Hausaufgaben, Ordnung halten und sonstige Probleme!

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von maeuschen1980 26.05.11 - 09:01 Uhr

Hallo ihr,

wie läuft das bei euch so? Brauchen eure Kids auch so lange für die Hausaufgaben, müsst ihr alles x-mal wiederholen bis es unter Gemecker endlich erledigt wird und dann auch nur halbherzig?

Ich denke, irgendwas mach ich falsch! Meine Große (in zwei Wochen 7 Jahre alt) macht was sie will! Und das sind meistens nicht die Hausaufgaben und das Zimmer aufräumen....

Mich macht das irre, jeden Tag das Gleiche! Es geht morgens schon beim Aufstehen los. Ich wecke sie um halb sieben, eine viertel Stunde später liegt sie trotz mehrfachen Ermahnens immer noch im Bett (am Wochenende ist sie dagegen um 6 Uhr morgens putzmunter).
Dann Trödelei beim Abwaschen, während ich der Kleinen helfe und das Frühstück herrichte.
Brotzeit einpacken funktioniert auch erst nachdem ich es mehrmals gesagt habe.
Heute dann das größte Problem überhaupt: Gestern machen wir zusammen die Hausaufgaben, gehen nochmal alles durch. Ich frage, ob sie alles fertig hat, von ihr kommt ein Ja! Heute morgen packt sie um zwanzig nach sieben ihre Hausaufgaben aus und fängt an, auszumalen und noch was einzukleben. Warum sagt sie das nicht gleich und macht es gleich fertig?!
Mittags, wenn sie von der Schule kommt, fängt sie, nach einer halben Stunde Spielen und Pause machen, mit den Hausaufgaben an, jedoch nicht ohne lautstark kundzutun, dass Hausaufgaben ja so doof und öde sind. Ich sitze immer dabei, aber ehrlich nach drei Stunden Getrödel (die Hausaufgabe wäre locker in maximal einer Stunde zu schaffen) wirds mir zu bunt. Ich hab ja schließlich noch ein zweites Kind, das darauf wartet, endlich in den Garten zu gehen oder was mit mir oder ihrer großen Schwester zu spielen (Garten gehen geht nur, wenn ich dabei bin, wohnen im zweiten Stock eines kleinen Wohnblocks). - Mittlerweile bin ich soweit, dass ich ihr nach einer Stunde die Hausaufgaben abnehme und wegpacke, dann geht sie halt mit unfertiger Hausi in die Schule (ist mit der Lehrerin auch so abgesprochen). Aber nichtmal das interessiert sie. Es ist ihr schlichtweg egal.
Wenn ich sie bitte, ihr Zimmer aufzuräumen (vorher habe ich aber bereits ihr Bett gemacht, Wäsche und Müll weggeräumt, da bleibt nicht mehr viel zu tun), kommt nur Gemaule und Gemecker und im Endeffekt bleibts so, wie es ist. Ich kann mich doch aber nicht dauernd daneben hinstellen und immer nur sagen, mach dies und mach das, jetzt komm, beeil dich mal oder ähnliches.

Wem gehts oder gings denn noch so und was habt ihr gemacht, damit es besser wurde? Ich weiß mir einfach keinen Rat mehr, wie ich sie dazu bringen kann, ihre Aufgaben ordentlich und zügig zu erledigen. Ich kann sie doch nicht dauernd auflaufen lassen und ihr ständig mit Sanktionen drohen.

LG

Julia

Beitrag von leomama 26.05.11 - 09:20 Uhr

Hallo Julia, ich würde gar nicht so viel diskutieren, eine Ansage, dass jetzt Hausaufgaben gemacht werden und fertig. Bei uns läuft es so, dass mein Sohn von der Schule kommt und während ich das Mittagessen vorbereite, er ein wenig spielen kann. Direkt nach dem Essen ist Hausaufgabenzeit, ich setze mich nicht daneben (habe ich anfangs auch gemacht... Es war der Horror und wir beide waren nach kürzester Zeit völlig entnervt). Ich bin aber da, falls er Hilfe braucht, wird er motzig, gehe ich raus, ich bin bereit zu helfen, aber eben nur, wenn die Hilfe auch angenommen wird. Er weiß inzwischen genau, dass er erst raus darf und sich mit Freunden treffen, wenn alles erledigt ist, klappt zwischenzeitlich wirklich gut.
Beim Aufräumen ist es ähnlich... Eine (!) Ansage und evlt. nochmals eine Erinnerung, räumt er nicht auf oder fängt zu spät an, läuft das Abendprogramm eben auch anders, keine Lieblingssendung, denn dafür ist ja keine Zeit mehr.
Um ihm die Umstellung zu erleichtern, habe ich anfangs mit einem Verstärkerprogramm gearbeitet, wenn es gut gelaufen ist, hat er einen Smiley bekommen, bei 10 Smileys eine kleine Belohnung. Das war ein Anreiz und nach kurzer Zeit war dieser Verstärker nicht mehr notwendig. Ich habe gemerkt, dass es wirklich für beide Seiten besser ist, wenn man nicht so viel redet und diskutiert, sondern den Kindern Eigenverantwortung überträgt.
Liebe Grüße von Dani

