Bericht meiner unerwarteten Traumgeburt!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von derhimmelmusswarten 27.05.11 - 20:58 Uhr

Heute will ich auch von meiner Geburt berichten. Wie einige von euch vielleicht verfolgt haben, habe ich mir vor allem am Ende der Schwangerschaft große Sorgen gemacht, da meine erste Geburt kompliziert verlief. Meine erste Tochter musste mit Hilfe von 2 Hebammen und 3 Ärztinnen per Saugglocke geholt werden. Und das nach einer absolut normalen Schwangerschaft und anfänglichen ganz normalen Geburt. Sie lag 10 Tage auf der Intensivstation (war bläulich, hat geröchelt, Blut gespuckt, wurde intubiert und künstlich ernährt) und auch ich lag 7 Tage im Krankenhaus, wurde eine Stunde zusammen geflickt und konnte wochenlang kaum Laufen oder Sitzen. Dies nur zur Vorgeschichte. Aufgrunddessen bin ich natürlich vorbelastet in die zweite Schwangerschaft gegangen.

Auch diese Schwangerschaft verlief optimal. Ich hatte bis auf Rückenschmerzen und Kreislaufprobleme keine Probleme, wenig Gewichtszunahme. Als ich schwanger wurde war meine Tochter erst 13 Monate alt, so dass ich auch entsprechend viel Streß hatte.

Diesmal hatte ich allerdings schon mindestens ab der 35. oder 36. Woche Wehen. Vorwehen und Senkwehen nehme ich an, da sie nicht wirklich schmerzhaft waren, sondern nur unangenehm. Ich habe mir aber seitdem immer Sorgen gemacht, dass ich eine Frühgeburt haben könnte. Da ich meine Tochter ja auch noch viel getragen habe und sie mittlerweile über 11kg wiegt.

Aber laut Untersuchungen bei der FÄ war immer alles in bester Ordnung. Gegen Ende hin wurde es ziemlich anstrengend. Ich kam der Kleinen kaum noch hinterher, alles war beschwerlich, ich hatte Sodbrennen und ganz am Schluß tobte das Baby noch im Bauch rum wie wild. So schlimm, dass ich eine Woche vor der Geburt schon fast ins Krankenhaus gefahren wäre, weil die Bewegungen kaum auszuhalten und total schmerzhaft waren.

In der 37. oder 38. SSW stellte die Ärztin dann auch noch fest, dass sie ein Sternengucker wäre und sagte mir, ich solle nicht traurig sein, wenn es ein Kaiserschnitt würde. Ich hätte ein enges Becken und wäre sehr dünn und es könnte sein, dass es wieder Probleme gibt. Das war natürlich nicht sehr ermutigend.

Mein letzter FA-Termin war bei 39+3 und außer ein paar unregelmäßigen Wehen hatte sich nichts getan. Das war Freitags und mein Freund hatte in der Woche darauf Frühdienst. Was bedeutete, dass er um 5 Uhr das Haus verlassen musste. Ich hoffte also inständig aufs Wochenende, da ich echt Angst hatte, dass es plötzlich los geht und ich allein bin oder dass mir unterwegs die Fruchtblase platzt, während ich die Kleine in den Kindergarten bringe etc. Ich habe also dem Baby "gut zugeredet", dass es bis Montag Früh kommen soll. Aber es tat sich nur insofern was, als dass ich Samstags wahnsinnigen Hunger hatte und dann Sonntags überhaupt keinen Hunger mehr. Und das kam mir dann komisch vor, da ich mich daran erinnern konnte, dass ich auch bei der ersten Geburt plötzlich einen Tag vorher keinen Hunger mehr hatte. Das erzählte ich noch meiner Freundin und die witzelte noch, dass es dann sicher los ginge, da ihre Katzen vor der Geburt auch nix mehr essen würden :-p

Ich hatte mich also schon damit abgefunden, dass sich nix tut und hab mich ins Bett gelegt. Gegen 1.30 Uhr wurde ich mit Bauchweh wach, ging erstmal aufs Klo. Habe mir nicht viel dabei gedacht, da ich ja schon die ganzen Wochen immer wieder Wehen hatte. Habe mich wieder ins Bett gelegt, konnte aber nicht schlafen. Also bin ich in der Wohnung rum gelaufen, habe ein bisschen aufgeräumt und habe versucht zu beobachten, ob es Wehen sind. Aber ich dachte, dass es nur das Unbehagen ist, dass mein Freund zur Frühschicht geht. Also legte ich mich wieder ins Bett. Aber ich war unruhig und konnte nicht schlafen. Auch meine Tochter schlief unruhig und fragte nachts mehrmals nach mir. Gegen 2.30 Uhr stand ich wieder auf, setzte mich vor den Laptop und stellte dann fest, dass ich wohl leichte Wehen hatte, die aber erst ungefähr alle 20 Minuten kamen. Also habe ich mich erstmal geschminkt #kratz und meiner Freundin eine SMS geschrieben.

