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Forum: Medienwelt

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Beitrag von michi0512 26.05.11 - 09:53 Uhr

Morgen,

möchte dazu auch mal ne kleine Frage an Euch stellen.

Da war ja diese Iranerin der das Gesicht verätzt wurde.

Wie findet Ihr das, dass sie das mit dem Täter nun auch machen DARF? Ist das wirklich eine gerechte Strafe? Könntet Ihr dem Menschen der Euch so ein Leid angetan hat das gleiche tun?


Wenn ich ehrlich bin: ich weiß es nicht. Sicherlich steckt in der Frau ein extrem tiefer massiver Hass - und ich kann diesen Hass nichtmal ansatzweise nachfühlen. Aber ich wäre wohl zu "feige" einem Anderen das gleiche an zu tun.

Wie ists bei Euch?

glG

Beitrag von charly03 26.05.11 - 10:58 Uhr

Ich kann sie verstehen, wüßte aber nicht wie ich handeln würde.

Sowas würde es in Deutschland nie geben, dass man dem Täter das gleiche antun darf.

Beitrag von alteshaus 26.05.11 - 11:10 Uhr

Hallo!
Das habe ich mich auch schon gefragt. Ich finde die Strafe schon heftig. Aber wenn man sieht, was er ihr angetan hat auch irgendwie gerecht. Ich selber könnte das nie, aber ihr scheint es ja genugtuung zu verschaffen.

Beitrag von spatzl27 26.05.11 - 11:25 Uhr

Hallo,

auf der einen Seite verstehe ich, dass diese Art von Strafe gewählt wurde, aber auf der anderen Seite wird die Frau ja nochmals genau mit dieser Sache konfrontiert. Wenn es auch für sie Genugtuung gibt.. aber sicher wird innerlich einiges wieder hoch gekocht.

Stellt sich nur die Frage, welche Strafe wäre "angemessen". Vielleicht geht man davon aus, dass der Täter daraus lernt. Keine Ahnung.

Ob ich es auch machen würde? Eher nicht. Weil ich mir nicht die Finger an jemandem schmutzig machen wollte, der mir oder meiner Familie Leid zugefügt hat. Auch wenn es "erlaubt" war. Aber würde mich das weiter bringen? Nein. Der Hass wäre genauso vorhanden und das Leid, was mir widerfahren wäre... Das könnte selbst die beste Selbstjustiz nicht mindern.

LG Spatzl

Beitrag von hummingbird 26.05.11 - 15:31 Uhr

Ich weiß nicht, ob ich das könnte. Ich würde sicher Gerechtigkeit wollen, aber selbst könnte ich so eine Tat wohl nicht ausüben.

Zu dem Zitat aus deiner Überschrift:
"Nach überwiegender rabbinischer und historisch-kritischer Auffassung verlangte die sogenannte Talionsformel (von lateinisch talio: Vergeltung) einen angemessenen Schadensersatz in allen Fällen von Körperverletzung vom Täter, um die im Alten Orient verbreitete Blutrache einzudämmen und durch eine Verhältnismäßigkeit von Vergehen und Strafe" abzulösen.http://de.wikipedia.org/wiki/Auge_f%C3%BCr_Auge

Dh auch hier wird eher eine angemessene Strafe angedacht.



Beitrag von nadineriemer 26.05.11 - 19:49 Uhr

Sie will damit abschrecken so wie sie sagt,aber das wird Menschen die einfach nur Krank sind und abartige Dinge tun,nicht abschrecken.
Es werden trotzdem immer wieder abartige Dinge auf der Welt passieren.Ich kann sie verstehen,finde es aber nicht ok.
Gleiches mit gleichem zu vergelten.

Nadine

Beitrag von falkster 28.05.11 - 01:21 Uhr

Man darf bei der Sache sicher nicht ausser Acht lassen, dass es hier um einen anderen Kulturkreis geht.

In Saudi-Arabien zB ist die Kriminalitätsrate eine der geringsten auf der ganzen Welt. Warum? Weil einem schon für einfachen Diebstahl nicht selten die Hand abgeschlagen wird, damit man eben nicht mehr klauen kann (also nach zweimal ist ja schon rein technisch mit der Klauerei Schluss, wenn man sich erwischen lässt).
klingt schlimm, oder?

Und dennoch ist Auge um Auge, Zahn um Zahn ein urchristlicher Gedanke...

Und um vielleicht eine vergleichbare Form von Zorn verständlich zu machen. Was tätet ihr mit dem Menschen, der euer Kind getötet hat (Gott behüte, dass es irgtendeinem widerfahre!)?
Da werden die Antworten sicher etwas weniger enthemmt sein und Gleiches mit Gleichem vergelten hört sich plötzlich gar nicht mehr abwegig an...

Nur mal so als Denkansatz...