Beitrag von maeuschen1980 26.05.11 - 09:48 Uhr

Hallo Dani,

ja, ich denke schon, dass ich zuviel Rede und auch zu lange. Ich werde versuchen, das zu reduzieren.
Mein Problem ist nur, wenn ich mich nicht daneben hinsetze, dann macht sie nur die Hälfte der Hausaufgaben und für die bräuchte sie dann schon zwei, drei Stunden, weil sie meint Hans-guck-in-die-Luft spielen zu müssen. Ich Endeffekt müsste ich sie vermutlich mal eine zeitlang so richtig auflaufen lassen (quasi, Hausaufgaben wirklich nur halb gemacht, keine Brotzeit dabei usw.). Aber wird das was bringen?
Raus darf sie auch erst, wenn alles fertig ist. Ansonsten hab ich abends nämlich dann Streß, weil sie dann zu müde ist und und und....
Ich habe letztes Jahr für ein paar Wochen mit einem Verstärkersystem gearbeitet, aber das hat leider nichts gebracht. Bei meiner Tochter ist es ganz schlimm, weil man sie mit nix so richtig treffen kann. Fernsehverbot? Na gut, dann schau ich halt kein Fernseh! Es gibt keine Süßigkeiten? Okay, auch kein Problem! Du darfst nicht zu Freunden! Mir doch egal, mit dem wollte ich eh grad nicht spielen! Und so könnte ich weiter aufzählen...

Das mit der Eigenverantwortung, das würde ich auch gerne hinkriegen, aber es bedeutet, dass ich sie wirklich auflaufen lassen müsste! Wie hast du denn das gemacht? Und funktioniert es?

LG und danke für deine Antwort!

Julia

Beitrag von leomama 26.05.11 - 10:50 Uhr

Liebe Julia, ja, das klingt recht schwierig, wenn Deiner Tochter wirklich alles egal ist (wobei die Kinder oft sagen "Mir doch wurscht" und in Wirklichkeit trifft es sie doch). Hast Du mal mit der Lehrerin gesprochen? Vielleicht würde es was bringen, wenn Du sie tatsächlich nur mit den halb gemachten Hausaufgaben in die Schule schickst und sie diese dann nach dem Unterricht nachholen muss? Alleine die Androhung, dass mein Sohn nach Schulschluss bei der Direktorin im Büro sitzen muss, hat gewirkt.
Wir haben uns einfach mal in einer ruhigen Minute zusammengesetzt und einen Vertrag ausgearbeitet, in dem eben stand, welche Konsequenzen es hat, wenn er "seine Aufgaben" nicht erfüllt und was es Schönes gibt, wenn alles gut klappt. Und wie gesagt, ich rede nicht mehr groß rum und arbeite mit ruhiger Stimme, so bald ich merke, dass ich ungeduldig werde, ziehe ich mich zurück. Er hat sehr schnell gemerkt, dass er mit seinem "Fehlverhalten" (Trödeln bei den Hausaufgaben, Zimmer nicht aufräumen) keine (negative) Aufmerksamkeit mehr bekommt, aber dafür eben positive Aufmerksamkeit, wenn es klappt. Das ist mir oft wirklich schwer gefallen, dieses nichts-sagen, nicht-diskutieren, nicht-schimpfen. Aber es hat geholfen, verlangt einem selbst nur viel Disziplin ab, es durchzuhalten und wirklich die Verantwortung auf das Kind zu übertragen. Vielleicht setzt Du Dir selbst ein Ultimatum von 2-3 Wochen, besprichst die Veränderungen mit Deiner Tochter, erklärst ihr, dass sie ab sofort alleine für die Hausaufgaben zuständig ist (ich würde mal mit einer Sache anfangen, sonst wird es zu viel) und dann mal sehen. Auf jeden Fall würde ich auch mit der Lehrerin sprechen, dass sie in dieser Zeit verstärkt ein Auge auf Deine Tochter hat und sie auch zur Verantwortung zieht und sich erklären lässt, warum die Hausaufgaben nicht oder nur teilweise gemacht sind, das wird ihr sicher bald auf die Nerven gehen. Wie gesagt, es ist ein Versuch. Ich drücke Dir die Daumen, dass es klappt, Du kannst Dich ja zwischendurch mal melden, würde mich interessieren.
Liebe Grüße

