Habe ich sie im Stich gelassen?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von diamant1984 20.05.11 - 22:54 Uhr

Hallo,

ich habe ein sehr schlechtes Gewissen. Unsere kleine Maus ist nun knapp 19 Monate alt. Wir haben seit letzter Woche einen Platz in einer Spielgruppe(einmal die Woche 1 1/2 Stunden; die Kinder spieln in einem anderen Raum-Eltern halten sich in der Turnhalle auf).Diese ist Voraussetzung für die Aufnahme in diesen Kindergarten(ab 3Jahren).
So nun zu der Situation. Ich war letze Woche mit ihr dort. Sie konnte sich nicht von mir lösen. Bin dann bei ihr geblieben-sie hat gespielt. (Ist auch völlig ok für mich-wir sind ja 24 Stunden zusammen) Gestern war der Papa mit ihr da. Anfangs hat sie sich von ihm verabschiedet. Nach einer halben Stunde wurde sie weinend zu ihm gebracht. Sie hat immer wieder nach mir verlangt. Der Papa hat 15 Minuten gebraucht um sie zu beruhigen. Danach sind sie wieder spielen gegangen. Sie hat ihn natürlich nicht von ihrer Seite gelassen.

Für uns ist es das erste Mal das der Papa über mehrere Stunden etwas allein mit unserer Maus macht. Sie ist ein totales Mamakind.
Ich habe ein total schlechtes Gewissen, dass ich sie alleine lasse.
Kennt jemand solche Situationen?

Lieben Gruß
diamant1984

Beitrag von cika 20.05.11 - 22:58 Uhr

Hi,

mach dir kein schlechtes Gewissen, Papa ist ja da. Und den wird sie doch gut kennen und Vertrauen haben.

Gönn dir öfters mal eine kindfreie Zeit - 19 Monate - 24hmit dem Kind..... also ich weiss nicht...

Beitrag von diamant1984 20.05.11 - 23:07 Uhr

Ich arbeite von zu Hause aus und bin daher immer mit ihr zusammen. Über 19 Monate wächst man da ziemlich zusammen. Klar kennt sie den Papa gut.
Danke für die lieben Worte!

Beitrag von hopelove 20.05.11 - 23:05 Uhr

Hallo!

Du hast sie doch nicht im Stich gelassen.
Ich finde es eher so ein bißchen komisch das es das erste mal war das ihr Papa was über mehrere Stunden mit ihr alleine gemacht hat.
Warum gab es denn nicht schon früher so Situationen?

lg hopelove

Beitrag von diamant1984 20.05.11 - 23:11 Uhr

Er arbeitet ziemlich viel und hat sich in Konflikt und Stresssituationen immer etwas verkrümelt. Es war von Anfang an selbstverständlich für ihn-er arbeitet, ich habe Elternzeit und kümmere mich um unsere kleine Maus. (Ist auch ok für mich)Seitdem sie 9 Monate alt ist, arbeite ich von zu HAuse aus und bin ebenfalls immer mit ihr zusammen.

Beitrag von niki1412 20.05.11 - 23:57 Uhr

Hallo!

Ich finde nicht dass Du sie im Stich gelassen hast. Ich würde diese Situation zum Anlass nehmen ab sofort den Papa mehr zu integrieren. Das ist alles Gewöhnungs- und Übungssache. Helena war auch ein Mamakind. Schon zeitig vor der Geburt von Julius hat dann der Papa einiges mehr übernommen damit es dann auch klappt wenn das Baby da ist. Und für Dich wäre es doch sicher auch mal schön etwas mehr Zeit für andere Dinge zu haben!?

LG Niki mit Helena #blume und Julius #klee

Beitrag von zaubertroll1972 21.05.11 - 00:22 Uhr

Schlechtes Gewissen weil der Vater sich um das Kind gekümmert hat?
Tut mir leid aber sowas kenne ich nicht. Ich finde es sogar sehr schade daß Du Deinen Mann scheinbar nicht läßt.
Es ist doch super für die Vater-Kind Beziehung.
Mein Mann hat sich immer um unseren Sohn gekümmert und ich habe mich immer 100% ig sicher gefühlt wenn die beiden zusammen waren/sind.

LG Z.

Beitrag von diamant1984 21.05.11 - 18:07 Uhr

Ich lasse ihn- er hat sich jedoch von Anfang an immer wieder herausgereget, wenn es um die Aufgabe ging sich um die Kleine zu kümmern- dann habe ich es halt gemacht( Ja, auch sehr gern! Irgendwann habe ich aufgehört andauernd nachzufragen.)

Beitrag von zaubertroll1972 21.05.11 - 19:55 Uhr

Das klingt echt schade! Mich würde das traurig machen!

