Mann hat keine Lust mehr zu arbeiten

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ohne Lebenswillen 29.05.11 - 18:03 Uhr

Hallo,

ich weiß mir keinen Rat mehr. Mein Mann ist Alkoholiker. Früher hat er trotz starken Alkoholkosums gern gearbeitet, aber seitdem wir verheiratet sind und zusammen ein Haus haben, hat er sich um 180 Grad geändert. Damals hat er seine langjährige Arbeitsstelle verloren und seitdem hat er nur noch kurzfristige Arbeiten, die meiste Zeit ist er zuhause. Nicht genug, dass er viel trinkt, er hat auch schon eine Entziehungskur und mehrere Entgiftungen hinter sich. Aber seitdem ist es nur noch schlimmer geworden. Er macht nun überhaupt nichts mehr dagegen und lässt sich einfach gehen. Auch auf meine mehrmaligen Bitten reagiert nicht. Obwohl er den ganzen Tag zuhause ist, schaut er nicht mal im Internet wegen Stellenangebote. Momentan würde es für ihn sehr viele Stellen geben. Da ich ja ständig alles finanzieren muss, ist unsere finanzielle Lage im Moment so schlecht, dass wir schon MItte des Monats kein Geld mehr zum Einkaufen haben. Meinen Mann interessiert das jedoch überhaupt nicht. Er hat ja noch sein Stempelgeld, das jedoch nur
für Alkohol und Zigaretten ausgegeben wird. Letztens hatten wir nichts zu Essen und er gab mir auf meine Bitten hin kein Geld, aber am nächsten Tag lagen 50,- Euro für Bier und Zigaretten auf dem Tisch. Nehmen darf ich es natürlich auch nicht einfach, sonst würde er mir die Hölle heiß machen. Ich weiß nicht mehr wie lange ich das noch aushalten kann. Jetzt geht sein Arbeitslosengeld bald zu Ende, dann bekommt er auch kein Hartz 4 mehr, aber selbst jetzt bekommt er noch keine Beine sich eine Arbeit zu suchen. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich noch machen soll. Sollte ich ausziehen muss ich ihm vielleicht auch noch Unterhalt zahlen, da er ja nicht arbeiten will bzw. dann wird mir das Geld von der Bank weggepfändet wegen der Hausraten, da ich ja der einzige Verdiener bin.
Egal wie ich es drehe, habe ich immer den schwarzen Peter.

LG

Beitrag von redrose123 29.05.11 - 18:09 Uhr

Stell Ihn vor die Wahl entweder er macht gegen die Sucht was oder du gehst, ich denke von alleine wird er da nicht rauskommen und solange er trinkt wird er keinen Willen haben...

Beitrag von ohne Lebenswillen 29.05.11 - 18:15 Uhr

Das habe ich schon gemacht, bloß da kommt keine Reaktion.

LG

Beitrag von redrose123 30.05.11 - 11:07 Uhr

Dann reagiere du, er wird sich nicht für dich ändern, wie schon geschrieben wurde....

Beitrag von AusErfahrung 29.05.11 - 18:17 Uhr

... kann ich Dir nur sagen, dass es genau einen einzigen Weg gibt: Du kannst nur gehen. (bzw. ihn rauswerfen)

Einen Alkoholiker bringt nichts zur Einsicht außer Selbsterkenntnis. Da kannst Du reden, appellieren, schimpfen, heulen... vergiss es einfach. Das Denken bei ihnen reicht von Flasche zu Flasche. Alles Andere ist weggeblendet.

Wenn Du nicht mit kaputt gehen willst, trenne Dich. Ob Du dann Unterhalt zahlen musst oder nicht, sollte erst der zweite Gedanke sein. Lebenserhaltungstrieb geht vor.
Habt ihr Kinder?

Beitrag von goldstreifen 29.05.11 - 18:20 Uhr

ja, eines. Deswegen fällt es mir ja auch so schwer eine Entscheidung zu treffen.

Beitrag von AusErfahrung 29.05.11 - 18:25 Uhr

Mein Sohn war drei Jahre alt, als ich ging. Ich wollte nicht, dass er die großen Eskapaden mitbekommt. Ich wollte nicht, dass er denkt, das sei normal. Ich wollte nicht, dass er sich Papa als Vorbild nimmt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Alkoholikerkind selbst Alkoholiker wird ist groß, wird immer größer, umso länger es so aufwächst.

