8 jährige Tochter verweigert Schule

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von einsam_19 28.05.11 - 23:03 Uhr

Hallo ihr Lieben... ich bräuchte mal euren Rat.
Voran möchte ich erwähnen, dass ich 6 Kinder habe. Mein ältester ist 13,womit ich keine Probleme hab. Meine 12 jährige ist ein eigener Charakter...aber sie geht regelmäßig zur Schule sowie die jüngere Schwster meines Problem-Kindchens..sie geht auch gerne hin und lernt fleißig.

Meine Samantha macht mir aber sehr sorgen..wie gesagt sie ist 8 Jahre alt und hat als mittleres Kind schon einen schwierigen Platz im leben würde ich sagen...das weiss ich! Jedoch wie sie sich moentan benimmt macht wirklich Sorgen.
Sie wurde die ersten 2 Jahre in der Schule gemobbt. Einige aus ihrer Klasse haben sie ständig auf den Kieker gehabt in den Pausen sowie nach der Schule. nachdem ein erfolgreiches Gespäch mit der Schule geführt wurde, hat sich dieses geäandert...nur leider in eine etas bedenkliche Richtung...denn sie hat nur die Seiten gewechselt und hat dann andere mit geärgert...leider.
In dieser Zeit hat sie von den schulischen leistungen hervorragend da gestanden. Die Lehrerin meinte sogar, wenn das so bleibt läge Gymnasium nichts im Weg... dann kam der Lehrerwechsel...und das bis heute 3 mal! Meine Tochter ist dafür bekannt Bindungsängste zu haben... und somit hat sie heute erhebliche Schwierigkeiten die neue Lehrerin zu akzeptieren. Ihre schulischen Leistungen sind immernoch hervorragend...WENN sie denn mal mit macht! Mittlerweile ist es so, dass sie entweder behauptet keine Sachen dabei zu haben, sich vor der Schule schon irgendwo dort versteckt und garnicht erst in den Unterricht geht und schon garnicht die Hausaufgaben macht, wobei sie mir immer wieder gesagt hat sie hätte sie schon mit allen anderen in der Schule erledigt...was beim letzten Gespräch herauskam, dass sie gelogen hat! Sie ist patzig zu der Lehrerin, stenkert andauernd mit anderen Schülern und schrieb sogar letzte Woche einen unschönen Brief an einen Mitschüler... Ich weiss da einfach nicht mehr weiter... Ich meinte schon, dass ich sie nun unangemeldet desöfteren abholen werde und somit auch sehen kann welche Hausaufgaben sie hat und ob sie auch zum Unterricht gegangen ist... aber ich möchte ihr wieder vertrauen! Ich möchte, dass sie ihr Potenzial nicht aus den fenster schmeißt und sich ihre Zukunft verbaut. Immer und immer wieder erkläre ich ihr, wie wichtig Schule ist. Warum sie da hin muss. Es fängt ja bereits morgens an das sie regelmäßig zu spät kommt, weil sie morgens 2-3 mal geweckt werden muss... dann rumbockt, sich irgendwo zuahuse einsperrt oder garnicht erst anziehen will... Da hilft meist nur,dass ich den papa anrufe der meist auf Montage ist... er ist der einzige,m der noch einigermaßen an sie heran kommt :( Aber das kann es doch nicht gewesen sein...
Vielleicht kennt jemand von euch dieses Problem und hat vielleicht ein paar Tips oder ähnliches...was mir mit meinen Mädchen weiterhelfen könnte...

Beitrag von sohnemann_max 29.05.11 - 07:22 Uhr

Hi,

bitte bitte verstehe mich jetzt nicht falsch - ich möchte Dir auch keinesfalls zu Nahe treten oder Dich beleidigen.

So wie ich es herauslese, hat Deine Tochter Probleme. Diese sehe ich aber mehr zu Hause als in der Schule selbst. Ich gehe davon aus, dass ihr das einfach zu viel ist zu Hause. 6 Kinder sind nicht einfach, wenn man den Alltag alleine stemmen muss. Es ist einfach so, dass die Mama nicht für jedes einzelne Kind soviel Zeit investieren kann wie es nötig ist. Sicher, das eine Kind braucht die Mama mehr als das andere, das ist mir schon klar. Ich glaube, Deine Tochter braucht Dich mehr als Du denkst.

