Ich habe keine Milch mehr

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von emily..erdbeer 24.05.11 - 07:10 Uhr

Guten Morgen,
Ich bin ganz traurig, denn ich kann nicht mehr stillen.

Meine Geschichte:

Ich habe meine Maus 5,5 Monate voll gestillt, dann haben wir langsam mit Beikost angefangen.
Sie mochte das so gerne, dass sie sehr schnell eine Mahlzeit nicht mehr stillen wollte. Nur noch ein bisschen Einschlafnuckeln vor dem Mittagschlaf.
Einen Monat später gab es dann auch den Nachmittagsbrei und einen weiteren Monat später, den Abendbrei und anschließend Einschlafstillen. Zusätzlich hat sie dann noch morgens gegen 5 Uhr und nach dem Aufstehen gestillt, sowie vormittags.
Zwischendurch habe ich sie auch ab und zu angelegt, aber das war auch nur ein bisschen nuckeln.
Vor ca. 1 Monat hat sie dann aber Zähne bekommen und sie wollte dann nichts mehr festes zu sich nehmen. Habe dann gedacht, es ist ja kein Problem, dann stillen wir eben.
Meine Brust hat sich aber schon auf den geringen Bedarf eingestellt und Emily wurde nicht satt. Sie hat geweint, weil sie hunger hatte und ich habe sie immer wieder angelegt, aber es kam tagsüber nicht genug.
Sicher hätte ich 2-3 Tage durchhalten können, dann wäre die Milch wieder da gewesen, aber das wollte ich nicht, denn sie tat mir so leid.
Ich habe ihr also Milchpulver gekauft und obwohl sie bis dahin nie die Flasche wollte, hat sie plötzlich ohne Probleme dran gesaugt.
Ich war etwas traurig, aber habe mir gesagt, dass ich sie morgens gegen 5 und nach dem Aufstehen weiter stillen werde.
Leider hatte ich schon immer Probleme mit meinem Milchspendereflex. Es hat immer sehr lange gedauert, bis er eingesetzt hat und so war Tagsüber an stillen gar nicht mehr zu denken. Die Geduld hatte sie nicht mehr.
Morgens allerdings hatte Emily die Ruhe dazu.
Jetzt ist es aber so, dass seit 4 Tagen, selbst nach 15 min. immer noch kein Milchspendereflex einsetzt und ich somit wohl auch keine Milch mehr habe.
ich wollte mindestens ein Jahr stillen, gerne noch länger, aber es kommt nichts mehr und ich bin wirklich traurig.
Habt ihr Tipps? Oder muss ich mich damit abfinden'? Stilltee trinke ich abends schon, hilft leider nicht. Ich lege sie auch oft am Tag an, sie will aber dann nicht wirklich.

Sorry, ist etwas länger geworden#schwitz

Traurige Grüße

Beitrag von lilly7686 24.05.11 - 07:24 Uhr

Hallo!

Fehlender Milchspendereflex heißt nicht fehlende Milch ;-)
Vielleicht kannst du den Reflex auslösen, indem du deine Brust vor dem Stillen etwas massierst, dich entspannst. Nicht umsonst heißt der Reflex im Englischen "Let-Down-Reflex" ;-)

Alles Liebe!

Beitrag von emily..erdbeer 24.05.11 - 07:52 Uhr

Ich zwirbel immer an der Bw, bringt aber irgendwie nichts mehr. Bist du sicher, dass trotzdem noch Milch rauskommt und nicht nur ein paar Tropfen? Wenn sie morgens um 5 stillt, schläft sie auch weiter. ich habe dann immer gedacht, dass sie sich nur müde genuckelt hat, aber nicht satt ist.
Ich habe irgendwie nicht das Gefühl, dass da noch was kommt, weil sie auch nicht so schluckt wie sonst.

Beitrag von sarahjane 24.05.11 - 08:38 Uhr

Sei nicht traurig. Dein Baby bekommt ja durch B(r)eikost und Säuglingsmilchnahrung aus dem Handel alles, was es fürs gute Gedeihen braucht, und Du hast ja mehrere Monate über erfolgreich Brusternährung betreiben können. Das ist mehr, als es vielen Müttern möglich ist.

Zitat: "Sicher hätte ich 2-3 Tage durchhalten können, dann wäre die Milch wieder da gewesen."

Gräme Dich nicht: Oft vermehrt sich die Milchproduktion nämlich nicht binnen 2, 3 Tagen. Nicht selten erhöht sich die Milchmenge gar nicht oder es dauert wesentlich länger.
Es ist meist nur eine Durchhalteparole, wenn gesagt wird, man solle 1 bis 3 Tage praktisch nur und dauernd die Brüste anbieten (Haushalt etc. "liegen lassen).

Nichtsdestotrotz kannst Du noch Folgendes versuchen:

- die Milchbildung evtl. mit einer elektrischen Milchpumpe anregen (tagsüber an beiden Brüsten gleichzeitig für 10 bis 20 Minuten alle 2 bis 3 Stunden abpumpen und abends/nachts alle 6 bis 8 Stunden)
- 2 bis 3 Liter am Tag trinken (davon 5 Tassen Fenchel-, Kümmel-, Anistee am Tag)
- Stress vermeiden, für viel Ruhe sorgen (sich im Haushalt und bei der Kindesbetreuung helfen lassen)
- auf 3 bis 5 ausgewogene und ausreichende Mahlzeiten am Tag achten
- auf Koffein-, Teein- und Kohlensäurehaltiges weitestgehend verzichten
- evtl. aus der Apotheke etwas Bockshornkleesamenhaltiges besorgen
- vor jeder Fütterung per Brust warme/feuchte Wickel auf die Brüste legen
- das Baby immer in der Nähe haben / viel herumtragen
- das Kind häufiger (nicht länger) an beiden Brüsten anlegen

Beitrag von magmagruen 24.05.11 - 08:59 Uhr

Meine Hebamme hat mir empfohlen ich soll vor dem stillen warme Waschlappen auf die Brust legen,durch die Wärme fließt die Milch besser .
Funktioniert wirklich,ich brauchte das in der Anfangszeit,jetzt klappt es ohne.
Merke aber immer noch das nach ner heißen Dusche die Milch ausläuft.

