Einschlafprobleme bei 2-Jährigem

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Forum: Schlafen

Bitte, Baby, schlaf jetzt ein: Manches Neugeborene macht die Nacht gern zum Tag. Hier könnt ihr Trost nach schlimmen Nächten finden und euch gegenseitig Tipps geben, wie ihr Baby zu einem guten Schläfer wird.

Beitrag von metapher77 28.05.11 - 14:44 Uhr

Hallo,

Zur Situation:
Unser Kleiner ist im April 2 Jahre geworden und war noch nie ein wirklich guter und ruhiger Schläfer. Seit Anfag des Jahres ca. haben "wir" das Sandmännchen für uns als wunderbares Einschlafritual entdeckt. Vorher interssierte es ihn überhaupt nicht, und bei Einschlafgeschichten und anderen Versuchen hat sich nie diese notwendige Ruhe eingestellt. Nun, mit dem Sandmännchen wurde es anders. Er sah sich immer ganz gespannt die Geschichten an, war danach absolut ruhig und Einschlafen war kein Problem und eine Sache von 10-15 Minuten. Absolut friedlich, ohne Theater, aber nach wie vor mit unserer Einschlafbegleitung. Vor der Sandmännchen-Ära dauerte Einschlafen trotz Müdigkeit täglich locker 30-90 Minuten. Seit der Zeitumstellung im März sind wir genau wieder an diesem Punkt angelangt. Egal, was wir versuchen, er kommt einfach unheimlich schwer zur Ruhe. Anfangs haben wir ihn später ins Bett gebracht (und Sandmännchen dann von der DVD geschaut), weil er natürlich zur neuen "Sandmännchen-Zeit" noch gar nicht müde war. Dann vollzog sich auch bei ihm so langsam die Zeitumstellung und er wurde immer eher müde, sodass wir nach gut 4 Wochen wieder bei der regulären Sandmännchen-Zeit angelangt waren. Während des Sandmännchens ist er auch immer noch ganz ruhig, kuschelt und man hat das Gefühl, er schläft kurz darauf super. Aber dem ist nicht so. Jeden Tag dauert es länger und länger bis er einschläft. Vorgerstern hat es 2,5 Stunden gedauert. Im Bett ist er erstmal ewig dabei, seine Lage zu verändern (Kopf ans Fussende und umgedreht), dann schnattert er die gesamte Zeit, zappelt umher, fängt an, mit seinen Fingern zu spielen usw. Es ist nicht so, dass er nicht müde ist, zwischendurch dröselt er immer wieder weg, aber er schafft es irgendwie immer wieder, sich selbst aus diesem Schlaf zu reißen. Dazu will er immer Händchen halten, ohne geht es gar nicht. Ich habe das jetzt mal ein paar Tage beobachtet, um zu versuchen herauszufinden, WAS ihm das Einschafen so schwer macht. Ich habe das Gefühl, dass unser Dabeisein ihn irgendwie aufputscht und er einfach das Bedürfnis hat, uns die ganze Zeit etwas erzählen zu müssen. So, als würde es keinen nächsten Tag geben. Ohne unser Beisein geht es aber nicht, weil er dann sofort anfängt zu jammern und dies dann irgendwann in Geschrei ausartet, er aber NIE allein einschlafen würde. Bei uns ins Bett legen geht ebenfalls nicht, weil er da noch mehr aufdreht. In seinem Bett ist es oftmal so, dass er irgendwann nach Gezappel und Geschnatter ganz ruhig wird, aber einfach die Augen nicht zu macht. Er starrt gut und gerne 30 Minuten und länger Löcher in die Luft, ohne sich zu rühren. Wenn das Einschlafen dann endlich geklappt hat und man ohne Gegenwehr seine eigenen Hände befreit hat, schläft er ungefähr bis Mitternacht, und dann wird er wach und ruft nach uns. Wir holen ihn dann zu uns ins Bett, weil wir anonsten ca. alle Stunde gerufen werden. Auch wenn er bei uns schläft, ist er ab dem Zeitpunkt sehr unruhig und wacht alle 1-2 Stunden kurz auf, ruft (schon aus Reflex?) nach Mama, obwohl ich direkt neben ihm liege und er meistens sogar meine Hand hält. Ab und an brabbelt er auch im Schlaf und seit ein paar Tagen wird er kurz wach, fragt nach einem Keks und fängt an zu weinen, wenn er keinen bekommt. Meist beruhigt er sich dann aber auch wieder ganz schnell und schläft kurz darauf weiter.

Jetzt meine Frage: Wer hat ähnliche Probleme oder Lösungsvorschläge? Schreien lassen kommt absolut nicht in Frage und bringt bei ihm auch gar nichts. Momentan ist es halt so, dass wir letztendlich, wenn er dann endlich schläft, auch ins Bett gehen,weil wir am nächstenTag auch alle früh raus müssen. Somit ist auch ein Abend als Paar nicht mehr möglich --> steigende Unzufriedenheit auf allen Seiten. Ich denke nicht, dass es schon so schlimm ist, dass der Zwerg davon etwas merkt, wir streiten nicht, wir leben als Familie zusammen, unternehmen viel zusammen usw. Aber ich befürchte halt, wenn sich nicht bald etwas verändert, dass wir dann als Eltern auch nicht mehr so harmonisch funktionieren. Und das möchte ich sowohl unserem Kind als auch uns ersparen.