Dass sie zu spät in der Schule ankommt, bist Du auch nicht aus dem Schneider. Wenn es Dir irgend wie möglich ist, musst Du das Mädel früher wecken, gemeinsam frühstücken und fertig machen für die Schule. Anschließend bringe ich sie direkt in die Schule, wenn sie dazu neigt, gerne mal zu schwänzen. Mittags würde ich auch eine zeit lang Spalier stehen und die Maus abholen. Gleichzeit mich erkundigen, was denn die Hausaufgaben sind. Das so lange durchziehen, bis Du wieder Sicher sein kannst, dass auf sie verlass ist.

Keine Ahnung ob Du zusammen mit Deinen Kindern Hausaufgaben machst. Ich stelle es mir schwierig vor mit noch mehr kleinen Kindern im Hintergrund. Dennoch würde ich es machen und irgendwie organisieren. Setze Dich zusammen mit Deiner Tochter hin und lasse sie ihre Sachen machen. Vielleicht braucht sie einfach nur jemanden, der neben dran sitzt und sich in dem Moment nur ihr widmet. Es geht ja nicht darum, dass Du ihre Hausaufgaben machst, aber in dem Moment bist Du ihr wichtig und nur für sie da. Evtl. fehlen ihr solche Momenten.

Generell würde ich sagen, dass Du schon noch verantwortlich dafür bist, was alles in ihrer Schultasche ist. Hat sie für den nächsten Tag alles dabei usw..

Dass sie sich in der Schule auf die "falsche" Seite stellt, ist für mich jetzt auch eher ein Hilfeschrei. So habe ich die Macht. Ich kann die anderen Kinder ärgern, den anderen weh tun. Eine Art Aufmerksamkeit finden, die es anders aus irgendwelchen Gründen nicht bekommt.

Haben Deine Kinder Hobby´s?! Gehen sie in Sport, wo sie z. B. Teamgeist lernen und zusammenhalten müssen und sich gleichzeitig auspowern können?! Das halte ich jetzt auch für wichtig. Dein Kind braucht Erfolge!

Unternehmt Ihr als Familie etwas?! Wie z. B. bei schönem Wetter mal alle zusammen Eis essen gehen oder mal an einen See fahren und planschen - eben alle zusammen. Oder hast Du die Möglichkeit mal mit jedem Kind alleine etwas zu unternehmen?! Mal mit dem einen einkaufen, mit dem anderen Bowling spielen gehen, mit nem anderen zu McDonald gehen?! Finde ich jetzt schon wichtig, dass auf jedes Kind zusätzlich noch extra eingegangen wird.

Bei Bekannten von uns ist es jetzt auch so, dass ein Mädel anfängt zu protestieren. Sie kommt in der Schule nicht wirklich mit, tut sich einfach wahnsinnig schwer. Bei ihr liegt das Grundproblem an den weiteren Geschwisterkinder. Sie kommt damit überhaupt nicht klar, dass für alle kleineren Kinder die Mama mehr Zeit hat als für sie selbst. Sie ist die ältestet und von ihr wird am meisten erwartet und verlangt. Das ist nicht richtig und daher auch kein Wunder, dass die Maus das rebellieren anfängt.

Überlege mal selbst, was Du wie ändern könntest. Es wird schwer, versuche es aber für Deine Kinder.

LG
Caro mit Max bald 7 Jahre und Lara 2 Jahre

Beitrag von arienne41 29.05.11 - 09:01 Uhr

Hallo

....und schon garnicht die Hausaufgaben macht, wobei sie mir immer wieder gesagt hat sie hätte sie schon mit allen anderen in der Schule erledigt...was beim letzten Gespräch herauskam, dass sie gelogen hat! ......

Da es später herauskam das sie die Hausaufgaben nicht macht heißt es für mich das du diese auch nicht kontrollierst. Warum nicht??????
Das gehört zu deinen Aufgaben.

Ich meinte schon, dass ich sie nun unangemeldet desöfteren abholen werde und somit auch sehen kann welche Hausaufgaben sie hat und ob sie auch zum Unterricht gegangen ist...

Warum bringst du dein Kind nicht in die Schule denn dann weißt du das sie da ist.
Auch das gehört zu deinen Aufgaben. Denn wenn sie nicht geht heißt das, das sie sich rumtreibt . Du weißt doch gar nicht wo sie steckt wenn sie schwänzt.

Es fängt ja bereits morgens an das sie regelmäßig zu spät kommt,

Auch das gehört zu deinen Aufgaben dafür zu sorgen das deine Tochter pünktlich zur Schule kommt.

Du kannst deinem Kind helfen indem sie Aufmerksamkeit bekommt.