Beitrag von maeuschen1980 26.05.11 - 12:28 Uhr

Vielen Dank für die Tipps. Ich werde jetzt versuchen, das mit ihr zu besprechen und ihr die Verantwortung für ihre Schulsachen inkl. Brotzeit übergeben. Werde nachher gleich noch einen Eintrag ins Hausaufgabenheft schreiben und der Lehrerin Bescheid geben.

Ich hoffe sehr, dass das klappt!

Wenn sich was tut, melde ich mich auf alle Fälle nochmal bei dir!

LG

Julia

Beitrag von resi-meier 26.05.11 - 11:10 Uhr

Hallo!

Ja mir geht es ähnlich... Wir haben auch voll die Probleme die Hausübungen zu bewältigen, es ist jedes mal ein volles Theater und wir streiten uns fast jedes mal, weil er einfach nicht dran bleibt und ihm immer viel wichtigere Dinge einfallen.... Ist wirklich nicht leicht, ich hoffe das ändert sich mal...

Beitrag von maeuschen1980 26.05.11 - 12:29 Uhr

Hallo,

schön wenns auch anderen so geht! ;-)

Ich finds so extrem nervenaufreibend und ich fand die Tipps von leomama super. Ich versuche jetzt mal, sie umzusetzen und hoffe auf Besserung!

LG

Julia

Beitrag von estragon 26.05.11 - 11:23 Uhr

Hallo Julia,

ich sehe das ähnlich wie meine Vorschreiberin. Nicht soviel diskutieren, sondern handeln ! Deine Tochter ist zwar erst sieben, aber nach dem Wecken alleine aufstehen, sollte sie schon hinbekommen. Ich würd es an deiner Stelle mal versuchen - eine, maximal zwei Ansagen, wenn sie dann nciht aufsteht, gibt es halt kein Frühstück, im schlimmsten Fall kommt sie zu spät zur Schule (mein Großer hat das genau 1 mal gemacht!). Das gleiche mit dem Schulbrot, eine Ansage, daß sie's einpacken soll, wenn nicht - dumm gelaufen (Du kannst es ja vorher mit der Lehrerin besprechen, damit sie sich nicht wundert, daß Deine Kleine kein Frühstück mit hat)Bei uns klappt es jetzt ganz gut und wir können sogar mal Ausnahmen machen in dem ich ihm z.B. das Frühstücksbrot schon schmiere, während er sich noch anzieht, weil es am Abend vorher aus Gründen - an denen er nicht Schuld ist !!! - später geworden ist.
Mit den Hausaufgaben habe ich keine Erfahrung, Keno hat zum Glück noch keine auf #freu aber was leomama geschrieben hat, klingt vernünftig. Ganz klare Ansagen, ganz klare Regeln und vor allem nicht reden sondern handeln !
Das Gleiche mit dem Zimmer aufräumen. Hier biete ich meinen Jungs (5 und 7) allerdings immer an, daß wir das zusammen machen können und verteile dann einfach Aufgaben z.B. Lasse - alle Autos in die Kiste, Keno - sämtiches Lego in die entsprechende Kiste und ich stelle alle Bücher ins Regal und paß auf daß der Kurze nicht aufs Hochbett klettert, so in der Art. Das geht natürlich auch nicht immer reibungslos, funktioniert aber insgesamt ganz gut.
Sanktionen würde ich nicht androhen, damit setzt Du sie unter Druck und forderst sie praktisch auf zu rebellieren. Und "auflaufen" lassen wirst Du sie nur am Anfang müssen, wie z.B. zu spät kommen, das wird sie nicht oft machen. Außerdem wird sie ja schnell merken, daß sie mit ihrer bisherigen Masche nicht durchkommt.

