Ist das ein Alkoholproblem?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von kleinekroete1201 20.05.11 - 22:01 Uhr

Ich hab irgendwie die Befürchtung, dass mein Mann ein Alkoholproblem hat. Schon als ich ihn kennengelernt habe, hat er gerne mal einen über den Durst getrunken. Ich finde, dass ist in den letzten 3 Jahren aber mehr geworden. Er ist von Beruf LKW-Fahrer. Wenn er arbeiten muss, trinkt er entweder gar nichts oder nur geringfügig (aber wirklich geringfügig). Kaum hat er aber frei, hab ich das Gefühl, dass alles nachgeholt werden muss. Er hat seit Mittwoch frei bis nächsten Mittwoch. Am Mittwoch haben wir uns gestritten und er hat Frustsaufen betrieben. In Zahlen heisst das, so ca. 8-9 Dosen Bier á 0,5 l.
Gestern war dann nichts, aber heute wieder. Er hat vorhin Rasen gemäht und dabei bestimmt wieder 5-6 Dosen getrunken, eine dann noch mit einem Nachbarn zusammen. Nun ist er nochmal zu Fuss los, um spazieren zu gehen. Na klar, spazieren gehen. Nachschub holen. Und das ist auch mit Sicherheit nicht das letzte Mal bis nächsten Mittwoch. Wir haben zwar noch ne ganze Kiste hier, aber die muss auch komplett bleiben, da wir morgen nachmittag mit 10 Leuten grillen wollen.
Ich hab nichts dagegen, wenn man sich ab und zu mal ein Bierchen trinkt (oder auch 3 oder 4). Keine Sache. Aber auch wenn er sich mal mit seinem Kumpel trifft, artet es jedes Mal aus. Zu zweit gibt es mindestens eine Kiste. So sieht für die gemütliches Zusammensitzen aus.
Wir haben uns schon oft gestritten deswegen, da ich diese Häufigkeit nicht gutheissen kann. Er meint immer, ich würde übertreiben und wäre ständig nur am meckern. Ja warum denn? Mal kann das ja alles vorkommen und da sagt auch niemand was, aber so oft... Er versteht es natürlich auch nicht, dass ich mir Gedanken bez. einer event. Abhängigkeit mache. Ich übertreibe ja immer nur.

Könnt Ihr meine Gedanken verstehen oder übertreibe ich tatsächlich so maßlos?

Beitrag von swety.k 20.05.11 - 22:18 Uhr

Nein, Du übertreibst nicht. Da besteht ein Alkoholproblem, ganz klar. Aber es ist schwierig, was dagegen zu tun, wenn er es selbst nicht als Problem ansieht. Hol Dir Hilfe.

Liebe Grüße von Swety

Beitrag von kleinekroete1201 21.05.11 - 08:40 Uhr

Wo kann ich mir denn Hilfe holen? Kenne mich da absolut nicht aus.

Beitrag von siomi 20.05.11 - 22:26 Uhr


Du übertreibst nicht!

Es gibt nicht nur die Spiegeltrinker, sondern auch Quartalstrinker, Erleichterungstrinken, Rauschtrinker usw.

Gruß Siomi

Beitrag von falkster 21.05.11 - 06:48 Uhr

das IST ein Alkoholproblem.

Fordere ihn doch mal dazu auf, seine Kumpels zu treffen und NICHT zu trinken. Das wird sicher nicht klappen.
Wenn er sich allerdings nicht helfen lassen will, kannst Du nicht viel machen.

Informier Dich mal über Co-Abhängigkeiten...

Beitrag von rska 21.05.11 - 11:05 Uhr

Hallo,
mein Freund ist ähnlich, sobald kumpels in der nähe sind wird bier getrunken ohne ende, bis sie dann zum härterem zeug kommen. Es schmeckt ihm "einfach" sagt er, und wenn ich ihm lang genug ins gewissen rede, dann kann er durchaus auch weniger.

Ich beobachte sein Verhalten jetzt 3 Jahre, und es gab zeiten, da war z.B. sein Bruder zu besuch und sie waren jeden zweiten Tag betrunken. Aber es gibt Zeiten, da rührt er für Wochen keinen Alkohol an. Ich habe lange überlegt und angst gehabt, ob es eine Sucht ist.

