Kaiserschnitt bei starker Kurzsichtigkeit

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von magdalena70 26.05.11 - 09:33 Uhr

Hallo,
es geht um eine Sache, von der ich gestern gehört habe:
Ärzte empfehlen bei sehr starker Kurzsichtigkeit einen KS, da sonst die Gefahr eines Netzhautrisses zu groß sei.
Ich möchte diese Empfehlung auch nicht grundsätzlich anzweifeln.
Nur hätte ich gerne gewusst, ob da jemand von Euch die ein oder andere Erfahrung mit dem Thema hat.
Habt schon mal lieben Dank für Eure Antworten #winke

Beitrag von shiningstar 26.05.11 - 09:49 Uhr

Was ist denn mit starker Kurzsichtigkeit gemeint, also ab welcher Dioptrin?!

Beitrag von ikarya 26.05.11 - 10:42 Uhr

Die Aussage ist s nicht korrekt.

Fakt ist, dass die Gefahr einer Netzhautablösung durch das Pressen unter er Geburt mit steigender Kurzsichtigkeit größer wird. Deswegen wird stark kurzsichtigen Frauen empfohlen, vor einer Geburt mal die Netzhaut von einem Augenarzt prüfen zu lassen.

Gibt es keine Anzeichen einer Netzhautablösung steht einer natürlichen Geburt nichts im Wege. Sollte der Zustand der Augen nicht der beste sein, muss man im Einzelfall entscheiden, wie man weiter Vorgehen möchte.

Ich habe -10 Dioptrin, keine Netzhautablösung, und mein Kind auf natürlichem Wege bekommen.

Beitrag von magdalena70 26.05.11 - 11:01 Uhr

Danke dafür, dass Du Deine Erfahrung mitgeteilt hast.
So wie ich es geschrieben habe, war es mein Informationsstand.
Der Augenarzt hat bisher keine Netzhautablösung festgestellt, meinte aber auch, dass es fast schon ein Wunder sei, dass da in der Vergangenheit noch nichts passiert sei (> -10 Dioptrin).

Beitrag von anyca 26.05.11 - 11:25 Uhr

Das ist der Stand von vor 15 Jahren!

Ich bin stark kurzsichtig (fast -10 Dioptrin) und habe zweimal normal entbunden. War halt nur vorher beim Augenarzt und habe die Netzhaut überprüfen lassen, was man bei starker Kurzsichtigkeit ja ohnehin regelmäßig tun sollte.

Beitrag von magdalena70 26.05.11 - 11:41 Uhr

Danke auch Dir für Deinen Beitrag!
Es geht um -12 Dioptrin. Dennoch bestärkst Du mich in meinem grundsätzlichen Gefühl, dass ein KS vielleicht doch nicht unbedingt erforderlich wäre.
Aber wenn schon Gynäkologe UND Hebamme UND Augenarzt dazu raten... :-( Ich glaub, da ist es für eine Erstgebärende beinahe unmöglich, noch was anderes zu denken. Und unter starken Ängsten um das eigene Augenlicht dennoch natürlich zu gebären... ich glaub, da gehört schon ganz besonders viel dazu.
Hast Du da weitere Infos dazu, wie sich der Stand der Medizin dazu in den letzten 15 Jahren entwickelt hat?
Liebe Grüße
magdalena

Beitrag von anyca 26.05.11 - 14:11 Uhr

Einen Link habe ich nicht, aber mein Augenarzt war, bevor er die Praxis übernahm, im KH tätig und wurde eben auch von der Gynäkologie kontaktiert, wenn solche Fragen auftauchten.

Beitrag von pingumom 26.05.11 - 12:32 Uhr

Hallo,

ich habe zwar nur 6 Dioptrien plus Hornhautverkrümmung, aber trotzdem wegen des deformierten Augapfels dünne Stellen auf der Netzhaut.
Ich habe das vor der Entbindung auch vom Augenarzt abklären lassen, und er meinte, ich könne normal entbinden, allerdings sollten mich die Ärzte nicht so "ewig" pressen lassen, damit der Druck im Kopf nicht zu groß wird.

Plan im Kreissaal war dann, "das Kind langsam durch den Geburtskanal rutschen zu lassen" (haha, herzlich gelacht). Weil es eben langsam ging, wurden aber am Ende die Herztöne schlechter, und deshalb hat man sich dazu entschieden, die Geburt per Saugglocke zu beschleunigen.
Ich habe im Endeffekt nur die letzten beiden Presswehen voll mitgemacht (jeweils dreimal pressen, wenn ich mich recht erinnere), dann war meine Tochter da. Meinen Augen geht es gut!

Wünsche dir aber so oder so eine schöne Geburt!

LG Pingumom

Beitrag von magdalena70 26.05.11 - 13:40 Uhr

Hab vielen herzlichen Dank für Deinen Beitrag!
Es scheint also tatsächlich zu gehen.
Danke auch für Deine guten Wünsche! Nur geht es nicht um mich, ich hab meine Kinder schon ;-) Ohne allerdings solche Entscheidungen treffen zu müssen. Aber da mir die betroffene Mutter sehr wichtig ist, wollte ich hier im Forum nachfragen.

