Brauche DRINGEND Hilfe !!! Welche Strafe ist angemessen

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von honigmaeuschen 24.05.11 - 15:24 Uhr

Hallo zusammen

es geht um meinen Sohn (fast 11 Jahre).

Er ist ein sehr hilfsbereiter, zuverlässiger toller Junge. Allerdings hatte er bis vorletzte woche für ein Paar Tage den falschen Umgang, ohne das ich es wußte. Ich kann ihn ja nicht 24 std am Tag bewachen.

Er war also mit diesem Jungen unterwegs. Sein bester Freund ( seit 4 Jahren) kam hinzu. Dieser Freund darf nicht mit dem Jungen spielen. Also frug er meinen Sohn. "Willst du mit ihm oder mir spielen?". Mein Sohn entscheid sich für den anderen Jungen und sein Freund hat ihm die Freundschaft gekündigt.

Nun bekam ich am Sonntag einen Anruf von einer Mutter aus unserer Siedlung. SIe hatte einen Verdacht und hat mich informiert. Ich habe meinen Sohn damit konfrontiert und er hat es zugegeben. Nun zu seiner Tat:

Er ist in den Garten dieser Familie mit 4 Kindern eingebrochen und hat das Hauskaninchen gestohlen. Er hat er mitgenommen und auf einer Schafweide 2 km von zuhause entfernt ausgesetzt. Sein Antrieb war, dass der Junge ihm gesagt hat: Wenn du das nicht tust, bist du nicht mehr mein Freund.

Nach der "Tat" kam er statt um 19 Uhr um 20 Uhr nach hause und als ich ihn auf die Uhrzeit ansprach, reagierte er mit: "Ja und? Ist doch scheiß egal, was du mir sagst"

Das wichtigste in meiner Erziehung ist Respekt vor anderen Menschen, vorallem vor älteren Menschen und Zuverlässigkeit.

Für das zu Spät kommen und den Spruch bekam er bereits 1 Woche Hausarrest. Einen Tag nach ende der Strafe kam der Anruf. Er musste natürlich sofort zu dieser Familie und sich entschuldigen.

Aber das scheint mir nicht genug. Welche Strafe ist nun angemessen, damit ihm bewußt wird, was er getan hat und es nie wieder tut?

Beitrag von thyme 24.05.11 - 15:44 Uhr

Was wollte er denn mit dem Kaninchen? Was war der Sinn der ganzen Aktion? War es eine Mutprobe? Und vor allem: Habt ihr darüber gesprochen, was Freundschaft bedeutet und was richtige Freunde nicht tun?

Dem Kaninchen ist nichts passiert, nehme ich an. Er hat es offenbar auch nicht misshandelt. Damit geht das für mich noch als Lausejungen-Streich durch. Mit 11 hab ich auch noch nicht alle Konsequenzen meiner (Un)taten durchschaut, ich würde wetten, dass sich dein Sohn nicht bewusst war, dass das Kaninchen auch hätte verloren gehen können.

Das dein Kind aus deiner Sicht die falschen Freunde hat, kannst du nicht unterbinden. Sollst du auch nicht. Aber ich finde es wichtig, herauszufinden, was seine Gründe gewesen sind für diese Aktion. Wollte er seinen Freund beeindrucken? Wollte er seinen Mut beweisen? Hatte er Angst davor, abzulehnen? Oder hat er schlicht gedacht, dass das Kaninchen seine Freiheit geniessen würde? Mein Verhalten würde wesentlich von den Antworten abhängen.

Du hast ihn bereits bestraft für die frechen Antwort, für seine Aktion hat er sich entschuldigen müssen. Willst du nun hinterher noch einmal kommen und nachträglich noch einmal Sanktionen verhängen?



Beitrag von honigmaeuschen 24.05.11 - 15:57 Uhr

Der Sinn: Der Junge hat behauptet, das Kaninchen wurde MIsshandelt.

Bem Kaninchen ist nichts passiert: Es ist tot gefunden wirden.

Er wollte es gezielt aussetzen und er wußte ganz genau, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass es stirbt, weil er es nicht gewohnt ist, seine Nahrung selber zu suchen. Ausserdem ist diese Weide eine Bekannte Hundewiese.

Er war sich seiner Tat voll bewußt und war sich allen Konsequenzen klar. Er ist selber Tierhalter und hat 2 Meerschweinchen, was die Tat noch unerklärlicher macht.

