OP bei Sehnenscheidenentzündung?

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Beitrag von ronjas_ma 23.05.11 - 14:56 Uhr

Hallo,

seit vier Wochen schlage ich mich nun mit einer Sehnenscheidenentzündung im rechten Handgelenk rum. Mein Arzt gab mir vor vier Wochen für zehn Tage Cortison. Letzten Freitag bin ich wieder hin, weil es gar nicht besser wurde und meine Geduld leider auch nichtdie größte ist#hicks. Mein Doc gab mir eine Überweisung zur Handchirurgie und sagte nur:"Wenn sie Glück haben, spritzen die noch einmal und sonst wird operiert."#schock Ich habe noch nie von so einer OP gehört und bin aus allen Wolken gefallen. Ich habe zwei Kinder, mit denen ich an vier Tagen die Woche zum Sport fahre, wie soll das alles gehen? Mein Mann ist drei Tage die Woche nicht da und ich muss meinen Sohn wickeln, anziehen, ins Auto setzen usw. Das geht mit einer operierten Hand bestimmt nicht so gut#kratz und so langsam werde ich deshalb auch etwas panisch. Wer kennt sich mit Sehnenscheidenentzündungen aus und kann mir was über die Therapie erzählen? Ist eine OP wirklich sinnvoll? Den Termin in der Handchirurgie habe ich in zwei Wochen und somit noch genug Zeit, mich verrückt zu machen...

LG
Saskia

Beitrag von sunnysunshine1984 23.05.11 - 15:46 Uhr

Hallo Saskia!

Ich habe seit nunmehr einem Jahr (!!) eine wiederkehrende beiseitige Sehnenscheidenentzündung.

Wenn es nur eine einfache Sehnenscheidenentzündung wäre, wie man sie halt mal so haben kann, wäre das nicht schlimm... das Problem ist in der Tat das Handgelenk an sich. Bei mir hilft nur Cortison direkt reinspritzen. Das verschlimmert das ganze 2 Tage lang, aber danach wird es besser und die Entzündung dann auch nach einer Woche erstmal raus.

Ich lese es so, dass bislang Cortison nur eingenommen wurde, richtig!? Also, oral und nicht reingespritzt... Oder vertu ich mich?

Mir wurde diese OP auch vorgeschlagen. Aber da ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe, meine Sehnen usw. etwas zu stabilisieren und der Belastung anzupassen, habe ich mich dahin gehend auch noch nicht weiter beraten lassen.

Alles gute

Sunny

Beitrag von ronjas_ma 24.05.11 - 06:52 Uhr

Hallo,

bisher habe ich nur Tabletten genommen. Ich denke,als mein Arzt sagte, dass die Handchirurgen da vielleicht reinspritzen, meinte er bestimmt Cortison. In zwei Wochen bin ich schlauer...

LG
Saskia

Beitrag von fascia 23.05.11 - 22:59 Uhr

Liebe Saskia,

ich finde es sehr bedauerlich, dass der Arzt die Möglichkeiten der manuellen Therapie nicht in Betracht zieht.
Bei einer Entzündungsreaktion dieser Art - und ganz besonders bei Sehnenscheiden-Entzündungen - sollte sinnvollerweise physiotherapeutisch (oder mit anderer manueller Behandlung) behandelt werden bevor eine OP in Betracht gezogen wird.

Ich finde diese Vorgehensweise grundfalsch.
Und so wurde bis vor einigen Jahren auch nicht verfahren.

Das Messer ist geeignet als "letzte Zuflucht".
Aber meistens ist es vermeidbar.
(Nur, wenn man es versucht, versteht sich.)

Mit deinem Orthopäden hätte ich ein Hühnchen zu rupfen...


LG,
f.





Beitrag von ronjas_ma 24.05.11 - 06:53 Uhr

Hallo,

das Gespräch war mit meinem Hausarzt. In zwei Wochen habe ich den Termin in der Handchirurgie und dieHoffnung, dass die auch noch andere Therapiemöglichkeiten als die OP kennen...

LG
Saskia

Beitrag von fascia 24.05.11 - 08:37 Uhr

Morgen Saskia,

der Fehler liegt schon hier: "..in zwei Wochen.."