Beitrag von minnie85 26.05.11 - 18:17 Uhr

Absolut veraltet, ich bin stark kurzsichtig und habe normal geboren...das "Powerpressen" ist ja inzwischen sowieso out und einen regelmäßigen Augenarztcheck macht man ja sowieso, wenn man sehr kurzsichtig ist.

Beitrag von magdalena70 26.05.11 - 21:38 Uhr

Hab auch Du vielen Dank für Deinen Beitrag.
Darf ich fragen, wie stark kurzsichtig Du bist?
Ojeh, wie kommt es nur, dass die betroffene Frau gleich an drei "Fachleute" mit veraltetem Wissen geraten ist :-(

Beitrag von glance 27.05.11 - 00:03 Uhr

es gibt leider keinen Smilie, der einen Vogel zeigt.
Stell ihn dir vor!

So ein Schwachsinn!

Beitrag von magdalena70 27.05.11 - 18:07 Uhr

Weißt Du, mein Bauchgefühl hat auch gleich so reagiert.
Nur nützt mir das alleine leider nichts :-(
Hast du irgendwelche links, Hinweise, eigene Erfahrungen?

Beitrag von co.co21 28.05.11 - 18:04 Uhr

Hallo,

das kann man, wie so ziemlich alles, nicht wirklich pauschalisieren.

zudem ist nicht das Risiko eines Risses erhöht, sondern das Risiko einer Netzhautablösung, wenn die Netzhaut schon ein wenig defekt ist. Und das kommt eben oft bei starker Kurzsichtigkeit vor.

Ich selbst hab auf beiden Augen -7,0 Dioptrien, und war kurz vor der Geburt beim Augenarzt zur Kontrolle...hab jedes Mal grünes Licht bekommen und beide Geburten waren auch problemlos.
Kenne aber auch jemanden bei der zu einem KS geraten wurde, da sie schon Verletzungen an der Netzhaut hatte und da die GEfahr bei einer spontanen Geburt halt doch sehr hoch ist (beim Pressen)

LG Simone

Beitrag von magdalena70 28.05.11 - 22:22 Uhr

Hallo Simone,
hab vielen herzlichen Dank für Deine Erklärungen.
Es hilft mir sehr, die Zusammenhänge besser zu verstehen und auch, warum mitunter (wie eben - leider von mir sehr laienhaft beschrieben -) zu einem Kaiserschnitt geraten wird.
Liebe Grüße und alles Gute für Dich und Deine Familie!

Beitrag von nippie 28.05.11 - 22:14 Uhr

Hallo!

Hier mal meine Version. Ich habe -24 Dioptrin und ich hatte mit 12 Jahren die erste Netzhautablösung - mit 14 die 2. auf dem anderen Auge. Damals hat mir schon mein Arzt gesagt, dass ich niemals normal entbinden sollte. Ich habe mich also von vornherein damit beschäftigt und abgefunden und unser Sohn kam mit nem geplanten Kaiserschnitt zur Welt. Bei mir war es genau anders rum, die Arzte in der Frauenklinik haben mich ein paar Mal gefragt, ob ich wirklich einen KS haben will. Für mich war es das Beste so und ich würde es immer wieder so machen!

Viele Grüße
Nippie

Beitrag von magdalena70 29.05.11 - 16:03 Uhr

Hallo Nippie,
hab herzlichen Dank für Deine Antwort!
Es bestärkt mich nun einmal mehr, dem Rat des betreffenden Augenarztes zu vertrauen. Wie gut, dass es heute möglich ist, über einen KS gesundheitliche Risiken auszuschließen und damit sogar die Möglichkeit zu haben, Kinder zu bekommen und dabei selbst gesund zu bleiben.
Viele Grüße und alles Gute für Dich und Deine Familie!

Beitrag von kiddymummy 29.05.11 - 16:59 Uhr

Hallo,
was mich an der Stelle mal interessieren würde: Wenn es wirklich soooo gefährlich sein soll, daß man bei starker Kurzsichtigkeit normal entbindet, warum wird denn nirgends während einer Schwnagerschaft nach sowas gefragt?
Das steht weder im Mutterpaß noch fragt jemals ein FA danach noch fragt jemals im KKH einer danach. #kratz
Ich halte das ganze daher eher für ein Ammenmärchen.
LG
kiddymummy

Beitrag von magdalena70 29.05.11 - 17:34 Uhr

Vielleicht, weil es zu selten ist, als dass es im Standard-Verfahren abgefragt würde. Und dann gibt es offensichtlich kein einheitliches Vorgehen für die Geburt. Und so krass es klingt, das Leben der Schwangeren ist dadurch nicht in Gefahr - "höchstens" ihr Augenlicht.
Aber jede Schwangere versucht doch von sich aus, Risiken auszuschließen, oder?
Jedenfalls gäbe es da sicher noch diverse Dinge, die noch abgefragt werden könnten aber nicht werden. Bei mir wurde auch erst unmittelbar bei der ersten Geburt gefragt, als der Gynäkologe meine lange Oberschenkelnarbe gesehen hat, ob ich etwas an der Hüfte hätte. So explizit wird also auch nach Hüft-Geschichten bei den Vorsorgen nicht gefragt bzw. hatte mich auch nie meine Frauenärztin darauf angesprochen, obwohl die Narbe mehr als deutlich war.