Beitrag von sarahg0709 29.05.11 - 15:14 Uhr

Hallo,

als mein Sohn in die GS kam, hat die Lehrerin ausdrücklich gesagt, keine Kontrolle oder gar Verbesserung der Hausaufgaben durch die Eltern. Die Kinder würden besser lernen, wenn sie Fehler machen und die dann in der Schule besprochen werden. Daran habe ich mich auch gehalten.

Bei meiner Tochter werfe ich noch einmal einen Blick drauf. Das aber auch nur, weil sie ein "besonderes" Kind ist und mit manchen Dingen Schwierigkeiten hat.


LG

Beitrag von loonis 29.05.11 - 09:40 Uhr




Informiert Euch d. Schule nicht,wenn Dein Kind dort
nicht ankommt?
Hier MUSS das Kind bis spätestens 9 Uhr entschuldigt
werden,sonst ruft d. Schule an u. fragt nach.

Es besteht ja Schulpflicht.Fehlt hier ein Kind 3 Tage
unentschuldigt ,dann wird es weitergemeldet u. d. Polizei
kann dem nachgehen.

Kontrollierst Du d. Hausaufgaben nicht?
Wenn mein Kind da so unzuverlässig ist ,dann hätte ich
schon längst ne Möglichkeit gefunden mir d. Hausaufgaben
woanders zu besorgen um zu schauen ,ob sie
diese wirkl. gemacht hat od. wieder geschwindelt hat.

Ich würde sie morgens in d.Klasse absetzen ,wenn
Du nicht sicher sein kannst ,dass Deine Tochter auch
wirkl. dort ankommt.
Ich meine ,sie ist 8 Jahre u. nicht 14/15 ...

Morgens einfach früher wecken ,sie muss ja auch noch genügend Zeit zum Frühstücken haben.
In d. Alter bist Du doch verantwortl. ,dass sie pünktl. in d.Schule erscheint.

Sorry ,meine klaren Worte...
Aber mein Großer ist auch 8 Jahre u. hier läuft das ganz
anders. Ich würde so ein Verhalten auch niemals dulden.


LG Kerstin

Beitrag von imzadi 29.05.11 - 10:01 Uhr

Ausser das mit dem mobben find ich das Verhalten für eine 8 jährige nicht ungewöhnlich. Es ist in dem Alter normal das sich die Eltern um die Schulbelange des Kindes kümmern müssen.

Beitrag von anarchie 29.05.11 - 10:16 Uhr

Hallo!

Hm...ich habe "nur" 4 Kinder...

Ich finde auch ganz klar, dass du da mehr intervenieren musst.
Hinbringen, abholen, kontrollieren und vor Allem Zeit und Aufmerksamkeit investieren...

Die kleine ist 8, da bist du voll verantwortlich und zuständig!


lg

melanie und die 4(8,7,3,1)

Beitrag von jazzbassist 29.05.11 - 11:03 Uhr

Wie kommen denn so die anderen Kinder in der Klasse Ihrer Tochter mit der aktuellen Lehrerin klar? Stehen Sie hier ab und an mal in Kontakt mit anderen Müttern? Also ist Ihre Tochter das einzige Kind in der Klasse, welches mit dieser aktuellen Lehrerin nicht warm wird? Oder - sind es mehrere Kinder oder gar die halbe Klasse? Da ich hier - je nachdem - gänzlich unterschiedliche Lösungsansätze sähe. Wie schätzen Sie selbst die Frau ein? Haben Sie Ihre Tochter mal gefragt, warum das mit dieser Lehrerin nicht so klappen möchte, wie mit der Ersten? Meinen Sie, dass das einfach nur »mehr Zeit« braucht; oder gibt es da ein grundsätzliches Problem?

Was das Thema mit dem Hausaufgaben angeht, so ist der pragmatischste Ansatz sicherlich, einfach wieder ein Hausaufgabenheft einzuführen. Ihre Tochter trägt dort während des Unterrichtes ein, was Hausaufgaben sind, lässt das kurz von der Lehrerin abharken (damit Sie sicher sein können, dass Ihre Tochter da nicht die Hälfte verheimlicht hat), und, so können Sie am Abend ganz genau kontrollieren, welche Hausaufgaben Ihre Tochter aufhatte, und, welche sie davon erledigt hat. Ich kann verstehen, dass diese »Kontrolle« für Eltern keine angenehme Situation ist und, dass man seinen Kindern gerne vertrauen würde. Aber Vertrauen ist halt etwas, dass man sich mit der Zeit verdienen muss. Sowohl Eltern, als auch Kinder.

