Frühförderung *LANG*

Archiv des urbia-Forums Kleinkind.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von pokerklops78 26.05.11 - 14:14 Uhr

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

brauche mal Eure Meinungen zum oben genannten Thema, da ich mich auf diesem Gebiet überhaupt nicht auskenne und mir diese ganze Angelegenheit langsam echt seltsam vorkommt.

Zum Hintergrund:
In 3 Monaten wird unsere Motte 3 Jahre alt.
Weil Sie einige Wörter (trinken/Zwei/Drei/Schnee etc.) undeutlich ausspricht würde uns von der Ki-Ta die Frühförderung empfohlen!

Ein erstes Gespräch mit einer Dame fand dann in der Ki-Ta statt. Unsere Tochter wurde keine 10 Minuten beobachtet, wie sie im Sandkasten und an den Spielgeräten spielte, also im Grunde komplett abgelenkt war und schon verriet man uns das da eine "Entwicklungsverzögerung" vorliegen würde. #kratz

Auf eine undeutliche Aussprache bzw. welche Wörter das überhaupt betrifft wurde nicht eingegangen. Dafür dauerte das Gespräch, wie man den "Antrag auf Sozialleistungen" auszufüllen hätte gleich doppelt so lang!
In diesem Gespräch wurde u.a. kurz auch ein Test erwähnt der nach Altersstufen eingruppiert ist.

Ich bestand darauf erst diesen Test mit unserer Motte zu machen bevor ich überhaupt irgendetwas unterschreiben würde, zumal meiner Meinung nach diese Dame überhaupt nicht auf unsere Tochter eingegangen ist.

Dieser Test sollte heute bei uns zu Hause stattfinden. Es wurde zuerst wieder nur mit dem Antrag rumgewedelt und wieder sagte ich das wir ja nun erstmal den Test machen sollten. #nanana#kratz#augen

Ich beobachtete diesen Test komplett und außer ein paar kleinen Zuordnungsfehlern verlief dieser (ominöse) Test ganz reibungslos und unsere Motte hat auch gut "mitgespielt".

Nun sollte ich aber trotzdessen den Antrag gleich ausfüllen.
Eine Auswertung des Testes wäre erst möglich, wenn wir alles unterschreiben würden, darunter auch eine "Schweigepflichtsentbindung für Kinderarzt, Jugendamt, Ki-Ta und Co." #schock

Ich verneinte, nahm die Unterlagen zur Sichtung an mich und wir verabschiedeten die Dame erstmal freundlich und wir würden uns wieder melden!

Wird von den Sozialwerken immer so vorgegangen? Mir kommt das alles reichlich seltsam vor!

Generell finde ich diese Möglichkeiten für "besondere Kinder" gut, aber unsere Tochter hat keinerlei Handicaps! Wozu dann also die Fördergelder beantragen, die doch den "besonderen Kindern zustehen sollten?

Nur die derzeit TEILWEISE undeutliche Aussprache (an der wir als Eltern mit unserer Tochter ja nun auch täglich anhand von Büchern etc. üben) sollte beobachtet werden und nun soll ich hier eine "Komplexleistung" oder "Heilpäd. Frühförderung" als Sozialleistung beantragt werden.
#kratz#aerger

Würden hier unter Umständen nicht einfach ein paar Besuche beim Logopäden auf Kosten der Krankenkasse erstmal reichen?
Das kann doch auch unser Kinderarzt verschreiben, oder?

Finde es irgendwie schlimm wie Eltern verunsichert werden (oder sich verunsichern lassen, da wir uns auf diesem Gebiet nicht auskennen). #schwitz

Was meint Ihr?

LG von einer Mama, die auf Ihre Motte total stolz ist! ;-)


Beitrag von ea73 26.05.11 - 14:19 Uhr

Huhu,


...Schweigepflichtsentbindung für Kinderarzt, Jugendamt, Ki-Ta und Co. => geht ja mal gar. Finger weg davon!

Du machst Das schon alles richtig.

LG, Andrea

Beitrag von nordstern80 26.05.11 - 14:25 Uhr

Hey,

Schweigepflichtentbindung - auf gar keinen Fall!!!
Sprich mit eurem Kinderarzt darüber - er kennt eure Tochter besser wie die "Dame".

Grüße

nordstern80

Beitrag von ernabert 26.05.11 - 14:31 Uhr

Ich würde als erstes mit dem KA sprechen und ihm die Situation und auch deine Einschätzung schildern und fragen, was er davon hält.

Unsere TaMu hat uns damals erst zu Ergotherapie und dann auch zu einer Frühförderung geraten, weil unser Sohn angeblich in der Kita immer so unruhig einschläft und auch sonst Probleme hat zur Ruhe zu kommen (zu Hause konnten wir das Problem nicht beobachten) und sie (TaMu) eine Wahrnehmungsstörung vermutete, was meinem Mann und mir total komisch vorkam. Wir haben dann unsere KÄ darauf angesprochen, die uns ganz klar davon abgeraten hat und meinte das bräuchte unser Sohn nicht, da er motorisch sehr weit, sprachlich sehr weit und ansonsten normal entwickelt sei. Das "Schlafproblem" hat sich dann zum Glück nach ein paar Wochen von alleine gelegt.