Gegen 3.30 Uhr habe ich mich entschlossen, meinen Freund zu wecken und ihm zu sagen, dass er nicht arbeiten gehen soll. Ich hatte Angst, dass ich nochmal einnicke und er dann weg ist. Daraufhin konnte er nicht mehr schlafen und so saßen wir im Wohnzimmer und er guckte "Two and a half men" #augen. Aber er war sich ziemlich sicher, dass sich nix tut und er umsonst daheim bleibt. Ich habe mich dann nochmal ins Bett gelegt, weil ich so müde war und schließlich haben wir uns entschlossen, morgens ins Krankenhaus zu fahren, um nachgucken zu lassen. Gegen 5.30 Uhr habe ich meine Mutter angerufen, dass sie zu Hause bleiben soll, da wir unsere Tochter bringen.

Ich habe dann noch Sachen zusammen gepackt und die Kleine fertig gemacht und gegen 7.00 Uhr haben wir sie dann bei meiner Mutter abgesetzt. Wir waren aber irgendwie beide der Überzeugung, dass die uns wieder nach Hause schicken. Unterwegs haben wir noch was beim Bäcker gekauft und sind dann zum Kreissaal. Dort hat man mich erstmal ans CTG gehängt, das Wehen aufzeichnete, die aber noch nicht sonderlich stark waren. Dann kam eine Ärztin, die mich untersuchte. Wie bei der ersten Geburt schätzen Ärztin und Hebamme aber wohl, dass das noch nicht viel sein kann... Die Untersuchung ergab dann, dass der MM 2cm geöffnet war. Die Ärztin (die sehr sehr jung war, was mich nicht sehr beruhigte) machte dann noch Ultraschall und schätzte die Kleine auf 3300g. Bei der Untersuchung versuchte sie dann, den MM irgendwie zu dehnen, was sehr schmerzhaft war und mit einer Blutung quittiert wurde, was mir noch mehr Angst machte. Ich sollte dann spazieren gehen und gegen 10.30 Uhr wieder kommen.

Ich habe aber darauf bestanden, im Krankenhaus zu bleiben, da die erste Geburt so schnell ging. Damals schickten die mich nochmal in die Stadt oder nach Hause und ich weiß noch, dass ich dachte, ich kriege das Kind im C & A :-[ Diesmal hab ich mich also nicht da weg getraut. Wir haben uns also was zu Lesen gekauft und auf dem Flur gewartet. Die Untersuchung um 10.30 Uhr ergab dann: MM 4 cm. Wir sollten uns dann anmelden, ein Zimmer beziehen und um 14.30 Uhr (und wenn es schlimmer würde früher) wieder in den Kreissaal kommen. In der Folgezeit war ich ungefähr tausend Mal auf dem Klo und hatte starke Wehen. Laufen wollte ich nicht. Also harrte ich auf dem Flur aus und gegen 14.00 Uhr sind wir dann wieder zum Kreissaal.

Inzwischen gab es einen Schichtwechsel und eine andere Hebamme begrüßte mich. "Olga", offenbar aus Russland, schon älter... Irgendwie bekam ich dann noch mehr Panik, da ich schon oft von rabiaten russischen Hebammen gehört hatte :-p Ergebnis der Untersuchung: am MM hatte sich nix getan. Ich war geschockt. Das CTG zeichnete allerdings sehr starke Wehen auf. Die Hebamme hat mich nach dem CTG nochmal mit einem Bett auf den Flur im Kreissaalbereich geschoben und sagte, ich solle mich melden, wenn ich einen Druck nach Hinten spüren würde. Den spürte ich auch irgendwann und sagte ihr Bescheid, woraufhin ich wieder in den Kreissaal kam und wieder ans CTG gehängt wurde. Die Wehen kamen nun ungefähr alle 2 Minuten und waren total stark. Die Hebamme meinte dann, dass wir bis 16.00 Uhr warten würden (denn bis gegen 15.00 Uhr hatte sich weiterhin nichts am MM getan), dann würde sie die Fruchtblase öffnen, damit es schneller ginge.

Da bekam ich erst recht Panik #zitter Da die Untersuchung um 16.00 Uhr ergab, dass sich weiterhin nichts getan hatte, öffnete sie die Fruchtblase und meinte, dass es jetzt sicher richtig los gehen würde. Sie sollte Recht behalten. Der MM war dann sofort auf 6cm und öffnete sich quasi von selbst rasant auf 8 cm und schließlich komplett.

Ich konnte das kaum glauben und hatte solche Angst vor dem, was nun kommen würde. Meine erste Tochter blieb stecken und ich hatte absolut keine Kraft mehr und war fast ohnmächtig. Diesmal habe ich mir aber ganz fest vorgenommen genau zu machen, was die Hebamme mir sagt und habe mir geschworen, dass dieses Kind da raus kommt und dass ich das schaffe!

