Religionsunterricht JA oder NEIN (wir sind nicht kirchlich) ???

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von schmusimaus81 26.05.11 - 10:40 Uhr

Hallo,

meine Tochter kommt dieses Jahr in die Grundschule. Ich habe nun einen Brief bekommen, ob meine Tochter am Religionsunterricht teilnehmen soll oder nicht. Wir (Eltern und Kinder) sind alle nicht getauft und haben überhaupt keinen kirchlichen Bezug.

Ich habe mich mit anderen Mamas darüber unterhalten. Eine Mama meint, ich würde meiner Tochter sonst Allgemeinwissen "vorenthalten". Andere sagen, sooo wichtig wäre der Religionsunterricht auch nicht.

Eine Alternative gibts nicht. Die Religionsstunde ist meistens die erste oder die letzte Schulstunde. Kinder, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, dürfen dann später zum Unterricht kommen bzw. eher heim gehen. Wenn der Unterricht mal auf eine Stunde mittendrin fallen würde, werden die Kinder, die nicht daran teilnehmen, in einem Schulraum betreut und dürfen in der Zeit dann ihre Hausaufgaben machen.

Was meint ihr? Soll ich meine Tochter dennoch zum Religionsunterricht anmelden oder nicht? Natürlich wird dort auch Allgemeinwissen vermittelt und die ersten 2 Jahre auch nicht getrennt nach evangelisch und katholisch. Getrennt wird erst in der 3. Klasse. Aber eigentlich haben wir überhaupt keinen Bezug zur Kirche und streiten jetzt schon mit meiner Tochter darüber, ob es Gott und Jesus gibt (sie ist im ev. Kindergarten, es gibt hier im Ort leider keine Gemeindekindergärten).

Gruß
maeuschen1996

Beitrag von anarchie 26.05.11 - 10:42 Uhr

Hallo!

Ein Kind kann nur profitieren, wenn es mehr lernt...was isr schlecht daran, etwas über die Bibel, das Christenum, Gitt zu lernen?
Ich finde das gehört zum Allgemeinwissen - gläubig oder nicht.


lg

mekanie mit 4 kids

Beitrag von brummel-baer 26.05.11 - 10:48 Uhr

Hallo.

Ich bin aus der katholischen Kirche ausgetreten, meine Tochter ist aber evangelisch getauft. Ich würde sie später auch auf jeden Fall zum Religionsunterricht schicken.

Du würdest Deiner Tochter wirklich Wissen über die Religion, die doch in unsere Gesellschaft eingebettet ist, vorenthalten. Und nur weil ihr nicht an Gott glaubt müsst ihr das eurer Tochter nicht verbieten.

Wenn Du später die Wahl zwischen katholischem und evangelischem Unterricht hättest, würde ich sie in den evangelischen schicken, die sind etwas lebensnaher.

Gruß
BB

Beitrag von engel2405 26.05.11 - 11:13 Uhr

Hallo.

Unsere Kinder gehen nicht zum Religionsunterricht. Ich glaube weder an Gott, noch bin ich getauft - mein Freund ist evangelisch getauft. Ich finde diese ganze Religionsgeschichte ... #augen

Wenn meine Kinder etwas über "Gott" wissen möchten, gucke ich gern im Internet nach und erkläre es ihnen (oder wir fragen Oma und Opa). Ansonsten wird über dieses Thema nicht gesprochen, weil es für uns nicht interessant ist. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass meine Kinder dadurch etwas verpassen oder nicht lernen.

Liebe Grüße, Ina

Beitrag von tauchmaus01 26.05.11 - 13:13 Uhr

Wie kannst Du bei dieser Einstellung Deinen Kinder etwas über den Glauben erklären?

Mona

Beitrag von schullek 26.05.11 - 13:33 Uhr

naja, ich bin auch kein fan von was weiß ich, beschneidungen, und kann meinem kind trotzdem was drüber erzählen. ist also auch kein argument.

ich werde mein kind auch nicht am rel.unterricht teilnehmen lassen. allerdings haben wir auch die wahl. er kann am ethikunterricht teilnehmen.

lg

Beitrag von soulcat1 26.05.11 - 13:16 Uhr

Du hast es doch als Kind auch gelernt!