Beitrag von qayw 26.05.11 - 14:53 Uhr

Hallo,

wofür brauchen die denn bitte eine "Schweigepflichtsentbindung für Kinderarzt, Jugendamt, Ki-Ta und Co." ? #schock

Sollt Ihr da gleich wegen Vernachlässigung angeschwärzt werden, wenn Ihr nicht jede, von der Dame "angeordnete", Maßnahme mitmacht, oder wie ist das zu verstehen?

Es macht ja fast den Eindruck, als bräuchte diese Organisation dringend ein paar Kinder, die sie fördern kann. Vielleicht bekommmen die sonst zu wenig Geld zugeteilt oder so.

Ich denke auch, daß Besuche beim Logopäden für Euch die richtige Maßnahme wäre.
Ich würde der Dame absagen. Sollte sie dann noch irgendwelche Mucken machen (mit dem Jugendamt drohen oder so), solltet Ihr Euch einen Anwalt nehmen.

Es ist schon "toll" was in diesem Staat bezüglich Bevormundung und Beschuldigung von Eltern so alles abläuft. #aerger

Lg
Heike

Beitrag von caramaus 26.05.11 - 15:48 Uhr

Hallo!

An sich ist die Frühförderung ein gute Sache, aber eher ein ganzheitliches Konzept - also nicht nur auf einen Entwicklungsaspekt bezogen. Dass bei reinen Ausspracheproblemen direkt eine Frühförderung angedacht wird - das finde ich etwas überzogen. Und dass dann in der Beobachtung und der Testung der Schwerpunkt auf ganz anderen Aspekten lag - DAS finde ich in der Tat seltsam.

An deiner Stelle würde ich mit dem KiA Rücksprache halten. Manchmal hat man als Eltern nicht so einen objektiven Blick und sieht Probleme nicht, wo andere schon welche erkennen. Aber wenn dein KiA, der dein Kind ja auch kennt, sagt Logopädie reicht aus, dann würde ich dem erstmal mehr vertrauen.

Generell finde ich, dass viel zu schnell gesagt wird, das Kind braucht z.B. Ergotherapie. Dabei ist es gar nicht wirklich nötig - bei manchen Kindern würde ein bissel Sport oder intensivere Förderung durch die Eltern schon reichen...

Dass du eine Schweigepflichtsentbindung mit so einem Vertrag unterschreiben sollst, das ist ganz üblich. So können die Therapeuten auch mal mit dem Kinderarzt oder der KiTA Rücksprache halten. Gerade beim KiA ist das ganz hilfreich, denn viele Eltern sind doch eher medizinische Laien und haben es nicht so mit Diagnosen und Fachtermini etc.. Bei Kindern, die eben diese besondere Förderung brauchen, ist es also durchaus sinnvoll sich interdisziplinär austauschen zu können.

Auch dass sie den Test erst auswerten will, wenn du den Antrag unterschreibst ist logisch - wer soll die ganze Arbeit sonst bezahlen...


Wie gesagt, ich habe eine eher gespaltene Meinung zu dieser Übertherapierwut und das obwohl ich selber ERgotherapeutin bin. Geh zum KiA - und bevor der nicht sagt, dass es nötig ist, würde ich meinem Kind nicht den Stempel - ist entwicklungsverzögert und braucht Therapie - aufdrücken lassen.

Alles Gute
C.

Beitrag von -marina- 26.05.11 - 22:00 Uhr

Hallo :-)

Von welcher Einrichtung kam die Dame von der Frühförderung denn?

Hatten die Erzieherinnen der Kita das Ganze in die Hand genommen und den 1.Termin mit der FF gemacht? Wenn ja, ist das irgendwie schon komisch.

Bei den Tests ist es so, dass für unsere Augen die Kleinen alles richtig und gut machen, aber die von der FF schauen da schon "anders" hin und bewerten Sachen, die uns wohl möglich gar nicht auffallen.

Mach auf jeden Fall einen Termin bei eurem KiA und erklär ihm die Sache mit der undeutlichen Aussprache; er wird dir sicher weiterhelfen können. Und der anderen Einrichtung sagen, dass das Ganze nicht für euch in Frage kommt.

Was mich gerade noch ärgert, ist, dass wir so für unsere FF kämpfen mussten, obwohl Etienne ein -wie du es so schön beschreibst- besonderes Kind ist und bei euch steht die Dame gleich auf der Matte und will am liebsten schon nächste Woche mit der FF anfangen...

Euch alles Gute!
Lg
Marina & Söhnchen Etienne #herzlich