Wieviel rumschreien in Familie ist "normal"?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Es kracht 24.05.11 - 03:38 Uhr

Guten morgen

Wie viel rumschreien ist eigentlich in einer Familie "normal"?

Klar grundsätzlich sollte ja anständig, also in normalem Ton miteinander kommuniziert werden.

Ich versuche das eigentlich täglich, eben angenehm zu sprechen. Da mich aber meine Kinder x mal täglich an meine Grenzen bringen, werde ich halt auch mal lauter und schäme mich sehr dafür. Meine Eltern wurden früher immer gewaltätig, d. h. Haare ziehen, Packpfeiffe, eins auf den Po usw. Das passiert mir eigentlich nicht mehr (ist mir auch schon passiert aber habe hart daran gearbeitet).
Mein Mann kann aber kaum mehr in einer normalen Lautstärke sprechen wenn er sauer wird. Ermahnen nützt da nichts. Heute habe ich ihm die Hand vors Maul gehalten und da ist er richtig ausgeflippt und hat rumgebrüllt dass es die ganze Nachbarschaft hörte, da bin ich mir ganz sicher so laut war das.
Es ist natürlich auch mega peinlich. Diesen Leuten soll ich dan wieder in die Augen schauen, wen er so einen Anfall hatte.
Bei einer heiklen Diskussion kann er grundsätzlich nicht in normalem Ton sprechen.

Nun frage ich mich wie das wohl so in anderen Familien zu und her geht. Ich meine das ist ja ein Tabuthema. Eigentlich habe ich noch keine Nachbarn ausser eine Brüllen gehört.

Wie oft im Jahr kann man so einen Anfall durchgehen lassen (wir haben 2 Kleinkinder und das manchmal sehr anstrengend,meist aber schön)

Eigentlich möchte ich NIE ein Lauterwerden bei uns haben und alles andere finde ich da stimmt doch was nicht, oder übertreibe ich. Es sollte doch gehen ohne, oder? Was kann ich tun?

Beitrag von rosaundblau 24.05.11 - 06:27 Uhr

Heute habe ich ihm die Hand vors Maul gehalten und da ist er richtig ausgeflippt

Das sagt doch schon alles!

Ihr solltet bei Eurem Umgangston nicht nur die Lautstärke hinterfragen.

vg rosaundblau

Beitrag von babe2006 24.05.11 - 07:14 Uhr

Sorry, aber anschreien geht ja mal gar nicht... glaubst du wenn ihr eure Kinder anbrüllt, verstehen sie euch besser?


^Heute habe ich ihm die Hand vors Maul gehalten und da ist er richtig ausgeflippt und hat rumgebrüllt dass es die ganze Nachbarschaft hörte, da bin ich mir ganz sicher so laut war das.
Es ist natürlich auch mega peinlich. Diesen Leuten soll ich dan wieder in die Augen schauen, wen er so einen Anfall hatte. ^

Ich glaube ihr habt beide solche Anfälle, schreibst du ja selber, also schieb nicht deinen Mann die Schuld in die Schuhe. Sorry wenn mir jemand den Mund verbietet werd ich auch sauer...

Ihr solltet sehr an eurem Verhalten arbeiten... sucht euch doch zusammen Hilfe.


Sowas von Respektlos!!!

Beitrag von phantastica123 24.05.11 - 07:47 Uhr

Ich finde Deinen Denkansatz bedenklich:

Du fragst gar nicht, wie Ihr Eure lautstarke und wohl auch aggressive Kommunikation in den Griff kriegen könnt.

sondern Du fragst, wie oft im Jahr solche "Ausraster" wohl normal sein könnten und willst Dir damit wohl eine Art Freischein für Eure fragwürdige Kommunikation abholen.

Ich kann für meine kleine Familie nur sagen: Wir haben noch gar nie solche Schreiereien gehabt und ich will das auch gar nicht.

Wer schreit, ist im Unrecht, das ist ein Sprichwort und ich bin der Überzeugung, dass es wahr ist.

Du schreibst, dass Du jetzt schon täglich rumschreist, wobei Deine Kinder noch so klein sind. Arme Kinder kann ich da nur sagen.

Du solltest Dich hinterfragen, warum Du überhaupt anfängst, zu brüllen. Nur weil die Kinder nicht hören? Sind sie denn schwerhörig, dass Du schreien musst?

Geht doch alle mal zum Ohrenarzt - vielleicht hört dann die Schreierei auf, wenn ihr alle ein Hörgerät habt.

Nach den wahren Ursachen für Euer Verhalten scheinst Du ja nicht forschen zu wollen.

