Angst...muss ich diese Kosten tragen?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von julie87 22.05.11 - 14:24 Uhr

Hallo,
ich weiß nicht recht wo ich diese Frage hinstellen soll, darum vllt erstmal hier:
Ich bin alleinerziehende Studentin. Mein Sohn war bisher familienversichert über seinen Vater, da ich selbst über meinen eigenen Vater privatversichert bin und der Kleine nicht kostenfrei über mich hätte versichert werden können.
Nun kam ein Brief an meinen Exfreund von der Krankenkasse. Da wir von diesem keine Postanschrift kennen und ich vermutete, dass es um die Versicherung meines Sohnes ging, machte ich ihn dummerweise auf.
Es hieß darin, dass der Kleine seit Februar 2010 nicht mehr versichert sei und freiwillig versichert werden müsse (als ich dort anrief war der Grund, dass der KV in ein anderes Land gegangen sei). Ich hatte der Versicherung damals die Sorgerechtserklärung geschickt, damit sie mich informieren, falls sich irgendetwas ändert. Haben sie aber nicht getan. Jetzt fordern sie über 2600 Euro von mir zurück (das Schreiben bekam ich nachdem ich meinen Sohn bei gleicher Versicherung freiwillig versichern ließ). Zu den zusätzlichen Versicherungskosten von 143 Ero monatlich, mehr als der Unterhaltsvorschuss, was schon schlimm genug für mich ist) soll ich nun auch noch die Schulden bezahlen die sich angesammelt haben. Denn ich war natürlich mit meinem Sohn weiterhin beim Arzt, die Versicherungskarte hat funktioniert und ich wusste ja nichts davon, dass er nicht mehr versichert ist.

Kennt sich jemand mit sowas aus? Ich weiß nicht wovon ich das bezahlen sollte. Und ehrlich gesagt finde ich es auch ziemlich unfair, dass ich jetzt auf den Kosten sitzen soll...nur weil mir niemand bescheid gesagt hat.
Weder der KV noch die Versicherung..

Bin echt verzweifelt.
Lg, Jlie

Beitrag von a11ure 22.05.11 - 15:00 Uhr

wende Dich an den Sozialverband - die können Dir in versicherungsrechtlichen Fragen sicherlich helfen

Beitrag von zonenbiene79 22.05.11 - 15:00 Uhr

Auweh...das ist natürlich harter Tobak. Eigentlich hätte die KK wirklich eine Information rausgeben müssen. Woher willst du denn wissen, das dein Kind kein Versicherungsschutz mehr hat. Find es krass das der KV einfach ohne was zu sagen weg ist.

Ich frage mich nur, warum du privatversichert bist? Muss man doch nicht wenn man studiert. Wieso läßt du dich nicht gesetzlich versichern, dann zahlst du für dein Kind erstmal gar nichts. Andererseits wenn dein Vater dich versichert, privat, was ja sicher nicht billig ist, dann kann man auch das eigene Kind so versichern.

Das du jetzt jedoch für etwas nachzahlen sollst was nicht dein verschulden ist, finde ich unfair. Da ich mir bei vielen Fragen keinen Anwalt leisten kann, frage ich immer bei der Caritas nach und die konnten mir bisher immer gut weiterhelfen.

Gruss Zone

Beitrag von julie87 22.05.11 - 15:21 Uhr

Mein Vater ist Beamter und daher beihilfeberechtigt. Daher ist es nicht teuer für ihn. Ich kann mich leider nicht mehr anders versichern lassen, da ich mir bei der Immatrikulation einen Befreiungsbescheid von einer gesetzlichen Krankenkasse holen musste (ohne zu wissen, dass das bedeutet, dass ich nicht mehr wechseln kann). Bis zum 25. Lebensjahr, solange ich Kindergeld bekomme, bin ich auch noch beihilfeberechtigt, danach wird es teuer für mich. Bin da leider in eine "Studentenfalle" geraten. Ist schon einigen vor mir passiert.
Der Kleine kann also nicht kostenlos über mich familienversichert werden. Das war auch der Grund warum er über seinen Vater versichert wurde.
Dass dieser ohne ein Wort zu sagen seine Versicherung änderte, weil er ins Ausland ging, ist auch scheiße und ich habe mich schon mehr als genug aufgeregt.
Das mit den Kosten jetzt und was das für Konsequenzen nach sich zieht, ist aber nochmal ein ganz anderes Kapitel. Scheiße...könnt grad echt nur heulen.

Ich könnte es auch gar nicht bezahlen. Würde wohl bedeuten, dass ich das Studium abbrechen muss, wenn es tatsächlich dazu kommt.

Beitrag von zonenbiene79 22.05.11 - 17:29 Uhr

Klar das prasselt jetzt natürlich alles auf dich ein. Aber ich würde an deiner Stelle jetzt nicht verzweifeln und am Montag gleich mal bei der Caritas anrufen, wer da zuständig ist, ist von deinem Wohnort abhängig und die nummer kriegst recht einfach aus dem Internet.

