Ist es richtig was ich tue?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von -juli-20 21.05.11 - 12:26 Uhr

Hallo Mädls,

ich hab hier öfter mal gelesen, dass so Krippeneingewöhnungen bei euch oft so perfekt und ohne weinen ablaufen.
Mich würde mal interessieren- wie macht ihr das?
Meine Maus geht jetzt seit ein paar Wochen 2 mal pro Woche in die Krippe und ich schaffe es nicht zu gehen ohne dass sie weint, nach mir ruft etc. Es ist so schrecklich dann zu gehen, es bricht mir jedes mal das Herz und ihr sicherlich auch. Ich denke mir, dass ich die Situation ja überblicke und sie da rausholen könnte und sie ja quasi wehrlos dem ausgeliefert ist was ich tue. Das tut mir so leid.

Das ist die schlechte Seite...

Anders gesehen lässt sie sich jedesmal schnell von den Erzieherinnen beruhigen, spielt dann schön, ißt ordentlich, lässt sich ohne Probleme wickeln und ins Bett bringen und vor allem erduldet sie das nicht nur alles, sondern hat auch Spaß, ist fröhlich integriert sich und lacht auch.
Wenn ich sie hole ist sie fröhlich, sie singt auf dem Nachhauseweg und ich merke dass sie dennoch einen schönen Tag hatte.

Nur das mit dem Trennungsschmerz macht mir echt zu schaffen. Ich habe auch schon ausprobiert mal länger bei ihr zu bleiben, noch was mit ihr zu spielen, sie noch zu wickelen etc. oder auch mal nur kurz tschüss zu sagen und gleich wieder zu gehen, es ist immer dasselbe.

Hm, sie ist auch oft bei ihrer Oma/Opa und da macht sie nie so eine Szene wenn ich mich verabschiede. Klar, sie kennt sie schon länger und so... Ich studiere im Moment und bin am überlegen noch 2 Semester auszusetzen, dann wäre ihre Oma in Rente und hat angeboten sich immer um sie zu kümmern während ich in der Uni bin.
Jetzt weiß ich nicht so genau was das Richtige ist.... Klar, Oma wäre billiger ;-), sie kennt sie und hätte diesen Abschiedsschmerz nicht. Aber wieder andrerseites finde ich den Kontakt zu Kindern den sie in der Krippe hat unersetzlich und sie lernt dort auch total viel, das habe ich jetzt nach der kurzen Zeit schon gemerkt. Wir haben keine kleinen Kinder in der Familie und sie hätte sonst so gut wie nie Kontakt zu Kindern, außer natürlich in Spielgruppen, aber 1-2 Mal die Woche mit Mamas daneben find ich eher dürftig...

Was also tun? Ist es falsch das mit der Krippe weiter durchzuziehen und lieber noch warten und dann zur Oma? Oder dran bleiben und hoffen dass der Abschiedsschmerz aufhört?

Wie würdet ihr euch entscheiden?

Lg an alle! #winke

Beitrag von hardcorezicke 21.05.11 - 12:38 Uhr

Hallo

kann die erzieherin dein kind nicht ablenken.. in an eine wandseite gehen und was zeigen.. ohne das du dich verabschiedest?

leonie ist zwar erst gestern 1 jahr alt geworden... geht aber in die betreuung wenn ich fitness mache... leonie wird abgelenkt und danach klappt es gut..

LG

Beitrag von -juli-20 21.05.11 - 12:43 Uhr

hallo,

ja klar wird sie sofort abgelenkt, eine Erzieherin schaut mit ihr ein Buch an oder holt Malsachen raus etc. das klappt auch immer sehr gut und sie hört dann auf. Hab mir auch schon überlegt einfach so zu gehen wenn sie grad nicht herschaut, aber das kommt mir schon echt hinterhältig vor... =(

Lg

Beitrag von velvetsnail 21.05.11 - 12:49 Uhr

Hallo,

ich habe 3 Kinder die in die Krippe gegangen sind. Hab es auch ohne Baschied gemacht und erst als sie sich eingewöhnt haben mit Verabschiedung. Mach Dir nciht zu viele Gedanken. Wenn Du ein gutes Gefühl mit den Erzieherinnen hast kannst Du ohne schlechtes Gewissen gehen.
Ausserdem: es wird immer wieder Rückschläge geben. NAchdem mein Sohn schon ein Jahr im Kiga war hat er plötzlich wieder angefangen zu weinen beim Abschied. Ist dann wieder eine Phase.

Kopf hoch: Es ist eine weitere Entwicklung für Euch beide.