Ich habe mich also ganz genau darauf konzentriert, was die Hebamme sagt und so geatmet wie sie es verlangt hat. Mein Freund hat währenddessen meine Beine massiert. Auch das hatte die Hebamme ihm gesagt. Irgendwann sagte sie dann, dass ich pressen könne und dass es nun an mir liegen würde, wie lange es dauert bis die Kleine raus kommt. Ich hatte solche Angst, dass sie auch stecken bleibt und ich wieder geschnitten werden muss. Aber die Hebamme versicherte mir, dass alles in bester Ordnung wäre. Die Tatsache, dass kein Arzt gerufen wurde, beruhigte mich etwas. Ich hatte auch keinen Wehentropf so wie beim ersten Mal und daher versuchte ich mir immer wieder zu sagen, dass alles ok ist.

Im Endeffekt hatte ich nur wenige Presswehen ehe die Hebamme sagte, dass sie die Haare sehen könnte. Was ich auch nicht glauben konnte. Ich habe nur nicht geschafft, am Ende richtig zu atmen, weshalb die Hebamme mir sagte, dann solle ich eben schreien. Und das habe ich dann auch am Schluß getan. Aber nur ganz am Schluß bei den Presswehen. Vorher musste ich kein einziges Mal schreien, sondern konnte die Wehen wunderbar veratmen. Aber ich glaube, bei den Presswehen hab ich das halbe Krankenhaus zusammen gebrüllt #schwitz Die Hebamme rannte dann kurz weg und rief in ein Telefon, dass ein Arzt zur Geburt kommen solle. Nach ungefähr 4-5 Presswehen während denen ich mehrmals gepresst habe, spürte ich dann, dass das Kind raus kommt. Jedenfalls fühlte es sich so an und ich merkte, dass die Hebamme unten rum zog. Dann hörte ich, dass sie schrie. Ich war so fassungslos.

Um 16.55 Uhr wurde meine Tochter geboren. Als die Ärztin kam, war die Kleine schon da. Sie wurde mir gezeigt und dann gewaschen, gemessen, gewogen und angezogen. Ich konnte alles sehen. Nicht wie beim ersten Mal als meine Tochter mir von einer Kinderärztin entrissen und weg gebracht wurde. Ich hatte dennoch die ganze Zeit Angst um sie und habe sie nicht aus den Augen gelassen. Die Ärztin sagte dann, dass alles intakt geblieben wäre bis auf einen ganz kleinen Riss, den sie wohl mit 2-3 Stichen versorgte. Aber ich habe direkt nach der Geburt keinerlei Schmerzen gehabt und frage mich bis heute, wo denn da was gerissen sein soll. ;-)

Ich lag dann noch anderthalb Stunden im Kreissaalbereich und die Kleinen neben mir. Mir kam es vor wie in einem Traum. Wir kamen dann aufs Zimmer und die Kleine blieb direkt bei mir. Ich war zwar hundemüde, aber ich konnte sie nicht ins Babyzimmer geben. Die Angst aufgrund der ersten Entbindung war zu groß. Ich konnte sie einfach nicht aus den Augen lassen. Nach knapp 3 Tagen konnten wir entlassen werden. Die Kleine war topfit und auch ich konnte direkt nach der Geburt wieder aufstehen, das Baby allein versorgen und rum laufen. Einzig und allein mein Kreislauf war etwas schwach.

Fazit: Die Geburt war dank der supertollen Hebamme ein Traum und verlief wie im Lehrbuch. Ich hätte niemals gedacht, dass ich so ein Glück haben werde. Ich bin so glücklich, dass ich nach der dramatischen ersten Entbindung diesmal eine normale Geburt erleben durfte, dass mein Baby bei mir sein durfte, dass ich sie versorgen konnte und im Bettchen rum fahren so wie die anderen Mütter auch und nicht auf einer Intensivstation um mein Kind bangen musste! Ich bin froh, dass ich mich gegen einen Kaiserschnitt und gegen eine vorzeitige Einleitung entschieden habe (wurde von der FÄ in Erwägung gezogen aufgrund der ersten Entbindung).

Und ich bin stolz, dass ich trotz der Ängste eine Spontangeburt ohne jegliche Schmerzmittel und nur mit der Hebamme geschafft habe. Ohne Medikamente, ohne irgendwelche Eingriffe. Einfach toll! So eine Geburt wünsch ich jedem #verliebt

So, nun hab ich aber genung geschrieben #hicks

Nur noch die Maße: 3320 g (also super Schätzung), 52cm, Kopfumfang 34cm.

Beitrag von 0190kadett 28.05.11 - 02:26 Uhr

Hallo!

Super toll geschrieben! Das ist schön das du so eine tolle Geburt hattest!
Die wünsche ich mir auch! Dann weiterhin viel Spaß beim kennenlernen!

Lg Tina 36.Ssw #verliebt(mit auch ein bissl Bammel)#zitter#schwitz

Beitrag von hexenhandwerker 28.05.11 - 11:18 Uhr

Freue mich sehr für Dich!!!
Hab ein bissel mitgefiebert und immer mal reingeschaut ob schon ein Bericht von Dir drinn ist.

Super, dass alles so toll gelaufen ist!!!
Herzlichen Glückwunsch!

Beitrag von sarahwong 07.06.11 - 10:37 Uhr

Du kannst wirklich stolz auf dich sein!