Auch wenn der Zustand bereits seit einigen Wochen besteht, bist du immer noch in einer akuten Entzündungsphase.
Der Hausarzt "kennt" das Cortison und hat es verordnet. Er konnte dies tun, weil er eine Diagnose gestellt hat.
Er "kennt" auch das Heilmittel der Physiotherapie - und hätte es auch verordnen können. Eben auf Grund dieser Diagnose.
Dann wäre nicht noch mehr Zeit ungenutzt verstrichen, während der die Entzündung sich festsetzen und "chronifizieren" kann.
Eine Konsultation beim Facharzt (Handchirurg) ist zwar sinnvoll, sollte aber sofort erfolgen.

Der Handchirurg hat mehrere Optionen. Darunter die Spritze, die Ruhigstellung (oder beides zugleich) und u.U. auch eine OP. Operiert werden kann erst, wenn die Entzündung etwas abgeklungen ist. Das wird durch Medikamente und ggf. Ruhigstellung erreicht werden können. Auch bis zu einem eventuellen OP-Termin wird also etwas Zeit verstreichen.

Die Behandlung sollte aber zum Ziel haben, eine Operation zu vermeiden. Und unter dem Vorzeichen, die Ursache der Überlastung zu finden und zu behandeln.
Eine OP behandelt diese Ursache nicht.

(Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass ein Chirurg von der Chirurgie lebt.)

Ohne Physiotherapie vorab würde ich meine Hand keinesfalls operieren lassen.

Für die Behandlung solcher Entzündungen des Bewegungsapparates stehen den Ärzten klare Empfehlungen für ihr Vorgehen zur Verfügung. Sie sehen vor, zunächst konservativ zu behandeln. Also entzündungshemmende Medikamente und Physio.
Es hat sich bereits ein Behandlungsfehler eingeschlichen: Es ist eindeutig zu viel Zeit vergangen.

Ich empfehle dir dringend, die Praxis des Handchirurgen in zwei Wochen nur mit einer Verordnung für Physiotherapie in der Hand zu verlassen.
Sollte man dir zur OP raten, ist der zweite Behandlungsfehler im Gange. Er wird nicht wieder rückgängig zu machen sein.

Ich spreche so deutlich, weil ich über langjährige Erfahrung verfüge.
Mit opertierten Händen und Ellbogen, die nie hätten operiert werden dürfen.

Viel Glück,
f.

Beitrag von fascia 24.05.11 - 11:49 Uhr

...die nie hätten operiert werden dürfen...

Zwei Beiträge nach deinem, dies hier:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=10&tid=3156153

Ein Klassiker. Verkorkste Hände.
Nur, weil man sich nicht um die Suche nach der Ursache bemüht.

Die Ursachen für solche Entzündungen liegen praktisch immer außerhalb des Gebietes, das mit Entzündung reagiert.

Es ist zum Mäusemelken!

f.

Beitrag von struwwel 24.05.11 - 11:54 Uhr

Hallo Saskia

ich habe mich auch lange (1,5 Jahre) mit einer immer wiederkehrenden Sehnenscheidenentzündung im rechten Ellbogen rumgeschlagen.

Angefangen mit Entzündungshemmer und Schmerzmittel, Masseur, Stosswellentherapie und Cortisonspritzen in den Ellbogen. Das half aber leider immer nur für eine gewisse Zeit und nach spätestens 2 Wochen fingen die Schmerzen wieder an.
Die Schmerzen waren am Ende so heftig das ich nicht mal mehr ne volle Kaffeetasse ohne Schmerzen heben konnte.

Nach langem Überlegen haben wir uns dann doch zu einer Operation entschlossen. Ich bin im Januar operiert worden und muss sagen, ich bin froh das ich mich dazu entschlossen habe. Die Schmerzen sind verschwunden und ich kann inzwischen wieder alles mit dem rechten Arm machen.

Ich finde allerdings eine Operation nach nur 4 Wochen viel zu früh. Erstmal würde ich alle Therapiemöglichkeiten ausschöpfen, und dann kann immer noch operiert werden.

lg struwwel