Als Kind missbraucht...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von *NO* 27.05.11 - 11:58 Uhr

Hallo,
ich weiß, es gehört und passt nicht in dieses Forum, doch ich möchte gern etwas fragen und dies unerkannt.
Bitte entschuldigt.
Ich bin als Kind, im Alter von ca. 5 bis 7 Jahren, von meinem Opa missbraucht und genötigt worden. Mein Peiniger ist vor Jahren gestorben, ein sehr schöner Tag für mich. Bis vor 6 Jahren wusste davon dennoch niemand, dann vertraute ich mich meinem Exmann an (der es lächerlich fand und meinte ich solle längst drüber weg sein, der Mann ist tot) und meinem Vater (es war sein Schwiegervater). Mein Vater war sprachlos, wusste auch nicht mir zu helfen.
Denn NEIN, ich bin nicht drüber weg!
Ich bin 32 Jahre alt, geschieden, Alleinerziehne Mutter von 2 wundervollen Kindern, ... ja, es ist lange her, mein "Peiniger" ist tot, doch er ist nie bestraft worden. Wird er auch nie können, dennoch, in mir kocht es noch immer hoch.
Wenn mir das passieren konnte, in einer gut behüteten, gläubigen Familie - was ist dann mit meinen Kindern ? Teilweise habe ich wirklich Panikattacken das ihnen etwas geschieht und wenn meine Eltern es nicht bemerkt haben bei mir, würde ich es dann bei meinen Kindern ?
Ich lasse sie nicht allein, nicht mal bei der Familie, der Kindergarten ist für mich pure Überwindung, jeden Tag auf's Neue.
Ich weiß, ich sollte mit jemandem reden, doch ich habe Angst das genauso reagiert wird wie es mein Exmann getan hat. Nach dem Motto; "Er ist tot, hör auf zu heulen !"
Ich frage mich ob ich deshalb so unglücklich in meinem Leben bin ...

Beitrag von serdes 27.05.11 - 12:02 Uhr

Ein Psychotherapeut/Psychiater wird bestimmt nicht so reagieren, sondern dir vielmehr zuhören und versuchen dir zu helfen, bzw Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Ich würde dir empfehlen mal einen Termin zu machen.

Beitrag von locke1910 27.05.11 - 12:19 Uhr

auch wenn ER tot ist - Du bist es nicht!
Die Verletzung, die er Dir zugefügt hat, wird durchs Verdrängen nicht heilen...
Es gibt anonyme Gruppen, wo Du Dir Hilfe holen kannst, auch sehr gute Therapeuten - Du mußt es nicht vergessen, sondern aufarbeiten#liebdrueck
Ich wünsche Dir alles, alles Gute, hole Dir Hilfe #herzlich

Beitrag von mitti8 27.05.11 - 12:22 Uhr

Hallo,

es tut mir sehr leid, was dir zugestoßen ist und dass dein Exmann so reagiert hat. Dein Vater ist wahrscheinlich geschockt und mit der Situation auch überfordert. Hinzu kommt, dass er wahrscheinlich auch Schuldgefühle hat. Denke ich jetzt mal von einem normalen sich sorgenden Vater.

Du solltest schon darüber reden und das mit jemand professionellen, wie einem Therapeuten. Vor allem auch, weil Panickattacken von selbst nicht besser werden sondern mit zunehmendem Alter sich unterschiedlich ausweiten und ärger werden. Nur durch seinen Tod wird das Geschehene nicht ungeschehen. Die Seele bleibt ja trotzdem verletzt.

Kürzlich habe ich einen Bericht bzgl. Kindesmissbrauch gesehen, in dem die Rede von Kriminalprävention ist. Das bedeutet, dass es in Österreich Programme gibt, die Kinder schulen, wie sie in derartigen verschiedensten Situationen reagieren sollen. Das bezieht sich auf Fremde, wie auch auf Familienangehörige. Ich denke solche "Schulungen" gibt es bestimmt auch in Deutschland. In Österreich bietet das die Polizei an. Vielleicht erkundigst du dich einfach mal bei der Polizei.

