Obstruktive Bronchitis - Erfahrungen?

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Hier könnet ihr euch gegenseitig Rat und Unterstützung geben. Lest gern auch in unserem Magazin nach. 

Beitrag von rijana 21.05.11 - 09:20 Uhr

Meine Tochter ist ein Extrem-Frühchen aus der 26. SSW (430g, 28cm), heute 11 Monate (korr. knapp 8), 66cm und knappe 6kg. Sie hat eine BPD, durch die anfängliche Beatmung.
Nun ärgern wir uns schon seit fast 10 Wochen durchgehend mit einer obstruktiven Bronchitis rum. Immer wenns grade gut ist, fängts wieder von neuen an. Wir inhalieren 8 mal täglich mit Sabtamul und 2 mal mit Kortison. Einen Krankenhausaufenthalt von einer Woche haben wir auch schon hinter uns.

Ich wollte mal fragen obs hier jemanden gibt, der Erfahrungen mit einer obstruktiven Bronchitis hat, weil irgendwie scheint das ja kein Ende zu nehmen.
Gibt es etwas, was ich zusätzlich für sie tun kann?

Sie ist eigentlich ziemlich fit dabei und wirkt nicht unbedingt krank. Wenn dieser blöde Husten nicht wäre, würde man ihr nichts anmerken.
Sie turnt den ganzen Tag rum und ist aktiv. Dadurch nimmt sie natürlich ab, weil sie mehr kalorieren verbraucht als sie zu sich nimmt. Wir sind jetzt auf Rat vom Kia mit der Nahrung von pre auf 1 umgestiegen. Trinken tut sie aber nicht soo toll, sie erreicht die Mindestmenge und das wars dann auch schon wieder.

Langsam fange ich an zu verzweifeln, wie lange kann ein so kleiner Körper das aushalten?

Dem Kia scheint das alles nicht sehr zu beunruhigen, sonst hätte er uns ja wieder ins KH geschickt. Er meinte nur, wir bekommen das weg.

Das ist doch aber bestimmt nicht normal dass sich das so lange hinzieht oder?

Vielleicht kann mich ja wer weiterhelfen...

Gruß,
J.

Beitrag von schanina 21.05.11 - 09:58 Uhr

Huhu,

oh, davon kann ich leider auch ein Lied singen. Bei Kimberly war das im Januar sogar so schlimm das sie auf Intensiv lag, weil es sich auch in die Lunge eingeschlichen hatte! #schmoll Leider brauchten wir danach auch gaaaaanz viel Geduld und haben das sicher noch 3 Monate mit rumgeschleppt. Und seitdem ist sie noch total empfindlich und hustet aktuell auch wieder vermehrt. Wir haben das inhalieren aber kurzfristig einfach mal eingestellt, weil es die sein kann, das es manchmal einfach nochmal mit anregt. Bei uns war`s dann auch so. Wir sind dann den ganzen Tag durchweg raus an die frische Luft und nach einer Woche wurde es schon deutlich besser obwohl wir ja nicht mehr inhaliert haben. Ich würde einfach nicht mehr so viel inhalieren, denn viel hilft wirklich nicht viel sondern kann das Gegenteil erreichen. Mit wieviel Salbutamol inhaliert ihr denn? Und habt ihr das Pulmicort? Wenn es mal ganz extrem wurde, haben wir auch mal ein Rectodelt (hochdosiertes Corstison Zäpfchen) geschoben,.. Das ist natürlich wie geschrieben hochdosiert, aber hat bei uns wunderbar geholfen und sie hat sich nicht mehr so gequält.

Wünsch euch alles Gute das ihr das bald überstanden habt,

LG Nina

Beitrag von rijana 21.05.11 - 10:19 Uhr

Hallo, danke für deine schnelle Antwort.
Das mit eurer kleinen muntert mich nicht grade auf, aber so unnormal scheint das ganze dann ja doch nicht zu sein...

Ja, das mit dem Inhalieren hab ich mir auch schon gedacht, dass es zuviel sein könnte, habe dann vom Kia die Erlaubnis bekommen, wenn sie nachts schläft nicht zu inhalieren. Es ging auch recht gut für ein paar Tage, aber nun fängts halt wieder an, vermehrter husten, schnupfen...

Als ich den Kia drauf ansprach, dass wir weniger inhalieren sollten meiner Meinung nach, weil es ihr mit weniger besser ginge meinte er, das husten ist wichtig, damit sich der schleim löst.