Gruß velvetsnail

Beitrag von babygirl2010 21.05.11 - 13:48 Uhr

Einfach gehen, ohne etwas zu sagen sollte man auch nicht.
Du machst es genau richtig!

Ich kann mir vorstellen, dass es verdammt schwer für dich ist.


Kann dir leider keinen Tipp geben, meine Kleine geht noch in keine Krippe oder so.

LG

Beitrag von hardcorezicke 21.05.11 - 14:08 Uhr

spätestens wenn es bei dir soweit ist wirst du es auch machen.. denn du möchtest ja bestimmt nicht das dein kind erst mal ne lange zeit weint..und das weinen ist meiner meinung nach herz zereissender als ers mal ohne abschied zu gehen und die freude ist riesig wenn du wieder da bist..

LG

Beitrag von mezzopalme 21.05.11 - 21:18 Uhr

nie nie nie mals würde ich einfach so gehen ohne mich von meinem sohn zu verabschieden!!!

Er kann sich IMMER auf mich verlassen,dasss cih nicht einfach so abhaue!!!! Wenn wir auf nem geburtstag oder bei der Krabbelgruppe oder sonst wo sind sage ich ihm auch wenn ich auf klo gehe oder so! Wenn meine mutter den Kleinen betreut und ich sage ich gehe jetzt zur rbeit,dann winkt er und sagt tschüß!

Der Schock ist doch VIEL größer wenn dein Kind abgelenkt ist und dann pllötzlich feststellt die Mama ist weg!!!!!! Das löst doch schon ne Panik aus!!!
Das ist einfach nur fies!!!

LG Claudia

Beitrag von yanlina 22.05.11 - 08:14 Uhr

Auf keinen Fall einfach so abhauen. Damit kann man wirklich das Vertrauen, dass das Kind ja in die Mama haben sollte, verletzen!

Mein Kleiner weint auch manchmal, wenn ich gehe- ich sage ihm schnell und bestimmt tschuess.

Ich habe es schon mehrmals gesehen, was passiert wenn Muetter einfach abhauen. Das Kind erschrickt sich, sobald die Mutter nicht mehr gesehen wird. Die Erzieherinnen koennen das Kind nur schwer wieder beruhigen oder aber das Kind sucht panisch nach der Mutter- die ja einfach so verschwunden ist. Wenn jemand einfach so verschwindet kann man auch nicht sicher sein, ob er je wieder kommt- zumindest aus Kindersicht.

Wie soll das Kind sich da auf die Mama verlassen koennen?

Beitrag von -juli-20 22.05.11 - 08:49 Uhr

Hallo nochmal,

ja, ich denke auch dass es sehr verstörend für sie sein muss wenn ich einfach so verschwinde, auch wenn sie dann vl nicht weint. Aber sie kann sich dann ja auf gar nichts mehr verlassen und wird mich in keiner Situation mehr aus den Augen lassen, denn ich könnte ja einfach so verschwinden.

Nein, das kommt nicht in Frage. Es muss eine andre Möglichkeit geben. Ich werde versuchen mich in Zukunft fröhlich und lachend zu verabschieden, aber ob ich das schaffe, weiß ich noch nicht. Es zerreißt mir das Herz wenn ich aufstehe, tschüss sage und sie schon mit ihren kleinen Ärmchen an mir festhalten will und Mamaaa ruft ;-( Ich könnte so heulen (tu es auch wenn ich draußen bin...)

Herrje. Danke für eure Antworten.

Beitrag von haruka80 21.05.11 - 12:39 Uhr

Hallo,

erstmal: viele Kinder weinen lange wenn sie in die Krippe kommen. Die meisten Kinder weinen bei einem längeren Abschied auch doller, als wenn es ein hinbringen, umziehen, Erzieherin geben, weg, winken, tschüß ist.
Mein Sohn hat 2 Monate geweint- wobei er täglich in die KiTa geht-das ist nochmal n Unterschied zu 2x die Woche. Bei deiner Tochter ist bei 2x die Woche natürlich viel weniger Routine drin und die Gewohnheit lässt noch länger auf sich warten.

Ich denke, du solltest da nach Bauchgefühl gehen. Ich war vor der KiTa mit meinem Sohn täglich in Spielgruppen, er hatte dadurch mit KiTabeginn nur den Vorteil, dass es täglich die selben Kinder sind.Wie lange ist sie jetzt in der KiTa? Besprich deine persönliche PRoblematik mal mit den Erziehern, mein Sohn hat ne ganze Zeit geweint und zwischendurch auch phasenweise am Tag immer mal. Das wurde mir gesagt, man wollte es beobachten und evtl schauen, ob ich ihn mal früher abholen kann, es hat sich aber schnell gegeben, nach 1 Woche wurde es immer besser und nach 2 Monaten KiTa war alles gut.
Wichtig ist, dass n Kind sich beruhigen lässt, dass es spielen geht, dass es auch mal ne Knuddeleinheit von nem Erzieher einfordert, wenn es das grad braucht.
Sprich mit den Erziehern und hör dann auf dein Bauchgefühl.