Ich habe meine Weisheiten :-p übrigens aus diesem Buch http://www.amazon.de/Kinder-fordern-heraus-erziehen-zeitgem%C3%A4%C3%9F/dp/3608942777/ref=sr_1_8?s=books&ie=UTF8&qid=1306401225&sr=1-8 Das habe ich mir kurz nach der Geburt unseres zweiten Sohnes zugelegt. Es ist natürlich keine Anleitung zur Erziehung eines Kindes, aber mir hat es geholfen, einfach die eigene Situation mal von einem anderen Standpunkt - dem des Kindes - aus zu sehen und so die eigenen Erziehungsmethoden noch mal zu überdenken. Ich fand es sehr hilfreich.

Also ich wünsch Dir viel Kraft, liebe Grüße Grith

PS: sag mal, was muß denn Deine Tochter morgens abwaschen ?

Beitrag von maeuschen1980 26.05.11 - 12:33 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort!

Das mit dem Zimmer aufräumen haben wir früher auch so gemacht, bis ich dann irgendwann mal festgestellt habe, dass ich irgendwie immer alleine aufräume, während sich meine Tochter hinter meinem Rücken einen faulen Lenz gemacht hat ;-)! Seitdem muss sie das alleine machen!

Aber ansonsten werde ich jetzt versuchen, das mit dem weniger reden, mehr handeln umzusetzen und sie einfach die Konsequenzen aus ihrem Tun spüren lassen.

Meine Tochter muss sich morgens die Zähne putzen, Gesicht abwaschen, Haare kämmen und was ganz wichtig ist: unterm Arm waschen, weil sie mit ihren knapp sieben leider schon seit geraumer Zeit dazu neigt, zu müffeln. Dann noch ein Deo untern Arm und das wars dann schon!

LG

Julia

Beitrag von jazzbassist 26.05.11 - 13:41 Uhr

Was das "morgens aufstehen" angeht, so erscheint es mir am einfachsten, ihre Tochter nicht nur aufzuwecken, sondern, sie gleich an die Hand zu nehmen richtung Badezimmer => Zähneputzen, Katzenwäsche, Anziehen, und, danach geht es ab in die Küche zum Frühstücken. Dann können Sie sie auch einfach 15 Minuten länger schlafen lassen und während dieser Zeit Ihre normalen Arbeiten erledigen. So fängt der Morgen m.E. gleich viel angenehmer an, wenn sie nicht schon um 7 Uhr morgens mit: "mach dies; mach das; mach dies; wie oft soll ich es noch sage; du sollst endlich; zum letzten Mal..." anfangen. Auch, wenn Ihre Tochter diese Sachen in der Vergangenheit vielleicht schon mal sehr gut alleine hinbekommen hat - so zeigt ihr Verhalten einfach - dass sie damit momentan wieder etwas überfordert ist. Was eine ziemlich normale Entwicklung ist, da Kinder mit dem Alter immer mehr Freiräume bekommen, und, ab und an sind die damit einfach plötzlich wieder überfordert.

Das Ihre Tochter Hausaufgaben doof und öde findet, liegt daran, dass dadurch Freizeit draufgeht. Bei einigen Kindern entwickelt sich daraus eine Art Teufelskreis. Hausaufgaben sind "doof, öde, motz motz motz etc." (weil man dann nicht spielen kann), und, auf Grund dieser Einstellung dauern die Hausaufgaben plötzlich länger, als man dafür überhaupt benötigen würde. Also geht noch mehr Freizeit drauf, so dass man nur noch mehr motzt, und die doof findet und sich weigert - und dadurch geht noch mehr Zeit drauf. Und - bei Ihrer Tochter scheint das jetzt schon etwas länger zu gehen. Also ein 6-Jähriges Kind 3 Stunden lang an Hausaufgaben sitzen zu lassen, ist m.E. der denkbar schlechteste Ansatz. Denn genau so entsteht diese Verweigerungshaltung erst.

Hier würde ich einfach mal versuchen, den Zeitplan ihrer Tochter gänzlich umzustrukturieren. Wie wäre es, wenn Ihre Tochter nach der Schule erstmal bis zum Abend hin hausaufgabenfreie Zeit hat? So sparen Sie sich das Theater am Mittag, dass ganze Familienleben steht plötzlich nicht mehr still; Sie können gemeinsam spielen gehen und Spass haben. Durch diese Bewegung regeneriert die Konzentrationsfähigkeit Ihrer Tochter nach einem langen Schultag wieder und, Sie können den ganzen Tag effektiv nutzen. Und, plötzlich haben Sie dieses Hauptproblem der Hausaufgaben "Aber ich will lieber draußen spielen" gar nicht mehr.

