Wann und wozu Aufenthaltsbestimmungsrecht?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von amrot 26.05.11 - 14:07 Uhr

hallo,

der eine oder andere mag meine postings bzgl. meiner Freundin verfolgt haben. Heute eine erneute Frage:

Das Kind lebt bei ihr, Vater möchte nur alle 4 Wochen Kontakt. Wenn sie von ihm das Aufenthaltsbestimmungsrecht einfordert, muss er es zwangsweise rausgeben, wenn er nicht vor Gereicht will?
Und: Wenn man das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat, welche Rechte, ausser, dass man den Wohnort des Kindes bestimmt, hat man dann genau?

Danke!

lg,

amalie

Beitrag von jogiyoda 26.05.11 - 14:12 Uhr

Wenn sie von ihm das Aufenthaltsbestimmungsrecht einfordert, muss er es zwangsweise rausgeben, wenn er nicht vor Gereicht will?


Anstelle des Vaters würde ich der jungen Frau empfehlen einen Psychiater zu konsultieren denn wenn sie etwas will muß Sie vor Gericht Klage erheben.


Wenn man das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat, welche Rechte, ausser, dass man den Wohnort des Kindes bestimmt, hat man dann genau

Man hat genau das Recht den Aufenthaltsort sprich Wohnort zu bestimmen und der Betreuungselternteil darf ohne Zustimmung nicht weiter als 50 Kilometer weg ziehen.

Beitrag von amrot 26.05.11 - 14:28 Uhr

"Anstelle des Vaters würde ich der jungen Frau empfehlen einen Psychiater zu konsultieren denn wenn sie etwas will muß Sie vor Gericht Klage erheben."

wie bitte?

das kidn lebt bei ihr, er will es selber nicht öfter als alle 4 wochen sehen, macht ihr das leben zur hölle und sie soll zum psychiater?
wie kommst du denn auf so etwas?
sie möchte gerne alle sin geregelten bahnen haben und daher wohl zu recht das aufenthaltsbestimmungsrecht. sie trägt momentan die alleinige last udn verantwortung, was mehr würde sie denn noch wualifizieren, das aufenthaltsbestimmungsrecht zu bekommen?
meine frage mag etwas zweideutig formuliert gewesen sein: wird sie es in jedem fall bekommen bzw. sollte dem vater klar sein, dass er es auf jeden fall vor gericht an sie abgeben muss?

zu den weiteren rechten: momentan geht es primär darum, dass sie ein problem hat im kiga andere leute anzugeben, die das kind abholen dürfen, ohne das der vaster zustimmt. denn das tut er aus prinzip mal gar nicht. wobei sie dann als alleinerziehende ein problem hat.

lg

Beitrag von jogiyoda 26.05.11 - 14:38 Uhr

stimmt, die Frage war etwas undurchschaubar.

Sie muß in jedem Fall klagen wenn sie das alleinige ABR haben will und ob sie es bekommt hängt vom Richte rund dem Ja ab!

Sie hat im Grunde das "kleine"ABR und kann so dem KIga sagen wer abholen darf und wer nicht.

Beitrag von parzifal 26.05.11 - 14:55 Uhr

Sie will das Aufenthaltsbestimmungsrecht nur um einen Dritten in den Kindergarten zum Abholen schicken zu können?

Verlangt der Kindergarten zwingend die Zustimmung beider Elterteile und weigert sich ansonsten Kinder mitzugeben?

Beitrag von amrot 26.05.11 - 15:19 Uhr

natürlich nicht nur dafür.
aber das ist, was momentan aktuell ansteht. der kiga weiß, dass zwistigkeiten bestehen udn will auf nummer sicher gehen. momentan kann sie tagesaktuell bescheinigungen mitgeben. die gelöten aber dann nicht universell für die person. sie kann also nicht jemanden bitten das kind nachmittags abzuholen, wenn sie es am morgen noch nicht dem kiga schriftlich mitgeteilt hat.

Beitrag von sarahg0709 26.05.11 - 15:36 Uhr

Hallo,

in den KiGä meiner Kinder war es üblich, am Anfang des KiGa-Jahres eine Liste abzugeben, auf der die abholberechtigten Personen drauf standen.

In der Früh hat man dann gesagt: "Heute nachmittag kommt die Oma zum Abholen."

