Wie geht man damit um?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von grinsekatze85 20.05.11 - 12:17 Uhr

Hallo!

Auch ich muss mir heute mal etwas meine Traurigkeit von der Seele schreiben, gerade jetzt wo so viel Stress ist, kommen diese *Tief* Situationen doch öfters hoch. Wieso das so ist, weiß ich nicht!!

Mein geliebter Opa, ist schon seid einiger Zeit schwer Krebskrank, mitlerweile ist das Endstadium erreicht und man merkt und sieht und vorallem fühle ich es selber, wie er langsam aber sicher immer mehr abbaut. Die Aufenthalten zwischen Zuhause und dem KH werden auch schon immer kürzer.
Die Umarmungen/Verabschiedungen werden immer intensiver, weil ich ehrlich Angst habe, wenn ich zur Tür rausgehen und Auf Wiedersehen sage, das ich es vielleicht das Letzte Mal sage und wir uns erst wieder sehen, wenn ich mal Alt bin und es für mich Zeit ist zu gehen...

Ich habe damals mit 12 Jahren schon meine Oma und 3 Monate später meine UrOma verloren. Damals ging das aber eher so an mir vorbei, natürlich war ich traurig und es fällt mir heute noch schwer zum Friedhof zugehen und den Namen meiner Oma dort zulesen. Aber jetzt mit fast 26 Jahren ist es noch viel viel schlimmer. Klar man hat viel mehr erlebt mit dieser Person oder hat man einfach nicht mehr diese Kindliche Leichtigkeit??

Es macht mich traurig ihn Leiden zusehen, den Menschen, der einem soviel beigebracht hat, der immer schöne Geschichten erzählt hat. Er ist wirklich glücklich, das er so ein Leben leben durfte, er selber hat damit schon irgendwie abgeschlossen, klar hat er auch Angst, wie es ist wenn man *gehen* muss, aber bei ihm fühlt es sich so leicht an.
Er nimmt es so *an sich* und zeigt einem das man eigentlich keine Angst haben braucht. Wie ein Opa halt so ist!!#liebdrueck

Mein Opa sagte mir immer: In deinem Leben wird es immer Situationen geben die tiefe Wunden hinterlassen, manchmal bleiben auch Narben zurück. Aber diese Narben gehören zu deinem Leben und machen auch dir was du bist!!!
Wie Recht er hat, aber ich will diese Narbe nicht!!!
Weiß jemand vielleicht, wie man *lernt* damit umzugehen??

traurige #katze

Beitrag von karina27 20.05.11 - 13:08 Uhr

Hallo

Es ist schwer zu wissen das bald ein geliebter Mensch gehen muß. Denke an die Narben die zurückbleiben kommst du leider nicht vorbei :-( Genieße jeden Tag mit ihm, sag ihn wie lieb du ihn hast, nehme richtig abschied.

ich mußte das mit meinen beiden Omas durchmachen 2007 und 2008 wurden beide schwerkrank und innerhalb einer Woche sind sie gestorben. Aber in der Woche ( wir wußten das sie sterben werden ) waren wir jeden Tag im KH und haben uns verabschiedet, man ist darauf vorbereitet und trotzdem tut es soo weh, wenn sie die Augen schließen.
Mein Onkel mit dem ich ein super verhältnis hatte ist am 19 Februar gestorben, wir konnten uns garnicht verabschieden. Es war nur eine Routine OP wo dann alles berg ab ging ( lange Geschichte) Sind zwar noch nach ihn gefahren, er wohnt auf Rügen, aber mit dem Gedanken er wird wieder gesund. Erst am 18 haben sie es uns gesagt, das er es nicht schafft, Nachts ist er dann eingeschlafen. Das fande ich viel viel schlimmer, weil man nie damit gerechnet hat.

Irgendwie war ich dir doch keine richtige hilfe oder :-( Bin abgeschweift.

Weiß nur der Spruch die zeit heilt alle Wunden stimmt, es dauert nur sehr sehr lange

Traurige Grüße Karina

Beitrag von grinsekatze85 20.05.11 - 14:23 Uhr

Danke dir Karina!#blume

Du hast mir trotzdem etwas geholfen!!
Ja wir werden die Zeit auch genießen, mir tut es auch so weh, das er meinen Sohn nicht weiter aufwachsen sehen wird. Er ist jetzt 3 1/2 und ich denke er wird den UrOpa wohl nicht mehr lange bei sich haben.