Beitrag von babe2006 24.05.11 - 08:00 Uhr

mir fiel noch was auf...:

^Wie oft im Jahr kann man so einen Anfall durchgehen lassen (wir haben 2 Kleinkinder und das manchmal sehr anstrengend,meist aber schön) ^


Ämm, ich habe auch 2 Kinder, Tochter wird 5, Sohn 8 Monate... ich weiß ja nicht, aber die Zeit mit meinen Kindern ist IMMER schön, nicht nur meist... ich finde meine Kinder in keinster weise anstrengend und ich habe auch oft noch viele Kindergarten Kinder am Nachmittag hier.

Ich glaube du solltest dir mal ernsthafte Gedanken machen und nicht versuchen dich rauszureden. Familienberatung??

Beitrag von sonntagsmalerin 24.05.11 - 09:07 Uhr

IMMER schön? Sorry, das glaub ich nicht ;-)

Also meine Kinder gehen mir auch mal gehörig auf die Nerven, das gehört ja auch dazu. Das heißt ja nicht, dass man sie in solchen Situationen nicht lieb hat, aber es gibt durchaus Momente, in denen sie einen zur Weißglut bringen. Das finde ich dann NICHT schön :-P

Beitrag von thyme 24.05.11 - 09:19 Uhr

Und du bist ab 7.00 frisiert, geschminkt und poliert, kochst ausschliesslich Bio, frisch und ausgewogen, lässt niemals die Wäsche länger als dreissig Sekunden rumliegen. und hast sicher auch ein perfektes Sexleben. ;-)

Beitrag von sniksnak 24.05.11 - 22:28 Uhr

Also ich schon, ist das ungewöhnlich? :-P

#klatsch

Beitrag von josili0208 24.05.11 - 10:19 Uhr

Herzlichen Glückwunsch, Frau Supermama, Meisterin der Selbstbeherrschung! #augen

Beitrag von ichhabefertig 24.05.11 - 12:00 Uhr

#pro

Beitrag von leonie133 24.05.11 - 14:39 Uhr

Is klar.
#rofl
Man kann sich sein Leben auch schönreden. Kinder, mit denen es IMMER schön ist, existieren nicht. Denn wenn Kinder sich NORMAL entwickeln, dann testen sie ab ca. 2 J. ständig ihre Grenzen aus. Sie toben, sie schreien, sie matschen, sie schmeißen Sachen, sie bocken, sie schimpfen etc.

Stehst du jedes Mal daneben und schmachtest sie an und rufst:

"Toll, Torben-Henry, wie du den nächsten Entwicklungsschritt hier meisterst! Ich finde das gaaaanz töfte wenn du im Klo extra neben die Schüssel strullst..."

Wenn deine Kinder nie auf deinen Nerven rumtrampeln, nimmst du entweder starke und abhängig machende Substanzen zu dir, oder deine Kinder sind total verängstigt, weil sie sich nichts mehr trauen.

Deine Weichspül-Kinderschokolade-Traumwelt kannst du dir gerne hier im www vormachen, aber ich nehme sie dir nicht ab. Nicht in 1000 Jahren ;-)

Beitrag von josili0208 24.05.11 - 14:55 Uhr

Der Brüller, vor allem:
"Toll, Torben-Henry, wie du den nächsten Entwicklungsschritt hier meisterst! Ich finde das gaaaanz töfte wenn du im Klo extra neben die Schüssel strullst..."

#rofl

#danke

Beitrag von cherry19.. 24.05.11 - 23:09 Uhr

OH, danke für den Lacher mit Torben-Henry :-)

Ich dachte auch beim Lesen der Antwort, dass das nicht ernst gemeint sein kann. Bin auch sehr beruhigt, dass andere das auch zum Schmunzeln fanden ;-)

Beitrag von redrose123 24.05.11 - 08:16 Uhr

Umgangsformen und Lautstärke sollte man im Griff haben, schreien kann vorkommen mal aber nicht dauernd. Und maul nenn ich das Teil was mein Hund hat, bei uns heisst es Mund ....

Beitrag von badguy 24.05.11 - 08:24 Uhr

Die Frage, die sich mir stellt, ist der Grund, warum man brüllt. Bei euch scheint das ja ein Standardventil zu sein. Klappt was nicht, wird gebrüllt. Oft, nein, eigentlich immer, erreicht man mit ruhiger, sachlicher und erklärender Art und Weise viel viel mehr.

Das Brüllen werden sich eure Kinder über kurz oder lang abschauen, ich sag dir nur eins, das werden fröhliche Konflikte, wenn sie in ein paar Jahren besser contra geben können.

Was für ein Bild habt ihr von euren Kindern? Bitte sag jetzt nicht vorschnell, dass ihr die Beiden abgöttisch liebt, wer einen Menschen liebt, tritt ihm respektvoll gegenüber.

Ich war früher auch mal so verstrahlt und bin heute froh, ein ganz anderer Mensch zu sein. Meine Kinder sehen das auch so.

