wohnungskündigung?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von kutschelmutschel 26.05.11 - 12:44 Uhr

hallo ihr lieben,

ich muss euch jetzt mal fragen.

ich bin im oktober letzen jahres in meine neue wohnung gezogen, bin allerdings jetzt 5 jahre an den mietvertrag gebunden #aerger. mit dem vermieter hab ich schon geredet, er lässt mich nur aus dem vertrag, wenn ich nen nachmieter bringe...

nun ist aber folgendes problem: ich hatte vor 4 jahren einen verpfuschten kaiserschnitt, bei dem ich fast gestorben wäre. dementsprechend ist bei mir jetzt alles vernarbt und verwachsen, die narbe an der gebärmutter zu dünn. aktuell bin ich 16. woche schwanger, wir sind ab oktober 5 personen und wohnen im 6. stock.

in ein paar wochen ist s mir dann nicht mehr möglich, die vielen treppen zu steigen, wegen dem risiko, das etwas reißt :-( ich habe es meinem vermieter genauso erklärt und seine einzige reaktion war: stellen sie sich mal nicht so an #schock fand ich schon heftig, die reaktion...

meine frage: darf mich mein vermieter wirklich dazu zwingen, in der unbrauchbaren wohnung wohnen zu bleiben? ich meine, es ist ja kein böser wille von mir, aber ich möchte auch nicht 6 oder 8 wochen in meiner wohnung gefangen sein, weil ich nicht mehr raus kann. außerdem ist die wohnung so schon zu klein für uns. kündigung habe ich jetzt trotzdem schon geschrieben und abgegeben...denn ewig wird die neue wohnung nicht für uns freigehalten...

für antworten danke ich schonmal :-)

lg, melle

Beitrag von swety.k 26.05.11 - 13:01 Uhr

Der Vermieter kann doch nichts für Deine Situation. Ich fürchte, da kannst Du nichts machen. Vertrag ist Vertrag und der muß eingehalten werden.
Sonderrechte wegen Krankheit gibt's nicht.

Liebe Grüße von Swety

Beitrag von kathi.net 26.05.11 - 13:01 Uhr

Pacta sunt servanda!


Was kann denn der Vermieter für deine Lebensumstände? Und wenn die Wohnung so schon zu klein ist, warum unterschreibt man denn dann überhaupt?

Vielleicht findest du ja einen Nachmieter.

Beitrag von kutschelmutschel 26.05.11 - 13:05 Uhr

"Und wenn die Wohnung so schon zu klein ist, warum unterschreibt man denn dann überhaupt? "

weil ich mit meinen zwei kindern eingezogen bin und die wohnung für uns 3 gereicht hätte #aerger...ich weiß doch im oktober nicht, was ich im mai des kommenden jahres mache #augen

Beitrag von kathi.net 26.05.11 - 13:12 Uhr

Na du hattest doch aber zwei kleine Kinder auch schon im Oktober!
Oder ist die Wohnung in der Zwischenzeit geschrumpft?

Naja, zumindest wohnraumtechnisch hast du dich mit dem Vertrag im Oktober für die nächsten Jahre festlegen wollen. Wenn ich nicht soweit voraus planen möchte/kann, dann unterschreibe ich nicht!

Stell dir mal vor, dein Vermieter käme an und möchte sich nicht mehr an den Vertrag halten wollen, weil er vielleicht an jemand anderen (vielleicht teurer) vermieten will? Da würdest du auch auf die Einhaltung bestehen, oder nicht?

Beitrag von kutschelmutschel 26.05.11 - 13:15 Uhr

mein vermieter hat mich damit gelockt, das ich dann 5 jahre keine meiterhöhung habe (kaltmiete) und ich fand das eigentlich schön, da ich wie gesagt nicht vor hatte, auszuziehen...

ich wollt mit meinen kindern allein bleiben, uns ein schönes leben machen, aber dann kam der mann dazwischen ;-)

aber nun nützt mir die wohnung ja nix mehr...und wieso soll ich in einer wohnung bleiben, die unnütz ist? ich habe aber auch keine lust, mich rausklagen zu müssen...

Beitrag von kathi.net 26.05.11 - 13:19 Uhr

Na dann such doch einen Nachmieter! Wo ist das Problem, wenn er schon so kulant ist?

Beitrag von windsbraut69 26.05.11 - 13:18 Uhr

"ich weiß doch im oktober nicht, was ich im mai des kommenden jahres mache"

Warum unterschreibst Du dann einen 5-Jahres-Vertrag?

Beitrag von ichbins04 26.05.11 - 14:57 Uhr

na dann hättest du nicht gleich für 5 jahre unterschreiben sollen !!#klatsch

alles andere ist dein problem und nicht das deines vermieters...

Beitrag von nick71 26.05.11 - 18:36 Uhr

"...ich weiß doch im oktober nicht, was ich im mai des kommenden jahres mache."

Naja...das kann aber nicht das Problem deines Vermieters sein. Du hast einen Fünfjahresvertrag unterschrieben, und an den bist du grundsätzlich gebunden...genau wie dein Vermieter auch.

Ich sehe letztendlich nur die Möglichkeit, von einem Fachanwalt für Mietrecht oder dem Mieterverein prüfen zu lassen, ob der Vertrag in dieser Form rechtliche Gültigkeit hat.

Handelt es sich um einen Zeitmietvertrag (also befristet) oder um einen unbefristeten Mietvertrag mit Kündigungsausschluss?