Ausnahme: Die Mutter eines anderen KiGa-Kindes hat ein Kind mitgenommen. Das wurde dann in der Früh auch so der Leitung mitgeteilt. War auch kein Problem.

Wichtig wäre eben, dass die Leitung und die Erzieherinnen die abholenden Personen kennen und nicht irgendwelche Wildfremden plötzlich im KiGa auftauchen.

LG

Beitrag von parzifal 26.05.11 - 15:57 Uhr

"der Kindergarten will auf Nummer sicher gehen"

Deine Freundin sollte nachfragen weshalb eine Liste abholberechtigter Personen nicht "sicher" genug ist?

Auf welcher Rechtsgrundlage der Kiga also verlangt, dass beide sorgeberechtigten Elternteile diese Liste unterzeichnen müssen.

Ich bin in Sorgerechtsfragen nicht bewandert. Mir scheint aber die Erlaubnis eines Elternteils ausreichend.

Bei Tageserlaubnissen geht es ja auch. Rechtlich besteht doch da kein Unterschied. Entweder darf/muss der Kindergarten das Kind mitgeben oder nicht.

Beitrag von janamausi 26.05.11 - 14:56 Uhr

Hallo,

<<zu den weiteren rechten: momentan geht es primär darum, dass sie ein problem hat im kiga andere leute anzugeben, die das kind abholen dürfen, ohne das der vaster zustimmt. denn das tut er aus prinzip mal gar nicht. wobei sie dann als alleinerziehende ein problem hat. <<

#gruebel Was hat denn das mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht zu tun?

janamausi

Beitrag von amrot 26.05.11 - 15:20 Uhr

das war ja nun meine frage. vielleicht etwas unglücklich formuliert. ihr wurde gesagt von der kigaleitung, dass sie dann bestimmen können ohne zustimmung des vaters, wer das kind abholt. das ist, was momentan ansteht.
zudem hat der vater bereits angekündigt demnächst weiter wegzuziehen, weshalb es nur vernünftig wäre das bei dem zerstrittenen verhältnis alles rechtlich abgeklärt wäre.

Beitrag von jogiyoda 26.05.11 - 15:27 Uhr

Die Kigaleitung erzählt Unfug! Wo haben die denn so einen Unsinn her?

Der Witz ist der derjenige Elternteil unabhängig von SR oder ABR bei dem das Kind Nicht lebt umziehen kann wie er Lust und Laune hat. Jetzt kommt der Treppenwitz: Der Elternteil der das Kind hat darf ja nur im Umkreis 50 Kilometer umziehen Beispiel: Mutter und Kind + Vater leben bei München, Vater zieht nach Hamburg , entfernt sich also weit .das darf er.
Die Mutter will mit Kind nach Köln ziehen. darf sie das? In diesem Fall viel Spaß mit den verschiedenen Familiengerichten.

Beitrag von amrot 26.05.11 - 15:31 Uhr

die wollen sich nur absichern. sie hat diese woche wieder einen anwaltstermin udn die wird ihr das sicher aufschlüsseln können. aber diese woche hatten wir bene den fall, dass ich den kurzen kurzfristig mit abholen sollte udn es eben nicht ging. der arme kerl musste bis 17.45 warten auf seine mama.
im großen und ganzen aber ist der kiga soz. auf ihrer seite.

Beitrag von jogiyoda 26.05.11 - 15:33 Uhr

Sie soll einfach beim Kiga vorbeigehen und auf das "kleine" ABR hinweisen und schriftlich hinterlassen wer das Kind abholen darf (sie darf aber den Vater dabei nicht ausschließen, die Großeltern aber sehr wohl)

Beitrag von sarahg0709 26.05.11 - 15:31 Uhr

Hallo,

sie kann tatsächlich bestimmen, wer das Kind vom Kindergarten abholt. Das unterliegt der Alltagssorge und bedarf auch keiner Genehmigung seitens des Vaters.

Wenn der Vater jetzt weiter weg zieht, sollte sie sich aber vielleicht mal mit ihn zusammensetzen und klären, wie der Umgang denn in Zukunft gestaltet werden kann.


LG

Beitrag von sarahg0709 26.05.11 - 14:26 Uhr

Hallo Amalie,

das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat sie schon, zwar stillschweigend, aber sie hat es. Denn das Kind lebt bei ihr und nicht beim Vater.

Vor Gericht ziehen müsste sie nur, wenn sie das alleinige Sorgerecht will (oder hat sie das bereits??). Das ist allerdings nicht so leicht zu bekommen.