Alles Liebe,

mitti

Beitrag von anira 27.05.11 - 12:38 Uhr

du tust mir so leid
auch mich hatte es erwischt zwar nicht von einem verwandten aber denoch
es verfolgt dich dein lebenlang
es gibt tage da denk ich nicht dran
und tage da hohlt es mich ein

es ist ganz egal ob der mensch der das tat tot ist
du lebst doch dennoch
das dein ex sowas sagte naja er ist wohl auch net nur deswegen dein ex
der hat halt das einfühlensvermögen eines panzers

du musst das erstmal verarbeiten
richtig verarbeiten für dich
und für deine Kinder

damit du die kinder auchmal los lassen kannst
geh zur einer ärztin du wirst nicht allein gelassen!

Beitrag von jetztmussesraus 27.05.11 - 13:11 Uhr

bei dir war es der großvater ,bei mir des ex ehemann ,der lebt aber noch .

ich habe mich zur wehr gesetzt und ihn angezeigt ,und was hat es mir gebracht ? nichts rein garnichts , die anzeige wurde still gelegt aus mangelnder interesse öffentliches(was auch immer diese mist heißen soll).

mein ex hatte es sogar zugegeben bei meiner familie und freunden das er mich zweimal im schlaf sexuell missbraucht hatte ..und ?weit bin ich nicht gekommen mit meiner anzeige ..

sprech mit deinen eltern darüber ,oder der oma - vielleicht kann sie dir etwas helfen oder beistehen .

alles gute

Beitrag von peppina79 27.05.11 - 13:33 Uhr

kann dich gut verstehen. wenn du mehr wissen möchtest, schreib mich an.

LG peppina

Beitrag von ich auch 27.05.11 - 18:51 Uhr

Hallo


Als ich ein kleines Kind war hat sich meine Mama ZUM GLÜCK sich meinem Vater scheiden lassen.


Ich wurde aber dan jahrelang von meinem Stiefvater Sexuelmissbraucht, niemand glaubte es mir (ausser meiner Schwester)


Mein Stiefvater wurde dafür auch nie bestraft so doof es klingt aber ich wolte nie das meine Mama wegen mir unglücklich wird.


Mit 15 Jahren lernte ich dan meinen Mann kennen und ich hab im dan alles erzählt, hab dan auch eine Therapie gemacht die sehr intensiv war, es war für mich ein ganz schlimmes Jahr voller Angst, traurigkeit etc.


Da ich es als kleines Kind keinem erzählen konnte habe ich angefangen mich selber zu verletzen und ich war erst zufrieden als ich Blut gesehn hab, das hab ich lange so gemacht, auch als ich mit meinem Mann den kleinsten Streit hatte.

Ich hatte auch selbstmord Gedanken, aber ich hab es nie versucht.


Die Therapie hat mir sehr geholfen, ich verletze mich seit jahren nicht mehr, kann über alles reden wenn mich etwas bedrückt.


Ich habe selber 3 wundervolle Kinder. Ich hab das alles gut verarbeitet und es ist VERGANGENHEIT!

Und jetzt schreibe ich das was so zimlich jede Frau nicht versten wird.

Ich hasse mein Stiefvater nicht (mehr) ich kann mit im heute sehr gut sprechen, er ist ein liebervoller Opa (meine Kinder lieben ihn sehr)


Heute denke ich nicht mehr darüber nach was früher war, ich lebe mein jetztiges Leben was ich sehr geniesse, und es ist für mich auch keine Überwinung meine Kinder in den Kindergarten /Spielgruppe zu bringen.



Und nein ich bin KEIN Fake, den über so etwas macht man keine Witze.


Lg

Beitrag von babylona 27.05.11 - 19:56 Uhr

Wow! Das ist wirklich sehr beeindruckend, denn ich kann mir vorstellen, dass es das schwierigste isr, zu innerem Frieden zu kommen.
Aber, wenn ich mal fragen darf, lässt du deine Kinder allein mit ihm?
Ich... ehrlich gesagt kriege ich sogar aus der Ferne Gänsehaut bei dem Gedanken... #schock#zitter
Alles Gute weiterhin!