Zu den vergessenen Schulsachen - da ich mal davon ausgehe, dass Ihre Tochter einen festen Stundenplan hat; können Sie nicht einfach eines Ihrer älteren Kinder bestechen, am Abend mit Ihrer Samantha (sehr schöner Name im übrigen!) gemeinsam den Schultornister zu packen? Das dauert ja nur 2-3 Minuten, und - als Belohnung kann man da z.B. ein Kind eine Viertelstunde länger auflassen. Da es ja beweist, ein »großes Kind« zu sein, dass Verantwortung für ein jüngeres Kind übernimmt. Oder - vielleicht finden Sie hier eine andere Art von Belohnung; vielleicht ist das in einer so großen Familie aber auch etwas, was so selbstverständlich ist, dass man ein Kind dafür nicht belohnen muss o.ä.

Was das Theater am Morgen angeht. Wenn Ihr Mann auf Montage ist, und, dass bei Ihnen morgens in »rumbocken und einsperren« ausartet - wer von den älteren Geschwistern hat denn den besten Draht zu Ihrer Tochter? Ansonsten würde ich mich gar nicht erst auf dieses »Weckenspiel: Rollladen hochziehen, aufwecken sagen, Kinderzimmer wieder verlassen« einlassen, sondern versuchen, die 5-10 Minuten zeitlich zu investieren, Ihre Tochter hier in den Morgen zu begleitet. Also zu gucken, dass sie das Bett wirklich verlässt, ins Badezimmer geht und sich selbst (oder sie sich zusammen) frisch machen, ihre Tochter beim anziehen helfen und sie dann erst in der Küche der Selbstständigkeit zu überlassen.

Das Problem ist nur, dass Sie so diese »generelle Verweigerungshaltung« nicht beheben können. Man kann ein Kind zwar durch Erziehung dazu nötigen, pünktlich zur Schule zu gehen, Hausaufgaben etc. zu machen - aber nur ganz bedingt dazu - z.B. sich im Unterricht zu beteiligen respektive etwas zu lernen oder sich dort zu benehmen. Zumal das m.E. auch keine Atmosphäre ist, wo ein Kind sonderlich gut lernen kann. Von daher würde ich mich schon bemühen, gemeinsam mit der Lehrerin die Ursache zu finden, warum es da gerade diese Verweigerungshaltung bei Ihrer Tochter gibt. Zwar kann man da mit Strafen/Konsequenzen o.ä. sicherlich ein wenig Kooperation bei einigen Kindern erpressen, aber, als Dauerzustand geht der Schuss dann sicherlich nach hinten los - da es Schule subjektiv dann nur »noch ätzender« macht und Kinder auch einfach älter werden. Was ich ziemlich schade fände, wenn ein Kind hier einfach viel Potential hat. Wie erklären Sie Ihrer Tochter dann, wie wichtig Schule ist? Wenn das eher Zukunftsorientiert (Gymnasium, Abitur, Studium, Berufsleben) ist - also - dass hat bei meinem Sohn irgendwie auch total gut geklappt - aber - man sollte da auch bei berücksichtigen, dass eine 8-Jährige etwa eine Woche in die Zukunft blicken und planen kann. Es sollte halt nicht die "einzige" Erklärungsgrundlage sein.

Beitrag von einsam_19 29.05.11 - 14:45 Uhr

ja es ist tatsächlich so das die Lehrerin meinte, dass die halbe bis ganze Klasse schwierig ihr gegenüber ist und sie wirklich Probleme hat da gegen anzukommen. Immer laut und kaum zu kontrollieren sind sie.

Meine Tochter hatein Hausaufgabenheft...nur sie schrieb bislang nichts mehr rein...weil sie ja meinte das sie diese schon erledigt habe!

Und ihr Schulranzen ist immer mit den nötigen Materialien befüllt... nur in der Schule selber verweigert sie das mitlernen indem sie sagt sie habe nix dabei. Ich habe mit der Lehrerin bereits dieses Problem etwas in den griff bekommen und sie schaut nun selber nach, ob Samantha wirklich nix dabei hat. Mir macht nicht das Umfeld Sorgen, da sie ja wirklich zuahuse ein ganz liebes Mädchen ist...sondern mehr das verweigern in der Schule. Wenn ich sie frage, wie sie die neue Lehrerin findet...dann sagt sie ja auch sie mag sie. Aber Freundinnen von ihr sagen, dass Samantha meint sie könne sie nicht leiden...

Beitrag von einsam_19 29.05.11 - 14:37 Uhr

Danke für eure Meinungen.