Beitrag von diamant1984 22.05.11 - 14:42 Uhr

Macht es mich. Sehr sogar:-(

Beitrag von liasmama 21.05.11 - 05:21 Uhr

Im Sich gelassen? IM GEGENTEIL!
Ihr habt nur angefangen, sie aktiver zu unterstützen ... und wenn du mich fragst seid ihr damit verflixt spät dran. ;-)
Deine Kleine MUSS lernen, dass sie sich auch auf andere Menschen als Mama verlassen kann. Und hey, auch wenn es 15 Minuten gedauert hat, dein Mann konnte sie beruhigen! Das ist das, was sie dabei gelernt hat! Und das ist nicht nur für dein Kind toll, sondern auch für deinen Mann!

Mir war es immer wichtig, jede Möglichkeit, die Kinder von mir abzunabeln, auch wahrzunehmen.
Was, wenn mir was passiert wäre?? Angenommen, meine Kinder könnten wirklich GAR nicht ohne mich, und ich würd wegen irgendwas im Krankenhaus landen?
Diejenigen, die darunter am meisten leiden würden, wären dann meine Kinder, nicht zu vergessen die Person/-en, die sich dann um sie kümmern müssten.
Deswegen fand ich es FÜR die Kinder wichtig, zu lernen, dass auch Papa und Oma für sie da sind.
Ich hatte nicht das Gefühl, sie im Stich zu lassen wenn ich sie für ein, zwei Stunden (oder später, da war meine jüngere etwas über ein Jahr alt, für 6 - 8 stunden während eines Praktikums von mir) beim Papa gelassen habe, sondern ich hatte das Gefühl ihnen damit für ihre Entwicklung etwas ungemein hilfreiches und wertvolles zu geben. Urvertrauen .... das muss sich nicht nur auf die Mama beziehen.

Am besten, dein Mann geht beim nächsten Mal gleich wieder mit der Kleinen. :-)
Gut, dass ihr das so gemacht habt.

LG!

Beitrag von rmwib 21.05.11 - 07:37 Uhr

Huhu

ich finde nicht, dass Du ein schlechtes Gewissen haben musst- wir reden hier immerhin vom Papa. ;-) Die 2 machen das schon #liebdrueck

Liebe Grüße

Beitrag von faubienne 21.05.11 - 07:47 Uhr

Nicht böse sein, aber wenn man 19 Monate 24 Stunden für das Kind da ist und noch nicht einmal der Papa mit ihr alleine war - dann wird es auch eine Weile dauern damit deine Kleine wen anders als dich akzeptiert.

Sicher ist es schön wenn sich Mama viel kümmert am Anfang aber wenn man keinen anderen mit seinem Kind mal alleine lässt, bzw. an das Kind ranlässt, dann ist es vielleicht auch verständlich dass das Kind nichts anderes will, da es es nicht anders kennt dass Mama da ist.

Ich bin auch in Elternzeit zuhause, kümmere mich sehr viel um meine beiden Mäuse aber ich habe immer drauf geachtet, dass Papa alles mitmacht und auch alles mit beiden kann (Windeln wechseln, ins Bett bringen, baden, einkaufen gehen, alleine mit ihnen sein usw.) und bei uns klappt es bei beiden alles sehr gut (sicherlich gibt es Ausnahmen dass die kinder mal nur Mama oder nur Papa haben wollen).
Unsere "Große 23 Monate" schläft auch schonmal alleine bei Oma - auch alles kein Problem weil ich sie früh dran gewöhnt habe (meine Mutter wohnt weiter weg deswegen schlafe ich seit anfang an mit den Kiddies da, deswegen ist sie mehr dran gewöhnt als andere Kinder- aber sehr von Vorteil).

Irgendwann wirst du wieder arbeiten gehen denke ich mal bzw. Zeiten haben in denen du getrennt von deinem Kind ist, deswegen versuch das jetzt zu bewältigen damit es nicht immer schwerer wird.

Natürlich musst du das nicht mit der Holzhammermethode machen aber immer entzieh dich in solchen Situationen immer mehr deinem Kind und lass auch mal andere machen (auch wenns schwer fällt) ;-)

Toi toi toi das wird schon -

Grüße

Beitrag von mond09 21.05.11 - 08:27 Uhr

Ja das kenne ich nur zu gut. Meine Tochter ist 22 Monate alt. Ich bin auch immer mit ihr alleine!!! Mein Mann arbeitet von frühs bis 20-21 Uhr.
In nicht mal 2 Monaten kommt das Geschwisterchen und ich habe Angst davor das meine Maus leidet weil Mama ein paar Tage nicht da ist. Und meine Eltern sind leider dann im Urlaub.