Mit Salbutamol je 2 Hub, und mit Becclometason je 1 Hub.
Ich trau mich nicht es einfach ganz wegzulassen, obwohl das auch schon meine Gedanken waren, dass es einfach dazu beiträgt dass es nicht besser wird.
Ich weiss auch nicht ob es angebracht wäre, das einfach mal auszuprobieren, vor allem jetzt am WE... ich möchte doch einfgach nur dass es ihr besser geht. das ständige husten strengt sie ja auch total an...
Ich frage mich wie lange das ein so kleiner Körper aushalten kann...

Beitrag von schanina 21.05.11 - 10:52 Uhr

Huhu,

ja kann ich verstehen. Mir hat damals im SPZ den Rat gegeben, weil sie gemeint hat, wenn es ohnehin nicht anschlägt kann ich es probieren wegzulassen. Und bei uns hat es funktioniert. Hustet denn dein Mäuschen auch am meisten in der Nacht? Also da ist es bei uns am Schlimmsten.. Sie ist da wirklich im 2-Min. am Husten. Die Kleinen tun einem immer so leid, und man kann nichts machen. Wenn Kimberly so erkältet wie momentan ist, dann inhaliere ich die ersten Tage wenn es so extrem ist nur morgens um abends mit Kortison + Salbutamol+ Atrovent. Und bisher sind wir damit gut gefahren, - zumindest besser als damals, als ich noch 5 mal mindestens am Tag inhaliert habe. Da hat sie dann noch zusätzlich noch so viel Schleim gebrochen weil es nochmals angeregt hat. Nun ist das wirklich viel besser.

LG Nina

Beitrag von lorelai84 21.05.11 - 10:42 Uhr

Ich hab zwar kein extremfrühchen, sondern nur ein spätfrühchen (35+2), aber auch wir hatten das erste jahr mit OB zu kämpfen!
Es fing mit etwa 8 wochen an und dann ging es mit kurzen pausen bis zu seinem ersten geburtstag!
Das war echt ne schlimme zeit!!! Die kleinen tun einem so leid!:-(

Wir sind wirklich viel viel viel an der frischen luft gewesen! Mittagsschlaf hat er auf dem balkon gemacht!
Nachts hab ich immer wieder ne schale mit heißem wasse in sein zimmer gestellt (anfangs also neben mein bett)!

Richtig viel kann man einfach nicht machen!
Aber die kleinen sind zäh! Die schaffen das!

Mit dem ersten geburtstag hat es bei uns aufgehört!

Beitrag von rijana 21.05.11 - 11:14 Uhr

Danke euch beiden noch mal. Ich werde am Montag noch mal mit dem Kia sprechen und versuchen das WE zu nutzen m viel an die frische Luft zu gehen. Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine da steht, sondern andere das auch durchgemahct haben und es gibt Hoffnung das es irgendwann mal zuende sein wird...


Einfach ein bisschen heisswasser und das wars?

Beitrag von schanina 21.05.11 - 12:11 Uhr

Kein Problem... Ja, ich denke bei manchen Frühchen merkt man gar nichts (wie bei unserem Leon,- obwohl er schwerwiegendere Probleme mit der Lunge hatte als Kimberly), und bei anderen zieht sich das Jahre hin.. Wir haben uns einen Verdampfer gekauft, aber wirklich gebracht hat das bei uns leider nichts, aber an sich eine gute Möglichkeit die Luft vor allem bei der Hitze ein bisschen feucht zu halten, damit es nicht zu trocken wird. Dann reizt das den Husten meist nur noch mehr. Genauso gut sind Hiflsmittel wie deine gewaschene Wäsche zum Trocknen ins Schlafzimmer stellen oder nasse Tücher über die Heizung legen etc.. Hoffe es wird schnell besser bei euch!

Nina

Beitrag von giuli2009 21.05.11 - 12:45 Uhr

kenn das von meiner tochter, sie ist zwar reifgeboren aber hatte das auch im 1.jahr ständig!! inhallieren hat da nicht viel gebracht, auch nicht mit kortison.....
wir haben dann prednisolon tabletten bekommen

Beitrag von hase2101 21.05.11 - 20:48 Uhr

Hallo!

Mein spätes Frühchen (34+3) hatte bis 3 Jahre auch ständig mit obstruktiven Bronchitisen zu kämpfen, auch oft mit Krankenhausaufenthalten. Unser Pariboy war eigentlich im Dauereinsatz (Salbutamol). Mein Kinderarzt hat immer gesagt, wir bekommen das spätestens bis zum Schulalter weg und ich hab ihm da auch vertraut.