Beitrag von aufkeinenfall 27.05.11 - 21:22 Uhr

Hallo!




"Ich hasse mein Stiefvater nicht (mehr) ich kann mit im heute sehr gut sprechen, er ist ein liebervoller Opa (meine Kinder lieben ihn sehr)"


NIEMALS glaube ich dir das#schock!!!
Schon gar nicht das du mit diesem Mann super sprechen kannst lässt du allen ernstes deine Kinder bei diesem Mann??Wenn ich lese er ist ein liebvoller Opa da wird mir persönlich schlecht bei#schock.

Ich bin als Kind Jahre von meinem Stiefvater sexuell missbraucht worden mit dem Wissen meiner Mutter(und ja sie hat nichts dagegen unternommen)

Was ich vielleicht noch nachvollziehen könnte ist das du diesen Mann nicht hasst, darf ich fragen was du für ein Gefühl hast wenn du ihm gegenüberstehst und dann auch noch super mit ihm sprichst#kratz???

ICH würde meine Kinder NIE NIE bei jemanden lassen geschweige den dürften meine Kinder mit so einem Menschen Kontakt haben!!


lg aufkeinenfall

Beitrag von aufkeinenfall 27.05.11 - 21:27 Uhr

Sorry hab einige Worte vergessen;-)


ICH würde meine Kinder NIE NIE bei jemanden lassen der in der Vergangen sowas schreckliches getan hat,geschweige den dürften meine Kinder mit so einem Menschen Kontakt haben!

Lg aufkeinenfall

Beitrag von aufkeinenfall 27.05.11 - 22:00 Uhr

*Vergangenheit

Beitrag von gh1954 27.05.11 - 22:29 Uhr

Du verdrängst aber erfolgreich. Wenn du für dich beschlossen hast, damit "abzuschließen" (was ich kaum glauben kann), solltest du deine Kinder von diesem Verbecher fernhalten.

Beitrag von auch ich 29.05.11 - 22:41 Uhr

Hallo #winke

Ich hab das auch hinter mir, mein Stiefvater und mein eigener Bruder :-[

Ich habe schon 15 Jahre zu dieser ganzen Sippschaft keinen Kontakt mehr, bin schon mit 16 ausgezogen... denen war es Recht.

Ich bin nur schwer damit klar gekommen, etliche Psychiatrische Aufenthalte, Suizid-Versuche, Narben am ganzen Körper vom SVV, Beziehungen war nicht möglich bis ich 29 J. war...

Ich bin aufgrunddessen auch Berentet, Arbeiten ist gar nicht möglich, jeder Mann ist ein potentieller Täter, fremde Frauen auch Täterinnen, mit Fremden reden ? Never...

Selbst Kleinigkeiten sind Heute noch schwer... Alleine Einkaufen ? Geht nicht und wenn dann nur im Tente Emma Laden nebenan, ich habe immer Begleitung...

Aber nach Aussen hin die starke Frau

Aber gelernt habe ich auch ne Menge... Ich war in Therapie ( mache grad nur eine Pause ), gehe jetzt besser mit mir uns meinem Körper um, Lebe in einer guten Beziehung mit einem Verständnissvollem Mann, habe eine kleine Tochter, bald kommt Baby Nummer 2...

Vergessen wird man es nie können, aber wenigstens etwas verarbeiten. Das ist ein harter Weg, aber es lohnt sich... Such Dir einen Therapeuten, vertrau Dich ihm an, die sind dazu da :-)

Der Tod hat auch nix mit der Verarbeitung zu tun. Ja klar, toll das er tod ist, aber die Körperlichen und Seelischen Wunden sind doch deswegen nicht gleich weg...

Du schaffst das... aber bitte suche Dir einen Therapeuten oder Psychologen... es gibt auch gute Selsthilfegruppen dazu, da sind nur Frauen dabei und die haben alle das Selbe durchgemacht, die verstehen Dich ohne großer Worte.

Lg Ich