Kind ist in der Schule ganz anders als im privaten Bereich. Wie ...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von kiki290976 27.05.11 - 15:31 Uhr

...reagiere ich da?

Ich benötige heute mal eure Meinung/euren Rat. Zur Geschichte:

Mein Sohn ist 7,5 Jahre alt und wirklich ein total lieber Junge. Wir haben total selten Ärger oder Diskussionen, wir leben hier ein absolut harmonisches Miteinander. Wenn ich etwas sage, dann hört er darauf. Insgesamt ist er sehr vernünftig.

Seit einigen Wochen bemerke ich (bzw. wird mir auch von der Lehrerin zugetragen), dass er sich in der Schule total anders verhält. Er stört häufiger den Unterricht (läßt sich hier wohl auch von einigen Mitschülern anstacheln, will ebenso "cool" sein wie die) und hört nicht auf die Regeln, die die Lehrerin z.B. bei einem gemeinsamen Spaziergang gesetzt hat. Ws zur Folge hatte, dass er einen Eintrag im Hausaufgabenheft hatte, dass er sich im Straßenverkehr nicht gut verhalten hätte in der Gruppe.

Das ist das zweite Mal, dass er einen Eintrag hatte (2. Mal in 5 Monaten) und jedes Mal versucht er, es vor mir zu verheimlichen. Ich muss dazu sagen, dass ich sein Hausaufgabenheft nicht regelmäßig kontrolliere, da er seine Hausaufgaben sehr eigenständig macht. Anfängliche Kontrollen haben mir gezeigt, dass er die Aufgaben so erledigt, wie sie auch im HA-Heft stehen. Mir war auch nicht klar, dass die Lehrerin über dieses Heft Nachrichten an die Eltern kommuniziert, so dass ich vom ersten Eintrag erst beim Elternsprechtag erfahren habe. Hierbei handelte es sich aber lediglich um den Hinweis, dass ich darauf achten sollte, dass mein Sohn im Matheheft ordentlicher schreibt was ich aber auch ohne den Hinweis bereits getan hatte.

Aber jedes Mal gibts eine Diskussion, wieso mein Sohn versucht, die Einträge zu verheimlichen. Ich frage hier ganz vernünftig nach, ohne dass es direkt Ärger geben würde, aber ich bekomme immer nur Antworten wie "Weiß ich auch nicht" und er fängt an zu weinen. Schon beim ersten Mal habe ich ihm vernünftig gesagt, dass er mir die Einträge bitte zeigen möge und er deswegen nicht unbedingt Ärger bekommt, sondern, dass wir dann darüber reden, was gewesen ist, aber auch dieses Mal hat ers verheimlicht und ich habs nur per Zufall gesehen.

Insgesamt weiß ich, dass er versucht, den Jungs in seiner Klasse nachzueifern. Die Mehrzahl sind wohl wild, stören gerne den Unterricht und sind teilweise auch sehr frech zur Lehrerin. Solche Kinder gibts ja immer und gabs auch schon in der Kita, aber dennoch hat mein Sohn sich nichts daraus gemacht, jetzt hab ich den Eindruck, er möchte unbedingt dazugehören, möchte den Kindern imponieren.


Das darüber reden fruchtet nicht so wirklich, ich hab ihm auch gesagt, dass ich schon sehr enttäuscht und auch sauer bin, wenn ich höre, dass er sich daneben benommen hat. Er verspricht Besserung, die aber bisher leider nicht eingetreten ist.

Wie reagiere ich denn nun? Wie gesagt, hier zu Hause ist er das allerliebste Kind, er ist hilfsbereit, höflich... so dass es mir schwerfallen würde, ihn hier zu "bestrafen".

Oder sehe ich das alles zu eng? Ist es allein Sache der Lehrerin das Verhalten der Kinder im Unterricht zu maßregeln und sollte ich mich raushalten? Damit tue ich mich ebenfalls sehr schwer muss ich gestehen, aber im Moment hab ich einfach keine gute Lösung mit der ich leben kann.

Was ratet ihr mir?

VG
Kiki

Beitrag von sarahg0709 27.05.11 - 16:55 Uhr

HAllo Kiki,

ich würde sagen, so lange raushalten, bis die Lehrerin Dich anspricht. Ansonsten ist es ihre Sache, wie sie den Unterricht gestaltet, damit die Kinder sich angemessen verhalten.

Ich habe 2 Cousins. Zu Hause waren sie die Engel in Person, halfen im Haushalt, räumten immer brav ihre Zimmer aus. In der Schule waren sie wahre Teufel. Meine Tante hat dazu immer gesagt: "Meine Jungs können gar nicht so sein." Und damit war der Fall für sie erledigt.

Die beiden haben inzwischen ein abgeschlossenes Studium, der eine eine eigene Firma, der andere eine hervorragende Anstellung.

So schlimm kann es also nicht gewesen sein.


LG

Beitrag von kawatina 27.05.11 - 17:13 Uhr

Hallo,

wie meine Freundin /Lehrerin immer so schön sagt:

"Intelligenz paart sich oft mit Frechheit."