LG

Beitrag von jogiyoda 26.05.11 - 14:31 Uhr

das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat sie schon, zwar stillschweigend, aber sie hat es. Denn das Kind lebt bei ihr und nicht beim Vater.


leider falsch da das ABR ein Teilbereich der allgemeinen Sorge ist und dadurch bei Gemeinsamer Sorge beide Elternteile auch das ABR haben. Der Vater kann wie die Mutter auf alleiniges ABR klagen dann liegt es am Richter einem von Beiden das ABR zuzusprechen beziehungsweise es dem Anderen zu entziehen. Im Moment verzichtet der Vater lediglich auf die Einrede des Wohnortes.

Beitrag von puremorning 26.05.11 - 14:32 Uhr

So ist es. Schließe mich dem an.

LG pm #winke

Beitrag von nadineriemer 26.05.11 - 14:56 Uhr

Hallo,
da das Kind bei ihr lebt,der Vater nur alle 4 Wochen Kontakt will,wird sie es nicht schwer haben das Aufenthaltsbestimmungsrecht ganz zu bekommen.Aber sie muß schon begründen warum sie es will.Wenn keine Gründe vor liegen,denke ich wird das so belassen.Wenn er auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat darf sie bis zu 50 km weit weg ziehen ohne sein Einverständnis.Ich habe alles alleine und könnte wenn ich will hin ziehen wo hin ich will.Warum will sie das den alleine?

Nadine

Beitrag von parzifal 27.05.11 - 17:38 Uhr

"da das Kind bei ihr lebt, der Vater nur alle 4 Wochen Kontakt will,wird sie es nicht schwer haben das Aufenthaltsbestimmungsrecht ganz zu bekommen"

"Aber sie muß schon begründen warum sie es will.Wenn keine Gründe vor liegen,denke ich wird das so belassen."

Heißt das nun, dass der Grund "nur alle 4 Wochen Kontakt" ausreicht um das alleinige Aufenftalsbestimmungsrecht zu bekommen? Wie häufig muss der Kontakt den sein um es zu (mitzu)behalten?


Beitrag von nadineriemer 27.05.11 - 18:52 Uhr

Nein das meinte ich nicht damit,sondern das noch andere Gründe da sein müssten und all das zusammen könnte zum Erfolg führen.Weiter Gründe für mich wehren,wenn er das Kind nicht mehr wieder bringt oder es androht.Oder er würde das Kind zu unmöglichen Orten mitnehmen.Bei einer Freundin war es so das der kleine immer wieder zwischen den betrunkenen Freunden seines Vaters saß.Das wären halt für mich Gründe.

Nadine

Beitrag von parzifal 28.05.11 - 07:36 Uhr

Dann war der erste Satz mit dem "nicht schwer" aber sehr mißverständlich.

parzifal

Beitrag von nadineriemer 28.05.11 - 08:38 Uhr

Ja,ich meinte halt das all die genannten Gründe schon vor liegen müssen.Nur weil der Vater alle 4 Wochen kommt,ist noch kein Grund,habe mich da falsch ausgedrückt.

Nadine

Beitrag von amrot 26.05.11 - 15:23 Uhr

nein, sie haben das gemeinsame sorgerecht und sie wird das alleinige auch nicht einklagen. würde es nat. in erwägung ziehen, wenn das kind schwer durch den umgang mit dem vater beeinträchtigt wäre.

Beitrag von comapo 26.05.11 - 23:04 Uhr

Bei alleinigem Sorgerecht hat der Vater trotzdem ein Umgangsrecht, das dadurch nicht beschnitten wird.

Und bei gemeinsamen Sorgerecht hat man auch immer gemeinsames Aufenthaltsbestimmungsrecht. Da der Aufenthalt des Kindes bei der Mutter nicht strittig zu sein scheint, würde auch kein Gericht dieses grundlos einem Elternteil zuschreiben. Warum auch?

Comapo

Beitrag von amrot 27.05.11 - 10:11 Uhr

ok, dann habe ich das falsch verstanden. ich dachte das abr würde der mutter ein paar mehr rechte geben ohne die des vaters dabei zu beschneiden.
sie hat gar nicht vor den umgang zu beschneiden. sie ist diejenige, die ihn fördert. ist aber eine andere geschichte.
danke für deine antwort.