Bist du 100 % sicher das man diesen Befreiungsbescheid nicht rückgängig machen kann? Bei uns gibt es viele Grenzgänger und wenn die mal nicht mehr in der Schweiz arbeiten, haben die ja Anspruch auf eine gesetzliche Krankenversicherung. Wo käme man denn hin, jemanden zu zwingen sich privat zu versichern, der es sich nicht leisten kann. Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.

Abbrechen auf keinen Fall, davon hängt deine berufliche Zukunft ab und das ist nur gut für dein Kind. Falls du das wirklich zahlen musst, dann bieten die auch sicher Ratenzahlungen an. Besser als Zukunft aufgeben allemal.

Also Kopf hoch, Montag alles abklären.

Beitrag von jennykannsauch 22.05.11 - 18:44 Uhr

Die Erklärung ist NICHT widerrufbar!!

Ich kenn genau dieselbe Situation!

LG

Beitrag von zonenbiene79 22.05.11 - 19:31 Uhr

Heftig und was macht einer mal als Beispiel, der nach einer Selbständigkeit in Insolvenz geraten ist und sich eine private Krankenversicherung nicht leisten kann? Also ganz logisch wäre das ja nicht.

Beitrag von anyca 22.05.11 - 19:36 Uhr

Tja, dann hat man auch ein Problem.

Ich bin damals auch in diese "Studentenfalle" geraten, mein Mann genauso. Resultat: Wir mußten das erste Kind für 100 Euro im Monat privatversichern, obwohl er noch studierte und ich freiberuflich wenig verdiente.

Glücklicherweise bekam mein Mann dann einen versicherungspflichtigen Job ...

Beitrag von zonenbiene79 22.05.11 - 19:39 Uhr

Hab das grad mal gegoogelt und tatsächlich, einmal einen Befreiungsantrag gestellt kein zurück mehr. Jedoch steht dies auch ausdrücklich beim Antrag mit dabei. Sowas würde ich ja nie unterzeichnen, man weiß doch nicht was noch kommt im Leben.

Kanns aber gar nicht glauben das man da nichts machen kann gegen.

Beitrag von anyca 22.05.11 - 19:51 Uhr

"Sowas würde ich ja nie unterzeichnen, man weiß doch nicht was noch kommt im Leben. "

Sagt sich mit 32 leicht - ist man 19 und Papa sagt, unterschreib mal hier, wegen der Krankenversicherung ... ja, wieviele frische Abiturienten unterschreiben dann nicht?

Beitrag von julie87 23.05.11 - 09:33 Uhr

Danke für eure Antworten.
Da ab 2009 Versicherungspflicht besteht (also muss auch rückwirkend versichert werden + entsprechende Beiträge gezahlt) bleiben die Kosten wohl auf mir sitzen. Es sei denn es spielt eine Rolle, dass die Versicherung mich nicht informiert hat. Eigentlich hätte ich es ja bis jetzt nicht gewusst.
Aber auch in diesem Fall müssen die Kosten ja von irgendwem übernommen werden.
Wenn mir der kV noch einmal in die Finger gerät....ich werde toben und schreien...danach ist mir grad. Wir waren die ganze Zeit noch in Emailkontakt und er hat kein Wort davon gesagt. Seitdem ich ihn von dem Problem in Kenntnis gesetzt habe, lässt er gar nichts mehr von sich hören.

Beitrag von 123456engel 23.05.11 - 21:35 Uhr

Hallo,

ich hatte so ein ähnliches Problem auch.
Bei mir ging es aber nur um 6 Monate. Die sollte ich dann auch nachzahlen. Nach ewigen hin und her musste ich dies aber nicht tuen, da es der ein fehler der KK war. Sie hätten mich informieren müssen. Dies haben sie nicht getan und ich musste auch nichts nachzahlen.

Viel Glück!

Beitrag von nick71 25.05.11 - 19:31 Uhr

"Es sei denn es spielt eine Rolle, dass die Versicherung mich nicht informiert hat. Eigentlich hätte ich es ja bis jetzt nicht gewusst."

2.600,00 Euro sind kein Pappenstiel, und bevor ich die ohne weiteres zahle, würde ich Geld in eine anwaltliche Beratung investieren. Natürlich versucht die Versicherung, die Beiträge von dir zu bekommen...ob das rechtens ist, steht wieder auf einem anderen Blatt.

"Aber auch in diesem Fall müssen die Kosten ja von irgendwem übernommen werden."

Ich weiß nicht, wie oft du in diesem Zeitraum mit deinem Kind beim Arzt warst, kann mir aber nicht vorstellen, dass die Arzthonorare auch nur annähernd an die Summe heranreichen, die die Versicherung von dir fordert.

Beitrag von julie87 25.05.11 - 22:29 Uhr

Ich habe morgen einen Beratungstermin beim Anwalt. Bin mal gespannt was das gibt.
Mein Exfreund hat sich jetzt aber auch gemeldet. Er ist bereit alle anfallenden Kosten zu übernehmen. Das ist schonmal sehr beruhigend:-)