Als Levin 3 Jahre war, hab ich für mich eine Mutter-Kind-Kur beantragt und zugesehen, dass ich ins milde Reizklima komme. Wir hatten dann eine 3-wöchige Kur auf Fehmarn, wo Levin nochmal RICHTIG obstruktiv wurde - ...und das war das letzte Mal! Heute ist er 6 Jahre und hat seit 3 Jahren nicht mehr inhaliert!

Was bei uns gut geholfen hat sind:

- Oberkörper hochlagern (Decke unter das Kopfende der Matratze legen)
- feuchte Tücher im Zimmer aufhängen
- Zwiebelsäckchen (lässt die Schleimhäute abschwellen)
- viel viel viel rausgehen
- viel Trinken, am besten Fencheltee oder Wasser

Ich wünsch dir gute Nerven und deiner Kleinen gute Besserung!!!
hase2101

Beitrag von rijana 21.05.11 - 21:24 Uhr

Danke schön für eure Berichte.

Feuchte Tücher ohne Heizung an, ja?
Was ist mit Zwiebelsäckchen gemeint?


Ja, hab auch schon überlegt unsere geplante MuKiKur vorzuziehen und ein wenig an die Nordsee zu fahren... muss am Montag mal nachfragen ob das schon Sinn macht...

Beitrag von hase2101 22.05.11 - 20:53 Uhr

Mein Arzt hat mir damals den Tipp gegeben, eher an die Ostsee zu fahren wegen dem milderen Reizklima. Besprech das doch mal mit dem Kinderarzt.

Zwiebelsäckchen: Eine Zwiebel grob zerkleinern, in ein Haushaltskrepp "einsäckeln" (halt oben so zusammenzwirbeln) und in eine Schale im Zimmer aufstellen. Stinkt wie die Hölle, aber bei uns hat es immer was gebracht. Ich mach das mittlerweile auch bei mir selber, wenn ich mit verstopfter Nase zu kämpfen habe.

Feuchte Tücher geben die Feuchtigkeit auch ohne Heizung ab - alternativ kannst du auch einfach einen Wäscheständer mit Wäsche zum Trocknen ins Zimmer stellen (dann aber ohne Zwiebelsäckchen, sonst kannst du nochmal waschen :-p )

Beitrag von stephi1982 23.05.11 - 09:03 Uhr

Hallo J.

Obstruktive Bronchitis unser bester Freund :-(. Unser kleiner Ritter hat leider auch sehr viel damit zu kämpfen. Wir sind jetzt bei einen Pulmologen in Behandlung. Wir sollten zum Schweißtest. Bei uns stand auch der verdacht im Raume von Mukoviszidose aber was jetzt eigendlich ausgeschlossen werden kann laut meinen KiA. Ein Tipp gibts dafür nicht nur warten bis es sich verwachsen hat sagt unser KiA. Unser kleiner Ritter bekommt Budisair 1 hub und Singulair 1 Tab. Täglich zweimal als Dauertherapie. Wenn er wieder eine Obstruktive Bronchitis hat bekommt er Salbuthamol 3 Hübe dazu. Wenn schlecht läuft bekommt er noch flüssig Cordison und Salbubronch 3 mal Täglich bei. Er ist jetzt 18m aber von besserung ist nichts in sicht. Kennt Ihr denn das Abklopfen vom rücken und seite? Das hilft den schleim zu lösen. Oder ihr macht es mit der Massagebiene
http://www.beste-collection.de/shop/product_info.php?info=p30_Bee-die-Massagebiene.html&XTCsid=kvco4m4jjjrr4v2t3o8gerik55
Das wurde uns im KH von dem Physiotherapeuten empfohlen und es hilft wenn nicht viel aber ein bissel und den kleinen gefällt es. Man macht es wenn die Kinder auf dem Bauch liegen und dann fährt man mit der Biene über den Rücken und den seiten. Kleine kreisende bewegungen.

Ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen.


Wünschen Euch alles gute.


LG Stephi mit Prinzessin Lea-Marie 2,5j und kleinen Ritter Finn-Lukas 18m geb. bei 35+2

Beitrag von fusselchenxx 23.05.11 - 14:50 Uhr

Hallo,

Mein Frühchen wird im Oktober schon 6 Jahre.. Und ich kenne das.. Auch über Wochen bzw Monate... Und nichts scheint zu helfen.. Wir haben auch 1,5 Jahre mit Kortison inhaliert... Ohne unterbrechung...