Kannst Du es Deine Kinder nicht lernen lassen und sie wenn sie alt genug sind, selbst entscheiden lassen ob sie an Gott glauben oder nicht?!

Deine Einstellung ist richtig scheiße. Rabenmutter. Sorry.

Beitrag von schullek 26.05.11 - 13:36 Uhr

wie bitte?
wenn man als eltern nicht gläubig ist, was sollte einen dann dazu veranlassen das kind am rel. unterricht teilnehmen zu lassen. deiner logik zu folge müssten dann alle kinder jede rel. ganz tiefgründig in der schile 'erlernen' um sich danach für eine oder keine entscheiden zu können.

was spricht zudem dagegen dass sich das kind ohne rel. unterrikcht später für einen glauben entscheidet und dann einfach aufholt, was es 'verpasst' hat?

Beitrag von anja1968bonn 26.05.11 - 13:52 Uhr

Hi,

natürlich wird "Glaube" nicht in der Schule vermittelt, aber der Religionsunterricht ist eine Möglichkeit, dass Kinder etwas über Religion erfahren. Sicherlich kann man als Eltern auch so seinem Kind ermöglichen, in die Kirche zu gehen - aber wer tut das, wenn er selbst keinen Bezug zur Religion hat?

LG

Anja

Beitrag von schullek 26.05.11 - 15:26 Uhr

gegenfrage: wer ermöglicht es seinem kind als sagen wir mal katholik, den buddhismus derartig kennenzulernen?
kennenlernen kann man religion auch anders, als in der schule. zumal ich der meinung bin, dass das fach religion ins private gehört und nicht an staatliche schulen. ethik ist da das fach der wahl.

lg

Beitrag von farfalla.bionda 26.05.11 - 15:33 Uhr

Das Schulsystem sollte es den Kindern ermöglichen ;-)

Ich habe den Buddhismus zB. in der 8. Klasse näher kennenlernen dürfen im Werte & Normen Unterricht.
Aber auch diverse Sekten und andere Religionen.

Dass es in GS nunmal fast nur das christl. Angebot gibt liegt ja relativ nahe (hier leben einfach mehr Christen).

Beitrag von kawatina 26.05.11 - 16:47 Uhr


#augen....sag mal hast du irgendwelche Defizite?#rofl



Beitrag von jogiyoda 26.05.11 - 17:05 Uhr

wie, du hast das Judentum, und die verschiedenen Sorten des Christentums, den Islam , den Buddhismus und die Religion der Bahai, huch hab ja noch die Heiligen der letzten Tage und die Scientology vergessen, nicht studiert? Schande über dich denn jetzt kannst du die Weltreligionen nicht an dein kind weitervermitteln.

Beitrag von kawatina 26.05.11 - 17:44 Uhr

Hallo,

meine Tochter darf auf eigenen Wunsch am Religionsunterricht teil nehmen -
die schule sieht das ja auch so gern.

Der junge Referendar war dann dem umfangreichen Wissen und vor allem der eigenen Interpretation meiner Tochter nicht gewachsen und ist letztendlich daran gescheitert, das er glaubte die religiöse Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Vor allem glaubte er daran, das seine Sicht der Dinge, auch das Maß aller Dinge sei.

Wer Religionslehrer werden will, muss wohl auch mal lernen was Demut ist#rofl

Beitrag von jogiyoda 26.05.11 - 17:51 Uhr

Wer Religionslehrer werden will, muss wohl auch mal lernen was Demut ist

das hättest du mal meiner Religionslehrerin sagen sollen 1+2 Klasse. in manchen Alpträumen taucht die heute noch auf:

Frau Winold, wahres Alter irgendwas Mitte 60, Aussehen wie mindestens 88, sehr schrille Stimme und täglich!!! Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen......

