Brauche Rat / Alkoholproblem vom Vater - Umgang?

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von frauenzimmer8 26.05.11 - 14:22 Uhr

Hallo,

Ich habe mich Anfang Dezember letzten Jahres von meinem Ehemann (4 Jahre verheiratet, 7 Jahre zusammen, 1 Tochter) getrennt, da wir über finanzielle (existenzielle) Probleme nicht miteinander reden konnten und er immer sehr aggressiv geworden ist. Letztendlich hatte er mir eine Ohrfeige gegeben und die Badezimmertür eingetreten, als ich mich dort eingeschlossen hatte.
Die Liebe zu Ihm hat er durch Beleidigungen und Beschimfpungen schon länger zerstört. Die Ohrfeige war an dem Tag, an dem ich die Trennung ausgesprochen habe - ich wäre also auch so gegangen.

Ich bin dann für 3 Monate zu meinen Eltern gezogen und habe nun eine Wohnung gefunden in der ich mit unserer fast 4-jährigen Tochter lebe.

Ich habe schon seit längerer Zeit die Befürchtung, daß mein Ex-mann ein Alkoholproblem hat.
Dies wurde mir nun von der Familienberatung - zu der wir auf seinen Wunsch gehen - bestätigt.

Er kommt nicht damit zurecht, daß ich gegangen bin.
Dazu kommt, daß ich seit 2 Monaten mit einem Mann zusammen bin, den ich schon länger kenne, und der zu unserem damaligen, weiteren Bekanntenkreis zählte.
Diesen Mann bedroht er am Telefon massiv.
Er ruft nachts bei meinen Eltern, meinen Brüdern und bei Freundinnen von mir an und belästigt diese. Mich natürlich auch...
Ich kann mit ihm nicht reden. Er wird immer laut und beschimft mich.
Bei der Familienberatung stellt er Forderungen an mich, dann verlässt er die Sitzung, da er emotional (angeblich) überfordert ist (er weint und zittert).
Er besucht ein Antiaggressionstraining.

Die Dame von der Familienberatung meint, er benötigt dringend Hilfe für sich...
Ich soll mich von Ihm fernhalten und ihm keinen Ansatzpunkt für Hoffnungen geben, daß ich zurückkomme...

Heute habe ich mit einer Bekannten von früher gesprochen, die eigentlich eher eine Freundin von Ihm war.
Diese meint, er säuft sich das Hirn weg und vergrault alle Freunde die Ihn noch geblieben sind. Letzes WE wurde bei einer Party von Freunden vor die Tür gesetzt, weil er sich daneben benommen hat.

Soweit geht es mich nichts mehr an...ABER wie regel ich jetzt den Umgang mit unserer Tochter??
Ich wurde schon von der Familienberaterin gefragt, ob ich Bedenken habe, die Tochter zu Ihm zu geben.
Er sieht sie jede Woche von Sonntag bis Dienstag früh.

Bisher habe ich immer gesagt, daß er trotzdem ein Guter Vater für Sie ist, und ich noch nicht mitbekommen habe, daß er in ihrem Beisein trinkt und agressiv wurde.

Doch was ist, wenn er jetzt einfach emotional nicht in der Lage ist, auf unser Kind zu achten?
Ich will nicht die Pferde scheu machen, aber ich glaube es wäre besser, Ihm die Tochter nur unter Aufsicht (Schwiegermutter) zu geben.

Die Familienberaterin kann ich gerade nicht erreichen.
Sollte ich mit dem Jugendamt Kontakt aufnehmen?
Kann ich evtl. das alleinige Sorgerecht beantragen?

Mir gehts gerade nicht gut.
Da ich ihm unsere Tochter dieses WE schon ab Sa geben wollte, da wir 2 Wochen im Urlaub waren, weiß ich nicht, wie ich mich jezt verhalten soll, was das Beste ist.
Die Kleine freut sich auch immer auf die Zeit mit Ihm.
Ich glaube, wenn ich Ihm auch noch den Umgang mit der Tochter nehme, kommt er gar nicht mehr mit sich klar...aber dem Kind kann man das doch auch nicht aufbürden...

Aber das was ich gerade gehört habe ist für mich in dem Ausmaß völlig neu.

Was denkt Ihr, wie kann ich sicherstellen, daß er noch in der Lage ist sich um das Kind zu kümmern, ohne wieder diejenige zu sein, die sein Leben "kaputt macht"

Ich weiß, daß ich die Gefühle, von wegen noch für Ihn verantwortlich zu sein, ablegen muss. Trotzdem tut es mir irgendwie leid, diesen Menschen so vor die Hunde gehen zu sehen... wieso kann er nicht aufhören mit dem trinken und sein Leben endlich in den Griff kriegen??

Danke für Eure Ratschläge!

Beitrag von jogiyoda 26.05.11 - 14:27 Uhr

wieso kann er nicht aufhören mit dem trinken und sein Leben endlich in den Griff kriegen??

Weil Alkoholismus eine Krankheit ist und wie es klingt hängt er schon tief drin und kommt deshalb nur vom Alkohol weg indem er von sich aus das Problem erkennt und eine Entgiftung mit anschließender Therapie macht.

Beitrag von starshine 26.05.11 - 16:47 Uhr

Mach es zum Thema bei der Familienberatung vor und mit ihm. Aeussere Deine Bedenken und zeige ihm die Konsequenzen auf. Wenn er es so nicht begreift, dann musst Du Dich ans Jugendamt wenden und betreuten Umgang verlangen.

Ich weiss wie schwierig das ist, aber wenn er nicht ganz unten durch muss wird er sowieso nicht zu einer Therapie gehen.

Da Du wohl kaum vor diesem WE noch einen Termin in der Beratung bekommst (probier es trotzdem), rede mit ihm darüber. Wenn Du kein gutes Gefühl hast, dann gib ihm die Kleine nicht.

Ich weiss wovon ich rede :-)

Mittlerweile kann der Vater meiner Kinder das Trinken ganz lassen und ich muss mir keine Sorgen mehr machen!