Du solltest Dich nicht wegen Deines Kindes nicht trennen, sondern wegen Deines Kindes trennen. Es gibt ja auch noch eine Restchance, dass er dadurch wach wird. Und es vergrößert die Wahrscheinlichkeit, dass DU keinen Unterhalt zahlen musst. Denn er wird ja auch nicht für das Kind zahlen können.

Ich kann Dir nur raten: Spring ins kalte Wasser!

Beitrag von ohne Lebenswillen 29.05.11 - 18:31 Uhr

Danke für die Antwort. Es ist sehr schwierig diesen Schritt zu wagen.
Ich weiß, dass es für uns das Beste wäre, ich traue mich einfach noch nicht. Manchmal habe ich so eine Wut im Bauch, dann könnte ich es sofort machen. Es ist nur so schade, alles, was wir uns aufgebaut haben, ist dann weg. Auf der anderen Seite führe ich sowieso keine Beziehung mehr mit diesen Mann, es ist nur noch eine Wohngemeinschaft. Er wäre mir egal, aber ich habe auch Angst, weil ich nicht weiß, wie er reagieren würde.

Lg

Beitrag von AusErfahrung 29.05.11 - 18:37 Uhr

Beides ist verständlich. Sowohl dass Du Zeit brauchst, den Punkt zu finden als auch die Angst.

Wie alt ist Euer Kind?

Du kannst Dir Hilfe holen, AWO, Caritas, Alanon, etc. Einfach zum Reden. Du bist als Angehörige coabhängig, auch da schafft es nicht jeder "einfach so" auszusteigen.

Beitrag von stellamarie99 29.05.11 - 18:33 Uhr

Hallo,

wirf ihn raus oder geh. Der eventuelle Unterhalt kostet dich weniger als ihn den Rest deines Lebens auszuhalten.

und was ist das überhaupt für ein Leben...

alles Gute!

Beitrag von lunacy 29.05.11 - 18:43 Uhr

Ob Du mit ihm zusammen bleibst und seinen Alkoholkonsum finanzierst oder Dich trennst und Unterhalt zahlst, hält sich finanziell wahrscheinlich die Waage, oder? #gruebel

Mal davon ab hat Dein Mann auch eine eigene Erwerbsobliegenheit. Er kann sich nicht auf den Unterhaltszahlungen "ausruhen" sondern müsste auch nachweisen, dass er trotz aktiver Stellensuche keinen Job findet ;-)

Lass Dich mal von einer guten Anwältin beraten!

Beitrag von umsche 29.05.11 - 19:08 Uhr

Wirf ihn raus - auch um seinetwillen. Erst wenn sein Leidensdruck zu groß wird, wird er auch den Willen aufbringen, sich/etwas zu ändern. Wenn du im Haus bleibst und die Raten weiter trägst, wird das auf den Unterhalt, den du ihm zahlen musst, angerechnet. Lass dich von einem guten Anwalt beraten. Aber eines tu auf keinen Fall: ihn weiterhin mitschleppen und dich von ihm letztendlich kaputt machen lassen!

Alles Gute

Beitrag von uisdf 29.05.11 - 19:08 Uhr

Hallo

du hast einen großen Fehler gemacht, dass du einen Alkoholiker geheiratet hast. Es wird nicht besser, es wird immer schlimmer. Trenn dich bitte von ihm, sonst wirst du co-abhängig und wirst daran kaputt gehen. Du wirst dich für ihn verantwortlich fühlen wie für ein Kind, er wird dir leid tun und er wird weiter trinken - ein Teufelskreis. Ich habe es als Kind erleben müssen. Meine Vater war auch öfter zur Entgiftung, 1 Jahr hat er nicht getrunken, dann wieder. Ich reagiere auf trinkende Männer sowieso sofort abweisend, es ist aber auf meinen Vater zurückzuführen. Geld hin oder her, es geht um deine Psyche, dein Glück- es liegt in deiner Hand...

alles Gute

Beitrag von romance 29.05.11 - 20:08 Uhr

Sie tat es aus Liebe und hat ihn geheiratet und die Hoffnung. Das alles dann gut wird.

