Schadensregulierung bei Bißwunde? - Vorsicht lang!

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von marketa 22.05.11 - 22:11 Uhr

Hallo,
meine 12-jährige Mischlingshündin ist vor 3 Wochen von einer anderen Hündin gebissen worden. Meine war ohne Leine - sie hört aufs Wort - die andere war angeleint. Ich dachte mir nichts dabei, der Besitzer hatte noch einen zweiten auch angeleinten Hund dabei. Meine Hündin machte einen großen Bogen um die beiden, sie ist sehr schüchtern und geht den meisten Hunden aus dem Weg. Plötzlich reißt sich die andere Hündin von der Leine los und hat sich sofort auf meine gestürzt und sie gebissen. Es ging alles so schnell, ich hab dann geschaut, daß ich wegkomm, weil der Mann seine Hündin nicht unter Kontrolle bekommen hat und sie uns dauernd hinterher ist und wieder auf meine losgehen wollte, die ich mittlerweile auf dem Arm hatte, obwohl sie wirklich nicht soo klein ist.
Ich hab sie dann untersucht und erst mal nix gefunden außer einer kleinen Verletzung. Der Mann war da natürlich schon über alle Berge. Am nächsten Tag ging es ihr sehr schlecht und sie wollte gar nicht mehr aufstehen. Wir sind zum Tierarzt und dort wurde festgestellt, daß sich diese kleine Wunde unter der Haut so entzündet hatte, daß sie sofort operiert werden mußte. Sie hatte hohes Fieber, wir haben sie gleich in die Tierklinik gebracht, dort mußte sie eine Woche stationär bleiben. Mittlerweile ist alles relativ gut verheilt und es geht ihr wieder ganz gut.

Schlimm für uns: sie hat einen bösartigen Tumor wegen dem sie Chemotherapeutika bekommt. Diese darf sie immer noch nicht wieder nehmen, weil diese schlecht für die Wundheilung sind, d.h. der Tumor kann in dieser Zeit ungehindert weiterwachsen.

Natürlich sind wir auch auf enormen Kosten sitzengeblieben. Mit Nachsorge hat es bis jetzt ca. 600 Euro gekostet.

Ich hatte den Hundebesitzer vorher noch nie getroffen und hab dann auch, während unsere in der Klinik war, immer wieder dort geschaut, ob ich ihn zufällig wieder sehe und hab andere Hundbesitzer nach ihm gefragt. Leider ohne Ergebnis. Heute, nach 3 Wochen hab ich ihn zufällig wieder gesehen. Die Hündin wäre fast schon wieder auf meine los. Es hat 3 Männer gebraucht, um sie festzuhalten. Der Mann stand mit mehreren Kumpels an einem Kiosk. Ich hab ihn angesprochen und ihm gesagt, was passiert ist. Er hat gleich angefangen, mich anzuschreien, mich auch ziemlich beschimpft und meinte, die Hündin würde gar nicht ihm gehören und es sei ihm egal, was mit meinem Hund sei...und außerdem könnte ich ihm gar nicht beweisen, daß es seine war, die für die Bißwunde verantwortlich ist.

Kann mir jemand weiterhelfen? Wie kann man sich da verhalten? Ich kann mir nur vorstellen, daß er keine Hundehaftpflichtversicherung hat, sonst wäre das doch kein großes Thema, oder? Außerdem fand ich es einfach furchtbar, weil wir so viel durchgemacht haben und er dann nicht mal eine Entschuldigung rausbringt...

Ich hoffe natürlich, daß mir so etwas nie mehr passiert, aber wenn, wäre ich natürlich das nächste Mal schlauer: wenn er mir nicht sofort seinen Namen& Adresse gibt, rufe ich die Polizei. Aber selbst dann könnte er doch einfach sagen, das wäre nicht seiner gewesen oder einfach abhaun, bis die Polizei da ist, oder?

Hat jemand schon mal Ähnliches erlebt?

Viele Grüße,
Marketa

Beitrag von knuffel84 22.05.11 - 22:19 Uhr

Hallo,

"dumm gelaufen" würde ich das nennen :-(

Du kannst es ja nicht nachweisen, dass genau DIESE Hündin deine Hündin gebissen hat und Zeugen waren wahrscheinlich auch keine da als es passiert ist oder?
Das einzige was dir bleibt, ist den Mann wegen "Sachbeschädigung" (o.ä.) anzuzeigen, aber ob das was bringt ist sehr fraglich.
Du kannst den Fall beim Ordnungsamt oder Veterinäramt melden, dann besteht vielleicht die Möglichkeit, dass sie sich den Halter mal genauer unter die Lupe nehmen, aber Beweise hast du dadurch natürlich auch keine :-( vielleicht kann aber dadurch verhindert werden das sowas nochmal passiert.

Alles Gute!

