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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von risala 23.05.11 - 09:51 Uhr

Hallo!

Ich habe absolut keine Ahnung, wo ich ansetzen soll bzw. wonach ich im Internet suchen sollte. Deshalb hier eine kurze Schilderung der Situation:

Meine Schwiegermutter (57, voll berufstätig, schwerbehindert wg. Morbus Bechterew und Lungenkrebs), ihr Sohn (19, noch Azubi) und meine Schwiegeroma (fast 91, mehrere Schlaganfälle, künstliche Hüfte, etc.) wohnen seit ca. 15-20 Jahren in einem Haus (ca. 150-160m², 2 Etagen - unten meine SM mit Sohn 3Z,K,B - oben meine SO 2Z,K ohne Wasseranschluß, Bad + Keller + kl. Garten, Terrasse + Balkon). Mietvertrag läuft alleine auf meine Schwiegermutter. Miete incl. Müll+Abwasser 680€ + Strom und Heizöl (ca. 2000l pro Winter).

Eigentlich ist es ein Einfamilienhaus, aber so eingeteilt, dass man zwei Wohnung hat (können aber NICHT sep. abgeschlossen werden!). Und wie es so ist, wenn 3 Generationen zusammen leben - es knallt hier schon regelmäßig und das heftig.

Gestern nun war meine SM mit ihrem Lebensgefährten (er hat ein eigenes Haus - zusammenziehen wollen beide nicht!) bei uns und erzählte uns, dass sie nicht weiß, wie sie ab August noch das Haus halten soll. Sie hat sich ein Haus in einem ca. 8km entfernten Dorf angeschaut (hier ist der Hund begraben - hatte mal 1 Jahr mein Pferd dort stehen - und geräumt wird im Winter (reg. 30-40cm Schnee) auch nicht. Es gibt dort weder Bäcker noch sonst irgend etwas. Sehr günstig (430€ kalt), Grundstück + 5Z,K,B mit insg. max. 100m² Wohnfläche - kein Keller.

Im derzeitigen Wohnort gibt es zumindest einen kleinen Dorfladen und eine Bank!

Bei einem evtl. Umzug würde es für ALLE ein massiver Einschnitt werden. Meine SM hätte nur noch 1-1,5Zimmer für sich, könnte weder Eßzimmermöbel noch Wohnzimmerschrank mitnehmen, meine SO (auch 1,5Z mit insg. ca. 25m²) könnte außer Couch und Bett wohl gar nichts mitnehmen. Mein Schwager hätte wie jetzt auch ein ca. 16m² großes Zimmer. Schwager wird nach der Ausbildung (Prüfung ist im Juni/Juli) 1 Jahr "irgendwie" jobben - und will dann zum Bund (hat für dieses Jahr noch nicht geklappt). Würde mit umziehen - aber sagt jetzt schon "ich ziehe mit - aber glaub nicht, dass ich da lange bleibe". Oma will gar nicht umziehen (verständlich - sooo viele Sozialkontakte hat sie nicht mehr u. in dem neuen Dorf dann gar keine - und einsam fühlt sie sich jetzt schon oft).

Also sollte meine SM mit Unterstützung von meinem Schwager verständlicher weise nicht rechnen. Oma hat nur ca. 500-600€ Rente - und gibt davon 300€ an meine SM ab. Was meine SM verdient weiß ich nicht genau - aber das dürften jetzt max. 1300-1400€ netto sein + Kindergeld. KiGe fällt spätestens im August weg und sie wechselt dann in StKl. 1 (Diff. ca. 60€ netto).

Meine Anregung, mit Oma mal über einen Umzug in ein schönes Seniorenheim zu reden wird kategorisch abgelehnt. Bei uns kann Oma leider nicht wohnen, weil wir kein Geld haben, um das DG auszubauen und so einfach der Platz fehlt. Ansonsten würde ich sie wirklich aufnehmen. Ich mag sehr gerne und sie hat meinem Mann "großgezogen" - er steht ihr näher als seiner Mutter. So, ist sehr lang geworden, aber das ist der Hintergrund. Nun meine Fragen:

Welche Möglichkeiten hätten wir, der alten Oma den Umzug zu ersparen (sie will nicht - und lehnt jedes Gespräch darüber ab)? Oma versorgt sich noch selbst, braucht nur gelegentlich bei schweren Sachen Hilfe - und kann aufgrund des Schlaganfallrisikos nicht alleine leben. Pflegegeld wird es noch nicht geben, denke ich - selbst Pflegestufe 1 erreicht Oma noch nicht. Wohngeld wurde vor 3 oder 4 Jahren abgelehnt, weil das Haus für meine SM + Sohn zu groß ist und Oma 300€ abgibt. Einkommenssituation hat sich ja nun geändert - neuer Versuch? Evtl. ALGII für den Sohn? Grundsicherung für Oma wurde vor 3 od. 4 Jahren abgelehnt, weil sie keinen eigenen Mietvertrag hat!

