Rote Stelle auf Brust nach Abpumpen

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von silberschatten 24.05.11 - 14:25 Uhr

Hallo!
Ich hab mal ne Frage an Euch: Gestern habe ich zum ersten mal mit einer elektrischen Pumpe (Medela) etwas Milch abgepumpt - nach dem Trinken. Mit der ISIS-Handpumpe hab ich schon öfter mal etwas gepumpt, kam aber viel weniger... Diesmal kam auch ganz gut was raus, ohne das es weh tat. Habe nach ca. 30ml aufgehört.

Jetzt habe ich heute eine sehr schmerzhafte rote heisse Stelle über der Brustwarze, also quasi die obere Seite des Warzenvorhofs (der bei mir sehr groß ist!). Fieber hab ich keins.

Ist das jetzt ne Brustentzündung? Hart ist die Stelle nicht unbedingt. Evtl. ist der Saugtrichter von der Pumpe zu klein und hat die Brust quasi zu arg gequetscht? Links, wo es jetzt ist hab ich nämlich etwas länger gepumpt als rechts, wo ich kein Problem habe heute.

Hebamme erreiche ich gerade nicht... Muss ich damit sofort zum Arzt oder mal bis morgen schauen? Hatte das jemand auch so schonmal?

Habe jetzt mal einen Lappen mit Retterspitz draufgelegt (damit hab ich beim Milcheinschuss schlimmeres verhindert...).

Freue mich über Antworten.

Liebe Grüße
Silberschatten

Beitrag von steffi0413 24.05.11 - 21:32 Uhr

Hallo Silberschatten,

wenn Du keinen Fieber hast, musst Du nicht gleich zum Arzt.

Es kann sein, dass Du beim Abpumpen einen Milchgang verletzt hast und so eine sterile Entzündung oder einen Milchstau verursacht hast.

Was Du versuchen kannst ist die gleiche Therpie wie bei einem Milchstau:

1. vor dem Anlegen die Brust heiß duschen oder heisse Waschlappen drauflegen. Das stimuliert den Milchspendereflex und den Milchfluss

2. das Baby sehr oft anlegen wobei Unterkiefer des Kindes in Richtung des Staus zeigt. In der Nacht auch keine langen Stillpausen halten! Beim Stillen kannst Du die harten Stellen ganz-ganz vorsichtig Richtung BW streichen/massieren. (Vorsicht! Keinesfalls stark massieren, das kann weitere Probleme verursachen!)
zB. http://www.babanet.hu/album/foto.php?album=523&page=1&image=6978
http://www.babanet.hu/album/foto.php?album=523&page=1&image=6979

3. nach dem Anlegen Brust für ca. 15-20 Minuten kühlen (mit kalten Waschlappen oder mit gefrorenen Kohlblättern)

4. unter heisser Dusche mit der Hand ausstreichen

5. gegen grosse Schmerzen und evt. Fieber kannst Du Paracetamol oder Ibuprofen nehmen

Wenn sich die Symptome innerhalb von 48 Stunden nicht bessern, oder wenn sich der Zustand der Mutter innerhalb von 24 Stunden deutlich verschlechtert, dann sollte man aber sich an einen Arzt wenden.

Gute Besserung!

LG
Steffi

Beitrag von silberschatten 24.05.11 - 23:28 Uhr

Hallo Steffi,

danke für Deine Antwort und die Tipps! War jetzt bei einer Hebamme. Die meinte auch, bis morgen mal "wickeln". Habe gerade Quark drauf, dann nochmal Retterspitz.

Ab und zu staut sich bei mir die Milch schonmal, wird dann aber nur hart und kann auch ganz gut abgetrunken werden. Diesmal ist es nicht wirklich hart, aber rot und heiss. Hm. Naja aber das Stillen klappt wenigstens, wenn auch mit Schmerzen.

