Extremes Gezicke unter 3 Mädels im KIGA-was tun? Vorsicht lang!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von celia791 27.05.11 - 11:02 Uhr

Hallo,

wir haben zur Zeit hier zu Hause und im Kindergarten ein kleines Problem, vielleicht habt ihr Tipps für mich.

Und zwar geht es um folgende Situation:
Seit gut 2 Wochen ist meine Tochter (6) total verändert hier zu Hause, sie zickt andauernd rum, ist sehr schnippisch und zankt ständig ihren kleinen Bruder ohne Grund (da geht es dann einfach nur darum, etwas zu sagen oder zu machen, was ihn auf die Palme bringt).

So kenne ich meine Tochter überhaupt gar nicht. Anfangs dachte ich, es sei eine Phase, die Kinder ja schonmal haben. In den letzten Tagen bekam ich aber ein paar Situationen mit, die sich zwischen ihr und zwei Kindergartenfreundinnen abgespielt haben und dass es da um harmlose Sachen ging, die dann aber zu Mega-Zickereien von allen drei Seiten führten.
Ich merkte, dass das Verhalten der beiden anderen Mädels ziemlich abfärbt und habe mir mittlerweile jeden Tag den Mund fusselig geredet und mit meiner Tochter immer wieder darüber gesprochen, dass wir uns hier zu Hause ja auch nicht so verhalten und dass wir dass von ihr nicht kennen und so auch nicht wollen.

Heute morgen kamen wir im Kindergarten an, ein Mädel davon kam auf meine Tochter zu und fragte, ob sie zusammen rausgehen würden. Darauf meinte die Kindergärtnerin "Nein, wir haben ja jetzt für 1 Woche vereinbart, dass ihr jeder für Euch alleine spielt und danach schauen wir, ob ihr es nochmal mit einem neuen Anlauf probieren möchtet.

Ich sprach die Kindergärtnerin drauf an, was denn vorgefallen wäre und sie meinte nur, dass sie so etwas in ihrer ganzen KiGa Zeit noch nicht erlebt hätte, so ein extremes Mega-Gezicke.
Sie hätten die Kinder wohl innerhalb des Gruppenraumes getrennt und selbst da hätte immer wieder eines von der anderen Seite des Raumes angefangen zu zanken und dass sie deshalb jetzt sogar 1 Woche lang eine räumliche Trennung durchziehen.

Ich sagte ihr, dass mir das komische Verhalten meiner Tochter schon zu Hause aufgefallen ist und fragte sie, ob die anderen Eltern denn auch Bescheid wüssten. Mit den beiden hatten sie wohl schon vorgestern gesprochen, ich bekam es ja nur durch Zufall mit.

Es ist so, dass im Laufe des Jahres alle Freundinnen meiner Tochter weggezogen sind oder eben schon letzten Sommer eingeschult wurden. Somit blieben nur noch die beiden Mädels übrig, mit denen sie vorher gar nicht spielte. Ich fand es von Anfang an nicht so gut, denn das eine Mädel ist ein adoptiertes Kind, welches oft sehr heftige Reaktionen aufgrund ihrer Vergangenheit hat (nur als Bsp. hat sie meine Tochter schon mit Turnschuh gegen das Auge getreten, nur weil diese versehentlich beim Turnen auf ihrem Platz sass), sie schlägt andauernd, beisst, tritt, zankt permanent.
Das andere Mädel kommt aus gutem Haus, ist aber wahnsinnig zickig und ist öfter darauf aus, andere auszuspielen. Selbst ihre eigene Mutter sagte mir mal, dass sie wahrscheinlich zu wenig konsequent in der Erziehung ist.
Sie ist sogar ihren Eltern gegenüber megafrech. Hier muss ich aber sagen, dass es mit den beiden soweit klappt, wenn sie zu zweit sind.
Bisher hat meine Tochter ihr gesagt, dass ihr das nicht gefällt (die andere hat z.B. mal in Richtung eines körperlich behinderten Jungen gesagt "IIIIIIHHHH, wie sieht der denn aus?? Meine Tochter war dann wohl total entsetzt und hat ihr gesagt, dass man das nicht macht und sie meinte zu mir, sie hätte sich total geschämt. Darauf meinte die andere wohl nur "Ich sage immer, wenn jemand Scheisse aussieht! #schock
Meine Tochter hat ihr dann wohl gesagt, dass sie nicht mehr mit ihr spielen würde, wenn sie so etwas nochmal sagt.

So, sorry, dass war jetzt sehr lang, meine eigentliche Frage ist, wie kriege ich meine Tochter aus dieser Situation raus, ohne sie strikt zu trennen, denn andere Kinder in ihrem Alter gibt es da nicht.
Sie ist laut Kindergarten ein sehr soziales, liebenswürdiges Kind, verträgt sich mit allen gut, ist wohl oft eher zu gutmütig, sodass die Kindergärtnerin uns schonmal sagte, dass wir ihr beibringen müssten, dass sie sich auch mal körperlich und nicht nur verbal wehren muss.
Die Kindergärtnerin sagte auch heute zu ihr "Klar, es ist schwer, wenn zwei immer wieder das gleiche machen, dass man selber dann einen Weg findet, sich nicht anzuschliessen"
Sie erzählt mir auch jeden Tag dass die beiden sich zusammentuen und dann Schimpfwörter zu ihr sagen àla Du Scheissarschkuh etc., alles Wörter, die meine nicht benutzt.

Was soll ich ihr raten, wie sie sich verhalten soll? Oder meint ihr, ich soll dafür sorgen, dass der Kontakt abbricht?

LG Celia.