Beitrag von derhimmelmusswarten 21.05.11 - 11:58 Uhr

Mach dir keine Sorgen. Du machst alles richtig und dass sie weint, zeugt doch nur von einer guten Bindung. Haltet durch. Das wird ihr nur gut tun!

Beitrag von -vivien- 21.05.11 - 12:21 Uhr

ich finde sie muss es langsam lernen und somit ist die gruppe super
nicht ganz plötzlich und sofort alleine, aber die lösung, dass der papa erst mit dabei ist find ich gut. diesen kennt sie ja schließlich

ist doch super das er sie beruhigen konnte. hat zwar etwas gedauert, aber es hat geklappt und somit ein fortschritt / erfolg

mach dir nicht soviele sorgen :-)
lg

Beitrag von olivia2008 21.05.11 - 13:10 Uhr

Dein Kind war 19 Monate lang immer auf dich fixiert. Und nun soll sie sich plötzlich für 1,5 Std. von dir lösen. Das ist eine enorm lange Zeit, wenn sie es nicht gewohnt ist.
Du schreibst, dass sie nach einer halben Stunde zum Papa gebracht wurde. Das ist doch toll. Denn das heißt, dass sie eine halbe Stunde -vielleicht auch etwas weniger- ohne Eltern sein konnte. Haltet daran fest und überfordert sie nicht. Ihr könntet ja beispielsweise nach 15 min. nach ihr sehen, dann nach 20min, nach 30 min. und irgendwann kann sie die gesamte Zeit alleine sein.

Wenn sie mamabezogen ist, solltest du deinen Mann öfter mit einbeziehen. Geht zusammen auf den Spielplatz und in einer guten Gelegenheit verschwindest du mal für 3min. und erhöhst die Zeit nach und nach. So gewinnt sie das Vertrauen, welches sie braucht. Sie weiß, dass papa für sie da ist. Sie weiß aber auch, dass Mama wieder kommt.

Geht anfangs zusammen zum Spielkreis. Du verschwindest dann nach 30min., ihr papa bleibt dort, dann nach 60 min. und irgendwann hat sie keine Probleme damit, mit Papa allein zu sein.

Gebt ihr die Zeit, die sie braucht.

Meine Tochet kam mit 2 Jahren und 3 Monaten in den Kindergarten. Obwohl sie seit ihrem 6. Lebensmonat in den Spielkreis geht (erst mit mir zusammen, später dann ebenfalls 1,5 Std. alleine), war der gesamte Tag einfach zu viel für sie. So haben wir sie erst 2 Std. dort gelassen, dann 3 Std. und inzwischen ist sie den kompletten Vormittag dort. Sie ist so gerne da, dass es schwer ist, sie wieder dort weg zu bekommen :-)

lg

Beitrag von diamant1984 21.05.11 - 18:04 Uhr

Sie war zwischendurch auch schon mit ihrer Tante unterwegs oder wenn ich beim Frisör oder Arzt war mit Papa allein.

Ich würde ihn gern miteinbeziehen-von Anfang an! Aber dass war nie ganz leicht. Er hat sich häufig einfach immer wieder verkrümelt.
Danke für deinen Zuspruch. Man darf als Eltern dabei bleiben, bis das Kind sich eingewöhnt hat.
Würde sie nie dort einfach allein lassen.
Ich bin selbst Pädagogin und gehe bei meinen Eingewöhnungen nach den Berliner-Modell vor. (Also ganz behutsam!)
Im Grunde weis ich auch dass es ihr nur gut tun wird!

Beitrag von vanta 21.05.11 - 13:52 Uhr

Hallo!
Das Schuldgefuehl kenne ich. Meine Tochter (18M) geht seit circa drei Monaten zum Kiga. Zweimal die Woche fuer je drei Std.
Manchmal weint sie beim Abschied und manchmal ist sie fofort bei der Sache und will spielen. Wenn sie weint beruhigt sie sich sehr schnell sobald ich mich verabschiedet habe. Klar habe ich dann oft ein schlechtes Gewissen und frag mich ob es ihr gut geht und so. Wenn ich sie abhole sehe ich es in ihrem Gesicht das sie eine gute Zeit hatte. Ich habe sonst nicht viel Kontakt mit anderen Muettern die Kinder im Alter meiner Tochter haben. Durch den Kindergarten lernt sie andere Kinder kennen und auch das Spielen mit ihnen. Ich weiss, dass ihr die Zeit dort gut tut und sie sich gut weiterentwickelt.
Keine Sorge, du machst das schon richtig. Sie wird sich dran gewoehnen. Das gehoert alles zur Entwicklung dazu. Und wie ich in einer anderen Antwort lesen konnte, dass Weinen zeugt auch von einer starken Bindung. Das sehe ich auch so.
Kopf hoch.
LG
Vanta