Dann würde ich irgendwie das Abendritual umkrempeln, so, dass irgendwann nach dem Abendbrot und dem Baden (wenn Ihre Tochter eh nicht mehr raus zum spielen darf) die Hausaufgaben erledigen lassen.
Sitzen Sie am besten nicht daneben, sondern, bieten Ihre Tochter einfach nur an, dass, wenn sie Hilfe bei einer Aufgabe braucht, die Mama das natürlich sehr gerne noch einmal erklärt. Das Problem mit genervten Müttern bei den Hausaufgaben ist nämlich, dass es Kindern absolut nicht hilft, wenn die genervt danebensitzen und jede Minute zur Uhr blicken :-p. Schließlich sollen sich die Kinder auch alleine mit den Aufgaben beschäftigen, was die auch eigentlich recht gut können, da die Kids in dem Alter bei den Hausaufgaben nichts neues lernen, sondern, lediglich alten Stoff aus dem Schulmorgen wiederholen und vertiefen sollen. Und, dafür braucht man einfach auch ein bisschen Ruhe.

Hier würde ich auch einfach ein Zeitlimit von maximal einer Stunde setzen, so, dass es noch gut ins Abendritual passt. Ich würde es hier einfach mal mit einem "Belohnungssystem" als Motivator versuchen. Wenn ihre Tochter z.b. am Tag 3 unterschiedliche Fächer auf hat, kann man eine kleine Sternchenbelohnungskarte - die in der Küche am Kühlschrank hängt - befüllen. Für jede Aufgabe, die Ihre Tochter in dieser Stunde schafft, bekommt sie ein Sternchen. Und jedesmal, wenn sie eine gewisse (nicht zu große) Anzahl von Sternchen zusammen hat, bekommt sie eine kleine Überraschung. Das sollte immer etwas unterschiedliches sein, da Kinder genau in diesem Falle (die Belohnung ist eine Überraschung) am motiviertesten sind, weil die natürlich herausfinden wollen, was die Überraschung ist.

Was das Zimmer aufräumen angeht - also - ich würde mich zunächst einmal nur um das Hausaufgabenproblem kümmern, da es m.E. das wichtigere Problem ist. Ich denke, bei Kindern in diesem Alter kann man das mit dem Aufräumen noch ganz spielerisch lösen. Am besten räumt sich mit der Mama zusammen auf; wenn man z.B. einen Wettbewerb macht, wer seine Ecke am schnellsten aufgeräumt bekommt. Die Mama oder die Tochter. Auch kann man so eine Art Memory machen, was die Konzentrationsfähigkeit immens fördert. Die Tochter hält sich die Augen zu, die Mama räumt 1-2 Teile im Kinderzimmer auf, und, die Tochter muss erraten, welche Teile plötzlich aufgeräumt sind. Und, dann muss die Mama die Augen zuhalten und ihre Tochter räumt 1-2 Teile weg. So wird dieses leidige Thema plötzlich wieder spaßig.

Beitrag von estragon 26.05.11 - 14:15 Uhr

Hallo jazzbassist,

die Geschichte mit dem memory ist ne super Idee. Werd ich mir merken #freu

Viele Grüße auf die Insel,

Grith

Beitrag von leomama 26.05.11 - 15:39 Uhr

Hallo Jazzbassist, ich klinke mich nochmal kurz ein. Die Idee, die Hausaufgabenzeit auf abends zu legen, ist vielleicht einen Versuch wert, bei uns ist das allerdings komplett nach hinten losgegangen. Leo war abends völlig kaputt vom Rumtoben und sich dann noch einmal zu sammeln, um konzentriert Hausaufgaben zu machen, war absolut undenkbar. Bei uns ist es tatsächlich so am besten, dass er nach der Schule, während ich koche, spielt, wir dann essen (so hat er insg. ca. 1 Stunde Pause), anschließend direkt Hausaufgaben macht und dann ist der komplette restliche Tag frei. Wieviel Freizeit er dann hat, hängt davon ab, wie schnell er die Hausaufgaben macht. Manchmal lässt er alles liegen, baut ein wenig Lego und arbeitet dann weiter, das ist mir egal, er kann sich seine Zeit selbst einteilen und spätestens, wenn die ersten Freunde anrufen, ob er raus kommt, beeilt er sich. Aber wie gesagt, jedes Kind ist anders und man muss rausfinden, wie es das Kind am besten schafft.
Viele Grüße von Daniela