Grund: "Wenn du es nicht machst, bist du nicht mehr mein Freund!" (Sagte der junge, den er gerade mal 3 Tage kannte....

Beitrag von thyme 24.05.11 - 16:06 Uhr

Tut mir leid für das Kaninchen. Umso mehr, wenn es misshandelt wurde.

Dann wäre dies für mich eine gute Gelegenheit, mit deinem Sohn über Recht und Unrecht zu sprechen. Und darüber, dass man selber ein Hirn hat um zu denken, auch wenn andere über einem bestimmen wollen. Ich würde ihn fragen, was diesen Freund für ihn so attraktiv macht, dass er Dinge tut, die anderen Schaden zufügen. Und wie er sich fühlen würde, wenn jemand seine Mehrschweinchen aussetzen würde.
Erklär ihm, dass es keinen Unterschied macht, ein Lebewesen eigenhändig zu töten oder in den Tod zu schicken.

Da er einen Grund brauchte, um das Kaninchen zu "befreien", war ihm offenbar doch nicht ganz wohl dabei. Bestärke ihn doch darin, seinen Gefühlen zu vertrauen. Und sprecht darüber, was man unternehmen könnte, wenn tatsächlich jemand misshandelt wird.

Lg

Beitrag von honigmaeuschen 24.05.11 - 16:44 Uhr

Das haben wir bereits getan.

Beitrag von kathrincat 29.05.11 - 12:11 Uhr

Bem Kaninchen ist nichts passiert: Es ist tot gefunden wirden

ist nichts passiert, naja es ist tot, also ist den tier was passiert. sorry, für die tat würde es wirklich ein hohe strafe geben,


seine meerschweinchen werden in gut hände gegeben, dann die haben nach so eine tat nichts mehr bei ihm zu suchen.-

Beitrag von alpenbaby711 24.05.11 - 19:58 Uhr

Also Lausejungenstreich würde ich das ganze nicht mehr nennen. Er ist alt genug doch ein Stück weit zu wissen das man das nicht tut. Es ist nämlich Diebstahl und ob er dem Tier damit einen Gefallen tat wage ich auch zu bezweifeln. Das man aber nicht immer verhindern kann das jemand die falschen Freunde erwischt da geb ich dir Recht. Trotzdem muß man dem Jungen klar machen das sowas keine Freunde sind die solche Sachen verlangen.
Ela

Beitrag von koqu 24.05.11 - 16:14 Uhr

Und wnen du dich an die örtliche Polizeidienststelle wendest und bittest, dass einer der BEamten mal ein ernstes Wort mit deinem Sohn spricht? Das macht mit Sicherheit mehr Eindruck und es handelt sich ja um Straftatbestände (Einbruch, Diebstahl) für die er in wenigen JAhren herangezogen werden kann.
Einfach um ihm deutlich zu machen dass es eben mehr ist als nur ein Dummerjungenstreich!?
Denn ich finde mit 11 Jahren sind Kinder alt genug um (wenn auch nicht alle Konsequenzen zu kennen) doch zu wissen dass es Unrecht ist was sie tun.
LG Luise

Beitrag von honigmaeuschen 24.05.11 - 16:43 Uhr

das ist eine gute idee

Beitrag von dominiksmami 24.05.11 - 18:38 Uhr

Huhu,

ja ich finde diesen Vorschlag auch gut.

Was mir zudem noch dazu einfällt ist eventuell im örtlichen Tierheim nachzufragen ob er dort eventuell mal einen Tag lang helfen "kann"...denn dort lernt er sehr deutlich die Not kennen in die so unbedachte, dumme Handlungen die Tiere bringen!

Ich denke wenn du mit den Leuten dort sprichst wird dir sicher jemand eine Möglichkeit nennen können...zumindest ginge das hier im TH.

lg

Andrea

Beitrag von hael 28.05.11 - 01:38 Uhr

ist eine gute idee....wenn er die Konsequenzen von den Polizisten erklärt bekommt und vor augen sieht, dann wird er das vielleicht besser realisieren. Ich glaube, vor allem in dem Alter ist für Jungs eine kritische Zeit, denn wenn es mit solche kleinen Mutproben anfängt, will ich gar nicht wissen, wie es danach aussieht. Was ist, wenn der Kumpel ihn zu drogen oder was auch immer sonst anstiftet und dir keiner was sagt? ich würde auch radikal ihn bei der Polizei vorbei bringen (evt. vorher vorbei gehen, die Situation erklären und sagen, dass du später mit dem Kind vorbei kommst, so dass die Beamten vorbereitet sind) um das Problem hoffentlich schnell zu beenden. Anscheinend ist es soweit, dass ihn nichts mehr ausmacht, dir solche frechen antworten zu geben....und ich würde versuchen, ihn dem Umgang mit den Jungen zu verbieten.