Du wirst es selbst erfahren haben wie ich auch...sie können alle gut reden. Als Papa sieht mann ihn dann eh anders, als seine eigene Frau.

Mir geht es auch so, wenn ich einer zuviel trinkt. Ich bin froh, das mein Mann da nicht so viel trinkt. Es hält sich echt die Waage und er kennt meine Ängste.

Beitrag von romance 29.05.11 - 20:04 Uhr

Du bist CO-Abhängig und solltest eien Therapie machen.

Dabei wirst du lernen, das du auch DU bist und gehen wirst. Denn ihm ist nicht zu helfen!!! Er ist abhängig, ihm ist alles egal. Wir die nicht trinken, die keine Alkoholabhägigkeit haben. Wir werden es niemals verstehen warum mann trinken kann und so verwahlosen kann.

DU brauchst Hilfe. Er holt seine Hilfe, wenn es ihm oben KLICK macht. Egal, wieviel Therapien er hinter sich hat. Wie oft mann ihm hilft und wie oft er ein BITTE von dir hört. ER wird es nicht hören.

Ich bin in so eine Familie aufgewachsen, das meine Schwester und ich nicht an der Flasche hängen. Oh mann, wir hatten Glück!
Das Leben in so eine Familie ist nicht schön, mann hat keine schöne Erinnerungen. Die schlechten überwiegen halt.

Und es gibt sooooooooooooooooooo viele Menschen, die abhängig sind aber sich nicht eingestehen könne. Weil Alkohol kein TABU Thema ist, weil es einfach die gute Art ist zu trinken. Glas Wein am Abend biem Essen, beim Fernsehen und und und. Viele haben es im Griff, viele nicht.

Bitte wende dich in einer Selbsthilfgruppen, dort wirst du auch Anlaufstellen finden. Wo du noch weiter Hilfe bekommen kannst.

Denn ich weiß nicht, ob du Kinder hast. Aber ega, wie geschickt mann es versteckt von den Kindern. Sie bekommen es immer mit.

Du kannst ihn nicht helfen, das einzige wenn du ihn fallen lässt. Hört sich hart an, ist aber das Beste für dich und für ihn. DU machst dich damit kaputt.

Egal ob er arbeitet oder nicht, das Problem liegt woanders.

Beitrag von alpenbaby711 29.05.11 - 21:17 Uhr

Du hast nichts mehr zu essen aber traust dich nicht mal das Geld zu nehmen? Sorry aber da würde ich schon längst handeln! Bevor ich nichts mehr zu kauen habe würde ich auf den Putz hauen. Du kannst doch nicht wirklich einen Alki soweit finanzieren?
Der Mann muß eine Therapie machen oder schnellstens gehen. Sonst gehst du mit unter!
Ela

Beitrag von ulmerspatz37 30.05.11 - 06:04 Uhr

Warum sollte er arbeiten - er hat doch Dich fürs geldverdienen. Er hat ja den ganzen Tag sehr viel damit zu tun, sich gepflegt die Birne zulaufen zu lassen...
Geh, alles andere bringt doch nichts!
Alle Gute!

Beitrag von franzi76 30.05.11 - 12:07 Uhr

Schmeiß ihn raus!! Du kannst ihm nur helfen indem Du ihn fallen läßt! Ich weiß das es ein sehr, sehr schlimmes Gefühl ist, zuzugucken wie man jemandem den letzten Halt unter den Füßen wegreißt. Aber er wird von alleine nichts ändern!
Suche Dir eine Selbsthilfegruppe für Betroffene, das wir Dir helfen und Dich in Deinen Entscheidungen stärken. Jedes Gespräch mit ihm kannst Du Dir klemmen, selbst wenn er nach dem Gespräch sagt, dass Du recht hast, ist es nur um Dich zu beruhigen bzw, ruhig zu stellen.

Er muss ganz tief fallen, um die Kraft zu finden etwas ändern zu können und wenn er soweit ist, dass er was ändert, dann kannst Du ihm wieder die Hand reichen und beistehen! Aber solange das nicht der Fall ist - distanziere Dich zu Deinem eigenen Wohl!

Alles Gute!