Schon 7 Jahre und es tut noch so weh

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von minchen32 25.05.11 - 07:37 Uhr

Huhu

bis jetzt hatte ich das Glück hier nichts schreiben zu müssen habe immer nur still mit gelesen aber nun ist es heute soweit


25.05.2004 #heul
Veronika Neuroth, 52 Jahre, verstorben im Hospiz

es kommt mir vor wie gestern dass meine Tante an dieser hinterlistigen und seuchenartigen Krankheit wie Brochialkrebs gestorben ist. Es ist eine der agressivsten arten von Krebs und ist auch nicht operabel. Meine Tante hat im Jahr 2003 die Diagnose bekommen nachdem sie 2002 zu haufenweise Ärzten gerannt ist weil sie schlecht Luft bekam und sich nicht wohl fühlte. Bis dann endlich festgestelt wurde das es Krebs ist verging somit eine Zeit. Dann Chemos Bestrahlung, dann ´fielen die Haare aus was für meine Tante grausam war sie war sehr eitel und hat sich immer zurecht gemacht. Dann auf einmal Hoffung. Der Krebs konnte durch die Chemo eingefangen werden er kam zum Stillstand. Für alle Hoffnung. Doch dann der Niederschlag: es wurden Metastasen im Gehirn festgestellt die sich rasend verbreiteten. #schock Wieder Chemo. Meine Tante konnte langsam nicht mehr. Sie hatte keine KRaft mehr wollte die Hoffnung dennoch nicht aufgeben. Dann Ende April oder war es Anfang Mai im Jahre 2004 kam es dazu dass sie sich unterhalb nicht mehr bewegen konnte. Sie wollte aus dem Bett aussteigen und ihre Beine rutschen weg. Diagnose im KH Tumor am Rückenmark #schwitz kann man nicht operieren. Dann war der Urin blutig Diagnose Metastasen in der Blase. Aso sprich meine Tante wurde vom Krebs zefressen. Die Ärztin in der Klinik war wenig einfühlsam und sagte ganz trocken zu meiner Tante: So Frau Neuroth man kann bei Ihnen nichts mehr machen wir schließen die Therapie ab, sie können nur noch auf ihren Tot warten #zitter Hammer. Meine Oma also die MUttrer meiner Tante hat bald das ganze KH auseinander genommen und hat meine Tante nach Hause geholt. Sie bekam ein Pflegebett und es kam ein Pflegedienst. ich bin bei ihr eigezogen damit sie nicht alleine war. Als es aber immer schlimmer wurde und es zu Hause nicht mehr ging und meine Tante sogar hypnotisierte kam sie mit eigener Einverständnis (hatte sie vorher im klaren Kopf unterschrieben) ins Hospiz zum sterben. Wir dachten alle wir haben sie noch ein paar Tage aber am nächsten Tag ist sie in den frühen Morgenstunden friiedlich eingeschlafen und wurde von ihrem Leiden befreit

Wir durften alle nochmal zu ihr um uns zu verabschieden. Ich weiss nicht ob ich es lieber hätte lassen sollen, denn ich habe sie immer tot vor Augen und ich wollte sie so in erinnerung behalten wie sie war: Lebenslustig, Hübsch, humorvoll, liebevoll immer für nen Spaß zu haben.

Ich habe sie tief im Herzen und es tut auch heute nach 7 Jahren noch so unheimlich weh und ich vermisse sie so doll

Veronika ich hoffe es geht dir oben auf deiner Wolke gut und du passt auf uns auf und vor allem auf unsere kleine Tochter sie wird bald 4 Monate und ich werde ihr später alles von Dir erzählen..

Für meine liebe Tante Veronika #kerze#kerze

Beitrag von tannosch 25.05.11 - 09:31 Uhr

#kerze

Beitrag von minchen32 25.05.11 - 09:41 Uhr

Danke habe schon wieder Tränen in den Augen es war so schlimm und man kann es nie vergessen


LG

Beitrag von minchen32 25.05.11 - 12:19 Uhr

Oh man es tut gut dass man sieht man ist mit seiner Trauer nicht alleine. Klar es wird anders aber trotzdem wenn die Tage so wie heute näher rücken wird es wieder so greifbar und es tut tief im Herzen noch sehr weh, vor allem sie wollte leben und hat zwei Tage vor ihrem Tot noch geplant wenn sie wieder gesund wird kauft sie sich en neues Auto #schmoll doch die grausame Krankheit war stärker

Für eure Verschiedenen auch eine

#kerze#kerze

Beitrag von motzimaus 25.05.11 - 10:47 Uhr

Hallo Minchen32,

das mit Deiner Tante tut mir sehr leid :-( Immer wieder hört man davon das die Ärzte im Krankenhaus nicht einfühlsam genug mit dem Thema tot umgehen. Sei es mit dem Patienten selber oder mit der Familie.

Wir haben vor 6 Monaten unsere Oma (meine Schwiegermutter) ganz plötzlich verloren und ich weine immer noch fast jeden Tag.