Beitrag von engel2405 27.05.11 - 05:10 Uhr

Rabenmutter ... Na Du mußt es ja wissen. #nanana

Mir wurde als Kind nichts von Religion gelernt, weder von meinen Eltern noch in der Schule.

LG Ina

Beitrag von blucki 26.05.11 - 11:13 Uhr

hallo,

also unser sohn geht jetzt auch seit 2 jahren zur schule und wir sind auch alle nicht gläubig. ich wurde streng katholisch erzogen, bin aber sofort mit 18 aus der kirche ausgetreten, weil ich nicht an gott glaube. mein mann war evangelisch und ist ausgetreten. und die kinder sind nicht getauft.

Aber unseren großen haben wir seit diesem schuljahr in den evangelischen religionsunterricht angemeldet. mir und meinem mann hat es nicht geschadet. die meisten seiner klassenkameraden (fast alle) sind im unterricht. wenn er uns was fragt, dann beantworten wir ihm die fragen nach gott wie unsere eltern das früher bei uns getan haben.

später kann er dann selbst entscheiden, ob er sich mal taufen lassen möchte und an einen gott glauben mag.

bei uns wäre die alternative ethik gewesen. was überhaupt nicht in frage kam. warum möchte ich hier lieber nicht äußern.

hätten die kinder ohne religionsunterricht früher schule ausgehabt, hätten wir ihn auch reingegeben. lernen schadet nie. und religion ist für mich halt doch irgendwie noch ein unterrichtsfach.

lg
anja

Beitrag von geli0178 26.05.11 - 11:21 Uhr

Hallo,

es kommt darauf an wer den Religionsunterricht macht. Bei uns unterrichtet es eine junge kirchliche Mitarbeiterin die auch die Christenleere macht. Alleine dafür das sie jung und eine gewisse Leichtigkeit hat, macht des den Kindern mehr Spaß zu ihr in den Religionsunterricht zu gehen.
Meine Eltern waren damals ganz taktisch vorgegangen was zu DDR Zeiten sehr schwierig war. Ich konnte in die Christenleere (Religionsunterricht gab es zu DDR Zeiten nicht, sondern nur Staatsbürgerkunde) gehen, aber ich hatte immer die freie Wahl ob ich dorthin gehen möchte oder nicht und das obwohl mein Vater nicht gläubig und meine einen Großeltern stark Parteitreu waren. Genauso mache ich das mit meinen Kids auch. Es liegt an Euch wie weit Ihr bereit seit den aufkommenden Glauben Eurer Tochter an Jesus und Gott mit zu tolerieren und nicht darum ob Ihr ihr Allgemeinwissen vorenthaltet. Natürlich ist es schön wenn Kinder wissen warum es Weihnachten, Ostern uä gibt, aber dieses Wissen und einen Grundüberblick über die größten Religionen müsste auch ein gut gestalteter Ethikunterricht vermitteln.

Für meinen großen Sohn ist Jesus übrigens ein Kumpel mit dem er alles besprechen kann und gerade als er jetzt eine Operation hatte, war der Kumpel mit dabei und hat auf ihn aufgepasst ;-). Bei einigen Fragen die er mit stellt muss ich allerdings zugeben das ich sie nicht beantworten kann und schicke ihn zu Nachbars Enkeltochter, deren Eltern nicht kirchlich sind aber sie trotzdem den Religionsunterricht besucht. Es wird also Zeit das er endlich in die Schule kommt :-D

VG Geli

Beitrag von alune 26.05.11 - 11:27 Uhr

[quote]Christenleere[/quote] ;-)

Ich würde mein Kind auch in den Reli-Unterricht schicken. Ich selbst bin aus der Kirche ausgetreten, finde es aber wichtig, dass man dennoch über das Christentum Bescheid weiß. Zumindest die groben Züge.
Ich unterrichte Ethik in der Grundschule und nehme immer die Weltreligionen durch. Auch das Christentum. Find das wichtig...

