Mensch, wie war das doch gleich mit dem Mindestlohn?

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Beitrag von adalgisa 28.05.11 - 19:48 Uhr

Da hatten doch die linken Spinner von dieser fiesen Linkspartei irgendwann mal das Thema "Mindestlohn" angeschnitten und alle haben draufgehauen. Wie viele Arbeitsplätze da vernichtet würden und überhaupt...

Dann hatten sich die Grünen Gedanken gemacht und was von Mindestlohn in ihr Programm geschrieben und FDP und CDU/CSU haben wieder draufgehauen. Wie viele Arbeitsplätze da vernichtet würden und überhaupt...

Die SPD hat das dann auch irgendwann mal ganz moderat angefasst und FDP und CDU/CSU haben draufgehauen. Wie viele Arbeitsplätze da vernichtet würden und überhaupt....

Was lesen meine entzündeten Augen heute:

"CDU-Arbeitnehmer wollen Mindestlohn"
Hmm, die FDP kann gerade nicht mehr so draufhauen, weil deren Arbeitsplätze...

#rofl

http://www.n-tv.de/politik/CDU-Arbeitnehmer-wollen-Mindestlohn-article3446006.html

Und die Moral von der Geschicht:
"Lache über Linke nicht!" ;-)

Beitrag von havanna0804 30.05.11 - 12:26 Uhr

-Da hatten doch die linken Spinner von dieser fiesen Linkspartei-

Meinst Du das ironisch#gruebel?

Es wird doch alles in der Luft zerissen, was von ihnen kommt, bloß weil es von IHNEN kommt. Die anderen Parteien meinen immer, das Thema Linke einfach auszusitzen. Sie werden nie ernstgenommen werden. Man hofft einfach, daß die Wähler bald wegsterben. Aber das wird noch ein bißchen dauern, von daher soll die Regierung doch einfach ihre Arbeit machen.

Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes halte ich persönlich für überfällig. Ich habe eine Freundin, die hat 3 Jobs und muß trotzdem noch ALG II beatragen. Ihre Stundenlöhne sind echt der Hammer:-(. Rezeption, Putzen, Solarium. Diese Arbeit muß gemacht werden. Aber man soll auch bitteschön von leben können. Und wenn man schonmal dabei ist, kann es gleich einheitlich gemacht werden, für Ost und West. Damit würde man nach über 20 Jahren mal einen Schritt in die richtige Richtung gehen.

LG Sandra

Beitrag von adalgisa 30.05.11 - 12:37 Uhr

"Meinst Du das ironisch?"

Absolut! Ich erinnere mich noch an heftige Debatten hier mit so manchem schwarzen oder gelben Kameraden...
Die Vorteile der Mindestlöhne waren mir schon immer klar, aber damals war ich eben auch nur ein "linker Spinner". Inzwischen sind alle Parteien ziemlich weit nach links gerutscht und das haben wir eben auch den Linken zu verdanken.

Übrigens: Die Bildungselite ist seit langem schon eher links. Je weiter man nach rechts kommt, desto "einfacher" werden die Leute (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Ist zwar schon ein paar Jährchen alt, aber noch immer aktuell: http://tinyurl.com/yrqofa

;-)

Beitrag von marion2 30.05.11 - 12:45 Uhr

"Übrigens: Die Bildungselite ist seit langem schon eher links. Je weiter man nach rechts kommt, desto "einfacher" werden die Leute (Ausnahmen bestätigen die Regel)."

Hmmm, das war schon in meiner Jugend abzusehen. Die Arbeiterkinder waren eher rechts, die von den Studierten eher links frisiert. Beim Partysfeiern waren sie meist neutral #fest

Mindestlöhne haben in erster Linie Vorteile für Arbeiter. Wie praktisch ;-)

Beitrag von havanna0804 30.05.11 - 13:06 Uhr

Na da bin ich ja beruhigt;-).