Beitrag von anira 27.05.11 - 11:19 Uhr

mal das ganze zur seite schiebend.....

kinder verändern sich oft wenn es kurz davor ist zur schule zu gehen
ich denke das liegt einfach daran;)

Beitrag von celia791 27.05.11 - 11:38 Uhr

Hallo!

Danke Dir für Deine Antwort. Das habe ich ja auch schon gedacht, allerdings ist das Verhalten immer nur dann, wenn sie ein paar Tage im Kiga mit den Mädels gespielt hat. Trifft sie sich nachmittags mit "vernünftigen" Freundinnen oder auch am Wochenende, ist sie wieder die "Alte". Also es scheint tatsächlich so, dass sie unglaublich frustriert nach Hause kommt und dass an uns und besonders an eben ihrem jüngeren Bruder auslässt, weil der sich noch nicht so wehren kann.

Lg Celia.

Beitrag von locke1910 27.05.11 - 11:31 Uhr

schaff' ihr im Privatbereich Ablenkung!
Bis jetzt war von meinen eigenen Kindern nur mein Großer im Kiga (auf die kommenden Jahre freue ich mich wirklich **ironie-off**, wenn meine Zwillis ab August gehen..), aber ich kenne sowas von meinen weiblichen Tageskindern - da ging es bis zur Schulzeit weiter, da die gleichen Kinder miteingeschult wurden#schmoll
Ich kann Dir nur den gleichen Rat geben, den ich auch den anderen Müttern gegeben habe: Schaffe ihr einen Freiraum OHNE Kiga... Sprich Sport (gibt tolle Anfängerkurse für Mädchen zb in Selbstverteidigung (sie lernen da, sich durchzusetzen und zwar auch OHNE Gewalt)), lade Kinder ein, die ihr auf dem Spielplatz sympathisch sind oder frage mal rum, welche Kinder aus Eurem Umfeld noch eingeschult werden und in ihre Klasse kommen werden - vielleicht lassen sich da bereits Kontakte knüpfen?
Auf die Art geht sie gestärkt in den Kiga und der Zickenterror wird sich besser "aushalten" lassen - denn vermeiden kann man ihn nicht...
Sie wird leider immer Kindern begegnen, mit denen sie nicht kann bzw die sie "angreifen" und nur, wenn sie selber dieser Situation mit Selbstbewußtsein entgegen geht, wird sie ohne größere Probleme damit fertig#pro
Kann Dich aber gut verstehen; bei manchen Kindern fragt man sich wirklich, was sie zu Hause lernen, denn meistens spiegeln sie ja die Erwachsenenwelt erschreckend genau wieder...
Vielleicht können die Erzieherinnen auch mal ein Projekt ins Leben rufen "Fairer Umgang" oä - immerhin wird dieses Verhalten nicht enden, wenn die Mädels zur Schule gehen; die nächste Generation an Zicken steht bestimmt schon in den Startlöchern;-)
Lg, Locke

Beitrag von celia791 27.05.11 - 11:42 Uhr

Hallo,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Da bin ich froh, dass es auch anderswo so abgeht.
Ja, genau dass machen wir auch, sie geht zum Voltigieren und trifft sich privat mit lieben Kindern. Dann ist ihr Verhalten auch ganz normal, klar gibt es auch hier Zickereien, aber eben im völlig normalen Rahmen.
So extrem verhält sie sich nur mittags nach dem KIGA, haben wir keine andere Verabredung, hält das den ganzen Tag an. Ist sie zum Spielen oder beim Reiten, ist sie anschliessend wieder die "Alte". Auch am Wochenende ist sie normal.
Gott sei Dank geht das extremere Mädel in die Parallelklasse und sie kennt auch schon andere Kinder, die mit ihr eingeschult werden. Ich hoffe, dass es bis dahin anders ist.

Lg Celia.

Beitrag von locke1910 27.05.11 - 12:03 Uhr

dem Gezicke wird sie leider nie ganz entgehen können - aber du kannst ihr aufzeigen, wenn sie wieder zickig ist; "meine" Mädels habe ich dann eine Weile meckern lassen über diese doofen Mädchen, wir haben auch drüber gesprochen, wir man sich dann fühlt, woher ihr Verhalten kommen könnte usw (ist bei Jungs auch nicht oft anders, nur die kloppen sich eher...) und ich muß sagen, es waren tolle Gespräche!
In dem Alter haben sie schon ein wirklich gutes Weltbild und nimmt man sie ernst, hat man ihnen schon helfen können; eine Lösung kann und muß man nicht immer anbieten - das Zuhören und mit ihnen zusammen drüber nachdenken, warum , wieso , weshalb reicht ihnen oft schon, um sich besser zu fühlen#liebdrueck

Beitrag von nudelmaus27 27.05.11 - 12:29 Uhr

Hallo!

Also ich persönlich würde ihr eine Sportgemeinschaft oder eine andere Gruppe (freiwillige Feuerwehr, Musikschule, Schwimmkurs, Vorschultreff bei der Gemeinde ..... ) suchen die zur ihren Interessen passt. Dort kann sie dann 1-2 Mal in der Woche hingehen ohne die anderen "Zicken". Das schafft Abstand und vielleicht entwickelt sich so die 3-Gruppe wieder in eine bessere Richtung (ist halt immer schwierig, da bei 3 meist eben einer zuviel ist, sag nur fünftes Rad am Wagen).

Was den Kiga angeht nunja die sind nun mal alle Drei da und die machen ja was dagegen bzw. dafür das sie ihren Umgang miteinander reflektieren.

Und ganz ehrlich wenn ein Kind mein Kind immer so extrem ärgern würde (also von wegen hauen, treten usw. ) dann würde ich den Umgang untersagen. Schließlich sind wir die Erwachsenen und noch entscheiden wir was geht und was nicht!

LG und alles Gute,
Nudelmaus