Beitrag von marion2 24.05.11 - 17:05 Uhr

Hallo,

da er sich schon entschuldigen musste, würde ich es dabei belassen und in Kürze noch einmal mit meinem Kind reden.

Wie gehts dem Kaninchen?

Gruß Marion

Beitrag von marion2 24.05.11 - 17:06 Uhr

Da das Kaninchen gestorben ist, würde ich ihn eins pflegen lassen und es in drei Wochen zum Weihnachtsbraten erklären.

Beitrag von sarahg0709 24.05.11 - 17:47 Uhr

Hallo,

das ist Blödsinn #sorry

Wenn, dann würde ich den Jungen dazu verdonnern von seinem Taschengeld ein neues Kaninchen für die Familie zu kaufen.

Ansonsten würde ich sagen, die Idee mit der Polizei ist gut. In manchen Revieren gibt es spezielle Jugendbeamten, die sich mit der Materie gut auskennen.


LG

Beitrag von heiho 24.05.11 - 18:32 Uhr

Hallo??? Da ist ein Kaninchen gestorben!!!! Und er soll von seinem taschengeld einneues kaufen?????????????????
#schock#schock#schock#schock#schock

Beitrag von marion2 24.05.11 - 20:16 Uhr

Warum ist das Blödsinn?

Taschengeld hat keinen emotionalen Wert - ein Kaninchen, das selbst gepflegt wurde, aber schon.

Im Übrigen ist in drei Wochen noch nicht Weihnachten - man muss es also nicht zwingend auch zum Weihnachtsbraten machen.

Beitrag von thyme 25.05.11 - 08:51 Uhr

Grausamer Vorschlag

Beitrag von marion2 25.05.11 - 09:17 Uhr

Für wen?

Für das Kaninchen oder den Jungen?

Beitrag von thyme 25.05.11 - 09:42 Uhr

Die Idee, ein Kind ein Tier pflegen zu lassen, nur um ihm dann zu erklären, dass er es nun essen soll find ich schlicht sadistisch.

Beitrag von heiho 25.05.11 - 09:49 Uhr

das mag sein, wäre auch nicht mein Vorschlag, aber das was der Junge gemacht hat war auch "sadistisch", zumindest finde ich, dass mit irgendwclchen tollen Methoden dem Jungen unter Umständen nicht wirklich klar wird, was er da getan hat, er hat in Kauf genommen, dass das Kaninchen stirbt!!!!! Anscheinend kennt er sich genug aus, um das schon im Vorfeld verstanden zu haben. Also muss ich sagen, hätte ich auch den Drang, ihn das Gefühl erleben zu lassen, wie schrecklich seine Tat war. Allerdings würde ich lange überlegne, um eine andere Idee zu entwickeln ;-)
Außerdem, muss das Kaninchen ja nicht wirklich geschlachtet werden..
Oder sieh es mal so: an der Fleischtheke liegen auch tote Tiere, die wir essen. Wenn das Kaninchen glücklich war ist das doch eigentlich der bessere Weg für seine Nahrung zu sorgen :-)

Beitrag von thyme 25.05.11 - 10:00 Uhr

Nein. Ich bestreite, das ein normaler 10Jähriger die volle Tragweite seines Handelns verstehen kann. Er hat es ausgesetzt, nicht in die Waschmaschine gesteckt.
Ich würde wetten, dass der Tod des Kaninchens ihm böse Gewissensbisse verursacht. Die Idee, ihn einen Stall bauen zu lassen, sich entschuldigen zu müssen und sich stellen zu müssen sind wesentlich besser geeignet, um einen Lernprozess anzuregen.