Kauf dir mal Tymianöl (bekommt man ind er Apotheke oder auch überall wo es so Duftöle für die Kerzen gibt)... Davon abends 20 Tropfen in eine Schüssel.. Heisses Wasser drauf und ab damit ins Kinderzimmer... Am Besten noch im Kinderzimmer übergiessen.. Das riecht zwar nicht besonders angenehm, aber hilft... Dies machen wir auch bei dem Kleinen mitlerweile und bei ihm ist daduch acuh der Husten immer schneller weg (hat auch obstruktive Bronchitis)...

Ich sehe das aber mitlerweile gelassen.. Wir waren mit dem Großen beim Lungenfacharzt als er 2 Jahre alt war, da er immer Anfälle hatte.. Meistens zu der Bronchitis hatte er auch oft eine Lungenentzündung.. Es kam dann Asthma raus.. Wir bekamen also noch ein Notfallspray... Uns wurde aber gleich gesagt. dass es sich sehr wahrscheinlich wieder verwächst---

Und was soll ich sagen: Er kam mit 3 Jahren in den Kindergarten... Hatte da nur eine Bronchitis und nocheinmal einen Anfall.. Seitdem haben wir nichts mehr gehabt. Wenn er nun mal krank wird, dann eine normale Erkältung... Ernsthaft hatte er schon ewig nichts mehr...

So doof die ersten 3 Jahren waren, so angenehm ist es dafür jetzt.. Wenn alle Krank sind, ist Joshua gesund... Er hat ebens chon sehr viel mitgemacht und sein Imunsystem ist gut aufgebaut....

Zu deiner letzten Frage: Doch es ist leider normal, dass es solange sich hinzieht...

LG Fusselchen + Joshua *21.10.05 (32+1 geboren) + Steven *23.03.09 (SmallForDate-Baby)

Beitrag von rijana 23.05.11 - 20:55 Uhr

Es scheitn ja doch öfter vorzukommen als ich gedacht habe und dann auch so lange hingezogen...

Der KIa hat uns heute alles für eine Kur ausgefüllt und ich denke das wir noch im Juni an die Nordsee fahren werden.

Eure Tips werd ich mal ausprobieren...

Vielen dank für eure Geschichten!

Beitrag von hermiene 26.05.11 - 22:12 Uhr

Hi!

Konstantin ist zwar 39+0 - aber ein absoluter Lungenproblemfall.... Einen normalen Husten kennt er nicht, er wird gleich obstruktiv, Stridor in- und exspiratorisch, Atemfrequenz jenseits von gut und böse (da wird jedem Kinderintensivpersonal schlecht) und dazu kotzt er ständig beim Husten.
Therapie: Salbubronchtropfen, feuchte Luft mit Niaouli angreichert, Plantago-Bronchialbalsam und wenns hart kam Rectodelt.
Nachdem er vorletzten Winter locker 2 Wochen im Monate (!) obstruktiv war über mehrere Monate und ich am Ende (Berufstätig, 2 Kinder, Haus, Maus usw.) hat mir eine Kollegin Umckaloabo empfohlen - es hilft!!!
Dadurch geht die Erkältung schneller weg und somit auch die blöde Obstruktion.
Er war bis jetzt nur 1x erkältet ohne Obstruktion - da waren wir an der Nordsee.... Das Klima ist echt traumhaft!!!
Vielleicht versuchst Du es mal mit Umckaloabo, sollte spätestens ab 1 Jahr zugelassen sein (Dein Kind hat eh schon viele Medis bekommen die keine Zulassung hatten...).
Da ich Asthma habe hatte ich schon große SOrge, aber meine KiÄ meinte auch, bis zum Schulalter haben wir noch sehr gute Chancen auf ein Ende.
Er hat dafür tolle Haut und keine Allergien (der Bruder Neurodermitis und Heuschnupfen).

Zum Gewicht: Henrik (39+6, 3520g GG), hatte mit 12 Monaten 8,8KG, jetzt mit 5,5Jahren grade 18KG.
Er war phasenweise auch grad auf der 3er Perzentile.
Wichtigste Regel: kein Terz ums Essen machen! Das geht nur schief.
Ich reicher sein Essen immer mit Fett an (Butter, Sahne, Öl - was halt passt). Zur Not kannst Du auch mal Öl in die Flasche geben (hab selbst gestillt, aber in der Klinik wird das teilweise gemacht). Die Umstellung von Pre auf 1er ist kaum der Rede wert. Wenn sie gerne Brei oder stückig ist schummel da Kalorien unter.

Bleib tapfer!!! Nurnoch 5 Jahre bis zur Schule ;-) und die Zeit wird bald rasen...

LG,

Hermiene