Ich persönlich bin zu dem Schluss gekommen, dass es keine Sucht in diesem Maße ist, ein Problem durchaus, aber eben keine Sucht. Er trinkt nicht, weil er nicht ohne kann, sonder weil es dazu gehört und er sich dadurch irgendwie verbunden mit seinen Kumpels fühlt. Er ist durchaus in der Lage zu verzichten, und zwischen durch Wasser zu trinken, so dass er nüchtern ins bett geht. Wenn ich nicht aufpasse, fließt der alkohol ohne kontrolle, weil es einfach da ist und es wird getrunken.

Ich würde sagen, rede mit ihm, mach mit ihm was aus, und erkläre, dass du ihn im betrunkenen zustand überhaupt nicht leiden kannst. Ich denke es muss klar sein, dass man nichts gegen etwas trinken hat, sondern etwas gegen die häufigkeit in der es geschieht!

ich habe bei meinem Freund jahre gebraucht, aber in zwischen funktioniert es ganz gut. Solange es nicht zu viel wird, lasse ich ihm den Spass und er hört schweren Herzens auf mich, wenn es doch mal überhand nimmt.

ganz liebe grüße und viel erfolg

rska

Beitrag von kleinekroete1201 21.05.11 - 12:04 Uhr

Härtere Sachen gibt es bei ihm Gott sei Dank vielleicht in 1% der Fälle, weil sich bei ihm da einfach der Magen rumdreht. Da bin ich eigentlich schon froh, wenn auch noch Schnaps oder so dabei wäre, ich glaube dann ginge gar nichts mehr.
Dein Text spricht mir total aus der Seele. Ich will ja jetzt auch nichts überstürzen, aber momentan fällt mir alles einfach sehr schwer, was damit zu tun hat. Ich trinke auch ab und zu mal ein Bier oder ein Glas Wein, aber das sind vielleicht in 4 Wochen 3-4 Stück. Da hab ich ja auch nichts gegen, aber das was er betreibt ist einfach zu viel des Guten.

Beitrag von mond09 21.05.11 - 15:26 Uhr

Ich finde es schwer aus der Ferne eine Diagnose zu stellen!!!

Selber trinken mein Mann und ich (natürlich jetzt in der SS nicht) auch gerne mal 1-2-3 oder mehr Gläschen Wein. Mit Absacker oder ohne. Manchmal 7 Tage die Woche. Manchmal gar nicht!

Beitrag von jksdfj 21.05.11 - 11:31 Uhr

Hallo

bei meinem Vater hat es auch so angefangen (er ist/ war auch LKW Fahrer) Wenn meine Mutter an die Anfänge der Bez. denkt, muss sie sich eingestehen,dass er schon damals oft getrunken hat. Mit den Jahren wurde es mehr und mehr, wir Kinder haben darunter gelitten, obwohl er nicht aggressiv war oder so. Aber die ständigen Vorwürfe und Streitigkeiten zwischen den Eltern.

Meine Mutter sah da ein Problem, mein Vater nicht. Und so ist es bis heute. Er ist abhängig (trinkt zwar nur Bier, aber auf die Menge kommt es an), hatte schon gesundheitliche Probleme deswegen. 1 Jahr war er trocken, dann war Stress auf der Arbeit und es ging wieder los. Ich glaube, er bleibt bis zu seinem Tod alkoholabhängig. Durch diese Erfahrungen schau ich bei Männern immer sehr genau hin was den Konsum angeht. Wenn ich sehe, dass jemand gerne trinkt, täglich oder oft, ziehe ich gleich die NOtbremse und bin weg.

Wenn du nicht mehr kannst und er sich nicht ändern will, geh weg von ihm bevor du co-abhängig wirst...

Beitrag von ssssssss 21.05.11 - 12:53 Uhr

Bierchen zum entspannen? - kein Problem!
Aber funktioniert das auch ohne???
Wenn nicht, dann ist das schon eine Sucht!

Du kannst NIX machen, wenn er das nicht will. Traurig, aber leider wahr.:-(

Das Problem hatte ich mit meinem Freund, er sagte er hätte kein "Problem!" und so dauerte das..... Und ich habe das noch mitgemacht - Co-Abhänigkeit!

Aber dann habe ich begrieffen dass ICH was tun muss und ich habe ihn rausgeschmiessen. Und erst dann hat er die Lage erkannt und hat eine stationäre Therapie gemacht.

Also es gibt 2 Möglichkeiten:
1 Du machst nichts - er wird auch nichts machen
2 Du kannst dich beraten lassen (er muss das nicht wissen) z. B. Karitas, und dort bekommst du Unterstüzung wie und was du machen kannst.

Viel #klee
#winke