Beitrag von bine3002 28.05.11 - 17:43 Uhr

Ich würde mal versuchen, ihn alleine zu lassen. Es kann tatsächlich sein, dass Eure Anwesenheit ihn vom Schlafen abhält.

Nun ist das nicht so einfach, wenn ein Kind die Anwesenheit der Eltern gewöhnt ist, aber es kann funktionieren, wenn man es behutsam angeht.

Zuerst sollte er die Sicherheit bekommen, dass Ihr wiederkommt, wenn Ihr das Zimmer verlasst. D.h. ich würde anfangs mal "kurz" zum "Pipi machen" verschwinden, aber immer "gleich" wieder kommen. Bleibt er in der Zeit ruhig und wartet, lobt Ihr ihn ausgiebig (aber nicht zu wild, sonst dreht er wieder auf). Wenn er schreit, dann bleibt Ihr ruhig und vermittelt ihm: "Hey, alles in Ordnung, ich war doch nur auf Toilette."

"Pipi machen" ist deswegen gut, weil das Kind in dem Alter weiß, was das ist und wie lange es ungefähr dauert.

Sollte er schon schreien, bevor Ihr geht, versucht ihr ihn zu beruhigen und ihm klar zu machen, dass Euer Bedürfnis gerade echt nicht aufzuschieben ist. Er wird das verstehen, verspreche ich. Schön ist auch, wenn Ihr dabei ganz gequält ausseht und eine tpische "Ich-muss-mal-Bewegung" macht. Kinder finden das lustig und lachen ist immer gut.

So nach und nach könnt Ihr die Zeit, die Ihr wegbleibt, dann ausdehnen, aber wirklich ganz behutsam. Wichtig ist, dass Ihr immer wiederkommt, selbst wenn er schon schläft.

Beitrag von metapher77 30.05.11 - 08:59 Uhr

Hallo und vielen Dank für Deinen Beitrag. Das kurzzeitige Alleinlassen versuche ich jetzt auch schon seit ein paar Tagen. Er bleibt auch meistens einen Moment ruhig, aber meist klettert er dann aus dem Bett und kommt hinterher. Und ich denke halt, dass er dann wieder noch mehr aufputscht, wenn er jedes Mal aus dem Bett kommt und ich ihn erst wieder zurück bringen muss.

Beitrag von ginni10 28.05.11 - 21:30 Uhr

Ehm Du schreibst nicht zufällig über UNSEREN Sohn??? Der ist 22 Monate und ich hatte vor 2 Wochen den Rekord von 4 Stunden Einschlafproblem!
Schreien ist für uns auch keine Lösung, er erbricht sich dann.

Seit Anfang der Woche führe ich ein Schlaftagebuch, auf Anraten einer Expertin, und da wird mir das ein und andere deutlich.

Ausserdem habe ich ihm eine alternative Hand angeboten: die Hand seines Bett-Hasis. Und es funktioniert! Wenn er trotzdem nach meiner Hand fragt, sage ich ´guck mal, Hasi hat noch eine Hand´. Und dann ist´s gut. Bis jetzt war die längste Einschlafzeit 20 Minuten, heute sogar der Positiv-Rekord von 5 Minuten. Wie gut das tut!

Ich habe auch angefangen, beim Mittagsschlaf schonmal ´Pipi machen zu gehen´. Mal ist er eingeschlafen, mal wartet er ruhig, bis ich wieder da bin. Aber ok, Schritt für Schritt. Und irgendwann kann er auch abends ohne mich einschlafen.

Vielleicht ist die Hand eines Kuscheltieres oder ähnliches auch für Euch ein Schritt in die Richtung?

LG Ginni

Beitrag von metapher77 30.05.11 - 08:55 Uhr

Hallo Ginni,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Leider funktioniert Kuscheltier bisher überhaupt nicht. Er spielt dann damit kurz, und danach fliegt es in hohem Bogen aus dem Bett, und er will nur Mamas Hand - schlimmer noch, es geht nur der kleine Finger. Man kann ihn mit Kuscheltieren auch nicht austricksen, wir haben eins, das hat einen Arm, der ungefähr so dick ist wie ein Finger von mir. Aber er merkt das sofort, wenn ich das "austausche". Ich muss also wirklich immer warten, bis er wirklich eingeschlafen ist, bevor ich eine Chance habe, meinen Finger aus seiner Hand zu ziehen.

Wie sieht denn Dein Schlaftagebuch aus? Und was konntest Du draus entnehmen?

Beitrag von metapher77 30.05.11 - 08:56 Uhr

Ich wollte noch ergänzen, dass Mittagschlaf problemlos klappt und er meist innerhalb von 10 Minuten in seinem Bett eingeschlafen ist.