Beitrag von marketa 22.05.11 - 22:47 Uhr

Ja, es ist wirklich nicht sehr erfolgsversprechend...
nachdem ich den Mann heute noch mal getroffen habe und seine Reaktion so mies ausgefallen ist, war ich einfach doppelt enttäuscht.

Beitrag von nica23 22.05.11 - 22:24 Uhr

Hallo,

warum bist du denn nicht sofort zur Polizei und hast Anzeige erstattet?
Hast du Zeugen? Sonst steht Aussage gegen Aussage und da wirst du wohl wenig Erfolg haben.

Nica

Beitrag von marketa 22.05.11 - 22:43 Uhr

Ja, dumm gelaufen. :-(

Und natürlich hatte ich keine Zeugen. Aber das wäre doch immer das Problem, selbst wenn ich sofort zur Polizei wäre, oder? Darf ich jetzt nur noch zu zweit mit dem Hund raus? Das kann doch auch nicht sein, oder?

Ich hatte es im ersten Moment wirklich nicht als so eine schwerwiegende Verletzung erkannt. Unsere Hündin hat ziemlich dichtes, lockiges Fell und ich war zunächst der Meinung, das hätte alles abgehalten. Und wie schon geschrieben: die andere ist uns dauernd hinterher und wieder auf meine los. ich hab sie angeschrieen, irgendwann ist sie dann weggeblieben. Der Hundebesitzer hat es nicht geschafft, sie zu sich zu rufen. ich wollte im ersten Moment nur weg.

VG, Marketa

Beitrag von windsbraut69 23.05.11 - 06:46 Uhr

3 Männer?
Was ist das denn für ein Hund???

Ich denke, Du wirst jetzt im Nachhinein nichts mehr nachweisen können oder gibt es Zeugen für den Vorfall?
Dir würde mit Sicherheit auch negativ ausgelegt, dass Deine Hündin nicht angeleint war.

Gruß,

W

Beitrag von marketa 23.05.11 - 07:49 Uhr

Diese 3 Männer waren alle nicht mehr wirklich nüchtern...Deswegen wohl in der Motorik ein bisschen eingeschränkt.

Beitrag von windsbraut69 23.05.11 - 12:38 Uhr

Okay, zusammen also vergleichbar mit einer schmächtigen Frau :)

Beitrag von windsbraut69 23.05.11 - 12:40 Uhr

Ach so - wenn da wirklich völlig überforderte Betrunkene mit einem nicht vernünftig sozialisierten und erzogenen Hund unterwegs sind, würde ich das Ordnungsamt einschalten.

Mir wurde seitens des Ordnungsamtes geraten, Vorfälle zu protokollieren, incl. der Zeiten und das dann gesammelt vorzulegen.
Vielleicht steckst Du künftig eine Kamera ein?

LG,

W

Beitrag von marketa 23.05.11 - 15:33 Uhr

Ja, das mit der Kamera ist eine gute Idee!
LG, Julia

Beitrag von alpenbaby711 24.05.11 - 09:28 Uhr

Zeig das SChwein an aber mal abgesehen davon wäre ich schon viel früher dahin und hätte was gemacht!
Ela

Beitrag von rubia71 24.05.11 - 12:38 Uhr

Hallo,

wenn der Hund tatsächlich so derartig ausrastet (und der Halter so derartig uneinsichtig und verantwortungslos ist), stellt er eine Gefahr für andere dar: Erstatte Anzeige bei Polizei und Ordnungsamt.

LG

Beitrag von alpenbaby711 24.05.11 - 13:02 Uhr

Eben der Meinung bin ich auch. Weil einen Fehler sieht der Halter nicht und verantwortlich fühlt sich der Idiot auch nicht. Anders kann man diesen Menschen dann leider auch nicht bezeichnen.
Ela

Beitrag von marketa 24.05.11 - 15:31 Uhr

Ich habe mich mittlerweile ans Ordnungsamt gewandt und bin an der Sache dran. Danke für Eure Tipps!
Leider hatte ich bis jetzt nichts unternehmen können, da ich den Mann nicht wieder getroffen hatte und nichts von ihm wußte. Das hat sich jetzt geändert und ich habe nicht vor, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Dazu haben wir zu viel durchgemacht und dazu hat er sich zu unverschämt benommen.
Marketa

Beitrag von alpenbaby711 24.05.11 - 17:54 Uhr

Finde ich gut das du diesen Weg jetzt gehst. Ich drücke dir die Daumen das du auf einen grünen Zweig damit kommst. Halte uns doch mal auf dem laufenden ob die ihn bekommen haben.
Ela

Beitrag von marketa 24.05.11 - 22:55 Uhr

Danke!
Ja, ich werde berichten und hoffe sehr, daß etwas dabei herauskommt. Die Dame im Amt hat mir auf jeden Fall Hoffnung/Mut gemacht.
LG, Marketa

Beitrag von alpenbaby711 25.05.11 - 08:41 Uhr

Na dann drück ich dir auch weiter die Daumen.
Ela