Jetzt hätte ich nur gedacht dass ich lieber nicht extra viel anlegen sollte, damit die Milch nicht (noch) mehr produziert wird? Also, klar, bevor die Brüste riesig werden lieber anlegen oder ausstreichen (was bei mir aber schlecht funktioniert irgendwie, ich bin sehr "dicht"), aber eben wollte sie noch einen kleinen "Schlummertrunk" und da hab ich ihr lieber die gesunde Brust gegeben statt nach 1,5h nochmal die angeschlagene.

Naja, mal sehen was die Nacht so bringt...

LG!

Silberschatten

Beitrag von steffi0413 24.05.11 - 23:51 Uhr

Hallo Silberschatten,

das ist bei Milchstau und Entzündung auch sehr wichtig (eigentlich das Wichtigste), dass die betroffene Brust und Stelle oft und gründlich entleert wird. Das beschleunigt die Heilung bzw. beugt weitere Probleme vor. Nur wickeln löst das Problem nicht wirklich, kalt wickeln hemmt die Durchblutung und dadurch die Milchneuproduktion, hilft aber nicht die schon gestaute oder entzündete Stelle zu enleeren.

Das ist momentan ziemlich zweitrangig ob die Milchproduktion weiter angeregt wird, damit kann man sich beschäftigen, wenn das akute Problem vorbei ist. :-)

Wenn das Ausstreichen nicht klappt, kannst Du auch abpumpen, aber das Effektivste ist Dein Baby. :-)

Hier eine Beschreibung über das Ausstreichen, vielleicht hilft das ein wenig:

1) Die Hand im C-Griff (Daumen oben, Zeigefinger- und Mittelfinger unter der Brust) ca. 2,5 bis 3 cm
von der Brustwarze entfernt auf die Brust legen (dahinter befinden sich ungefähr die Milchseen)

2) Mit Daumen und Fingern, ohne die Haut zu spreizen, leicht gegen den Brustkorb drücken.

3) Dann Daumen und Finger zusammendrücken und zur Brustwarze hin nach vorne schieben.

4) Danach Daumen und Finger wieder in Ausgangsstellung (ca. 2,5-3 cm von der Brustwarze entfernt)
positionieren.

5) Der Bewegungsablauf wird rhythmisch wiederholt.

6) Um alle Milchseen, die sternenförmig angeordnet sind, zu leeren, wandert man nacheinander um die
Brustwarzen herum. Um den unteren Teil der Brust gut zu entleeren, einfach die andere Hand benutzen.

Wichtig ist, dass alle Bewegungen vorsichtig, ohne reiben oder quetschen durchgeführt werden. So wird vermieden, dass das empfindliche Brustgewebe Schaden nimmt.

LG
Steffi

Beitrag von silberschatten 25.05.11 - 21:33 Uhr

Liebe Steffi,

danke für die ausführlichen Beschreibungen! Gute Erklärung der Sache, werde es demnächst mal ausprobieren.

Die Rötung ging nun mit den Quarkwickeln, Retterspitz-Wickeln und Globulis von der Hebamme weg. Habe die Kleine heute eh oft anlegen müssen, da sie durch die Hitze viel Durst hatte. Jetzt tut es nur noch ein ganz kleines bißchen weh, ist aber nicht mehr heiss und rot.

vielleicht bin ich wirklich zu grob mit der Brust umgegangen beim Pumpen (hatte relativ fest richtung Brustwarze ge"drückt"). Habe heute der Übung wegen ein ganz bißchen abgepumpt nach dem trinken.

Also, nochmal danke für Deine Hilfe!

LG
Silberschatten

Beitrag von steffi0413 28.05.11 - 01:20 Uhr

Hallo Silberschatten,

ich freue mich, dass Dir schon viel besser geht. :-)

Ja, es kann sein, dass Du mit der Pumpe zB. einen Milchgang "untergebrochen" hast und dadurch eine strile Entzündung verursacht. Wenn die Pumpe zu stark eingestellt ist, kann leider auch Verletzungen verursachen.