L.G.

Haruka

Beitrag von -juli-20 21.05.11 - 12:48 Uhr

Hallo,

klar, das ist mit 2 Mal die Woche noch mal was anderes, da muss sie sich dann ja immer erst mla wieder dran gewöhnen dass jetzt mal wieder Krippe angesagt ist.
Sie geht jetzt seit Ende März hin, allerdings war ich ja zur Eingewöhnung immer mit ihr dort, alleine war sie jetzt die 2. Woche, also das 4. Mal.

Ich hab schon mit den Erzieherinnen geredet, sie meinen der Rest des Tages wäre kein Problem, sie spielt schön und frägt auch nicht nach mir.

Nur dieser Abschied =(

Beitrag von haruka80 21.05.11 - 12:54 Uhr

Huhu,

wenn sie seit Ende März hingeht, kann sich das Weinen aber locker noch n paar Monate hinziehen. Mein Sohn geht seit 1.2. in die KiTa und seit Mitte April gibts kein Weinen mehr morgens.
Denk dran: wenn du fröhlich rausgehst aus der KiTa, wird deine Maus auch eher nicht weinen, Kinder spüren wenn Mama der Abschied auch schwer fällt. Ich hab den Abschied daher auch immer sehr kurz gemacht, nochmal mit ihm rumgealbert und bin mit einem Lächeln gegangen. Im Auto hätt ich dann das große Heulen anfangen können...

Gib ihr Zeit, dieses Semester geht ja noch 6-8 Wochen, dann hast du doch eh Ferien, oder? Eigentlich ja genug Zeit um zu schauen wie sies mitmacht und um zu überlegen was du ab Semesterbeginn im Oktober machst

Alles Gute!

Beitrag von beth22 21.05.11 - 13:40 Uhr

Ich hab die Erfahrung gemacht, das es eher die Eltern sind mit ihren langen Abschiedsszenen die die Situation nur noch "schlimmer" machen.

Wir ziehen die Kinder um, sagen kurz Tschüß, nen Kuss, übergeben sie an die Erzieherin und gehen, ohne das ich mich nochmal umdrehe um zu Winken oder noch irgendwelche Sachen zu rufen geschweige denn nochmals zurück zu laufen um noch einmal einen Kuß zu geben, oder auch noch nen zweiten. Dann drehen die Kinder nämlich so richtig auf.

Die Erzieherin kümmert sich dann gut um die Kinder und lenkt sie für den Moment ab und meistens sind wir Eltern dann auch schon "vergessen" und es wird gespielt und gegessen und gebastelt, gemalt ohne das einer nach uns fragt.

Ich bin immer der Meinung sowas gehört zum Entwicklungsprozeß dazu. Jedes Kind ist anders. Der eine Verkraftet es gut sich von den Eltern zu "lösen" und der andere hat größere Probleme damit. Bei meiner Kleinen werde ich bestimmt auch Probleme haben, da sie total Mama bezogen ist. Bei den Jungs hatte ich überhaupt keine Probleme mit der Eingewöhnung. Max ging in die Krippe, ohne Eingewöhnung. Ben hatte bei der Tagesmutter 1 Woche Eingewöhnung und im Kiga auch 1 Woche.

Ich würde jetzt so weiter machen, da es ja wirklich "nur" der Abschied ist und sie sich schnell wieder beruhigt. Du sagst ja selbst das es ihr gut geht dort und sie dort auch schon total viel gelernt hat. Außerdem hast du den Betreuungsplatz ja schon in der Tasche, wer weiß ob du nachher nochmal nen Platz bekommst ;-) (so ist es bei uns zumindest, hier ist jeder froh nen Platz zu haben).

LG
Sandra mit Max (9,5 Jahre), Ben (fast 4 Jahre) und Lea (20,5 Monate)

Beitrag von -juli-20 22.05.11 - 08:54 Uhr

Hallo,

ja ich bin auch froh, dass sie den Platz hat. Die Einrichtung war die beste, die wir angeschaut haben.
Eine lange Abschiedsszene hab ich nie gemacht, es ist schon der Moment in dem ich aufstehe und sie zurücklasse und hinter meinem Rücken nur noch höre wie sie anfängt zu weinen und mir nachruft... =(
Es macht mich fertig und in dem Moment hasse ich mich für das was ich tue und denke ich bin die schrecklichste Mutter der Welt...
Am liebsten würde ich umdrehen, zurücklaufen und sie wieder mitnehmen.

