Wer hat in BEL entbunden und wie war´s?

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von nanunana79 26.05.11 - 13:29 Uhr

Hallo,

ich bin jetzt bei 37+3 und meine Kleine findet die BEL derzeit einfach noch besser.

Meine Hebi meinte, das ich gut in BEL entbinden kann, da die Maus nicht allzu groß ist und ich Zweitgebärende bin. Ich hab aber zugegebenermaßen echt Schiss davor. Vielleicht auch weil die erste Entbindung nicht so dolle war.

Jetzt würde mich interessieren wer von Euch in BEL entbunden hat und wie es war?

(Ach ja, ich kann das vertragen wenn jemand schreibt was nicht so doll war)

LG

Beitrag von mamajo 26.05.11 - 13:59 Uhr


Hallo!

Ich kann nur von einer Bekannten aus dem Geburtsvorbereitungskurs berichten. Die hat ihr erstes Kind auch aus BEL entbunden und sie sagte, es war eine tolle Geburt. Ging auch relativ schnell.

LG und alles Gute #blume

Beitrag von nanunana79 26.05.11 - 19:22 Uhr

Danke für Deine Antwort. Bisher kamen ja nur positive Rückmeldungen.....

Beitrag von minnie85 26.05.11 - 18:18 Uhr

Hi! Eine gute Freundin von mir hat vor knapp 2 Wochen ihr erstes Kind spontan aus BEL hier bei uns in der Uniklinik geboren, ohne PDA im Vierfüßlerstand, eine Traumgeburt!

Beitrag von maari 26.05.11 - 19:08 Uhr

Hi,

ich habe noch nicht in BEL entbunden, aber es steht momentan zur Debatte. Mein Umfeld kriegt die Krise... :-[ auch da es bei mir das erste Kind ist.
Naja, meine Hebi hat mir aber heute erzählt, dass eine Ertsgebärende aus ihrem GVK eine BEL-Hausgeburt hatte!!! #schwitz Sie meinte aber sofort dazu, dass sie DAS nie empfehlen würde, auch wenn sie schon BEL-Geburten durchgeführt hat (im KH - die Hausgeburt wurde von einer anderen Hebamme betreut).

Ich vertraue da also bisher auf die Aussage der Ärzte und Hebammen, dass mit einer entsprechenden Überwachung eine BEL-Geburt gar nicht so sehr risikoreicher ist als eine "normale" Geburt. Vor allem gehen die Ärzte an eine BEL-Geburt deutlich vorsichtiger heran - da wird dann nicht noch mal Wehenmittel gegeben wenn es zum Stillstand kommt, sondern die Entscheidung doch einen KS zu machen fällt deutlich früher.
Ich würde halt auf jeden Fall in ein KH gehen, dass Erfahrungen hat in diesem Bereich.

Ich werde es Anfang nächster Woche (bei 36+2) erst nochmal mit der äußeren Wendung probieren. Hast Du das probiert?

LG und alles Gute für die Entscheidungsfindung (ich finde die furchtbar schwierig)

Maari (35+5)

Beitrag von nanunana79 26.05.11 - 19:20 Uhr

Hey,

ich finde es auch sehr schwierig. Ich habe eine Beleghebamme mit 35 Jahren Berufserfahrung von Hausgeburt über BEL und allem was es so gibt. Es ist also auf jeden Fall sehr erfahrenen Unterstützung dabei.

Und sie meinte halt, weil es schon das 2. Kind ist und sie auch nicht zu groß ist würde es bestimmt super klappen.

Eine äußere Wendung macht sie nicht, ist ja auch nicht ganz ohne. Es sollte ebenfalls von erfahrenen Ärzten und unter CTG Kontrolle gemacht werden. Wir versuchen es mit moxen und indischer Brücke und gutem Zureden ;-)

Für Dich ebenfalls alles Gute für die Entscheidungsfindung.

LG

Beitrag von gemababba 26.05.11 - 19:22 Uhr

Hallöchen ,

also ich habe nicht in BEl entbunden .
Aber mein Sohn lag bis zur 38 SSW in BEl und ich habe mich auch schon erkundigt gehabt und ich hätte auch in BEL entbunden da ich panische angst vor einem KS habe.

Doch dann drehte er sich noch rechtzeitig und kam in nur 2,5 std Traumgeburt auf die Welt , ambulant.

