Spritze oder nicht, heißt die Frage...

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Beitrag von madam-mim 23.05.11 - 14:05 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

mein Anliegen betrifft mein rechtes Handgelenk, und leider muß ich ziemlich weit ausholen.

Alles fing vor etwas (nun schon) 4 1/2 Monaten an. Erst schliefen mir der Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand immer Nachts ein. Als aus diesem Einschlafen aber ein immer stärker werdender Schmerz wurde, der mittlerweile nicht mehr nur Nachts vorkam, bin ich zu meinem Chirurgen gegangen. Nach einigen Tests äußerte er die Diagnose: Karpaltunnelsyndrom. Mit einer schicken ( :-) ) Schiene mit Daumeneinschluß -ein Verband mit Sportgel drunter- wurde ich wieder nach Hause geschickt. Leider wurde davon mein Daumen permanent Taub, so dass ich am nächsten Tag wieder bei meinem Doc auf der Matte stand. Also- Scheine ab, Gipsschiene drum... Mein Doc schickte mich nach 3 Wochen weiter zum Neurologen, welcher die Nervenleitgeschwindigkeit messen sollte. Alle manuellen Tests sprachen auch hier für KTS, auch die NLG.

Mein Arzt riet mir zur OP, welche am 30. 03. 2011 statt fand.
Folgendes wurde hier gemacht: (Auszug aus dem Arztbrief)
Diagnose:
1.) Karpaltunnelsyndrom rechts
2.) Ausgeprägte Tendosynovalitis Beugesehnen Handgelenk rechts
Therapie:
Zu 1.) Dekompression und Neurolyse N. medianus rechts
Zu 2.) Partielle Tendosynovektomie Beugesehnen Handgelenk rechts

Mit einem dichen Verband, einer RedonDrainage (?) und der Erlaubniss, sofort wieder mit Bewegen zu beginnen, konnte ich nach der OP direkt wieder nach Hause.
Mit der Wundheilung gab es keine Probs, und nach 14. Tagen konnten die Fäden gezogen werden.

Da meine Hand aber immernoch -trotz intensiver, 2-3/Woche KG+Eis- Probleme gemacht hat, bin ich wieder zu meinem Arzt. Nun wurde ein MRT mit und Ohne Kontrastmittel gemacht. Auch hier habe ich den Befund vorliegen:

Breiter OP-Defekt im Retinaculum des Carpaltunnels. Ausgedehntes Granulationsgewebe im Zugangsweg sowie um alle Sehnen im Carpaltunne herum. Deutliche Hyperämie nach Kontrastgabe.....

Hier nich die Beurteilung:

Ausgeprägtes peritendinitischer Reizzustand im gesamten Carpaltunnel sowie im Zugangsweg nach Spaltung des Retinaculums mit funktioneller Einengung des Carpaltunnels und konstruktiver erheblicher Schwellung des Nervus medianus.

Nun habe ich aber von Anfang an gesagt, das ich arge Probleme mit meinem Daumen habe, so dass ich nicht mal eine Flasche aufschrauben kann.

Mit Befund sollte ich also noch mal in die Klinik, da mein Doc der Meinung ist, das dass 1. SSF zu eng ist.

Nun kommt (endlich) meine Frage, und ich hoffe jemand konnte bis hier überhaupt durchhalten mit dem Lesen.

Morgen soll ich nun eine Spritze aus Kortison und Betäubungsmittel bekommen, und ich hadere, ob das wirklich sinnvoll ist.
Seit diesem Wochenden habe ich auch wieder extreme Probleme mit der Hand, kann kaum eine Faust machen, selbst ein Feuerzeug an zu machen bereitet mir Schmerzen. Die Hand ist unterseitig am Handgelenk äußerlich leicht geschwollen fühlt sich gemein an, als wenn da ein Luftballon o. Ä. drinnen ware, und Heiß ist sie auch...

Ich hoffe hier ist Jemand, der mir aus meiner Verzweifelten Lage helfen kann, denn nun langsam ist es belastend!!

Viele Lieben Grüße,

Madam-Mim

Beitrag von kleineblonde 23.05.11 - 14:25 Uhr

huhu
kenne das was du schreibst habe ich auch schon gehabt bei mir sind sie jetzt zu dem entschluss gekommen das es jetzt ne athrose ist
also wenn du wirklich so viele problema hast würde ich es mir spritzen lassen ich hatte das auch vor 4 jahren das hilft wirklich fühlt sich alerdings an wie ne sprizte beim zahnarzt also vom kribbeln her danach.als dauerlösung ist es nicht zu sehen aber da du schreibst das es sich so gemein anfühlt wie nen luftballon schätze ich das du eine entzündung drin sitzen hast.wünsche dir alles gute
ich hab sie mir damals spritzen lassen.warum haderst du denn damit???
lg

Beitrag von madam-mim 23.05.11 - 14:34 Uhr

Erst einmal vielen Dank für Deine Antwort.

