Rat gesucht - Achtung lang

Archiv des urbia-Forums Kleinkind.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von tosse10 29.05.11 - 21:01 Uhr

Hallo,

wir haben derzeit ein kleines Problem mit unserem Großen (wird im Herbst 3 Jahre alt). Er testet derzeit ganz massiv Grenzen aus. Aber nur zu Hause. Unterwegs ist er das Vorzeigekind schlechthin. Einkaufen, Zahnarzt, Besuche,.... alles super. Er hört gut und benimmt sich schon von alleine wirklich vorbildlich.

Aber kaum zu Hause geht es los. Es wird getobt, randaliert, weggelaufen, mit Essen gespuckt, mit Spielzeug geworfen,.... Ihm ist gar nicht beizukommen. Auf normale Ansprache reagiert er erst gar nicht. Werde ich bestimmter lacht er mich aus (oder an?). Er tanzt mir regelrecht auf der Nase rum. Ich weiss gar nicht mehr wie ich damit umgehen soll und vor allem wie ich es schaffen kann ruhig zu bleiben. Heute habe ich ihn angebrüllt, als ob das was bringen würde :-(.....

Ich vermute das er unterwegs das Gefühl hat genügend Aufmerksamkeit zu erhalten. Hier muss er sich auch mal längere Zeit alleine beschäftigen oder halt das mitmachen was ich grade mache (kochen, putzen, Gartenarbeit,....). Aber sobald es nicht zu 100% nach seinen Vorstellungen läuft dann geht es los mit dem Terror.

Er hat dieses Verhalten in Ansätzen schon lange gezeigt. Ich denke er fordert damit Aufmerksamkeit ein. Seit der Geburt unseres zweiten Kindes wurde es (wie erwartet) schlimmer. Zwischendrin hatten wir aber auch so 4-6 Wochen wo er auch zu Hause sehr umgänglich war. Aber nun ist es schlimmer denn je.

Aber das ich vermutlich weiss warum, das hilft mir bei der Lösung nicht weiter. Ungeteilte Aufmerksamkeit hat er nicht übermäßig viel aber regelmäßig. Zum einen natürlich beim wickeln, Toilettengänge, Zähne putzen, baden,..... Dann nehme ich mir vormittags und nachmittag bewusst je 30 Minuten Zeit nur mit ihm zu spielen wenn der Kleine schläft. Sein Abendritual (ca 30 Minuten) hat er 6 von 7 Tagen auch für sich alleine mit einem von uns. Dann hat er ja auch noch z.B. die Spaziergänge mit dem Kinderwagen und dem Baby. Da unterhalte ich mich ja auch nur mit ihm, zeige ihm alles mögliche, beantworte seine Fragen,....

Weiss jemand Rat wie ich im Alltag zu Hause wieder meinen umgänglichen Sonnenschein zurück bekommen kann?

LG

Beitrag von fittine 29.05.11 - 21:08 Uhr

Hallo,

da hast Du ja zur Zeit ganz schön was auszuhalten#liebdrueck.

Also, so wie Du schreibst, tust Du ja alles erdenklich mögliche und nötige um für den jungen Mann da zu sein. Klar, dass das nicht immer geht, vorallem, wenn noch ein Geschwisterchen da ist.
Brüllen ist wohl keine Lösung, wie Du selber schon sagst....

Meine Idee wäre jetzt noch, dass Du Dir von ihm helfen lassen könntes. Wenn Du den Junior Wickelst, dann bitte ihn, Dir die Windel zu geben oder die alte weg zu werfen. Vielleicht mal den Popo eincremen lassen. Beim Toilettengang könnte er Dir Klopapier geben....Einfach, dass er merkt, dass er wichtig ist auch in Momenten, wo mal anderes Priorität hat.

Alles Gute#winke

Beitrag von tosse10 29.05.11 - 21:16 Uhr

Danke!

Er darf alles mitmachen, soweit ich das irgendwie realisieren kann. Ich glaube davon profitiert er auch. Momentan ist es aber so das er sehr dominant ist. Wenn ich dann nicht auf ihn höre, dann flippt er so aus.
Als Beispiel Nudeln kochen: er darf die Packung aussuchen (wir haben immer verschiedene Formen hier), öffnen und die Nudeln mit meiner Hilfe ins Wasser schütten. Nun will er aber lieber die Nudeln in die Pfanne schütten, nicht in den Topf. Das darf er dann nicht. Und schon geht es los.
Anderes typisches Beispiel in seiner Spielzeit. Er wünscht sich Lego spielen. Ich soll ihm bitte eine Halle bauen. Gut, dann fange ich an. Nehme ich aber nur einen falschen Stein (er will vielleicht grade lieber einen gelben und ich nehme einen roten), dann bricht er alles ab, fängt an zu brüllen, haut aus Wut nach mir..... Ich steh dann da wie Ochs vorm Berg und verlasse das Ganze dann meist, denn hauen lassen und anbrüllen wo ich doch nur mit ihm spielen will, da habe ich keine Lust drauf. Sobald ich dann aufstehe und sage das ich gehe wenn er mich so anschreit, dann geht es er richtig los....

LG

Beitrag von fittine 29.05.11 - 21:29 Uhr

Oje,

ein wenig kommt mir das bekannt vor. Felix ist jetzt 16 Monate und wenn er was nicht darf, weil es einfach zu gefährlich ist oder nicht in den Ablauf passt, dann wirft er sich hin und brüllt.
Ich lese sehr viel, über die Entwicklung für Kinder und da wird immer beschrieben, dass Kinder übermann werden von ihren Gefühlen. Damit nicht umgehen können und ausflippen.
Ich lasse Felix entweder kurz links liegen, oder lenke ihn mit etwas anderem am.
Mit den Nudeln könnte man das dann so handhaben, dass er ein paar in die Pfanne macht und Du machst den Rest in den Topf. Mit den anderen paar Nudeln kann er ja so lange spielen. Einen Kochlöffel dazu und los gehts.
Mit dem Bauen ist so eine Sache...ich sag dann auch meist, dass er dann eben alleine spielen muss, wenn es ihm nicht gefällt, wie ich es mache. Probiere dann noch ein paar Varianten des Bauens und dann mach ich was anderes.

Ich weiß, ist ziemlich belastend, doch ich denke, dass Dein kleiner Mann wieder eine Entwicklunsstufe erreicht hat, mit der er selber noch nicht klar kommt.
Gebt Euch bissl Zeit...auch wenns schwer fällt!!! Ihr habt es schon sooo weit geschafft, und Du klingst sehr liebevoll und nett!!!
Mach weiter so!!!

LG