Beitrag von solania85 26.05.11 - 13:35 Uhr

2 kinder, plötzlich nen neuen Mann (obwohl du entschlossen hattest erstmal allein zu sein) und dich dann gleich noch schwängern lassen, ok :) Deine Sache.... aber das mit der Wohnung ist wirklich dein Bier.

Entweder du suchst dir nen Nachmieter, oder schleppst dich die Treppen hoch. Vor allem versteh ich leute echt nicht, die 5 jahres Verträge abschließen!? Würd für uns nie in Frage kommen.

Beitrag von ane72 26.05.11 - 13:52 Uhr

Zeitmietverträge:
Der bisherige "einfache" Zeitmietvertrag ist abgeschafft worden. Nach altem Recht und bei am 1. September 2001 bereits bestehenden Verträgen konnte der Mieter zwei Monate vor Ablauf der Mietdauer schriftlich die Fortsetzung des Mietverhältnisses beanspruchen (Abschaffung des Fortsetzungsanspruchs). Mieter und Vermieter können jetzt nur noch einen so genannten qualifizierten Zeitmietvertrag abschließen. Voraussetzung: Im Mietvertrag ist ein konkreter Befristungsgrund vom Vermieter zu nennen (z.B. Eigenbedarf oder wesentliche Instandsetzung der Mietsache). Fehlt ein konkreter Befristungsgrund, gilt das Mietverhältnis automatisch als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Nach Ablauf der zeitlichen Befristung endet der Mietvertrag. Die bisherige zeitliche Obergrenze ist ebenfalls abgeschafft worden, so dass jetzt zum Beispiel auch Mietverträge über 10 Jahre abgeschlossen werden können.
quelle:http://www.finanztip.de/recht/mietrecht/mietrechtsreform.htm
ich würde mal beim mieterverein nachfragen.
lg ane

Beitrag von josephine2003 26.05.11 - 13:59 Uhr

wraus genau ersiehst du, dass es sich um einen Zeitmeitvertrag handeld und nicht zB um einen gegenseitigen Kündigungsauschluss?

Beitrag von nick71 26.05.11 - 18:43 Uhr

"wraus genau ersiehst du, dass es sich um einen Zeitmeitvertrag handeld und nicht zB um einen gegenseitigen Kündigungsauschluss?"

Ich habe eben nachgefragt und bin auf die Antwort gespannt.

Sollte es sich um einen unbefristeten Vertrag mit Kündigungsausschluss handeln, hat die TE gute Aussichten, dass die Klausel ungültig ist (somit wäre lediglich die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten einzuhalten)...ein Kündigungsausschluss kann nämlich längstens für 4 Jahre wirksam vereinbart werden.

Beitrag von puremorning 26.05.11 - 14:41 Uhr

schau mal hier:

Der Bundesgerichtshof hat mit einer Entscheidung vom 06.04.2005, AZ: VIII ZR 27/04 ausgesprochen, dass eine Formularklausel, welche einen Ausschluss des Kündigungsrechts für länger als vier Jahre vorsieht, unwirksam ist. Aus der Urteilsbegründung:

Wie in der Begründung des Regierungsentwurfs zum Mietrechtsreformgesetz vom 19. Juni 2001 (BT-Drucks. 14/4553 S. 38 f.) hervorgehoben wird, kommt der Mobilität und Flexibilität in der heutigen modernen Gesellschaft zunehmende Bedeutung zu. Durch einen Kündigungsverzicht wird der Mieter jedoch in seiner Dispositionsfreiheit erheblich eingeschränkt. Bei beruflichen, familiären, krankheitsbedingten oder sonstigen persönlichen Veränderungen seiner Lebensverhältnisse kann er den Mietvertrag über eine hierdurch ungeeignet gewordene Wohnung nicht kündigen, selbst wenn die genannten Veränderungen unvorhergesehen oder gar ungewollt eingetreten sind. Da die Miete mit Nebenkosten nicht selten einen beträchtlichen Teil des Einkommens aufzehrt, wird es dem Mieter auch kaum möglich sein, eine zweite Wohnung zu unterhalten, die seinen geänderten Bedürfnissen gerecht wird.

Die Möglichkeit, gegebenenfalls einen geeigneten Nachmieter zu stellen (vgl. Senatsurteil vom 22. Dezember 2003, aaO unter II 1 c), ist zu unsicher, um die erhebliche Beeinträchtigung der Dispositionsfreiheit des Mieters durch einen formularmäßigen Kündigungsverzicht auszugleichen. Da der beiderseitige Kündigungsverzicht aber insofern auch Vorteile für den Mieter hat, als er diesen über den durch §§ 573, 574 BGB gewährten Kündigungsschutz hinaus vor einer ordentlichen Kündigung des Vermieters absichert, benachteiligt ein formularmäßiger Kündigungsverzicht den Mieter im Regelfall dann nicht unangemessen, wenn er in zeitlicher Hinsicht überschaubar und dadurch für ihn erträglich ist.

LG pm #winke

Beitrag von kruemlschen 26.05.11 - 18:11 Uhr

Tach,

man berichtige mich wenn ich falsch liege, aber solltest Du nicht einen Aufzug haben wenn Deine Wohnung im 6. Stock liegt?

Ich dachte immer ab dem 5. OG ist ein Aufzug pflicht sofern es sich nicht um einen Altbau handelt... #gruebel

Gruß K.