Was du vorschlägst ist einfach nur gemein. Klar essen wir auch Tiere. Dessen ist sich auch mein eigener 5jähriger deutlich bewusst. Das ist auch kein Problem, wenn von vorherein klar ist, wie der Weg des Tieres enden wird. Aber aus Heiterem Himmel zu sagen. Soooo, Schnuffeli kommt morgen zum Schlachter ist bestimmt kein guter Weg, deinem Kind Liebe und Respekt zu lernen. Du sagst es ja selber: Du würdest dich rächen wollen. Rächen, bestrafen, leiden lassen. Was soll der Junge dabei lernen?

Eigentlich gibt es der Antwort vom jazzbassisten einmal mehr nichts mehr hinzuzufügen.

Beitrag von heiho 25.05.11 - 10:10 Uhr

Es geht ganz sicher nicht um Rache, es geht nur darum, dass manche Sachen gefühlt werden müssen, nicht darum den armen Kerl fertig zu machen! Man kann es ja mit ihm gemeinsam erleben, ohne noch Vorwürfe zu machen.
Als ich Kind war, hatten wir verschiedene Wild-Sorten (quasi Rehe). Die Wurden auch geschlachtet, durch meinen Vater (Veterinärmediziner) habe ich oft gesehen, wie Tiere gehalten werden, die zum Verzeht bestimmt sind. Das will keiner sehen, denn dann wird er zum Vegetarier. Hier in der Gegend ist es auch normal, dass sich die Kinder / Jugendlichen an Treibjagden beteiligen und danach auch die erlegten Tiere mitessen. Aber ich denke um den ethisch richtigen Umgang mit Tieren als Nahrungsquelle geht es hier ja nicht.
Ich sage ja: Ich würde es auch nicht so machen, aber da die Mutter schrieb, er hat zwei Meerschweinchen und ihm sei bewusst gewesen, was das Aussetzen mit sich bringt finde ich, man kann auch nicht so tun, als sei das ein DummerJungenStreich. Abgesehen davon, dass der arme Kerl mir leid tut, denn wenn ein Junge so grausam ist, will ich nicht wissen, was er schon an Grausamkeiten erfahren musste (die vielleicht in unseren Breiten als normale Erziehung angesehen werden).

Beitrag von thyme 25.05.11 - 10:19 Uhr

Noch einmal, er hat das Tier ausgesetzt und nicht an die Wand genagelt. Glaubt ihr im Ernst nicht, dass es schwer genug gewesen ist, sich vor die Familie hinzustellen und zu sagen: Es tut mir leid?
Was hattet ihr den für eine Kindheit?

Ich geh aber mit dir einig, dass in dieser Familie offenbar ein rauher Umgangston herrscht. Wie sonst sollte ein Knabe derart verunsichert sein, dass er sich willig unterwirft und sich zum Werkzeug machen lässt. Again: Selbstbewusstsein und Bauchgefühl stärken wären sicher die besseren Wege als Strafen. Wie Jazzbassist schon schrieb: Die Strafen hat er in Kauf genommen, warum also sollte er sich deswegen ändern?

Lg thyme

Beitrag von heiho 25.05.11 - 10:28 Uhr

Ich denke, nicht er sollte sich ändern, sondern seine Familie. Und mal über das ernsthafte Gefühl miteinander reden oder vielleicht auch zusammen um den toten Hasen weinen, weil man einfach Mist gebaut hat, finde ich jetzt auch nciht schlimm, sondern eher den richtigen Weg. Das was er getan hat war schlimm, das darf er ruhig fühlen. Die Entschuldigung ist vielleicht für ihn schlimm.... Mir gehts doch nur um den Ansatz, ich finde es besser sich ganz damit auseinanderzusetzen, damit er das verarbeitet und nicht auf die äußere Form zu setzen, dass er brav Entschuldigung sagt, das setzt noch nicht unbedingt Lernprozesse in Gang (außer, dass man sich tunlichst nicht mehr erwischen lässt ;-)). und am Ende steht natürlich, dass der arme Kerl die Gelegenheit bekommt zumindest einen Teil des "Schadens" wieder gut zu machen. Aber es gibt eben auch einen Teil, den er durch sein unbedachtes Verhalten nicht mehr gut machen kann und das darf er, denke ich, auch merken und sich damit auseinandersetzen.
LG

Beitrag von thyme 25.05.11 - 10:29 Uhr

Wir drehen uns im Kreis