Was schade ist, mein Opa war sehr sehr glücklich das 1.Mal UrOpa zu werden. Und mein Sohn ist sein ein und alles. Er würde gerne noch mal UrOpa werden, aber leider spielt mein Körper total verrückt (versuchen es schon mehr als 1,5Jahre, aber es klappt nicht mehr), das belastet einen dann noch zusätzlich.
Aber einige haben schon gesagt, oft ist es so, bevor ein neues Leben geboren wird, geht ein altes Leben.....
Das möchte ich aber garnicht...

Beitrag von 960207 20.05.11 - 13:55 Uhr

Hallo

mein lieber Opi ist am 11.Juni 2010 gestorben ...ein Jahr war er fast davor schwer krank...er hatte ein Lungenfibrose und war Herzkrank....
am Anfang wollte ich es nicht war haben und habe ständig nach Möglichkeiten gesucht das wir ihn gesund bekommen.....

Gewußt hab ich es aber und ich bin jeden Tag zu ihm gefahren und
habe dieses eine Jahr /unsere Zeit alles gemacht was mir möglich war.

Man geht damit um-man muß ja
nur lernen kann man es nicht..

Versuche soviel Zeit wie möglich noch mit deinen Opi zu verbringen
Verwöhne ihn mit allen was er mag
( ich habe meinen Opi immer Zeitungen ect mitgebracht / Kuchen / Konfekt ect)

Ich war nicht dabei wo er gestorben ist ..( ich hatte mich einen tag vorher verabschiedet)

ich konnte es nicht ihm beim sterben zuzusehn aber vorher hab ich alles gemacht und kann jetzt nicht sagen ..hätte ich nur...dies und das gemacht

Ich hatte alles gemacht was mir wichtig ist/war



ich drück Dich mal ganz lieb #liebdrueck

Beitrag von grinsekatze85 20.05.11 - 14:28 Uhr

Danke dir, das ist lieb!!#blume

Ja wir gehen auch so oft es mir möglich ist zu ihm hin, auch wenn er im KH liegt. Gehe ich so oft ich kann. Eigentlich jede freie Minute....auch mein Sohn kommt mit, er mag seinen UrOpa sehr.

Es ist schon komisch, man *bereitet* sich Gedanklich schon auf sowas vor, aber jeder Aufenthalt im KH wirft mich aus meiner Bahn. Und dann ist ja da auch meine Oma, sie leidet ja noch viel viel mehr, sie sind jetzt 54 Jahre verheiratet! Und sie lernte ihn mit 14 Jahren kennen. Das tut mir dann auch so weh.

Ich hoffe nur, wir haben wirklich die Möglichkeit uns in *Ruhe* zu verabschieden, nicht das wir dazu keine Gelegenheit bekommen, das wäre wohl das schlimmste für mich. Wobei ich auch nicht weiß, ob ich meinen Opa auf seinen Weg zu den Sternen begleiten kann. Das wird das dann wohl zeigen.

Beitrag von teufelchendani 20.05.11 - 15:46 Uhr

hi!

ich kann dich gut verstehen.

als ich 13 war ist mein opa gestorben. es war der schlimmste tag in meinem leben. wenn ich heute die augen schließe und an die beerdigung denke, fühlt es sich an als sei es gestern gewesen.
vor 3,5 jahren ist meine oma ihm nach langer krankheit gefolgt. ich war schon 28 und mir war der abschied bewusst. ich habe sie sehr oft besucht und bin jedesmal weinend gegangen. ich habe mich am sterbebett verabschiedet. und ihr beerdigung war der schlimmste tag in meinem leben. diese beiden tage.

meine oma fehlt mir heute in vielen momenten und ich denke täglich an sie. sie hat nie erfahren das ich schwanger war.

ich sage dir: der schmerz geht irgendwann, aber der verlust wird immer bleiben.

erschreckend ist, das menschen aus unserem leben verschwinden und wir weiter machen (müssen) wie davor.