Beitrag von jazzbassist 26.05.11 - 17:36 Uhr

Meiner hat die in der ersten Klasse auch immer Nachmittags in der Küche gemacht, während die Mama das Mittagessen zubereitet hat. So konnte er ungestört die Hausaufgaben machen und meine Frau war dennoch immer Anwesend, wenn etwas gewesen wäre. Hat bei uns immer absolut problemlos funktioniert. Irgendwann gegen Ende (Anfang) 1. (2.) Klasse hatte unser Sohn dann aber von sich aus gefragt, ob er die Hausaufgaben auch Abends machen kann, weil er lieber mit seinen Kumpels spielen gehen wollte. Hatte auch Abends genauso gut und zuverlässig geklappt. Aber - wie Sie schon schreiben; jedes Kind ist anders, und, man sollte als Elternteil einfach ein wenig rumexperimentieren, wenn es bei den Hausaufgaben (oder einem anderen Schwerpunkt) Schwierigkeiten geben sollte. Das schlimmste, was passieren könnte, wäre ja nur, dass das ganze Theater dann halt erst Abends anfängt oder ein Kind wirklich dann Abends überhaupt keine Power oder Lust mehr hat. Merkt man als Elternteil aber recht schnell. Nur - solange die Alternative ist, dass ich jeden Nachmittag 3 Stunden lang mit einem Kind kämpfen muss, damit die Hausaufgaben überhaupt gemacht werden, würde ich zumindest nichts unversucht lassen. Da ich nicht denke, dass ein Kind in so einer 3-Stunden-Kampfatmosphäre bei den Hausaufgaben irgendetwas lernen kann.

Beitrag von maeuschen1980 27.05.11 - 11:06 Uhr

Hallo jazzbassist!

Vielen Dank für die Antwort!

Ob sie überfordert ist, keine Ahnung? Aber ich habe heute morgen den Rat befolgt und sie erstmal direkt an den Küchentisch befördert, frühstücken lassen und dann hab ich sie ins Bad begleitet. Sie schien etwas irritiert, das Mama plötzlich wieder daneben steht, aber ihr Ding zu machen, da musste ich trotz allem reden. Selbst wenn ich daneben stehe, dauerts ewig! Aber vielleicht ists auch Gewöhnungssache!

Mit den Hausaufgaben, das haben wir abends schon probiert, aber da ist sie vom vielen Toben tatsächlich total am Ende und bringt da nichts mehr auf die Reihe! Daher haben wir das Ganze wieder auf Mittag verlegt und da klappts zumindest vom Denken her, aber eben leider nicht vom Trödeln.

Das mit dem Memory-Aufräumen finde ich sehr interessant, das wird heut abend gleich noch ausprobiert. Mal sehen, obs funktioniert!

LG

Julia

Beitrag von maren2602 26.05.11 - 18:20 Uhr

Hallo Julia!

Wir hatten ähnliches Problem mit unserer Tochter (auch 7). Wir haben dann beim letzten Elternsprechtag mit den Lehrern darüber gesprochen und folgendes vereinbart:

Sie bekommt jetzt pro Fach eine bestimmte Zeit von uns vorgegeben (wir schauen uns die sachen an und entscheiden dann wie lange Zeit). Wenn die Zeit rum ist, werden die Sachen weggenommen und einen Vermerk ins Hausaufgabenbuch...
Nachdem sie das 3 x in der Schule von den Lehrern gefragt wurde warum sie die HA nicht vollständig hat, und sie sagen musste, das sie zu langsam war, klappt alles wunderbar :)

wünsche dir starke nerven

Gruss Maren

Beitrag von maeuschen1980 27.05.11 - 11:09 Uhr

Hallo Maren,

ja, so haben wir das mit der Lehrerin auch vereinbart! Sie darf für die Hausaufgaben ungefähr eine Stunde brauchen, manchmal auch 15 Minuten länger, wenns mehr ist. Denn in dieser Zeit müssten die Hausaufgaben zu machen sein.
Aber der Tipp, die Hausaufgaben nach Fächern in Zeiten einzuteilen, den find ich gut, das werde ich heute mittag gleich ausprobieren. Vielleicht tut sie sich dann leichter.

Ja, einmal musste sie sich bereits in der Schule erklären, warum sie denn die Hausaufgaben nicht fertig hat. Aber es hat ihr scheinbar nichts ausgemacht. Meine Tochter hat halt auch leider ein extrem dickes Fell. Aber irgendwann wirds hoffentlich mal den Schalter umlegen und es wird ihr peinlich sein, dass es nicht mit den Hausaufgaben funktioniert.

Danke für dein Antwort!

LG

Julia