private Krankenversicherung..Fragen über Fragen..

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Beitrag von blue1900 26.05.11 - 20:58 Uhr

Hallo Zusammen,

ich wollte mich mal bezüglich des Themas "private Krankenversicherung" informieren. Gibt es hier jemanden der über Vor- und Nachteile berichten kann? Oder sonstige interessante Informationen hat.

Natürlich in der Kurzfassung;-)

Wäre super. Vielen Dank! LG und einen schönen Abend

Beitrag von vwpassat 26.05.11 - 21:05 Uhr

Kommt immer drauf an, wer sich privat versichern will.

Für mich überwiegen die Nachteile.

Beitrag von blue1900 26.05.11 - 21:08 Uhr

Ich bin ganz normale Arbeitnehmerin ;-)

Beitrag von zwiebelchen1977 26.05.11 - 21:14 Uhr

Hallo

Wieso willst du das dann tun? Ist auch ziemlich teuer, sich 100% zu versichern

Bianca

Beitrag von stylewriter0815 26.05.11 - 22:25 Uhr

wir (Mann, Sohn und ich) sind alle privat versichert.
ich würde auch mal gerne meine Krankenkasse-Karte beim Arzt vorzeigen und dann nichts mehr mit Rechnungen usw zu tun haben wollen. Wir müssen immer alle Rechnung vorstrecken, somit bekommen wir das Geld später von der Krankenversicherung zwar wieder, aber bis dahin gibt es wieder neue Rechnungen, die bezahlt werden müssen usw.
Weiterer Nachteil, du musst für jedes Familienmitglied zahlen, nichts mit Familienversicherung.
Bist du denn selbstständig oder im öffentlichen Dienst?
Bei weiteren Fragen gerne über PN.

Lg silke

Beitrag von watru123 26.05.11 - 23:05 Uhr

Hallo,

wir sind privat versichert, inkl. Eltern/Schwiegereltern.

Die wesentlichen Sachen, die mir da einfallen, wären die Folgenden:

Vorteile:
- völlig freie Arztwahl, keine Überweisungen etc. notwendig
- keine Praxisgebühr
- Möglichkeit, den Versicherungsumfang individuell festzulegen (x % Zahnersatz, Einzel- oder Doppelzimmer, Krankentagegeld, Krankenhaustagegeld...)
- Manchmal bessere Leistungen als Gesetzliche (insbesondere Zahnarzt, Kronen, Implantate, Keramik-Inlays, aber auch künstliche Befruchtung...)
- meist weltweiter Schutz
- für junge Gutverdiener (d.h. deutlich über Beitragsbemessungsgrenze) meist sehr viel günstiger als gesetzlich.

Nachteile:
- teilweise geringere Leistungen als gesetzliche (i.d.R. keine Übernahme von Gesundheitskursen ...)
- jeder kostet extra, keine beitragsfreie Mitversicherung der Kinder
- voller Beitrag wird auch dann fällig, wenn das Einkommen sinkt (Elternzeit, Rente, Arbeitslosigkeit...)
- teuer bei Vorerkrankungen
- im Alter teurer als gesetzliche (tlw. über 1000€ pro Monat für Rentner)
- Vorkasse für alle ärztlichen Leistungen (da erfährt man mal, was z.B. eine Geburt im Krankenhaus kostet) Wir hatten schon Monate mit mehr als 5000€ Arztrechnungen, die muss man dann halt mal für 4-6 Wochen vorstrecken.

Von der ärztlichen Versorgung her können wir im Vergleich zu Freunden, die gesetzlich versichert sind, keinen nennenswerten Unterschied feststellen.

Für uns paßt die private KV, man muss sich halt bewusst sein, dass man die Ausgaben von jungen Jahren hin ins Alter verschiebt und entsprechend vorsorgen.

LG

Beitrag von weltenbuergerin2 27.05.11 - 01:06 Uhr

Soweit ich weiß, kann man ab einem Jahreseinkommen von ca 49000 Euro Jahreseinkommen von der Gesetzlichen in eine private Versicherung wechseln.
Was reizt dich daran?
Die Beiträge sind hoch und steigen mit dem Alter, Familienverscherung ist nicht möglich, Kinderkranktage gibt es nicht.
Bei den meisten Ärzten wird ein privat Versicherter auch nicht mehr bevorzugt behandelt.
Für eine bessere Versorgung im Krankenhaus kann man eine Zusatzversicherung abschließen.

Beitrag von blue1900 27.05.11 - 07:04 Uhr

Danke für Eure Antworten.

Das man sich dabei ein Polster aufbauen müsste, weil die Beiträge mit dem Alter steigen war mir auch soweit bewusst. Finde ich nicht weiter schlimm, denn wenn die Beiträge (in meinem Fall und auch aus heutiger Sicht!) so niedrig sind, dass man gleich 150-200 Euro pro Monat im Vergleich zur gesetzlichen/freiwilligen einspart dann sollte das soweit ja nicht das größte Problem sein.