Um Milchbildung noch zusätzlich anzuregen hat sie mir Reistrunk empfohlen.
Gibt es im DM Markt in Tetrapacks. Der hat mir nach ner schweren Krankheit die Milch zurückgebracht.
Wünsche Dir alles gute und drück Dir die Daumen

Beitrag von steffi0413 25.05.11 - 01:00 Uhr

Hallo,

zuerst ist das super, dass Du Emily die Brust öfters anbietest. Das ist auch kein Problem, wenn sie nur kurz trinkt/nuckelt. Das ist typisch in diesem Alter, die Kleinen wollen ja nichts verpassen...;-)

Bzw. vergiss bitte nicht, dass Stillen nicht nur Nahrungsaufnahme ist, sondern Getränk, Beruhigung, Körpernähe, Schmerzmilderung, Einschlafhilfe, Mamigeschmack...;-)

Bei der Milchproduktion bestimmt die Anfrage das Angebot. Dh. je öfters die Brüste stimmuliert werden, desto mehr Milch wird produziert, je seltener, desto weniger. Daneben ist Essen, Trinken, Tee, Globuli nur zweitrangig.

Wenn die Beikost relativ schnell erhöht wird, Mahlzeiten ersetzt werden, die Kleine vielleicht noch dazu etwas zum Nuckeln bekommt (Schnuller, Flasche, Trinklerntasse für Dauernuckeln), das kann leider verursachen, dass die Kleine vorzeitig die Brust verweigert oder Interesse verliert.

Wenn Du nicht in Kürze abstillen möchtest, kannst Du ihr ganz ruhig die Brust VOR der Beikost anbieten (natürlich nachdem auch wieder :-)).

Nicht alle Mamis spüren den Milchspendereflex sehr intensiv, das bedeutet aber nicht, dass es ausbleibt.
Der Milchspendereflex ist aber eine komische "Sache": man braucht dazu eine gewisse entspannte Stimmung. Stress, Sorgen, Schmerzen (aber auch zu viel Trinken) können den Milchspendereflex hemmen.
Versuche Dich also zu entspannen und beobachte den MSR nicht sehnsüchtig, dann bleibt sicher aus...#augen

Den MSR kann man auch stimulieren:

vor dem Anlegen die Brust mit heissem Wasser (so heiss, wass deine Haut noch verträgt) waschen; vorsichtig (nicht stark) massieren, ein wenig Milch mit der Hand ausstreichen.

Während des Stillens C-Griff verwenden: drück (Daumen oben, andere Finger unten) deine Brust hinten dem Bruswarzenhof zusammen und halte so. Stark, aber weh tun darf es nicht. Das stimuliert den Milchfluss. Wenn die Kleine anfängt zu schlucken, dann machst Du das richtig.

LG
Steffi

Beitrag von emily..erdbeer 25.05.11 - 09:53 Uhr

Danke für deine Antwort. Ja, ich habe auch das Gefühl, dass sie Angst hat, was zu verpassen, wenn sie stillt. Sie dockt dann ständig ab und es dauert noch länger mit dem MSR. Ich hatte schon immer das Problem, dass es mindestens 2-3 min. gedauert hat bis er einsetzt, allerdings dann sehr stark. Das tat manchmal sogar ein bisschen weh. Darum denke ich auch, dass ich es schon merke, wenn der MSR ausgelöst ist.
Ich habe heute morgen aber mal nach dem stillen, versucht ein bisschen Milch auszustreichen und es kamen tatsächlich noch ein paar tropfen raus.
Für mich ein Zeichen, dass noch was da ist.:-D
Ich habe die Flaschen jetzt erst mal in den Schrank verstaut, denn sie isst ja jetzt auch wieder normal und wenn sie trinken möchte, lege ich sie an. Wasser gebe ich ihr danach dann erst. Mal schauen ob das was bringt.
Ich wußte nicht, dass auch ohne MSR, genügend Milch rauskommen kann. Wozu gibt es den denn?#kratz

Liebe Grüße

Beitrag von steffi0413 28.05.11 - 01:06 Uhr

Hallo,

ich freue mich, dass sich die Lage verbessert hat. :-)

Klar, dass noch etwas da ist! Die Milch braucht mindestens 40 Tage (!) nach dem letzten Anlegen/Apbumpen bis die weg ist. Bis die Kleine angelegt wird dh. die Brust stimuliert wird, wird Milch produziert.

Der MSR wird mir der Zeit immer weniger auffällig. Mir tat es am Anfang auch immer ziemlich weh und jetzt spüre ich den überhaupt nicht mehr (mein Sohn ist 18 Monate alt), ich höre aber, dass er schluckt.

Vesuche also entspannt bleiben (ich weiss! Leicht zu sagen...:-)) und versuche den MSR zu stimulieren.

Ja, ohne MSR kommt auch Milch aus der Brust, nur weniger und langsam. Wenn dann der MSR einsetzt, dann fliesst/spritzt die Milch wirklich.

Wenn die Kleine sehr leicht ablenkbar ist, kannst Du versuchen dich so zu "positionieren", dass sie interessante Sachen sehen kann oder - gerade umgekehrt - Du kannst versuchen im verdunkenten, ruhigen Zimmer zu stillen.

Ich wünsche Euch alles gute!

LG
Steffi