Wer kann helfen, Auswertungsboden LRS Test

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Beitrag von mama2003-2009 25.05.11 - 19:24 Uhr

Hallo

habe heute von der Schule einen Zettel mit der Auswertung des Test auf Lese- Rechtschreib Schwäche....

Nun werd ich aber nicht so wirklich schlau daraus... hat er diese Schwäche nun oder nicht :(

Ich weiss das er sich beim Lesen aber auch beim Schreiben sehr schwer tut, ich weiss nun nicht ob es eventuell mit seiner Wahrnehmungs und Verarbeitungsstörung zusammen hängt.

Wir haben Dienstag einen Termin beim Kinderarzt und hoffe das wir dann endlich auch mit der Ergotherapie anfangen können.....

Hab es mal hochgeladen

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/seite2octsyura1b.jpg



Danke mama2003-2009

Beitrag von lena10 25.05.11 - 20:20 Uhr

Hallo,

der Test war ja nicht dazu gedacht, dass ihr eine Diagnose namens "LRS" bekommt, sondern um festzustellen, ob dein Sohn besondere Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben (siehe Überschrift) hat.

Und ja, die hat er. Steht ja als Ergebnis auf dem Bogen. Die Schwierigkeiten sind mittelschwer, aber nicht so schwer, dass sonderpädagogischer Förderbedarf bestehen würde.

Unter "Hinweise/Empfehlungen" steht ja auch, was die Lehrerin empfiehlt (nach den Abkürzungen würde ich sie mal fragen).

Ach ja, PR bedeutet Prozentrang. Wenn da z.B. steht "PR 20", bedeutet das, dass 20 % aller Kinder in diesem Alter die gleiche oder eine schwächere Leistung in dem Bereich erbracht haben (und 80 % halt eine bessere).

Eigentlich ist es egal, woher die Schwäche kommt, wirklich wichtig ist, dass dein Sohn gefördert wird.

Gruß, Lena

Beitrag von delfinchen 25.05.11 - 20:25 Uhr

Hallo,


das bekommt ihr einfach so kommentarlos?
gibt´s ja nicht ....


wenn ich das richtig aus dem testbogen erlesen habe, hat dein kind eine leseschwäche mittleren grades und schreibt leicht unterdurchschnittlich.
die diagnose lautet wohl auf isolierte leseschwäche, für die als lerntherapie "tägliches lesen" empfohlen wird.

lesen:
wörter lesen: prozentrangband in der benötigten lesezeit: 11 - 15
fehlerzahl : 11 - 15


texte lesen: prozentrangband in der benötigten lesezeit: 6 - 10
fehlerzahl: 1 - 5

der durchschnitt beim prozentrang ist 50.
eine standartabweichung wären 10 punkte drüber oder drunter, also 40 oder 60. das kann man dann zum guten/ schlechten durchschnitt zählen. dein kind ist aber gleich mehrere standardabweichungen darunter. bei zwei standardabweichungen (also 20 punkte) spricht man von einer unterdurchschnittlichen leistung.


prozentrang 11 sagt beispielsweise aus, dass nur 11% im alter deines kindes eine noch schäwchere leistung abgeliefert haben, anders gesagt: fast 90% sind besser.
prozentrang 1 sagt demnach, dass 99% besser sind.

beim rechtschreiben hat dein kind prozentrang 26, also 84% sind besser. das ist - wenn auch leicht - unterdurchschnittlich.
am schwersten fiel deinem kind das schreiben von wörtern mit dehnung und/ oder dopplung, was durchaus mit einer veratbeitungsstörung zusammenhängen kann (manche hören einfach den unterschied zwischen "kam" und "kamm" nicht im sinne von: das gehirn macht keinen unterschied. groß-kleinschreibung kann dein kind ganz gut, ableitungen hat es auch verstanden.

warum sich der, der den test durchgeführt hat, nur für eine leseschwäche entschieden hat, weiß ich nicht. in meinen augen könnte man eine kombinierte lese-rechtschreibschwäche attestieren.

da nur eine leseschwäche attestiert wurde, kann das, je nach bundesland und entsprechendem km-erlass, bedeuten, dass ihm alle aufgaben (auch und erst recht in probearbeiten) ggf. auch mehrmals vorgelesen werden müssen.

liebe grüße,
delfinchen





Beitrag von manavgat 25.05.11 - 22:29 Uhr

Ich finde auffällig, dass ein Kind in Mathe so gut wie alles richtig hat und zusammengefasst wird: unauffällig. Toll.