Alledings lohnt sich das tatsächlich nur, wenn die Vorteile dabei insgesamt überwiegen. Bisher habe ich nur einen kleinen Gedanken daran verschwendet, ich bin noch nicht wirklich überzeugt zu wechseln.
Aus diesem Grund auch die Frage. Wollte mir erst einmal ein paar Informationen einholen bevor ich meine Entscheidung treffe, aber da hier auch nicht allzu positives kommt...;-)

Liebe Grüße und Danke!

Beitrag von kathi.net 27.05.11 - 09:27 Uhr

Ich nehme an, du beziehst dich auf die auf die tollen Werbeaussagen der PKVs?!

Das Problem bei den "günstigen" Tarifen ist, dass der Leistungsumfang teilweise unter dem der gesetzlichen Krankenkassen liegt. Für jemanden, der viel verdient, selten krank ist/wird, keine Familie gründen will, mag das auch zutreffen.
Probleme tauchen eigentlich immer erst dann auf, wenn sich an genau diesen Voraussetzungen etwas ändert, sprich man nimmt eben doch mal Leistungen in Anspruch, die nicht abgedeckt sind, oder es ist doch Nachwuchs unterwegs - Familienversicherung kennt die PKV nicht.
Von den Risiken der hohen Beiträge im Alter mal abgesehen.

Hinzukommt auch ein Problem, was viele unterschätzen: viele PKVs erstatten immer weniger bzw. verweigern zunächst mit zum Teil sehr fragwürdigen Argumenten. Das kann nervig und im Rechtsstreit auch recht teuer werden. Wenn man dann keine Hilfe vom liquidierenden Arzt bekommt ist man ziemlich aufgeschmissen.

Am Ende mußt du aber selbst entscheiden und solltest dabei sehr viel Weitblick haben. Denn in der Regel ist solch eine Entscheidung langfristig und kann nur in Außnahmen wieder rückgängig gemacht werden.

LG Kathi

Beitrag von gr202 27.05.11 - 09:43 Uhr

Du bist 28 Jahre alt und kannst noch Kinder bekommen. Alleine das würde mich schon davon abhalten, mich privatzu versichern.

Wenn Du über der Beitragsbemessungsgrenze verdienst, bleibe lieber freiwilig gesetzlich versichert und suche Dir eine gute private Zusatzversicherung.

Gruß
GR

Beitrag von piperpims 27.05.11 - 12:44 Uhr

Ich kenne die vielen Aspekte, die man bei dieser Entscheidung treffen muss recht gut - habs gerade hinter mir. Viele der bisherigen Antworten sind durchaus richtig, aber leider nicht immer ganz vollständig.
z.B.
- Die günstige Familienversicherung für Kinder in der GKV greift nur, wenn der Kindsvater nicht privat versichert ist (das war bei mir der Fall).
- Wenn Du über der Beitragsbemessungsgrenze verdienst, also freiwillig in der GKV versichert bist, fallen die meisten Vorteile der GKV weg. Du musst z.B. in der Elternzeit auch einen recht hohen Beitag zahlen (hängt von der Versicherung ab, bei mir ca.€ 400) und auch für Dein Kind würde ein Beitrag fällig, der dem in der PKV entspricht (bei mir wären es € 150 gewesen). Umsonst ist die Familienversicherung nur bei Pflichtversicherten.

Ich habe mich schlussendlich für die PKV entscheiden, dort allerdings nicht für einen "billigen" Tarif, sondern für einen solchen, der fast der GKV entspricht. Ein "Runterstufen" ist immer möglich und im schlimmsten Fall kostet Dich im Basistarif die PKV nicht mehr als die GKV - bei gleichen Leistungen.

Ein Wechsel zurück in die GKV ist auch bei Frauen nicht so "unmöglich", wie immer behauptet. Gerade wenn man von Vollziet in Teilzeit wechselt, sinkt man doch leicht unter die Beitragsbemessungsgrenze und kann wieder als Pflichtversicherte in die GKV.

Entscheidend war für mich, dass ich als PKV Kunde einen gesicherten Versicherungsumfang bekomme, der nicht einseitig (wie bei der GKV) durch Gesetze reduziert werden kann. Ich bin gesund noch recht jung und hatte so bei der PKV kaum kostenerhöhende Risikofaktoren. Für mich sollte die PKV auch kein "Sparmodell" sein, sondern ich wollte einen sicheren Anspruch auf gute ärztliche Versorgung für mich und meine Familie.

Als Privatpatient empfinde ich die Behandlung durchaus anders und ich finde es gut zu wissen, was für eine Leistung abgerechnet wird. In Vorleistung muss ich nicht treten, da meine Rechnungen innerhalb von 1 - 2 Wochen erstattet werden. Dann sind auch die Arztrechnungen meist erst fällig.
Ich habe keine Probleme mehr Termine bei einem Facharzt zu bekommen und neue Ärzte lassen sich jetzt auch viel schneller finden. Alle Medikamente werden bei mir bezahlt, z.B. auch Vitamine.

Bei einer gesunden Lebensweise kann man zudem in meinem Tarif mit erheblichen Rückzahlungen rechnen.