Ich nutze jetzt mal die Gelegenheit mir die Geschichte von der Seele zu schreiben. Es war an einem Donnerstag, meine Kinder im KiGa und ich bin zu Oma gefahren. Sie sah gut aus, hatte Ihre hellblaue Lieblingsstrickjacke an und wir scherzten bevor ich ging. Sie brachte mich wie immer vor die Tür und winkte mir beim Wegfahren. Abends habe ich beim Lichterfest im KiGa auf meinen Mann gewartet und gewartet und gewartet. Er schrieb eine sms: Mama geht es nicht gut, bin hingefahren.

Sie hatte (wie wir im nach hinein wissen) einen leichten Herzinfarkt und war auf die Fliesen gestürzt. Durch ein Anruf meines Schwagers kam Sie wieder zu Bewusstsein und wir konnten einen Krankenwagen rufen. Samstag haben wir Sie mit unseren Kindern im KH besucht Montag hatte man Ihr einen Herzkatheter gelegt und am Abend ging es Ihr so gut wie schon lange nicht mehr. Mein Mann war nach der Fa. kurz da und fuhr so gegen 18:15h zu uns. Wir haben dann zum Gute Nacht sagen anrufen wollen und das Telefon ging nicht mehr...#zitter Sie hatte kurze Zeit später eine Schlaganfall erlitten, konnte nur noch mit dem Kopf nicken od. schütteln und wurde Tags darauf am Kopf operiert. Künstliches Koma, noch mehrere multiple kleine und große Schlaganfälle, Koma und am 19.11. morgens um 4:15 verstarb sie.

Meine Tochter trauert immer noch sehr um ihre Oma. Sie war regelmäßig 1 - 2x die Woche bei Ihr seit sie 9mon. alt war - heute ist sie fast 6 Jahre alt.

In mir klafft ein riesiges schwarzes Loch und ich frage mich immer wieder WARUM?????
Der Clou war noch das ich für den Sonntag nach dem Sie gestürzt war einen Termin für die ganze Familie beim Fotografen hatte um schöne Bilder von den Kindern mit den Großeltern zu haben "falls mal was passiert"

Lg Motzimaus

Beitrag von artemis1981 25.05.11 - 11:26 Uhr

Hallo

erstmal eine #kerze für deine Tante

bei meiner Mama ist es jetzt 10 Jahre ...multiples Organversagen ...her mein Papa nun schon 3 Jahre er hatte einen Athsmaanfall
und letztes Jahr starb meine Tante wurde Tot im Badezimmergefunden wahrscheinlich herzinfakt......und es tut immer noch so weh wie am ersten Tag es wir nur etwas anderes ganz schlimm sind für mich noch die Geburtstage usw

LG

Steffi mit Jan und Rea

Beitrag von glucke68 25.05.11 - 13:34 Uhr

Hallo Minchen,

mein Vater ist am 24.5.04 gestorben an Speiseröhrenkrebs,mir kam es am Dienstag auch so vor als sei es gestern gewesen:-(

Wir haben ihn zu Hause mit dem ambulanten Hospiz gepflegt,es war eine verdammt harte Zeit, er wollte auch nicht wahr haben,dass er bald sterben wird,er schmiedete auch Pläne- sein Ziel war sein 60. Geburtstag .

Er fehlt uns nach wie vor,von mir aus hätte es damals noch jahrelang so weiter gehen können- nur es war kein Leben mehr für ihn.

Als er starb waren wir Kinder/Schwiegerkinder alle bei ihm und die erste Zeit nach seinem Tod war ich erleichert,er hat wirklich sehr gelitten,ich war einfach nur froh,dass er jetzt nie mehr leiden muß,keine Atemnot mehr haben wird und ich nie mehr Angst um ihn haben muß,ich wußte es geht ihm jetzt gut-

Es ist wichtig das wir um einen Menschen trauern,den wir lieben aber es ist auch ein klein wenig Egoismus- weil wir leiden- wir wollen ihn wieder zurück haben- aber für den der gehen mußte war es doch zum Schluss kein Leben mehr,sondern eine Erlösung,so friedlich und entspannt wie mein Vater danach aussah,so hatte ich ihn die letzten Jahre nicht gesehen.

Wie schon gesagt,er feht uns nach wie vor,weil wir eine sehr enge Bindung hatten,noch heute reden wir sehr oft von ihm,er hat uns noch lange nicht verlassen,sogar mein Enkelkind weiß schon wer der Ur-Opa ist und sie wird erst 3.- aber dennoch gönne ich ihm seine Ruhe,weil gesund werden konnte er nicht mehr

Lieben heißt auch loslassen können


Wünsche Dir alles Gute
Daniela

Beitrag von minchen32 25.05.11 - 18:36 Uhr

Huhu

tut mir auch leid für dich aber du hast recht sie leiden nicht mehr und das zu wissen ist eine Entschädigung dafür dass wir sie so unendlich vermissen.


Dir auch alles Liebe


LG