Diese " mein Kind macht so was nicht"- Eltern lieb ich ja - so ein Frack hat meiner Tochter den Arm gebrochen, weil er einen schlechten Tag hatte.

Aus dem ist auch was geworden...ich liebe ja solche super Aussagen

Beitrag von kawatina 27.05.11 - 16:57 Uhr

Hallo,

raus halten ? Du bist aber schon mit den Ordnungsmaßnahmen an Schulen vertraut?

Erziehung ist in erster Linie immer noch Elternsache.
Lehrer sollen Kindern Wissen vermitteln und nicht Erziehungsdefizite
aufarbeiten.
Dein Sohn respektiert die Lehrer nicht.
Er respektiert dich!

Ich habe einige Jahre einen Werkkurs begleitet - in meinem Raum waren immer Jugendliche (14- 19 Jahre), die sich manchmal verhalten haben wie eine Horde wildgewordener Bonobos.
Deren Eltern haben sich meist schon ab Klasse 1 raus gehalten und glaubten, das alles außerhalb der eigenen vier Wände nicht deren Problem wäre.

Du solltest schon ein ernstes Wort mit dem Jungen reden und ihm klar machen, das er sich damit nur ins eigene Knie schießt.

Es gibt auch Lehrer, die schön ihren Stoff durchziehen und Kinder, die immer stören bestenfalls ignorieren. Manche geben auch wegen fehlender Mitarbeit schlechte Benotungen.

Hältst du dich dann auch raus?

Beitrag von kiki290976 27.05.11 - 21:10 Uhr

Hallo,

Du hast das mit dem "raus halten" glaube ich etwas missverstanden oder aber ich habe mich diesbezüglich etwas missverständlich ausgedrückt.

Ich habe mich ja bisher nicht rausgehalten und habe jedes Mal ein ernstes Wort mit ihm gesprochen und ich bin von mir aus auf die Lehrerin zugegangen und habe gefragt, ob sich sein Verhalten gebessert habe. Und wenn sies verneinte, hab ich mir meinen Sohn wieder zur Brust genommen.

Ich meinte, ob ich es weiter so handhaben soll oder ob ich weitere Konsequenzen auffahren soll. Hier bin ich mir unschlüssig. Reicht es, ihn immer wieder zu ermahnen? Wenn nicht, welche Konsequenz ist hier angemessen?

Dass Erziehungssache immer Elternsache ist, da stimme ich Dir voll und ganz zu. Und mir ist es auch wichtig, dass meine Kinder die Lehrpersonen respektieren und sich entsprechend verhalten.

VG
Kiki

Beitrag von kawatina 29.05.11 - 14:57 Uhr

Hallo,

ich würde Fehlverhalten in der Schule daheim sanktionieren.

Wie die Konsequenzen aussehen, schätze das sieht jeder anders.

Die größte Strafe bei uns war es sich mal an den Tisch zu setzen und zu überlegen, warum man sich so verhält. Ein "weiß nicht" lies ich nie gelten.

Ohne Begründung stand keiner auf und offenbar war das nachhaltig heilsam.
Einfach mal über seine Taten nachdenken und dann noch in Worte fassen, über das warum

Ob dies aber jedes Kind so nachhaltig beeindruckt, wie Meine, weiß ich nicht.

Viele Grüße
tina

Beitrag von jazzbassist 27.05.11 - 17:12 Uhr

Ich würde hier einfach mal einen Termin mit der Lehrerin vereinbaren und mal etwas genauer nachharken. Hauptsächlich würde mich interessieren, mit welcher Intention die Lehrerin das überhaupt ins Hausaufgabenheft reinschreibt. Wenn die Intention einen rein informativen Charakter hat und die Lehrerin meint, selbst mit dem Problem fertigzuwerden; würde ich mich genau so verhalten. Das einfach zur Kenntnis nehmen aber "Schule Schule sein lassen". Wenn die Intention ist "Eltern informieren mit der Bitte, da wenigstens noch mal am Abend mit einem Kind drüber zu sprechen" würde ich auch genau das machen. Wenn Intention ist: "Es ist bereits so schlimm, dass ich als Lehrerin hier machtlos bin; bitte unterstützen sie mich hier" würde ich mir entsprechend irgendeine angemessene Erziehungsmaßnahme ausdenken. Nur, aus einem Zweizeiler in einem Hausaufgabenheft kann man m.E. nicht schließen, was wirklich vorgefallen ist, und, ob Handlungsbedarf besteht, oder, dass noch in einem normalen Rahmen bewegt. Ich persönlich denke mir, dass, wenn es um irgendetwas auch nur annähernd wichtiges gehen würde; kommuniziert man das nicht mehr über ein Hausaufgabenheft. Da hatten meine Frau und ich zumindest auch nie reingeschaut #schein; für mich sagt die grammatikalische Auslegung des Wortes "Hausaufgabenheft" nämlich schon, dass es dadrin hauptsächlich um Hausaufgaben geht - und - da hatten wir mit unserem Sohn nämlich auch nie Probleme.