Hoffe das hilft.

Viele Grüße


Beitrag von miau2 27.05.11 - 13:16 Uhr

Hi,
mein mann ist privat versichert. Als wir bei der Hochzeit vor der Wahl standen, unsere Kinder freiwillig gesetzlich oder privat zu versichern haben wir die freiwillige gesetzliche vorgezogen - nach jahrelangen ERfahrungen mit der PKV meines Mannes.

Alle Vorteile der PKV sind reine Sache des Vertrages, den du eingehst. Es gibt keine pauschalen mehr! Es gibt PKV-Tarife, die dich nicht besser stellen als jeden Kassenpatienten. Bei den Angeboten für unsere Kiddis waren sogar welche dabei, wo man strenggenommen (keine Ahnung, wo die gesetzlichen Regelungen leiegen) schlechter gestellt ist - man hätte zwar alle Leistungen wie in der GKV bekommen, aber z.B. pauschal für jeden Arztbesuch 10 Euro zahlen müssen. Mit unserem Kleinen war ich monatelang 2-3 mal pro Woche beim Kindarzt...

Pauschale Vorteile sind wohl eher etwas, was der Vergangenheit angehört - sicher, wer den entsprechenden Vertrag hat hat in Teilbereichen Vorteile. In anderen dafür Nachteile (z.B. kenne ich Eltern, die mit ihrer PKV lange über die Verschreibung eines bestimmten HIlfsmittels diskutieren mussten - wir haben es problemlos und kostenlos (war fürs Baby) auf Kassenrezept bekommen.

Die Unterschiede zwischen den Vertragsangeboten, die uns für unsere Kinder gemacht wurden waren riesig. Und entsprechend groß, klein oder nicht vorhanden die "Vorteile" gegenüber der GKV. Entsprehchend groß waren natürlich auch die Preisunterschiede.

War wir außerdem bei meinem Mann erlebt haben war eine Beitragsexplosion in den letzten Jahren, gegen die alle Erhöhungen in der GKV ein Witz sind. Und das kann durchaus ein Trend sein - je weniger ein Arzt an gesetzlich versicherten verdient, desto mehr muss er seine "Melkkühe" ausnehmen. Also die privat Versicherten. Und die dadurch steigenden Kosten schlagen sich natürlich auf die Beiträge nieder.

Mal zwei Beispiele: eine privat versicherte Bekannte wurde neulich aufgefordert zu unterschreiben, dass ihr Arzt in Zukunft für stinknormale Untersuchungen mehr als den üblichen 2,3-fachen Satz abrechnen darf. Hätte ihre private Kasse das übernommen hätten die höheren Kosten über kurz oder lang wohl zu höheren Beiträgen geführt - es ist ja vermutlich kein Einzelfall.

Ein anderer privat versicherter Bekannter ist mit einer stinknormalen Erkältung zum Arzt gegangen. STunden später kam er wieder raus. Nicht etwa, weil er so lange warten musste - die Wartezeit war sehr kurz. Aber der Arzt hat so ziemlich alle Geräte, die er zur Verfügung hat eingesetzt und natürlich entsprechend viele Untersuchungen abgerechnet.

Mal ehrlich, in meinen 35 Jahren Lebenszeit hatte ich noch keine normale Erkältung, wo ein Lungenfunktionstest notwendig war.

Auch kein Einzelfall - überzogene Untersuchungen, davon berichten viele. Die einen nennen es "gründlich", die anderen "Kostentreiberei".

Mein Mann würde sich heute definitiv nicht noch mal so entscheiden. Nur - den Weg zurück gibt es nicht mehr, im Normalfall zumindest nicht.

Sicher, auch er hat anfangs 150 oder 200 Euro gespart im Vergleich zur GKV. Diese Zeiten waren aber auch vor den Kindern schon vorbei. Und MIT Kindern erst recht. Und was er noch an Beitragssteigerungen zu erwarten hat will ich gar nicht wissen (natürlich hat er in seinen Anlagen zur Altersvorsorge da eine Position extra für).

Uns zur besseren Versorgung im KH: ich habe eine Zusatzversicherung für Chefarzt und Zweibettzimmer. Bei Aufnahme musste ich unterschreiben, dass ich auch alle Vertreter vom Chefarzt akzeptieren - das war der Stab der Oberärzte. LEtztendlich habe ich gar nicht soooo viele andere Ärzte gesehen als meine gesetzlich versicherte Bettnachbarin.

Mit den gesetzlich versicherten Kindern haben sich immer auch die Oberärzte und der Chefarzt gekümmert. Und wenn ich ohne Inanspruchnahme der Zusatzversicherung ins KH bin haben sich ebenfalls die Oberärzte gekümmert. Und den Chefarzt bei interessanten Fragen dazu geholt.

Wenn wir heute noch mal die Wahl hätten würden wir es so wie bei unseren Kindern machen: in der GKV bleiben, und bestimmte Dinge (Zähne, Krankenhaus in ihrem Fall) mit einer Zusatzversicherung absichern.

Viele Grüße
Miau2