WO könnten wir uns beraten lassen? Oder einfach neuen Versuch mit Härtefallbegründung (91jährige Frau, seit Jahren im Ort "verwurzelt", etc.) für Wohngeld/Grundsicherung starten? Gibt es eine Unterhaltspflicht den Eltern gegenüber? Meine SO hat noch einen Sohn, der finanziell ziemlich gut dasteht und sich bisher darauf ausruht, dass seine Schwester sich um die Mutter kümmert - Besuch findet nur zum Geburtstag statt oder wenn wir Oma hinfahren (ca. 60km).

Problem ist, dass meine SM nicht besonders offen ist, wenn es um ihre fin. Situation geht - so ist Hilfe von uns nur schwer möglich. Dazu kommt, dass sie aus meiner Sicht "Angst" hat sich mit Ämtern oder dem Bruder auseinander zu setzen bzw. ihr das eigentlich zu viel ist. Aber da wird sie wohl durch müssen.

Habt ihr Tipps? Irgendwelche Erfahrungen? Links?

Gerne würde ich helfen - denn ich denke, Oma wird keine 100Jahre alt (leider:-() und es wird hier um nur wenige Jahre "Überbrückung" gehen.

Danke an alle, die bis hierhin durchgehalten haben! Falls Fragen aufkommen - her damit!

LG
Kim

Beitrag von marion2 23.05.11 - 19:25 Uhr

Hallo,

deine SM kann für sich selbst sorgen - was sie macht muss sie also selbst entscheiden. Dein Schwager sollte gar nicht erst mitziehen. In so einem Nest ist dann nichts mit jobben und er kommt schlecht weg... Dann kommt irgendwann: Ich find keine Arbeit und bin nicht mobil #bla

Konzentrieren wir uns also auf die Oma.
Ich würde mich beim Medizinischen Dienst http://www.mdk.de/ bezüglich der Pflegestufe für die Oma erkundigen. Sie müsste wenigstens die kleinste bekommen.

Googel mal nach "altengerechtes Wohnen" "Seniorenwohnung" -- das ist eigentlich genau das, was Oma braucht. Selbständig, aber im Notfall immer einer da.

LG Marion

Beitrag von risala 24.05.11 - 12:10 Uhr

Hi,

Danke für Deine Antwort!

Mobilität ist weder für meinen Schwager noch meine Schwiegermutter ein Problem - beide haben ein Auto. Und mein Schwager hat z.Zt. schon einen Nebenjob zur Ausbildung. Das wäre also kein Problem. Naja, und da meine SM sich um Oma kümmert und diese auch weiterhin bei ihr wohnen soll, müssen wir halt eine Lösung finden, die für alle passt.

Für Oma wäre vieles nicht gut: sie geht jeden Sonntag und manchmal auch samstags in die Kirche - im neuen Ort gibt es keine eigene Kirche, sie hat im aktuellen Wohnort eine Gymnastigruppe - hätte sie im neuen Ort auch nicht mehr, etc.

Für eine Pflegestufe reicht es nach derzeitigem Stand nicht aus. Sie kann sie rel. problemlos alleine waschen und anziehen, kocht für sich selbst, macht den Haushalt, etc. Nur Fensterputzen, Gardinen waschen und solche "schweren" Sachen macht einer von uns.

Aber nach den von Dir genannten Stichworten werde ich mal suchen - vielleicht bekommt man da noch Anregungen.

Meiner SM haben wir gestern Abend noch geraten, sich mal bei der Caritas beraten zu lassen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es überhaupt geben würde, damit man Oma einen Umzug ersparen kann. Dem war sie - entgegen dem, was ich erwartet habe - gar nicht abgeneigt! Und sie meinte, das Haus im neuen Ort hat sie erstmal abgesagt (obwohl es ihr selbst sehr gut gefällt!) - wäre wohl wirklich zu eng und für alle mit zu vielen Kompromissen verbunden.

LG
Kim

Beitrag von marion2 24.05.11 - 17:10 Uhr

Hallo,

lies bitte: http://www.pflegestufe.info/pflege/pflegestufe_0.html

LG marion