Das ist super dass es bei deinen Jungs so leicht war. Sei froh, denn du willst nicht wissen was man durchmacht...

Lg Juli

Beitrag von sophiasw 21.05.11 - 14:14 Uhr

Hallo,

bei uns hat ein kleiner Trick geholfen.

Ich habe meinem kleinen Schatz erklärt, daß es ein Kindergarten ist und kein Mamagarten. Das heißt ich darf da nicht bleiben und er darf mich rausschieben.

Seit dem schiebt er mich ganz stolz aus dem Raum.
Da er ja die Initiative ergreift scheint es für ihn besser zu sein.

Mittlerweile schickt er mich oft auch nur so raus, da er gar keine Zeit mehr hat .....

Liebe Grüße
Sophia

Beitrag von -juli-20 22.05.11 - 08:56 Uhr

Hallo,

das ist toll dass das bei eúch mit dem Trick klappt, aber ich denke nicht, dass meine das schon verstehen würde. Sie ist erst 17 Monate alt...

Lg Juli

Beitrag von juli-75 21.05.11 - 21:57 Uhr

Hallo,

also, ich würde sie ganz klar in der Krippe lassen. Dort hat sie Kontakt zu gleichaltrigen Kindern, bekommt vielfältige Anregungen und Du bist unabhängiger von Deinen Eltern. Oma und Opa wirst Du sowieso noch bei genug anderen Gelegenheiten brauchen (Krankheit o.Ä.).
Außerdem schreibst Du ja, dass sich Deine Tochter gut in die Krippe integriert hat, dort schön spielt, zufrieden ist etc. Das ist doch das Wichtigste!

Ich denke, es gibt eben Kinder, denen die Trennung schwerer fällt als anderen. In der Krippe meiner Tochter gibt es auch einige, die jeden Tag beim Abschied weinen. Aber solange sie sich beruhigen und dann zufrieden sind, finde ich das, wie gesagt, okay.

In Deinem Fall denke ich, dass es zwei Gründe gibt, die den Abschiedsschmerz unterstützen:
1. Deine Tochter ist nur 2x pro Woche in der Krippe, d.h. für sie ist das nicht so regelmäßig wie für Kinder, die jeden Tag gehen. (Meine Tochter hat neulich z.B. auch geweint, als sie nach 1 Woche Krankheit zum ersten Mal wieder in die Krippe ging.)
2. Deine Tochter spürt mit Sicherheit, dass die Trennung Dir ebenfalls schwerfällt! Daher würde ich Dir raten, sicherer aufzutreten und Dir ein kurzes Abschiedsritual zu überlegen. Ich glaube auch, dass lange Abschiedszeremonien alles nur noch schlimmer machen. Also überlege Dir, wie Du Deine Tochter verabschiedest, und dann gehst Du raus, egal ob sie weint (natürlich sollte sie an eine Betreuerin übergeben worden sein).

Das alles funktioniert natürlich am besten, wenn Du selbst von der Krippenbetreuung überzeugt bist.

Hoffentlich konnte ich Dir weiterhelfen.

LG juli-75

Beitrag von -juli-20 22.05.11 - 09:02 Uhr

Hallo,

ja, ich selbst bin im Grunde schon sehr von der Einrichtung überzeugt. Es war die beste die wir angeschaut haben und wir waren/sind auch sehr froh über den Platz. Die Eingewöhnung an sich verlief total schnell. Schon nach dem 6. Mal ist sie ganz da geblieben, mit schlafen und allem. Wenn was gewesen wäre hätten sie mich sofort angerufen.

Ja, auch bei uns gibt es Kinder die schon lange da sind und immer noch weinen beim Abschied. Es macht mich trotzdem fertig mein Kind in dem Moment leiden zu sehen und zu wissen ich könnte ihr ja helfen, ich tu es aber nicht... das macht mich fertig und ich denke ich habe auf ganzer Linie versagt. Vor allem bin ich das ja nicht gewohnt, denn bei Oma weinte sie ja auch nicht wenn ich gehe.

Ja, in der Theorie ist mir klar, dass ich mich mit einem Lächeln verabschieden müsste, aber ich kann es nicht. Im Gegenteil, ich habe mit den Tränen zu kämpfen. Das ist kontraproduktiv ich weiß es, aber ich kann es nicht unterdrücken...

Danke und liebe Grüße, Juli