Zum Rest: Dieser Wisch ist für Eltern schlicht nutzlos, da er unverständlich ist. Ich habe schon alle möglichen "Diagnosezettel" von professionell bis handgestrickt gesehen.... Ich interpretiere es so, dass die Lehrerin meint, es reiche, wenn ihr zuhause mit ihm das Lesen übt. Verlassen würde ich mich darauf, aufgrund der doch recht hohen Fehlerquote beim Schreiben, nicht.

Mein Rat: Lass Dir diesen Zettel in einem persönlichen Gespräch ausführlich erklären, auch, wer diesen Text konzipiert hat.

Wir testen auch die Lese- und Schreibfähigkeit der Kinder. Bei unseren Tests wird auch festgestellt in welchen Bereich die Fehler fallen: Akustische und/oder optische Wahrnehmung, Konzentration, Sorgfalt, mangelnde Regelkenntnis, usw. Damit die Eltern es verstehen, werden die Fehler in Relation gesetzt mit den Vergleichsgruppen: alle Kinder eines Jahrgangs, Hauptschule, Realschule + Gymnasium. Zum besseren Verständnis haben wir ein Farbspektrum von Grün (o.k.) über Gelb nach Rot. Der Förderbedarf wird mit einer Ampel angegeben.

Meine Empfehlung: wende Dich an die zuständige Schulpsychologin oder an ein SPZ.

Ich finde - zumindest in unserer Gegend - auffällig, dass Kinder die gravierende Probleme haben, als nicht förderbedürftig eingestuft werden, wenn es keine Plätze gibt. Wobei die eine Stunde in der Woche zusätzlich ohnehin ein Scherz ist.

Gruß

Manavgat

Beitrag von delfinchen 26.05.11 - 09:22 Uhr

Hallo,

du hast völlig Recht, zudem klingt das mit eurer Prüfmethode deutlich sinnvoller als der Test, der hier durchgeführt wurde, auch, weil das Ergebnis deutlich interpretierbar ist.
Voher hast du denn diesen Test? Der würde mich aus beruflichen Gründen sehr interessieren.

Der test, der hier vorliegt, ist ein geeichter Test, der sich DRT, also Deutscher Rechtschreibtest und ZLT, also Züricher Lesetest nennt/ schimpft. Das sind standardisierte Tests, die von Schulpsychologen, Beratungslehrern und Kinderpsychologen verwendet werden. Ich kenne beide und bin kein großer Fan davon, da sie meines Erachtens nicht genug prüfen. Wie soll ich denn von vielleicht 30 Wörtern beurteilen, welche Regeln ein Kind kennt und welche nicht??
Naja, es gibt noch den WRT von Westermann und da finde ich schon die zu schreibeneden Wörter völligen Schwachsinn (chinesischen Tee, Zehnpfennigstück, trainieren, Trainingsanzug, ...) - aber leider gibt es im schulpsychologischen Dienst kaum andere - und wenn dann auch nicht deutlich sinnvollere Tests, mit Ausnahme der Hamburger Schreibprobe vielleicht.

Liebe Grüße,
delfinchen

Beitrag von manavgat 26.05.11 - 13:06 Uhr

habe Dir über VK geantwortet.

Gruß

Manavgat

Beitrag von mama2003-2009 26.05.11 - 17:33 Uhr

#danke

Wollte mich nur für Eure Antworten bedanken.... !!!