gekündigt, obwohl ich im Recht bin?

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Beitrag von lockenlilly 24.05.11 - 13:36 Uhr

Hallo,

ich hab gestern meine Lohnabrechnung für April bekommen.
Da ist mir aufgefallen, das mir am Karfreitag und Ostersamstag kein Geld gezahlt worden ist.

Normalerweise hätte ich, wenn die Tage keine Feiertage wären arbeiten müssen.

Mein Arbeitgeber meint, er zahle nur die Stunden, die ich arbeiten war.

Ich hab ihn gesagt, das er gesetzlich dazu verpflichtet ist, mir diese Stunden zu bezahlen.

Daraufhin hab ich meine Kündigung erhalten.

Wer ist im Recht, ich oder mein Ex-Chef?

LG

Beitrag von ppg 24.05.11 - 13:38 Uhr

Bekommst Du ein monatliches festes Gehalt oder würst Du auf Stunden bezahlt?

Ute

Beitrag von lockenlilly 24.05.11 - 13:43 Uhr

nach Stunden

Beitrag von vwpassat 24.05.11 - 13:46 Uhr

OK, dann scheinst Du im Recht zu sein.

Beachte die Fristen für die Kündigungsschutzklage!

Beitrag von vwpassat 24.05.11 - 13:43 Uhr

Der Ostersamstag ist kein Feiertag!

Was sieht denn Dein AV überhaupt vor?

Beitrag von lockenlilly 24.05.11 - 13:45 Uhr

Sorry, ich meinte Ostermontag. Ostersamstag war ich mormal arbeiten.

Im Arbeitsvertrag steht nix über Feiertage drin.

Die sind doch aber gesetlich geregelt, wären sie nicht, dann wäre ich arbeiten gewesen.

Beitrag von manavgat 24.05.11 - 13:47 Uhr

Wende Dich an eine Anwältin und lass prüfen, ob die Kündigung rechtlich einwandfrei ist. Wieviele Mitarbeiter seid ihr?

Feiertag müssen bezahlt werden. Da gibt es keine Ausnahme.

Gruß

Manavgat

Beitrag von lockenlilly 24.05.11 - 13:49 Uhr

Mitarbeiter über 1000.

Kündigung ist zu Ende Juni ausgesprochen.

Beitrag von susannea 24.05.11 - 13:52 Uhr

Und das schriftlich und mit Begründung und unter Einbeziehung der Sozizalauswahl?

Wenn ja siehts nicht ganz so gut für eine Klage aus, wenn nein, siehts sehr gut aus.

Also ich würde sagen, ab zum Anwalt!

Beitrag von lockenlilly 24.05.11 - 14:08 Uhr

eine Sozialauswahl gab es nicht. Begründung halt betriebliche Gründe.

LG

Beitrag von manavgat 24.05.11 - 16:13 Uhr

betriebliche Gründe müssen explizit aufgeführt werden.

Bei 1000 Mitarbeitern muss der MA versetzt werden, aber er kann nicht gekündigt werden.

Ab zur nächsten Anwältin.

Gruß

Manavgat

Beitrag von hippogreif 24.05.11 - 20:53 Uhr

Das ist falsch! Es müssen keinerlei Gründe genannt werden in der Kündigung! Darüber hinaus ist auch Dein 2. Satz so nicht richtig. Es sind durchaus Fälle denkbar, in denen weder der MA versetzt werden müßte (angenommen, er sei die sozial am wenigsten schutzwürdige Person), noch kann sie gar nicht gekündigt werden.
Darüber hinaus ist ein Versetzen wohl auch schwierig bei zu großen Entfernungen, wenn nicht explizit im AV genannt wurde, dass die AN´in sich verpflichtet bundesweite Arbeit anzunehmen. Da würde dann nur eine Änderungskündigung helfen.
Deinem dritten Satz stimme ich zu.

Beitrag von susannea 24.05.11 - 20:45 Uhr

Tja und damit hast du gute Chancen, denn es muss eine Sozialauswahl stattfinden und "betriebliche Gründe" reicht auch nicht als Begründung.

Beitrag von hippogreif 24.05.11 - 20:48 Uhr

Aha, Du warst doch diejenige, die sich angeblich so gut auskennt, oder?
Vielleicht erinnerst Du Dich ja an den Tread vor einigen Tagen.
Daher muß ich Dir leider mal wieder widersprechen. In einer Kündigung müssen gar keine Gründe genannt werden. Und auch Dein zweiter Satz ist für die Füße. Selbst wenn eine Sozialauswahl durchgeführt wurde (dies braucht der AG hier noch gar nicht offen legen), haben die meisten KüSchKlagen Erfolg vor Gericht, weil eben kaum eine Sozialauswahl (erst Recht nicht bei 1000 MA) wirklich 100%ig stichfest ist.

Beitrag von susannea 24.05.11 - 21:07 Uhr

Ich glaube, du solltest meine Antwort noch mal lesen bevor du hier rumgiftest.

Ich schrieb, wenn dies alles da ist, siehts mit einer Klage nicht ganz so guit aus, wenn nein, siehts sehr gut aus und dem ist auch so, denn eine Sozialauswahl ist in einem Betrieb dieser Größe auf jeden FAll durchzuführen!