Beitrag von geli0178 26.05.11 - 12:05 Uhr

#sonne

Beitrag von jen75 26.05.11 - 11:24 Uhr

Mein Sohn kommt dieses Jahr in die Schule und nein, er wird nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Meiner Meinung nach ist es in einem Land, in dem eigentlich eine strikte Trennung von Staat und Kirche festgeschrieben ist, nicht Aufgabe der Schule, religiöse Werte zu vermitteln. Dass der Unterricht irgendwann nach Konfessionen getrennt wird, zeigt doch deutlich, dass es eben nicht um eine neutrale Wissensvermittlung, sondern um Ideologie geht.
Ausserdem wird der Religionsunterricht nicht selten von "Externen", also von Priestern oder Pfarrern unterrichtet - was haben die in einer staatlichen Schule zu suchen?

Sorry, aber wir haben uns sehr lange mit diesem Thema beschäftigt.
Mein Sohn darf alles fragen und wird immer eine Antwort bekommen. Aber bitte von Menschen, die nicht ideologisch vorgeprägt sind.
Und entscheiden kann er sich dann später immer noch.

Aber Religion (noch dazu benotet ab der dritten Klasse!) gehört meines Erachtens nicht in unser staatliches Schulsystem. Zumal neueste Umfrage zeigen, dass nur noch unter 50% der Deutschen praktizierende Christen sind - ca. 30% hingegen überzeugte Atheisten! Den Aufschrei möchte ich mal sehen, wenn die plötzlich ihr Recht einfordern auf humanistischen, naturwissenschaftlichen Aufklärungsunterricht ab der ersten Klasse!

Nichts für Ungut...

Beitrag von schmusimaus81 26.05.11 - 11:47 Uhr

In deinem letzten Punkt muss ich dir zu 100% zustimmen. Es gibt wirklich wichtigere Fächer als Religion. Wir (zu DDR-Zeiten) hatten Schulgarten (=Gartenpflege: anbauen / pflegen / ernten), Sport (wird heutzutage auch viel zu locker gehandhabt - Sport ist wichtig), Werken (wer hat das schon ab der Grundschule???), Zeichnen.

Der heutige Unterricht besteht einfach nur noch aus WISSEN. Weniger aus probieren und praktische Erfahrungen sammeln.

Aber auf eine Waldorfschule, die ja so ähnlich lernt durch praktische Erfahrungen, möchte ich meine Tochter dennoch nicht schicken.

Beitrag von frauke131 26.05.11 - 11:25 Uhr

Ich denke nicht, dass Du ihr Wissen vorenthältst, wenn sie nicht geht. Ich war auch dagegen, aber meine Tochter wollte gehen und so "durfte" sie auch. Warum war deine Tochter im ev. Kindergarten? Ich will mit dem Kirchengedöns nichts zu tun haben und habe daher alle kirchlichen Einrichtungen gemieden. Wie meine Tochter sich entscheidet, ist dann ihre Sache!

Beitrag von schmusimaus81 26.05.11 - 11:53 Uhr

Wir haben hier im Ort 5 Kindergärten. Davon sind 4 evangelisch und 1 katholisch. Ich hätte meine Tochter also in einen anderen Ort zum Kindergarten bringen müssen und das wollte ich nicht. Erstens wäre mein Weg zur Arbeit dann viel weiter gewesen. So lag ihr Kindergarten auf dem Weg dorthin und außerdem möchte ich, dass sie hier am Ort Freunde findet. Darum der evangelische Kindergarten. Meine 2. Tochter wird ab September den katholischen Kindergarten besuchen. Der Grund: Der Kindergarten ist direkt neben der Schule meiner Großen und von diesem Kindergarten schwärmen alle Mamas (auch die nicht-kirchlichen).

So ist es halt im überwiegend kirchlichem Süden Deutschlands #augen

Beitrag von litalia 26.05.11 - 11:25 Uhr

hmm, also wenn es keine alternative gibt würde ich sie wohl anmelden. vielleicht gefällt es ihr? vielleicht findet sie es interessant dies und jenes zuerfahren?

sollte das alles nicht der fall sein, könntest du sie dann wieder raus nehmen oder wie läuft das dann?

bei uns gibt es zur auswahl religion und ethik.... mein kind wird in ethik gehen.