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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von sweetpumpkin25 22.05.11 - 02:10 Uhr

Hallo zusammen!

Ich sitze hier und überlege wie ich euch die Geburt von Emilia Jade erzählen soll......

Schon von Anfang an hatten wir ständig Komplikationen in der Schwangerschaft. Symphysenlockerung, Nabelbruch, vorzeitige Wehen mit strengster Bettruhe und der Verdacht auf Makrosomie, um nur einige zu nennen. Wir waren uns mit den Ärzten einig das bei 37+0 eingeleitet werden sollte, da es mir immer schlechter ging.

Am 12.05. war es dann soweit! Ich musste früh morgens in die Klinik zum CTG und einem Gespräch mit der OÄ. Sie erklärte wie das alles laufen soll und meinte, das wir am Abend um 21 Uhr wieder da sein sollen und ich dann die 1. Tablette bekommen würde. Mittlerweile war es 12 Uhr Mittags und ich hatte noch Zeit, zu Hause etwas Kraft zu tanken.
Mein Mann und ich wurden immer nervöser und eine innerliche Angst kam bei uns beiden hoch.
Um 21 Uhr waren wir dann in der Klinik. Im Kreissaal war soviel los, das ich bis 22 Uhr warten musste bis die Hebamme für mich Zeit hatte. Wieder wurde CTG geschrieben und dann bekam ich die 1. Tablette. Nach ca. 30 Minuten spürte ich schon ein Ziehen und es wurde auch immer stärker.

4 Stunden später bekam ich die 2. Tablette und wieder CTG. Die Wehen nahmen um einiges zu und ich dachte mir, Gott sei Dank, jede Wehe bringt mich weiter und näher zu meinem Kind.
Meinen Mann hatten wir mittlerweile nach Hause geschickt, denn die Hebamme meinte es könne noch Stunden dauern bis sich was tut. Er fuhr nach Hause und versuchte etwas schlaf zu bekommen. Ist ihm aber nicht wirklich gelungen!!!