Beitrag von grinsekatze85 20.05.11 - 18:09 Uhr

Danke dir für die Worte!

Ja das finde ich auch erschreckend, aber man *muss* ja weiter machen, schon aus dem Grund das man selber Kinder hat.
Befürchte auch, das dieser Tag der schlimmste wird, was ich bis jetzt erleben musste....

Beitrag von henzelinos 20.05.11 - 18:03 Uhr

Hallo #katze !!

Dein Opa hat Recht mit seiner Aussage, dass Narben zum Leben dazugehören. Leider .....
Ich habe auch die eine oder andere Narbe auf die ich gut und gerne verzichten könnte. Gerade meine Großeltern die mich die ersten sieben Jahre meines Lebens großgezogen haben und nun schon lange tot sind haben grosse, schmerzende Narben und eine riesenlücke in meinem Leben hinterlassen. Eine Lücke die niemand füllen kann .... niemand!!
Oft frage ich mich (gerade heute wo ich selber Mutter bin), wie hätte Oma das gemacht, welchen Rat hätte sie für mich?? Ich weiß es nicht und kann sie auch nicht mehr fragen. Ich weiss aber das Oma und Opa nach einem langen und erfüllten Leben nun auf ihrer Wolke sitzen und von oben auf mich und meine Familie achtgeben. Das hilft ..... ungemein ....
Also vor neun Jahren mein Sternekind Silas uns verlassen hatte, hinterliess auch das eine Lücke .... und unendliche trauer ..... Aber ich weiß .... Oma und Opa sind für ihn da.
Ich habe gelernt (alleine durch meinen Beruf Altenflegerin), dass der Tod zum Leben dazugehört und das wahre Liebe auch immer dadurch gekennzeichnet ist, die Menschen die man liebt auch gehen lassen muss.
Dein Opa wäre nich so voller zuversicht und würde seinen Tod als so leicht ansehen, wenn er nicht ein Erfülltes Leben und seine "Mission" erfüllt hätte.
Er weiß das Du es schaffst ohne ihn auszukommen ... es wird nicht leicht und es wird schmerzhaft, aber Du schaffst das .... denn eigentlich ist Dein Opa nie wirklich weg .... Er wird immer bei Dir sein .....

Wirklich Tot sind nur die,
die wir vergessen .....

In diesem Sinne, lass ihn gehen wenn er gehen möchte, er ist dir immer nur einen kleinen Schritt voraus .... den Du irgendwann auch tun wirst .... wenn Deine Zeit gekommen ist ;-)

Beitrag von grinsekatze85 20.05.11 - 18:14 Uhr

Danke dir für die lieben Worte!

Und es tut mir so leid mit deinem #stern.
Ja ich werde ihn gehen lassen, wenn er es möchte. Das ist sein Weg und er entscheidet wann er ihn gehen möchte/kann. Wir werden bei ihm sein und ich hoffe so sehr, das wir die Chance bekommen uns richtig zuverabschieden.

Natürlich werden wir ihn nie vergessen!!!!Meine Oma hab ich auch nie vergessen auch wenn ich da erst 12 Jahre alt war. Solche Menschen, die einem das ganze Leben begleitet haben. Werden nie aus unserem Herzen verschwinden. Das steht fest!!!
Und ich weiß das er auf uns aufpasst.

#blume

Beitrag von sasa1406 20.05.11 - 20:43 Uhr

Sicher ist es schwer, zu wissen, dass ein geliebter Mensch bald gehen muss.....

Mach dich mal schlau, ob es bei euch in der Nähe ein Hospiz, oder einen ambulanten Hospizdienst gibt.

Die stehen einem bei, und helfen einem über die schwere Zeit, hier kanns du deine Ängste ansprechen, und sie werden dir sicher Hilfe geben können.

Vielleicht ist es auch gut, wenn dein Opa mal mit ihnen spricht, manchmal überspielen sie nämlich nur ihre Angst, da sie sie nicht zeigen wollen.

Hätte ich die Möglichkeit gehabt, wäre meine Oma und meine Mama im Hospiz gestorben, da ist die pflegerisch Betreuung und die Betreuung der Angehörigen wesentlich besser als im Krankenhaus und die Athmosphäre ist wesentlich angenehmer