LG Jenny

Beitrag von zwei-erdmaennchen 26.05.11 - 21:01 Uhr

Hi,

ich erzähle meine Geschichte hier immer und immer wieder (darum können einige diese Story sicher schon nicht mehr hören :-p)

Meine erste Tochter lag sehr lange in BEL und ich habe auch eine BEL-Spontangeburt in Erwägung gezogen. War bei Spezialisten hier und die waren allesamt positiv dem gegenüber eingestellt. Eine Hebamme wollte mir sogar eine HG aufschwätzen (was für mich aber nie in Frage käme). Niemand hatte wirklich was dagegen gesagt. Nur die hier in der Klinik haben es eben abgelehnt weil sie dafür keine Verantwortung übernehmen wollen. An sich haben sie es aber auch nicht dramatisch gesehen.

Sie hat sich dann noch in SL gedreht und kam auch durch eine Vaginalgeburt auf die Welt. Diese war allerdings sehr schwer, sie hatte vorab geschlossene Fontanellen und mehrere Nabelschnurumschlingungen und steckte darum vier Stunden im Beckenausgang fest. Für einen KS war es zu spät also musste sie so da durch. Hätte sie noch in BEL gelegen - sie wäre niemals lebend aus der Sache rausgekommen. Was mit mir gewesen wäre steht auch in den Sternen. Das hat mir im Nachhinein jeder - auch die Spezialisten für BEL-Geburten bestätigt. Meine Tochter wäre schlichtweg bei dem Versuch jämmerlich erstickt.

Sicherlich ist das nicht der Regelfall und eine Geburt aus BEL kann auf jeden Fall auch gut gehen. Das Problem ist nur, dass einfach nur noch sehr schlecht gehandelt werden kann wenn es ein Problem gibt. Und dann kann es eben wirklich böse enden. In SL hatten wir die Möglichkeit diese Stunden abzuwarten, in BEL wäre das nicht gegangen. Ich hätte heute keine Tochter mehr und würde es aus diesem Grund niemals selber wieder versuchen (mal abgesehen davon, dass ich nie wieder eine Spontangeburt versuchen werde aber das ist ein anderes Thema) und erst recht niemandem empfehlen. Es heißt ja auch, dass es oftmals einen guten Grund gibt warum die Kinder sich nicht drehen - auch das halte ich für einen wahren Spruch.

Liebe Grüße und alles Gute
Ina #winke

Beitrag von nanunana79 26.05.11 - 21:24 Uhr

Hey,

danke für Deine Antwort. Das was Du schilderst ist genau die Angst die ich habe.
Konnte man denn die Nabelschnurumschlingung nicht vorher auf dem US erkennen?

Beitrag von zwei-erdmaennchen 26.05.11 - 22:07 Uhr

Hi,

nein, keiner hat auch nur eine dieser Umschlingungen vorab gesehen. Es ist allerdings auch fraglich wann sie die meisten geschafft hat. Denn bei einem aktiven Kind kann das wohl auch noch unmittelbar vor der Geburt passieren. So vermute ich auch mal, dass es gewesen ist weil sie mit der NS ja quasi fast gefesselt war. Sie hatte sie 1x um den Bauch, mehrfach um die Beine und Füße - und ich glaube kaum, dass sie sich in dieser "Fesselung" noch so intensiv hätte bewegen können #kratz. Es kommt auch auf die Nabelschnur an sich an. Ich hatte wohl eine ewig lange (kann das ja nicht beurteilen), sie meinten nur, dass sie noch nie soviel Blut aus der NS für die Einlagerung abgenommen haben.

Ich möchte das echt nochmal sagen, dass ich den Extremfall erlebt habe und das nicht die Norm ist. Ich möchte nur wirklich davor warnen weil es hier im Forum auch immer total runtergespielt wird. Natürlich können Kinder aus BEL gesund geboren werden. Aber im Falle des Falles ist die Handlungsfähigkeit einfach eingeschränkt. Wäre die Saugglockengeburt bei Aleyna fehlgeschlagen hätten sie einen Not-KS gemacht, uns beiden dabei etliche Knochen gebrochen und wir wären zwar wohl schwer verletzt aber lebend aus der Sache rausgekommen. In BEL hätten sie gar nicht mehr reagieren können.

Ich habe einfach selber den Fehler gemacht trotz eines schlechten Bauchgefühls einen solchen Geburtsversuch gewagt zu haben (ich hatte auch bei der Geburt aus SL kein gutes Gefühl). Bezahlt haben wir beide dafür. Ich jedoch habe immer noch hart daran zu knabbern aus meinen egoistischen Beweggründen (mochte keinen KS, wollte ein tolles Geburtserlebnis, dachte Kind und ich wären schneller wieder fit,...) so entschieden zu haben. Hätte ich auf mein Bauchgefühl gehört wäre vieles für uns einfacher gewesen.