Vielleicht habe ich mich etwas falsch ausgedrückt...
Wir stehen jeden Morgen um spätestens halb 6 auf. Meine Tochter selber muss um 7:40 hier raus. Es ist nicht so dass sie zu spät kommt weil sie zu spät aufsteht, sondern eher weil sie garnicht erst aus den Haus gehen möchte bzw sich weigert sich anzuziehen nach den gemeinsamen frühstücken...
Und das mit den Hausaufgaben. Die machen wir abends alle zusammen. Sie vergisst ihre Materialien dann in der Schule, oder sagt sie habe alles schon erledigt und brauchte deswegen auch nichts aufschreiben.

Und das mit den schwänzen der Schule ist folgendermaßen: Sie kommt ja immer in der Schule an. Sie geht dann nur nicht in die Klasse und bleibt einfach vorne sitzen oder versteckt sich unter der Treppe davor. Daraufhin ruft mich die Schule ja auch an.

Sie hat schon sehr viele Vorteile in der Familie. Sie darf jederzeit ihre Freundinnen bei uns übernachten lassen. Oder fährt mit mir zusammen weg mit den beiden kleineren.... Sonntags gehen wir alle zusammen mit den Hund an der Leine spazieren oder auf die Spielplätze.

Deswegen verstehe ich das Verhalten ja nicht. Sie ist zuhause, wens nicht um die Schule geht so ein liebes Kind. Nur was mit der Schule zutun hat bin ich ratlos :/

Beitrag von tabea33 29.05.11 - 15:52 Uhr

Hallo,

für mich klingt das so, als würde sie Aufmerksamkeit erregen wollen, die sie sonst nicht bekommt. Wenn du es für einen Vorteil hältst, dass sie mal nur zwei kleine Geschwister um sich hat (Thema wegfahren), dann klingt das für mich sehr traurig. Zwei kleine Geschwister im Schlepptau bedeuten doch sicher nicht, dass du dann Zeit für sie hast.

Meine Freundin hat 6 Geschwister und ich habe da einiges mitbekommen. Die Eltern waren sehr engagiert (Akademiker, alle hatten Musikausbildung, Mutter war immer zu Hause usw.) und trotzdem war alles Massenabfertigung. Die fanden es tatsächlich schon individuell, wenn mal nur drei Kinder am Tisch saßen. Aha.

Alle mussten funktionieren und taten es mehr oder weniger auch. Da war keine Zeit für ein kleines Gespräch am Morgen, irgendeiner redet doch immer dazwischen. Wie sollte die Mutter auch gleichzeitig für so viele Leute Frühstück machen, bei den kleineren beim Anziehen helfen und dann auch noch Probleme klären? Ich hatte den Eindruck, dass sich die Kinder dieses "liebe" Verhalten (wie du es ja auch beschreibst) angewöhnt hatten, weil es sowieso nicht anders ging.

Ohne meine Familie (bin Einzelkind) hätte meine Freundin nie erfahren, was individuelle Zuwendung wirklich bedeutet. Doch wer will das nicht lieber von der eigenen Mutter haben? Du kannst versuchen, deiner Tochter mal ein bißchen eigene Zeit mit dir zu geben, um ihr aus der schwierigen Phase herauszuhelfen. Allerdings kann ich mir schlecht vorstellen, wo diese Zeit herkommen soll, es sind doch zwangsläufig immer noch andere Kinder dabei - oder?

Meine Freundin (heute noch beste Freundin) hat nach meinem Eindruck einen engeren Bezug zu meiner Mutter als zu ihrer eigenen. Obwohl ihre eigene Mutter immer liebevoll war und auch aufmerksam (sein wollte). Aber wenn nicht mal die eigene Mutter abends am Bett sitzt sondern die große Schwester, dann braucht man sich nicht wundern. Und auch heute, wo alle Kinder ausgezogen sind, sitzt immer irgendein Bruder oder eine Schwester plötzlich mit am Küchentisch, wenn meine Freundin mal einige Minuten für sich allein mit der Mutter erhaschen will.

Mal ehrlich, wieviele Minuten pro Woche verbringst du nur mit deiner Tochter alleine? Vielleicht kamen jetzt bei meinem Posting all die Erinnerungen an den Massenbetrieb bei der Familie meiner Freundin etwas zu sehr hoch und ich tu dir Unrecht. Aber es ist sicher ein Kunststück, diesen vielen Kindern zum Großteil auch noch ohne Mann gerecht zu werden...

Ich hoffe, deine Tochter findet mit deiner Hilfe aus dieser Spirale raus. Viel Glück.

LG Tabea