Also evtl. merkst du, dass du mir gar nicht wiedersprichst. Wir sagen beide, dass sie Chancen vor Gericht hat, nur eben mal mehr und mal weniger, aber sicherlich mehr als der AG!

Beitrag von hippogreif 24.05.11 - 21:14 Uhr

Zitat: "Und das schriftlich und mit Begründung..."
"Ich schrieb, wenn dies alles da ist, siehts mit einer Klage nicht ganz so guit aus..."
Antwort: Eine Begründung ist keine Wirksamkeitsvoraussetzung der Kündigung. Imho hat eine fehlende Begründung im Kü-Schreiben keinerlei Einfluß auf die Erfolgsaussichten der Klage.

Beitrag von susannea 24.05.11 - 21:45 Uhr

Natürlich hat eine Begründung Einfluss, denn begründet werden muss die Kündigung nachher, hat er nun schon eine, hat er sich Gedanken gemacht und nicht gehofft, sie wirds so hinnehmen und treudoof probiert.

Erfahrungswert ;)

Beitrag von hippogreif 24.05.11 - 22:03 Uhr

Dann hast Du eben nicht viel Ahnung, sorry. Jeder seriöse Anwalt wird einem AG immer raten, auf keinen Fall eine Begründung in der Kündigung zu nennen, denn so würde er sich ja selbst nur angreifbar machen.
Nachzulesen (ein Bsp. für viele Quellen, bin jetzt nur zu faul zum suchen):
http://www.experto.de/b2b/personal/arbeitsrecht/kuendigung/warum-sie-in-der-kuendigung-keinen-kuendigungsgrund-angeben-sollten.html

Beitrag von vwpassat 24.05.11 - 13:48 Uhr

http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/entgfg/gesamt.pdf

Da steht alles!

Kannst Du Deinem AG ja unter die Nase halten bzw. gleich Kündigungsschutzklage einreichen gehen.

Beitrag von lockenlilly 24.05.11 - 13:49 Uhr

Danke

Beitrag von nobility 24.05.11 - 14:07 Uhr

Wenn deine Geschichte sich so zugetragen hat wie du sie beschreibst, scheint diese Arttypisch für das derzeitige Arbeitgeberverhalten zu sein.

Bei einem normalen festen Arbeitsverhältnis mit gleichbleibenden Arbeitszeiten kommt es nicht allein darauf an was in einem schriftlichen oder mündlichen Arbeitsvertrag vereinbart wurde, sondern auch was der Gesetzgeber dazu vorgibt.

Ist die Kündigung mündlich bzw. schriftlich erfolgt ? Wer hat wem gekündigt ? Der AG selbst ? Ist die Kündigung Fristgerecht oder Fristlos erfolgt ? Wie ist die Kündigung begründet ?

Möglich wäre sich mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht zu verständigen mit allen Unterlagen. Denn für eine schriftliche begründete Kündigungschutzklage ( detaillierte Ansprüche, NICHTS VERGESSEN ! ) hast du beim AG nur 2 Wochen Zeit.

Hau rein!
Nobility

Beitrag von parzifal 24.05.11 - 17:43 Uhr

DREI! Wochen ist die Frist für eine Kündigungsschutzklage.

Gruß
parzifal

Beitrag von nobility 25.05.11 - 11:24 Uhr

Natürlich !

Das Kündigungsschutzgesetz regelt in § 4 KSchG für die Kündigungsschutzklage eine Klagefrist von drei Wochen (3 Wochen).

Sage ich drei Wochen lässt der betreffende sich Zeit, also schlampt mit der Zeit, wenn ich ihm/ihr aber 2 Wochen oder gar nur eine Woche Zeit gebe beeilt er/sie sich etwas schneller und schafft das tatsächlich Fristgerecht.

Manche AN muss man unter Druck setzen, sonst klappt das nicht.

Gruß
Nobility

Beitrag von parzifal 25.05.11 - 14:50 Uhr

Das ist wenigstens mal eine originelle Antwort.

Gruß
parzifal

Beitrag von nadeschka 24.05.11 - 14:54 Uhr

Die einzige Situation, in der die Rechtslage etwas schwammig ist, wäre, wenn du nicht immer an den gleichen Wochentagen arbeitest, sondern die Tage von Woche zu Woche neu festgelegt werden. Und wenn es da auch kein festes System gibt, anhand dessen es ganz klar ist, dass die betreffenden Tage in den genannten Wochen für dich auf jeden Fall Arbeitstage gewesen wären.

Da hat der AG ggf. die Möglichkeit, deine Arbeitszeiten auf andere Tage zu legen und halt nicht auf den Feiertag.

Der Gesetzgeber sagt da nur, dass er dies nicht zu seinen Gunsten ausnutzen darf (oder so ähnlich, wohl etwas anders ausgedrückt), aber das ist dann einfach sehr schwer nachzuweisen.

Mal davon abgesehen - gleich, wer im Recht ist - was für ein mieser AG ist das denn, der da direkt eine Kündigung ausspricht, nur weil es da eine Unklarheit gibt, ob ein Feiertag gezahlt werden muss, oder nicht. Echt schlimm. :-[

Man könnte meinen, unter Erwachsenen Menschen ließe sich solch eine Angelegenheit auch anders klären...

LG