Beitrag von ankamati 25.05.11 - 00:03 Uhr

Hallo,
ich find es gut,dass Du heut ein anderer Mensch bist.Und nicht mehr so ``verstrahlt`` bist(ist nebenbei bemerkt ein treffendes Wort).
Was hst Du gemacht,dass das wegging?
Gruss
Anke

Beitrag von sehrleise 24.05.11 - 08:52 Uhr

NULL ausflippen im Jahr ist normal.

Damit wäre deine Frage beantwortet. Und jetzt?
Bist du bereit, daran was zu ändern?

Deine Nachbarn scheinen dir wichtiger zu sein als deine Kinder...

Ich kann dir nur sagen, dass auch meine Grenze sehr weit unten liegt und ich sehr schnell gereizt bin.
Aber ich bin in Therapie und gerade an dem Punkt angekommen, bei dem ich ganz sicher weiß, dass die Ursachen dafür in meiner Kindheit liegen...

Ich nehme an, bei euch zuhause wurde früher auch viel gebrüllt.

Ich wünsche dir von Herzen, dass ihr beide auch so an euch arbeitet, dass deine Kinder ohne Gebrüll groß werden. Denn ich weiß, wie schwierig es ist ein "normales" Leben zu führen. Die Spätfolgen sind enorm!!! Das kannst du überhaupt nicht abschätzen und es scheint dir nicht bewusst zu sein, was du anrichtest.

Alles alles Gute
sehrleise

Beitrag von Hallo sehrleise 24.05.11 - 08:57 Uhr

Das möchte ich auch. Ich möchte immer sehr leise sein. Ich persönlich schaffe es eigentlich schon sehr gut. Nur mein Mann nicht.

Kannst Du mir verraten was für eine Therapie wir machen könnten?
Ist es ein Psychologe, Familientherapeut oder besser eine Tripel P Kurs?

Stimmt, bei uns wurde nicht nur gebrüllt, sondern auch geschlagen, bei beiden. Das können wir zum Glück beide, das wir nicht tätlich werden.

Beitrag von sehrleise 24.05.11 - 09:08 Uhr

Bei uns wurde zuhause auch gebrüllt und geprügelt.
Aber es hilft nicht, den Eltern die Schuld zu geben.. man muss an sich arbeiten.

Das mache ich in einer Einzeltherapie. Verhaltenstherapie reicht aber nicht, es muss schon in die Tiefe gehen. Ein langer Weg, nichts für Ungeduldige.

Eine Paartherapie erscheint mir wenig sinnvoll, weil es ja um DEINE Kindheit geht. Da sollte sich der Partner wohl einen eigenen Therapeuten suchen.

Ich empfehle, dass eine Frau zu einer TherapeutIN und ein Mann zu einem Therapeuten geht. Ausserdem muss nicht der erste Therapeut der richtige sein.
Ich habe länger gebraucht, die richtige zu finden.

Ein Tipp schon mal für die nächste Zeit:
Versuche immer, aus den Augen deiner Kinder zu "sehen".

Und:
Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Du kannst froh sein, dein Problem erkannt zu haben.

Alles Gute und viel Erfolg
sehrleise

Beitrag von Danke sehrleise 24.05.11 - 09:17 Uhr

Danke Sehrleise

Ich schaue hier gerade nach und weiss nicht ob ich einen Psychologen oder Psychiater aufsuchen soll. Was meinst Du was ist besser?

Beitrag von palesun 24.05.11 - 10:04 Uhr

Du brauchst eine Psychotherapeutin (Psychotherapie).

Vielleicht kann dir jemand (Hausarzt?) eine empfehlen. Die Wartezeit ist lang, aber es lohnt sich.
Und sag direkt, dass eine Verhaltenstherapie nicht reicht und du deine Kindheit aufarbeiten willst.

Beitrag von sehrleise 24.05.11 - 11:50 Uhr

eine Psychotherapeutin.

viel Erfol:-)

Beitrag von Danke hab mich schon 24.05.11 - 12:36 Uhr

Danke#winke

Spreche heute mit dem Kinderarzt, er soll uns an einem guten Ort anmelden!

Ich hoffe es wird dann endlich besser!

Beitrag von siomi 24.05.11 - 09:02 Uhr


Bei uns wird überhaupt nicht gebrüllt. Gelegentlich wird ein Kind etwas lauter gerufen, wenn es an gefährliches Sachen geht usw.

Das du nicht schlägst ist auch kein Orden wert!


Siomi

Beitrag von darkblue81 24.05.11 - 09:16 Uhr

Ihr seid nicht zufällig meine Nachbarn?

Wir werden auch mal lauter, aber es wird nicht gebrüllt oder geschrieen und mein Mann hat einen Mund, ein Maul hat unser Hund.

Grüße

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