft"

Ich finde wie Du, es geht hier wirklich um nichts, nur um eine Schulaufführung. Würdest Du da wirklich der TE empfehlen mit der Klassenlehrerin zu reden? Für mich würde das schon ein Eingeständnis von Missgunst sein und ob die Tochter danach glücklicher wäre, ist fraglich.

Es ist nun mal so: zum Mathewettbewerb wird der beste Rechner geschickt, zum Lesewettbewerb der beste Vorleser, im Sportverein ist der beste Spieler Capitän und im Berufsleben wird der Chefposten auch nicht ausgelost nach dem Motto : "Jeder darf mal ran..."

Was ich sagen will: anstatt meinem Kind in seiner Traurigkeit zu bestärken und sich zu beschweren, würde ich versuchen die Freude über die Rolle, die es bekommen hat, zu stärken und sich nicht automatisch schlechter zu fühlen. Gleichzeitig ist ein Ziel meiner Erziehung, meiner Tochter beizubringen, auch die Leistung von anderen zu achten und zu trespektieren- ohne sich dabei kleiner zu fühlen! Ansonsten haben wir doch die verteufelte Ellenbogengesellschaft?!?
Ich bin ganz sicher, dass jedes Kind in seinem eigenen Bereich seine Stärken hat und sich da seine Erfolgerlebnisse holt. Und da würde ich meine Energie eher vebrauchen :-)

Beitrag von luka22 23.05.11 - 09:49 Uhr

Dass im Wettbewerb immer die Besten weiter kommen, das ist klar. Ich finde es nur schade und bedenklich, dass in der Schule aus jeder Situation ein Wettbewerb gemacht werden muss. Gerade eine Schulaufführung sollte eben kein Wettbewerb sein.
Ob ich mit der Lehrerin reden würde, hinge von verschiedenen Faktoren ab: davon, wie kritikfähig sie ist und davon, wie ungerecht ich die Situation selber finden würde. Auch könnte man den Weg über die Elternvertreter gehen. Ich denke mir, wenn diese Lehrerin nie ein Rückmeldung von seiten der Eltern bekommt, hat sie auch keine Chance ihr Verhalten zu überdenken. Es ist ja auch die Frage, was das Ziel der Schulaufführung sein soll: wenn es das Ziel ist, die Schule perfekt zu präsentieren, dann macht die Lehrerin ihre Sache wohl gut!


Grüße
Luka