Spinner gibt es ja zur Genüge auch bei Schwarz/Gelb. Sogar bei Grün gibts die. Von Braun wollen wir jetzt mal hier nicht reden.
Ich persönlich halte die Linkspartei im deutschen Politzirkus für unentbehrlich. Auch wenns nur immer wieder für die Opposition reicht. Jedes demokratische Land braucht und hat auch eine Linke. Die einfachen Arbeiter, Angestellten und die Ärmsten der Armen brauchen nunmal eine Lobby.

Mit der Bildung habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht. Aber es macht Sinn. Heutzutage mag das so sein. Aus meiner intelligenten linken (älteren) Verwandschaft aber beruflich nichts so viel Besseres geworden ist. Aber eine meiner Tanten, die Marxismus-Leninismus in (!!!) St.Petersburg studiert hat, arbeitet jetzt in Berlin im Sekretariat welcher Parteizentrale...;-)?

Ich selbst bin halt "links" erzogen worden. Heißt aber nicht, daß ich den Extremfall unbedingt wähle. Aber eine Frau Merkel, ein Herr Westerwelle und ein Herr Seehofer überzeugten mich nunmal bisher auch nicht, um die Seite zu wechseln;-).

LG Sandra

Beitrag von zeitblom 30.05.11 - 15:26 Uhr

"Die einfachen Arbeiter, Angestellten und die Ärmsten der Armen brauchen nunmal eine Lobby. "

Mir kommen die Traenen.... und sind sie es nicht gerade, die rechts stehen, weil angeblich nicht gebildet und intelligent genug, um links zu sein???

Beitrag von adalgisa 30.05.11 - 15:43 Uhr

"und sind sie es nicht gerade, die rechts stehen, weil angeblich nicht gebildet und intelligent genug, um links zu sein???"

Es geht um "Bildungs-ELITE", die links steht. Die Bildungsfernen laufen leider in der Tat den gelben, schwarzen und braunen Rattenfängern hinterher.

Genau das sehen die Linken und versuchen, durch entsprechende Vorschläge (Mindestlöhne, höhere Sozialleistungen, Absenkung des Renteneintrittsalters, höhere Besteuerung des Vermögens etc.) einen sozialen Ausgleich für die benachteiligte Bevölkerungsgruppe zu schaffen, damit diese eben nicht am rechten Rand landen.

Beitrag von kawatina 30.05.11 - 15:46 Uhr

Hallo,

wenn man sieht wo die Bildungselite die eigenen Kinder zur Schule schickt und
mit welchen Kindern die verkehren, weiß man wohin die Reise geht.

Bildungseltite eher links - also der war gut

Beitrag von adalgisa 30.05.11 - 16:03 Uhr

Es hieß eigentlich immer "Wissen ist Macht".

Heute heißt es leider oft nur noch "Nichts wissen, macht nichts" ;-)

Zum Thema "Bildungselite" empfehle ich folgenden Artikel: http://tinyurl.com/yrqofa

Beitrag von kawatina 30.05.11 - 17:13 Uhr

Hallo,

na wenn es dort geschrieben steht, muss es ja sicher auch wahr sein.

Schon merkwürdig, das alle Bekannten aus der Arbeiterschaft von je her
Sozis und Rote waren.

Rheinland und Ruhrpott sollte jedem was sagen - besonders wie dort gewählt wird und wurde #rofl

Links zu sein, ist wohl gerade "chic" in gewissen Kreisen.:-)

Aber solche Cowns gab es schon früher, welche sich ab und an zur Hafenstraße verirrt und die fühlten sich bereits autonom wenn sie bei Onkel Otto ein Bier tranken#rofl

Beitrag von havanna0804 30.05.11 - 17:49 Uhr

Sicher gibt es diese rechts stehenden dort auch. Die findet man aber auch in allen anderen Bildungs - und Einkommensschichten. Wenn diese von mir genannten Gruppen alle rechts stehen würden, hätte Deutschland aber ein großes Problem. Es gibt ganz weit unten auch noch Leute, die sich nicht mit ihrem Leben bzw. der Situation abfinden wollen.

LG und *taschentuchhinhalt*

Beitrag von .neo 30.05.11 - 15:38 Uhr

Eine Lobby schafft man sich selbst, die kommt einem nicht zugeflogen. Liegt ja eigentlich nahe.