Meine zweite Tochter kam letztendlich durch einen sekundären KS (auch da war ich noch nicht schlau genug auf mein Bauchgefühl zu hören, allerdings ist sie in 36 Stunden nichtmal ansatzweise ins Becken gerutscht und das ist darum kein wirklicher Vergleich) und das war so entspannt und schön, dass ich nie wieder vaginal entbinden würde. Ein KS ist wirklich kein Drama wenn man positiv daran geht. Meiner Großen hätte ich viel erspart wenn ich das damals schon gewusst hätte.

Liebe Grüße
Ina #winke

Beitrag von nanunana79 26.05.11 - 22:31 Uhr

Hach, es ist echt nicht einfach.....aber wenn die Kleine heute abend so weiter macht, schafft sie es noch sich zu drehen....die gibt grad echt Gas

Beitrag von zwei-erdmaennchen 26.05.11 - 22:36 Uhr

Na dann hätte sich das Problem ja von alleine gelöst :-p

Liebe Grüße

Beitrag von uvd 27.05.11 - 06:49 Uhr

BEL ist eine normale Geburtslage (Längslage), wenn auch nicht so häufig wie SL.
Alle Längslagen können normal geboren werden.

Hier ein Artikel zur optimalen Geburtsform bei BEL
(von Dr. Michael Krause, Klinikum Nürnberg Süd):
http://www.doula-ortenau.de/material/bel.pdf

Wunderschöne Bilder einer geplanten BEL-Hausgeburt (fußlage):
http://www.birthingway.com/footling_breech.htm

Ablauf einer BEL-Geburt
http://www.homebirth.net.au/2011/03/mechanism-of-breech.html

Zwei videos von BEL-Wassergeburten:
http://www.youtube.com/watch?v=jD5939e5PZ8
http://www.youtube.com/watch?v=YaX2lHQQGRE

Video einer BEL-Hausgeburt ("Klappmesser-Position")
http://www.homebirth.net.au/2010/01/frank-breech-video.html

Artikel "Beckenendlage - das Nürnberger Modell"
http://www.adeba.de/html.php/modul/HTMLPages/op/show_pdf/pid/532
http://zeitung.hebammen.at/2001/1_01.htm

ich selbst wurde aus BEL geboren, mein jüngster bruder ebenfalls.

Beitrag von tenrebo 27.05.11 - 11:15 Uhr

Hallo, bei mir stand das auch zur Debatte, mein Kleiner lag auch immer in BEL. Hab mich an eine Klinik gewandt, die Spontangeburten aus BEL prinzipiell anbieten und dort aber erstmal eine äußere Wendung versucht (nicht erfolgreich). Danach wurde mein inneres Becken per MRT vermessen. Die Ärztin hatte schon vorher den Verdacht, dass es zu eng sein könnte und das hat dann das MRT bestätigt. Unter den Voraussetzungen haben sie mir zur primären Sectio geraten, und dort wird wirklich immer die Spontangeburt propagiert und einem kein KS "aufgeschwatzt".

Fazit: ich bin heilfroh, dass das alles vorher so gut kontrolliert wurde und nicht einfach ein Geburtsversuch aus BEL gemacht wurde, denn das hätte bei uns auch wahrscheinlich ziemlich dramatisch geendet. Letztendlich fand ich den KS auch gar nicht so schlimm, obwohl ich natürlich lieber "normal" entbunden hätte. Ich war einfach nur froh, dass es Söhnchen und mir gut ging.

Allerdings bist du Zweitgebärende, da sieht das Ganze doch schon ganz anders aus?

Beitrag von nanunana79 27.05.11 - 14:47 Uhr

Hmm, naja grundsätzlich schon. Aber bei einer Freundin von mir musste auch ein KS gemacht werden beim 2.Kind weil das Köpfchen nicht durchs Becken wollte....

Hach ich bin echt unsicher was ich machen soll. Ich würde mir nie verzeihen das was passiert nur weil ich lieber spontan entbinden wollte....

Beitrag von tenrebo 27.05.11 - 17:04 Uhr

Ja, das hab ich dann auch gedacht und bin immer noch froh und dankbar, dass es den Kaiserschnitt als Alternative gibt! Aber war bei mir auch echt noch eine andere und eindeutige Situation.