sucht er die Grenzen? ist er unterfordert? eifersüchtig?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von schwester28 28.05.11 - 21:01 Uhr

Hallo und einen schönen guten Abend.

Ich weiss gar nicht, wie ich beginnen soll.

Ich versuche einfach mal die Situation zu beschreiben:
Mein Sohn ist 2 Jahre alt, sein kleiner Bruder 8 Monate.
Momentan ist es zwischendurch nicht einfach mit ihm. Aber ich würde gerne etwas tun, um die Situation für uns zu ändern bzw. besser zu machen.
Wie soll ich das "Problem" beschreiben? Zuerst würd ich mal sagen, bisher hatte ich niemals den Eindruck als wäre er eifersüchtig auf den Kleinen, er ist total fürsorglich und hat nie Anzeichen gemacht, dass er eifert.
Zur Zeit ist es so, dass er sich teilweise total schön selbst beschäftigen kann und manchmal geht es gar nicht. Ich weiss, das ist alles ganz normal für einen 2jährigen. Aber die letzten Tage hab ich dann das GEfühl er sei unterfordert, wenn er nicht raus kann und man ihn nicht motiviert etwas zu spielen und dann beginnt er, lauter Blödsinn zu machen (schüttet alles aus, schmeisst Dinge hinter die Couch, steigt in den Wassernapf vom Hund, hängt sich an den Fernseher vorne dran, dass er fast vom REgal kippt, gestern hat er sogar einmal seinem kleinen Bruder ins GEsicht geschlagen, ist total unzufrieden und gelangweilt usw...Ich gebe mich viel mit ihm ab und spiele mit ihm, aber ich finde nicht, dass man ein Kind von 2 Jahren 12 Stunden täglich bespaßen muss.
Und das alles artet dann in einem Machtkampf aus. Und auf sowas hab ich keine Lust, denn die letzten Tage waren echt nervenaufreibend, auch für ihn bestimmt.
Abends tut es mir immer sehr leid, wenn ich wieder geschimpft habe oder mal lauter geworden bin, weil er einfach nieeee hören wollte (er hört gut, sucht aber nur die Grenzen).
Ab heute werde ich das ändern, weiss nur noch nicht ganz genau wie ich die Sache angehe, ich habe immer versucht mit Erklären in Ruhe usw, aber irgendwann ist auch die Geduld zu Ende.
Warum verhält er sich so, warum ist er so gelangweilt, obwohl er zwischendurch immer etwas mit mir macht, obwohl er genug Spielzeug hat.
Oder ist er unterfordert?
Hat er vielleicht zuwenig Grenzen?
Bin auf eure Antworten gespannt.

Vielen lieben Dank im Voraus,
M.

Beitrag von hustinetten 28.05.11 - 21:33 Uhr

Du hast dein Problem doch eigentlich schon selbst beschrieben: Das Verhalten tritt auf, wenn er nicht draußen spielen kann. Dann geht doch einfach öfter raus, damit er wirklich ausgelastet ist.

lg

Beitrag von lisasimpson 28.05.11 - 22:09 Uhr

ich ganz persönlich bin der meinung, daß ein normal entwickelter 2 jähriger in aller regel zu ahsue bei muttern in aller regel utnerfordert ist.

Wenn ich mir anschaue wie viel anregung meine Kinder in den 4 stunden am vormittag in der krippe bekommen(haben), dann muß ich einfach sagen, daß ich keine familie kenne, die das auch nur annähernd so hinbekommt

und (ebenfalls meine ganz persönliche meinung) auch mütter brauchen zeiten am tag, in denen sie andere anregungen bekommen als sie durch einen noraml entwickelten 2 jährigen so bekommen.

aber wie gesagt- das ist ganz allein meine persönliche meinung
ich bin sehr gut damit gefahren ein paar stunden am tag etwas anderes zu machen als mama sein- und meine kinder sind sehr gut damit gefahren ein paar stunden am tag nur "muttis bubi" zu sein.
so konnten wir den rest des tages ausgeglichener aufeinaner zu gehen und auch die langweiligen sachen waren dann wieder spannend