Wieso Kinder solche "schlechten" Nachrichten versuchen, von den Eltern fernzuhalten. Viele wollen einfach auch nur ihre Eltern nicht enttäuschen. Schließlich sollen Mami und Papi stolz sein. Vielleicht möchte ein Kind auch einfach nicht darüber reden - tun Eltern ja auch mal ganz gerne. Weil wir dann ja doch zumindest mal kritisch nachharken. Es muss hier also nicht Angst vor eine Bestrafung sein, oder, weil die Eltern eh nur schimpfen etc. Vielleicht möchte Ihr Sohn einfach nur zu Hause das Image des "lieben und artigen Jungen" bewahren. Also Kinder haben hier schon viele Motive, so etwas vor Eltern zu verheimlichen das ist also ein reiner Schutzmechanismus, weil man sich unwohl fühlt. Ich würde dem aber auf jeden Fall mal weiter nachgehen, warum Ihrer das so verheimlicht. Einfach - weil es Erziehung viel leichter und angenehmer macht, wenn ein Kind keine Schwierigkeiten hat, auch mit "nicht-so-tollen" Nachrichten zu den Eltern zu gehen. Bis dahin würde ich einfach wieder Regelmäßig ins Hausaufgabenheft gucken, oder, zumindest Ihren Sohn mal fragen, wie er denn das nächste Mal mit der Situation "Schlechte Nachrichten im Hausaufgabenheft" umgehen möchte.

Was sagt Ihr Sohn denn eigentlich zu den Vorwürfen? Wenn Sie meinen, dass er das hauptsächlich tut, um anderen Kindern zu imponieren/zu beweisen etc. - würde ich ihrem Sohn einfach mal eine geeignetere Möglichkeit anbieten, genau dies zu tun. Irgendeine ausgefallenere Sportart (Eishockey, Mini-MotoCross, Kampfsportart, Klettern o.ä.) können hier manchmal wahre Wunder vollbringen.

Beitrag von joely1976 27.05.11 - 18:52 Uhr

Hallo Kiki,

Einen Rat hab ich leider nicht für dich... bei uns ist es gerade anders rum... #schwitz In der Schule das bravste Kind, hilfsbereit, etwas veträumt, aber anständig bis zum geht nicht mehr... NIEMALS würde sie in der Schule frech sein.. tja und zu Hause... #schwitz
Manchmal wäre ich froh, wenn sie ein paar dieser Momente in der Schule ausleben würde... :-p Die Lehrerin hat mich beim Eltergespräch tatsächlich gefragt, ob Svenja auch mal schlechte Laune habe?! #rofl

Lg
Claudia

Beitrag von locke1910 27.05.11 - 21:06 Uhr

Du hast es Dir ja schon selber beantwortet: Da sind andere Kids, bei denen er mithalten will...
Ich würde mit der Lehrerin reden und gemeinsam mit ihr vielleicht mal ein Konzept entwerfen, bei dem es darum geht, mit der GANZEN Klasse gemeinschaftliche Regeln zu erstellen (angefangen bei "Wir verhalten uns im Unterricht ruhig" zu Streitschlichtern etc) - hat bei unserer Klasse gut geklappt!
Als TaMu hatte ich auch immer wieder Kinder, wo es hier gut lief, zu Hause auch - und in der Schule gabs Halli-Galli...
Die Eltern fielen zT aus allen Wolken, als sie hörten, was ihre kleinen (B)Engel so verzapften, und auch da habe ich immer wieder den gleichen Rat gegeben, den ich immer gerne gebe (auch bei meinen Kindern, wenn sie was ausfressen):
Laßt sie was SINNVOLLES tun, wenn sie Mist bauen!
Statt zu strafen, lieber Aufgaben verteilen; wenn sie Verantwortung kriegen, sind die meisten Kinder nämlich viel eher bereit, den Blödsinn sein zu lassen;-)
Und so würde ich einfach mal mit den Lehrern sprechen; wie ist IHR Eindruck der Klasse, würden gemeinsame Aktionen was bringen, um die Kinder zusammen zu bringen (mit der Klasse meines Großen gingen wir regelmäßig kegeln, machten Bastelnachmittage usw), die Einführung einer Klassenordnung usw...
Tja, und dann mal weiter sehen#pro

Beitrag von kiki290976 27.05.11 - 21:18 Uhr

Hallo,

das ist vielleicht mal eine gute Idee, dass er keine "Strafe", sondern eine Aufgabe bekommt.

Mit der Lehrerin hab ich mit einigen anderen Eltern schon häufig kommuniziert, sie sagt auch, dass es einige echte Rabauken gibt (zu denen mein Sohn dann wohl doch nicht zählt #schwitz ) und es manchmal echt unausstehlich in der Klasse ist. Sie möchte aber alleine ein Konzept erarbeiten und diverse Dinge ausprobieren, sie weiß aber, dass wir als Eltern da auch hinter ihr stehen. Wir haben auch diverse Dinge vorgeschlagen, die sie in ihr Konzept mit eingebracht hat.

Naja, wir werden abwarten....

LG und Danke für die Antwort.

Kiki