Allerdings scheint dem Prekariat (ich fasse das jetzt einfach mal so zusammen) der Wille zu fehlen, eine Lobby zu bilden. Solange in den Großstädten nicht zig-Tausende "einfache Leute" gegen die hier immer wieder propagierten Zustände demonstrieren, sehe ich auch keinen Willen etwas zu ändern. Oder eben eine Lobby zu schaffen.

Beitrag von zeitblom 30.05.11 - 12:57 Uhr

Klar: wenn der Mindestlohn bei 1,55€ festgelegt wird, ist allen Forderungen nach einem Mindestlohn Genuege getan....

Beitrag von adalgisa 30.05.11 - 13:31 Uhr

Dass sich Mindestlöhne von 1,55 € festlegen lassen, halte ich für ein Gerücht.
Die aktuellen Vorstellungen liegen meines Erachtens nach bei 8 - 10 €.

Alles andere wäre auch hirnverbrannt, weil die Leute dann ja Altersarmut in noch größerem Umfang produzieren.

Beitrag von imzadi 30.05.11 - 18:52 Uhr

10 Euro mal 160 Stunden im Monat = 1600 Euro Brutto. Na damit gehts ja allen richtig gut... #augen

Beitrag von adalgisa 30.05.11 - 19:21 Uhr

4,50 Euro mal 160 Stunden = 720 Euro und anschließend auf's Amt, damit die Allgemeinheit (der Steuerzahler) noch was drauf legt, ist besser?

#augen

Beitrag von imzadi 30.05.11 - 20:11 Uhr

Natürlich nicht, aber der Mindestlohn ist zu tief angesetzt.

Beitrag von adalgisa 30.05.11 - 20:26 Uhr

Wo Du Recht hast, hast Du Recht!

Aber Du siehst alleine schon hier, wie die Denkweise zum Thema Mindestlohn ist und solange da noch irgendwo die FDP mit regiert, wird das nix mit vernünftigen Löhnen...

Beitrag von zenturio 30.05.11 - 21:55 Uhr

Menschen die für ihr Geld arbeiten müssen, werden bei der CDU eben so verschaukelt wie bei der SPD. Beide dieser sogenannten Volksparteien haben eine Spitze, wie sie weiter vom Bevölkerungsquerschnitt nicht entfernt sein kann und so agieren sie auch.

Wer als Normalverdiener beim letzten Mal die FDP gewählt hat, wird ja wohl mittlerweile gemerkt haben, dass er kein Hotel besitzt und somit auch nicht in den Genuss derer Klientelpolitik gelangt.

Die Menschen in Deutschland wollen mehrheitlich aus der Atomenergie aussteigen, wollen unsere Soldaten aus Afghanistan zurück holen und wollen einen gesetzlichen Mindestlohn. Die einzige im Bundestag vertretene Partei, die all dies fordert, wird bemerkenswerterweise jedoch nicht von der Mehrheit gewählt. Also muss man doch davon ausgehen, dass die Menschen lieber unberechtigte Hoffnungen in ihre traditionell bevorzugte Partei stecken, als dass sie mal wirklich eine Veränderung herbeiführen.

Das soll jetzt keinesfalls ein Aufruf zum Wählen der "Linken" sein. Diese Partei hat auch erhebliche inhaltliche Negativpunkte. Aber mal ein bißchen außerhalb des gewohnten Parteienspektrums zu schauen, täte der Demokratie mal ganz gut. Ich wähle jedenfalls mittlerweile aus tiefster Überzeugung "Andere".

Beitrag von kawatina 31.05.11 - 14:12 Uhr



...und Piraten gibt es nicht nur in der Karibik ;-)

Beitrag von musterli70 31.05.11 - 14:51 Uhr

Und ich dachte Piraten hängt man auf und wählt sie nicht. #schein

Beitrag von kawatina 31.05.11 - 16:16 Uhr


.....oder wie ein Schüler kürzlich sagte:

" Piraten? Die gibt es noch? Wie alt werden die denn ? " #rofl