lisasimpson

Beitrag von schwester28 29.05.11 - 14:54 Uhr

Hallo,.
Vielen lieben Dank für deine Antwort.
Im Grunde hatte ich selber immer schon im Hinterkopf, ob es meinem größeren gut tun würde in einen Zwergerlclub zu gehen, wo er sich auspowern kann. Leider wird bei uns in der Gegend sowas nicht angeboten.
Somit würde nur noch der Kindergarten ab 2,5 Jahren bleiben, denn die Krabbelstube nimmt ihn nur, wenn ich berufstätig bin.
Doch da bleibt das schlechte Gewissen, ich will nicht, dass es wie "abschieben" rüberkommt, denn das soll es nämlich nicht sein, es soll etwas sein, dass ihm Spass macht und ihm gut tut.
Ein Versuch wäre es auf alle Fälle mal wert, wie er reagiert, ganz ohne Mama.
Und während dieser Zeit könnte ich mich dann meinem kleineren intensiver widmen, bzw. etwas erledigen oder für mich tun...der Kleine ist 8 Monate (ihn auch stundenweise in eine Krabbelgruppe?...hmm er beginnt zu fremdeln, ich denke wenn sie so klein sind, ist es nicht fair....?!?!)
Irgendwie hatte ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich den GEdanken einer Krabbelstube oder einem Zwergerlclub (2 Nachmittage pro Woche) hatte, aber irgendwie hab ich auch das Gefühl, er braucht es vielleicht.
WErd mich mal schlau machen morgen.
Nochmals vielen DAnk!!!

Lg,Michi

Beitrag von lisasimpson 29.05.11 - 15:12 Uhr

meine kinder gingen in eine krippengruppe (10 kinder zwischen 12 Monaten und 3,5 jahren) seit sie 13 monate alt waren.
das ist eine ideale zeit zur eingwöhnung- die fremdelphase ist vorrüber und der wunsch nach mehr "input" ist ganz stark vorhanden.

die eingewöhnungen verliefen völlig problemlos und für beide kinder gehört das eben von anfan an mit zu mleben.
dein schlechtes gewissen rührt ja daher, weil dir igendwann mal jemand gesagt hat, daß es richtig ist, daß die mutter 24 stunden am tag um ds kind herumspringen soll-
meinen kindern hat das nie jemand gesagt, also empfinden sie das als vollkommen normal-
ganz abgesehen davon, daß ich nun in den letzten 3,5 jahren, in denen ich in dieser krippe bin (und da es eine elterninitiative ist auch gelegentlich mitarbeite) so viele kinder gesehen habe, die so wahnsinnig davon profitiert haben, ein paar stunden am tag mit gleichaltrigen zu verbringen, mit erziehern, die viel freier und unvoreingenommener an die kinder herangehen als wie eltern das überhaupt könnten, davon, daß sie ä#ltere kinder dort hatten von denen sie viel lernen konnten und und und

allerdings halte ich es schon für wichtig, eine einrichtung zu finden, die wirklich gut arbeitet und mit deren erziehungskonzept man sich als eltern identifizieren kann.

aber für die kinder ist das eine große bereicherung für die eltern eine große entlastung

"um ein kind zu erziehen braucht es ein ganzes dorf".
leider klappt das heute nur begrenzt- da wo das nicht praktiziert werden kann ist mMn eine krippe etwas, was ein bißchen was davon auffangen kann

lisasimpson

Beitrag von fbl772 01.06.11 - 13:00 Uhr

Hallo,

in dem Alter entdecken die Kleinen, dass es auch "Langeweile" gibt, können mit dem Gefühl aber noch nicht umgehen. Das müssen sie erst lernen.

Mein Kleiner geht seit er 6 Monate ist in die Krippe, hat nie gefremdelt und fand alles und jeden toll, der nicht bei 3 aus dem Blickfeld war.
Er ist jetzt 3 Jahre und er spielt dort überhaupt nicht alleine, sondern braucht Interaktion und sucht sich immer Spielkameraden (oder die Erzieherin muss herhalten) und ist niemand verfügbar, dann hat er auch dort mal Langeweile und macht genauso wie zuhause dann eben Unfug um irgendwie Aufmerksamkeit zu erhalten ... :-)
Für meinen Sohn ist die Krippe / Kita das Nonplusultra - er freut sich am Sonntag schon wieder auf Montag, wenn es in die Krippe geht.

Er ist ein Einzelkind und das ist dein Kind auch noch, so lange er mit dem kleinen Bruder nicht spielen kann und mit diesem auch noch die Mama teilen muss ... Von daher kann ich nur raten, ihn ganz viel mit Gleichaltrigen bzw. Älteren zusammenzubringen.

VG
B