Steuerklassenwechel?!

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von bienie 23.05.11 - 11:25 Uhr

Hallo Zusammen,

da wir bei unserem 1 Kind noch nicht verheiratet waren, war dies damals kein Thema.

Nun machte mit die Dame aus unserer Personalabteilung darauf aufmerksam, ob wir nicht während meiner SS die Steuerklassen wechseln möchten - also ich in 3 und mein Mann in die 5!! Momentan sind wir beiden in 4/4!! Und nach der SS sollte ich dann in die 5 gehen und mein Mann in die 3, so dass er mehr vom Brutto raus hat!!

Weiß jemand, ob dann nicht das Finanzamt irgendwie stress machen könnte??? Oder kann man so einfach nach belieben die Steuerklassen wechseln??!!

Hat jemand von euch aus diesen Gründen die Steuerklasse gewechselt??

Vielen Dank im Voraus für eure Antworten!!

LG

Sabrina

Beitrag von ...sonnenblume... 23.05.11 - 11:29 Uhr

Das Finanzamt kann da keinen Stress machen, da es nicht gesetzlich Verboten ist aus diesem Grund die Steuerklasse zu wechseln. Da gibt es schon dieverse Urteile.

Wir lassen das gerade von unseren Steuerberater prüfen, aber ich habe schon mal nachgerechnet, dass wir bei ´nem Wechsel erst ca. 115,- Euro weniger haben, aber das Elterngeld dann ca. 160,- Euro höher ist.

Ich denke wir werden auf jeden Fall wechseln.

Gruß
...sonnenblume...

Beitrag von schaf5214 23.05.11 - 11:35 Uhr

Wir habens auch so gemacht. Man hat zwar vorrübergehnd weniger aber bekommts ja mit dem Jahresausgleich wieder raus und das elterngeld wird mehr!!!

Beitrag von miau78 23.05.11 - 12:46 Uhr

Hi Du,

ja, Du kannst die Steuerklasse ändern lassen. Mußt nur aufpassen, da im jeweiligen Kalenderjahr nur eine Lohnsteuerklassenänderung möglich ist. Diese muss bis spätestens 30.11. erfolgt sein.

Aber ansonsten kein Problem.


LG, Miau

Beitrag von freckle3781 23.05.11 - 12:53 Uhr

Also, auch wenn es keiner hören will, aber das lohnt sich unterm Strich alles nicht, denn:

Steuerrechtlich zahlt man immer die gleiche Steuer, egal wie Konstellation ist. Der Unterschied liegt lediglich im Zeitpunkt der Zahlung, soll heißen, wenn man 3/5 macht, hat man monatl. mehr Geld zur Verfügung, muss aber wahrscheinlich bei der Steuererklärung nachzahlen bzw. bekommt weniger erstattet. Bei 4/4 hat man monatl. weniger Geld zur Verfügung, bekommt aber am Jahresende mehr zurück.

Das Elterngeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt, ist also zwar steuerfrei bei der Auszahlung, wird aber in der Steuererklärung dann mit angerechnet. Deshalb macht die Steuerklassenwechselei da auch nicht so viel Sinn, weil man auch mehr Steuern zahlt, wenn man mehr Geld bekommt.

Kurzum, ich habe viele Paare im Bekanntenkreis, die die Steuerklassen gewechselt haben und alle haben eine fette Nachzahlung erhalten. Wenn man das einkalkuliert (was kaum ein Steuerlaie realistisch kann) und dann monatlich schon etwas von dem, was man mehr rausbekommt auf die Seite packt, dann kann sich das schon etwas lohnen, aber auch nur dann. Andernfalls muss man dann eine Nachzahlung leisten, und dass während einer Zeit, wo das Geld wg. weniger Einkommen der Frau meistens ohnehin schon knapp ist.

LG, freckle3781

Beitrag von ...sonnenblume... 23.05.11 - 13:35 Uhr

Vlt. hast du recht, es geht nicht nur um die Steuern sondern auch um die Höhe des Elterngeldes, dass durch einen Wechsel beeinflusst werden kann.

Wenn man vorher alles genau von seinem Steuerberater prüfen lässt kann man denke ich schon einen finanziellen Vorteil für sich rausholen.

Sicher kann man nicht für jedes Paar sagen, dass es sich lohnt, aber für den einen oder anderen ganz gewiss.

Beitrag von freckle3781 23.05.11 - 13:52 Uhr

Wenn es der Steuerberater gründlich durchkalkuliert hat und schon alle Beträge kennt, dann kann es bestimmt für den einen oder anderen einen Vorteil geben, das ist schon richtig.

Nur wie hoch der ist, und ob sich der Aufwand (und am Ende auch die Rechnung an den Steuerberater) lohnt, ist die zweite Frage.

100%ig ausschließen für jeden kann man es sicher nicht, da hast du Recht :-)


LG, freckle3781

Beitrag von julev 23.05.11 - 14:50 Uhr

Hallo Freckle 3781,

verstehe das jetzt bitte nicht falsch, ich will sicher nicht "besserwisserisch" sein aber ich muss Dich doch in vielen Punkten korrigieren.
Im Bezug auf Steuerklassenwechsel im Zusammenhang zur Ermittlung des Elterngeldes, wird immer(und ich betone "Immer")ein Wechsel sinnvoll sein. Was die reine Einkommensteuer im Bezug auf Steuerklassen(3;4;oder5) angeht, hast Du recht. Die Steuerklasse und damit der monatliche Steuerabzug ist eigentlich wie eine Vorauszahlung zu sehen, die dann auf die Einkommensteuerzahllast angerechnet wird.
Das Elterngeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt, soll heißen es ist nicht voll steuerpflichtig sondern verändert in kleiner Weise den Steuersatz auf die übrigen Einkünfte.

Jetzt zu den Paaren in deinem Bekanntenkreis. Das erscheint mir mit den riesigen Nachzahlungen nicht logisch. Ich erkläre auch warum. Meist haben die Frauen vor der Schwangerschaft Steuerklasse 5 und die Herren der Schöpfung (als fast Millonäre ;-)) Steuerklasse 3. Somit ein geringeren Steuerabzug. Mit Bekanntwerden der SS kann dann getauscht werden. (ist im übrigen durch diverse Rechtssprechnungen legalisiert wurden).
Jetzt hat doch dann aber der Partner die schlechter Steuerklasse und damit den höheren Steuerabzug! Wie kann es denn da zu einer so erheblichen Nachzahlung kommen?
Naja egal, ich hoffe das ich mich verständlich ausgedrückt habe.

LG und einen schönen Tag noch.

Beitrag von freckle3781 23.05.11 - 15:16 Uhr

Naja, die Paare hatten immer 4/4 als Steuerklassenkombination...

LG, freckle3781