Naja, ich hadere weil die Herr Doktoren mir das 1. Strecksehnenfach im Daumen spritzen wollen, damit der Daumen nicht mehr weh tut, ich aber immernoch starke Probleme mit der Op vom Karpaltunnel habe. Lt. MRT ist dort keine Arthrose. Das einzige, was sie auf einem Röntgenbild festgestellt habe ist, das ich eine Ulnar-Minus-Variante habe, also das meine Elle um einiges zu Kurz ist... Ich denke mir einfach, das diese Spritze nicht wirklich nachhaltigen Erfolg haben wird, solange nicht die Ursache des Übels gefunden wurde.

Hoffe es war verständlich ausgedrückt...

Madam-Mim

Beitrag von fascia 24.05.11 - 11:34 Uhr

Hallo Madam-Mim,

die Spritze soll ja der Entzündung entgegenwirken.
Die Entzündung bringt eine Schwellung mit sich, die auch die Abheilung des gesamten Gebietes - besonders bei dir - erschwert. Auch der Schmerz selbst bewirkt eine Stoffwechselverschlechterung im gesamten Gebiet.
Daher ist die Spritze schon eine sinnvolle Maßnahme zu diesem Zeitpunkt.


Gab es vor deiner OP eine physiotherapeutische Behandlung? Oder wurde direkt nach Diagnosestellung "KTS" operiert?
Hat man "Ulna minus" nach oder vor der KTS-Diagnose erkannt?

Du hast allen Grund, mißtrauisch zu sein.
Man hat den Karpaltunnel operiert, ohne seine Ursachen zu erforschen.
Möglicherweise war das noch nicht mal ein echtes KTS.
Möglicherweise war es eines, dass auf der Grundlage der verkürzten Ulna, der damit häufig einhergehenden Minderdurchblutung gepaart mit Fehlbelastung und Fehlspannung entstanden ist.
In dem Fall (Ulna-minus liegt ja gesichert vor) hätte die Behandlung - auch die operative - ganz anders aussehen müssen.
Man hat sich´s zu leicht gemacht. Zu schnell. Schema F stand Pate.

Ulna minus entsteht embryonal. Es ist höchstwahrscheinlich die Folge einer Arterienvariante. Man könnte sagen: Es fehlt ein Arterienästchen. Daher ist dieser Knochen und auch die anderen Gebiete, die üblicherweise von diesem Ästchen versorgt werden, etwas minderversorgt gewesen und sind es zum Teil noch immer. (Und das kann durchaus zusätzlich ein Grund für die Beschwerden des Daumens sein.)
Das ist vermutlich außerdem ein wesentlicher Teil der Ursache, die für die verzögerte und komplizierte Heilung nach der OP verantwortlich ist.
Eine OP, die 1. nicht ursächlich war und 2. die Situation nicht verbessert, sondern verschlechtert hat.

Dergleichen macht mich geradezu wütend.
Deine Hand ist ungeheuer wichtig.
Du brauchst daher einen Arzt, der mit dem bisherigen Verlauf nichts zu tun hatte.
Der neu mit dir anfängt.

Wenn die Ulna-Variante VOR der OP geröntgt und bekannt war - dann war diese OP ein echter Behandlungsfehler.
Wenn die Ulna-Verkürzung erst nach der OP erkannt wurde, war es ein Diagnosefehler. Nachlässigkeit, für die du jetzt teuer bezahlst.
Und: Dein Problem ist gegenwärtig vermutlich gar nicht behandelt worden.
Es wurde aber fahrlässigerweise verschärft.
Auch die physiotherapeutische Nachsorge muss viel umfassender und v.a. anders und vorsichtiger erfolgen.

Das muss jetzt irgendwie abheilen.
Und danach musst du leider ganz von vorn anfangen.
Das funktioniert nur mit einem Arzt, dem das Messer nicht so locker sitzt.
Es wird eventuell dennoch irgendwann eine weitere OP nötig werden.

Vorsicht jetzt - sonst machen sie dir dein Händchen kaputter, als es schon ist.
Ab jetzt lässt du nur noch Dinge vornehmen, über die man dich bis ins letzte Detail logisch aufgeklärt hat. Und zwar nicht innerhalb von 5 min.

Viel Glück und Erfolg dir,
f.