Im Kreissaal wurde es immer voller, weil eine Gebärende nach der anderen kam. Auf einmal kam die Ärztin und sagte mir, das sie mich jetzt auf Station verlegen weil zu viel Betrieb wäre. Ich war geschockt, weil ich innerlich wusste, das wars jetzt mit Wehen. Ich kam dann auf ein Zimmer mit 2 Müttern und deren Neugeborenen. Ich fing sofort an zu weinen weil ich meines natürlich auch gerne im Arm gehalten hätte. Zwischenzeitlich war es Nachts 3 Uhr und ich fing an die Krankenhausflure entlang zu laufen. Ich bin dann bis morgens halb 8 Uhr nur gelaufen, bis mein Mann dann endlich wieder da war. ich erzählte ihm was in der Nacht alles passiert sei und das jetzt totaler Wehenstillstand herrscht. Wir waren beide frustriert und traurig. So verbrachten wir viele Stunden mit laufen und warten!
Wir fragten dann öfter im Kreissaal nach wann es denn endlich weiter gehen würde, und man sagte uns nur wenn der Kreissaal leerer wäre, dann würde man mich schon wieder nach unten verlegen. Abends um 22:30 Uhr tat sich noch nichts und keiner konnte uns irgendwie weiterhelfen oder sagen wann es weiter gehen würde.
Wir verlangten dann nach der Diensthabenden Ärztin und wollten unsere Fragen beantwortet haben.
Im Klartext: Ich durfte die Nacht dann nochmal nach Hause und ausschlafen. Am nächsten morgen rief ich im Kreissaal an und die meinten nur, immer noch voll und sie rufen mich an wann ich wieder erscheinen soll.
Um 13:15 Uhr kam der erlösende Anruf und eine Stunde später waren wir wieder in der Klinik. Wieder ans CTG für 30 Minuten und dann hieß es wieder, sie dürfen bis heute Abend 21 Uhr noch mal Heim. Mein Mann und ich wären am liebsten geplatzt. Wir hatten kaum noch Kraft und die Nerven lagen blank! Also wieder nach Hause und nochmal Kraft tanken.
Neues Spiel, neues Glück! Um 21 Uhr wieder dort gewesen und um 21:30 Uhr wieder die Tablette. Achso, hatte ich erwähnt das die Prozedur von vorne anfangen musste???
Nach ca. 30 Minuten fing wieder das Ziehen an und so arbeiteten wir uns von Stunde zu Stunde. Nach 4 Stunden gabs die nächste Tablette und das Ziehen wurde noch stärker. Irgendwann kam die Hebamme und meinte wir sollen versuchen zu schlafen, aber für mich ein Unding. Bei meinem Mann sah das anders aus. Die Hebamme hatte ihm das Klappbett zurecht gemacht und er konnte dann schlafen. Zu allem übel Schnarchte er mir die Ohren voll.
Es war schon Sonntag Morgen und um halb 4 Uhr hielt ich es vor Schmerzen fast nicht mehr aus. Die Hebamme machte mir Badewasser zurecht und das half ungemein. Ich war 2 Stunden in der Wanne!
Ich hatte weiterhin Wehen aber nicht effektiv genug, LEIDER! Die Wehen waren sooooooooooo schmerzhaft, schlimmer als natürliche!!!
Um 6 Uhr fragte mich die Hebamme ob ich eine Zeichnungsblutung bei mir entdeckt hätte, konnte die Frage nur verneinen! Also wieder CTG und die 3. Tablette. Mein Mann hatte sich dann nochmal hingelegt und schlief im Null komma nix wieder ein.
Ab 7 Uhr wurden die Wehen so heftig das mir nochmal Badewasser eingelassen wurde. Mittlerweile hatte auch ein Hebammenwechsel stattgefunden.
Also ging ich nochmal baden, aber dieses mal hatte die Hebamme mir ein spezielles Wehenbad eingelassen. Prompt wurde alles schlimmer und heftiger und kurz darauf hörten mein Mann und ich ein lautes Schnalzen und mein Bauch tat richtig weh. Wir riefen die Hebamme und erzählten was eben passiert sei und sie stellte dann fest das die Fruchtblase geplatzt war. Ich dachte immer das es nicht schmerzhaft sei wenn die Blase platzt, aber ich wurde eines besseren belehrt.
Ab 8 Uhr kam eine Wehe nach der anderen. Der Muttermund öffnete sich nur ganz langsam. Ich bekam eine Schmerzspritze die auch sehr gut half. Nach 3 Stunden baden, hieß es raus aus der Wanne und laufen.
Oh Gott, das ging fast gar nicht mehr. Ab diesem Moment war es nur noch unerträglich. Ich wusste nicht mehr wie ich die Wehen veratmen oder bewältigen sollte. Ich schrie vor Schmerz und weinte aus verzweiflung.
Mein Mann, die Hebamme und die Hebammenschülerin veratmeten jede Wehe mit mir und ermutigten mich weiter zu machen.
Wir gingen dann wieder in den Kreissaal und ich durfte dann wieder ins Wasser. Das war auch die beste Entscheidung!
Die letzte halbe Stunde öffnete sich der Muttermund von 3 cm auf 10 cm und dann sollte ich mich in der Wanne auf die linke Seite legen.
Ich kann nicht beschreiben welche Schmerzen das waren, es war die Hölle. Ich spürte wie der Kopf der Kleinen sich immer weiter nach draussen schob und dann musste ich auch schon mitpressen. Die Hebamme erzählte mir dann immer wieder wie weit sie das Köpfchen sieht und aufeinmal war der Kopf da. Die nächste Wehe kam Postwendend und der Rest meiner Kleinen wurde im Eiltempo nach draussen befördert. Ganze 3 Presswehen bis sie da war! Ich wusste nicht wie mir geschieht und dann lag sie schon auf meiner Brust. Den Anblick werde ich nie vergessen. Sie war so winzig und ganz Lila.
Am 15.05.2011 um 12:22 Uhr war Emilia Jade dann endlich da. Papa schnitt die Nabelschnur voller Stolz durch.

Mein Mann und ich werden bestimmt noch ne Weile brauchen, bis wir das erlebte verarbeitet haben. Aber wir sind voller Stolz so eine süße Tochter zu haben.

Beitrag von kanojak2011 22.05.11 - 05:42 Uhr

Heeerzlichen Glückwunsch von uns. Ich musste schon langsam lachen, wie man euc zappeln ließ. Ic frage mich, ob sie überhaupt verstehen können, wie man ein Nervenbündel ist, wenn man auf so einen Termin warten. Es ging mir ähnlich, nur mit einem KS. Ic habe aber die Bude so zusammengeschrien, dass es in am Ende für den Tag gab..

Alles Liebe und viel Glück#winke

Beitrag von emilyessi 22.05.11 - 17:35 Uhr

Bei meiner Grossen waren es auch 41 Stunden bis sie endlich da war. mit dem Unterschied, dass ich einen hohen Blasensprung hatte, aber ohne Wehen. Die Hebamme lachte mich noch aus, weil ich sagte, dass die Geburt losginge. Hatte aber recht. War Sonntags um 23 Uhr da und Dienstags um 16:04 Uhr kam sie dann. Konnte beide Naechte jeweils 3 Neugeborene schreien hoeren ohne mein eigenes Baby in den Armen zu halten. #freu