Wenn Du öfters abpumpst, das kann leider die Neigung zu einem Milchstau auch vergrössern. (Nachpumpen verursacht ja Überproduktion)

Etwas habe ich letztes Mal vergessen: wenn Du öfters Milchstau hast, dann wäre vielleicht nicht schlecht nachzudenken, was das Problem verursachen kann.

Ein paar Fragen/Tipps als Gedankanstoss:

- kommt immer an der gleichen Stelle?
- Siehst Du dann keine weisse Punkte oder Bläschen an der BW?
- Hat die Kleine beim Stillen genug grosses Stück vom Brustwarzenhof (mind. 2,5-3 cm) im Mund?
- sind Deine BW nicht wund, gereizt?
- verwendet ihr Flasche, Schnuller, Stillhütchen?
- enge Kleidung, BH, Tragetuch
- regelmässiges Abpumpen (nachpumpen)

Ich wünsche Euch alles Gute!

LG
Steffi

Beitrag von silberschatten 29.05.11 - 22:17 Uhr

Hallo Steffi,

also, mit "öfter Milchstau" mein ich eigentlich nur die harten Brüste, wenn sie länger nicht trinkt nachts. Dann trinkt sie die STellen aber auch weg. Ist ja gar kein richtiger Milchstau, oder ist das nicht normal?!

"nachpumpen" mach ich ja nicht wirklich regelmäßig. 1x am Tag, nicht jeden Tag. Aber ich wußte gar nicht, dass so kurzes Nachpumpen den Milchfluss anregt???? Wie denn das? Auch wenn man im 1-h-Fenster bleibt und nicht so viel (20ml max)?

Hm... zu den restlichen Ideen:


- kommt immer an der gleichen Stelle?
* also die roten Stellen waren an ner andren Stelle. Das etwas verhärtete wenn sie sehr lange nicht trinkt ist immer an der gleichen Stelle.

- Siehst Du dann keine weisse Punkte oder Bläschen an der BW?
* Direkt nach dem Trinken oder Pumpen kann die BW schon ganz in der Mitte etwas weiss werden, aber nicht lange. sonst gibts keine Punkte.Bläschen, nein.

- Hat die Kleine beim Stillen genug grosses Stück vom Brustwarzenhof (mind. 2,5-3 cm) im Mund?
* Meistens schon. Wenn ich merke dass nicht, versuch ich sie neu anzulegen.

- sind Deine BW nicht wund, gereizt?
* Das sind sie allerdings öfter, seit sie 3 Wochen alt ist. Hatten auf Pilz mal behandelt mit so nem Mundgel, das hat aber nix gebracht. Anna hat keinen Soor im Mund, zumindest keinen sichtbaren. Momentan mach ich Kamilosan und Aloe im Wechel drauf, mit Heilwolle. Wird halt immer unangenehm, wenn sie sehr oft trinkt (wenn's heiss ist zb)...

- verwendet ihr Flasche, Schnuller, Stillhütchen?
* Bisher kaum, Schnuller probieren wir gerade öfter mal, da sie viel nuckeln will zum einschlafen und meine Brustwarzen das nicht so toll finden. Und da ich lange Daumennuckler war, incl. entstellter Zähne dadurch, will ich lieber Schnuller - den kann man irgendwann wegtun...
Stillen ging von anfang an gut, auch völlig schmerzfrei - bis sie 3 Wochen alt war und einen Windelsoor bekam - ob das Zufall war oder Zusammenhang.. keine Ahnung... Flasche probieren wir auch gerade ab und zu mal. Aber ich merke keine Veränderung in ihrem Still-Verhalten. Sie ist ja auch schon 12 Wochen jetzt.

- enge Kleidung, BH, Tragetuch
* Weicher aber stützender BH, keine enge Kleidung, Tragetuch selten (macht mein Mann noch :) )

- regelmässiges Abpumpen (nachpumpen)
* Hab ich jetzt ja erst ab und zu mal gemacht. Mir wurde gesagt, ab und zu im 1-h-Fenster nur 10-20ml macht nix aus...?!


LG und danke für deine Überlegungen!

Silberschatten